Darwin oder wie der FC Aarau doch noch aufstieg

Ab Singapur nahm ich also den Weg nach Darwin unter die Füsse….naja, genau genommen waren meinen Füsse genau bis zum Taxi und dann wieder bis zum Gate in Charge, aber egal, ich flog also nach Darwin. Mein erster Flug mit Silk Air, von welcher ich gerade gelesen habe, dass die Mutter Singapore sie nun offenbar mehr oder weniger komplett integrieren will. Der Flieger nicht aufregend, das Essen eher bescheiden, dafür die Flight Attendants äusserst aufmerksam, freundlich und zuvorkommen.

In Dawin gelandet, natürlich die zwei Minuten des Anstehens am Zoll genützt, um mir ein Wifi zu suchen. Worauf mich eine Zöllnerin sehr freundlich äusserst aufgebracht aufforderte „put your phone away“. Ich sah mich bereits in Handschellen abgeführt zu werden und dann stundenlang in einem fensterlosen Raum auf die Ausschaffung zu warten. Dabei natürlich gefilmt von den kompetenten Investigativjournalisten reisserischen Boulevard-Bros von „Boarder Patrol“. Ich dachte mir schon alle Argumente aus, welche noch für mich sprachen wie „tourism industry“ oder „Instafame“. Aber Australien gab mir eine weitere Chance und ich durfte einreisen.

Taxis und Uber leider nicht verfügbar. Irgendein netter Australier erklärte mir, warum. Ich dankte ihm freundlich für die informative Auskunft. Ich verstand kein Wort und lächelte ihn an wie ein Idiot. So kam ich zu meinem ersten Gruppentransport im Airport Shuttle. Günstig und rasch kam ich ins Hotel.

Hier dann doch ein zu erwartender leichter Down Grade zum Marina Bay Sands in Singapur. Aber das Kalidonis Village bietet saubere Zimmer mit Klimaanlage, Kühlschrank und Wasserkocher. Es verfügt über einen Pool, welcher zwar unspektakulär ist, aber für eine Abkühlung taugt.

Noch am Abend der Ankunft erkundete ich ein wenig das Nachtleben. Das ging schnell: Auf einer Distanz von vielleicht 200 Metern hat es rund 5 Pubs, alle mit Live Musik und alle mit einer ziemlich guten Bierauwahl. Die Musik ist nicht wie in Irland einheimische Volksmusik, es wird eher Populäres zum Mitsingen gecovered. So spielte der Solokünstler in Pub Nr. 1 nach rund 10 Minuten „Mr. Jones“, welches irgendwie das Lied meiner Australienreise 2003 war und in Pub Nr. 2 liessen sie mit einem lauthals mitgegrölten „Sweet Caroline“ die Barrageschlappe des FC Aarau vergessen.

Am nächsten Tag erkundete ich dann Darwin bei Tage. Die Stadt ist sehr übersichtlich und irgendwie friedlich oder gemütlich. Es verfügt an der Esplanade über einen grossen und sehr schön gepflegten Park und an der Waterfront über einen gigantische Ueberbauung zur Touristenbespassung. Dort hat es fast schon unzählige Restaurants, welche auch mehr als Burger an Fries bieten. Weiter verfügt es auch noch über einen Lagoon, wo man gefahrlos baden kann. Einen vollen Nachmittag habe ich dort mit viel Freude geplanscht. Dies habe ich allerdings aufgrund meiner Kaltwasserphobie noch nicht getan….

Am Abend des ersten vollen Tages habe ich eine Sunset Cruise unternommen. Gebucht über Get your Guide, diese bearbeiten mich seither mit Werbung auf Facebook für genau den Ausflug….offenbar noch Potential beim Datamining. Selten habe ich mich so jung gefühlt, war ich doch der einzige Teilnehmer unter 40 (grad gemerkt, dass ich selber schon 42 bin) unter 50 unter 60. Wieder unterhielt ich mich mit diversen netten Australiern ohne ein Wort zu verstehen. Ich ergänzte mein doofes unwissendes Grinsen aber durch gelegentlich eingefügte Ausdrücke wie „mate“ oder „no worries“ und wäre nach Bier Nummer 3 wohl schon fast als Einheimischer durchgegangen. Ah ja, und einen perfekten Sonnenuntergang sowie das obligate Hoddie-Bild gab es auch noch.

Am Folgetag dann der Ausflug zu einem Billabong (kannte ich vom letzten Mal irgendwie nur noch als Kleidermarke, gem. Wikipedia handelt es sich aber um einen toten rsp. nicht fliessenden Seitenarm eines Flusses). Lustiger Guide, welche seine Jokes routiniert zum richtigen Zeitpunkt vorbrachte („please clap at the end of the tour – just for me to know that you still have both arms“ – harrharrharr). Auch da gab es ein nettes Bild für Instagram.

Auf dem Rückweg entliess er uns am Strand, wo es noch einen Handwerkermarkt geben sollte. Dieser erwies sich allerdings eher als Street Food Festival. Auch Recht. Am Strand dann noch eine recht grosse Militärparade der Marines. Alle die ich fragte, was genau der Inhalt sei, erwiesen sich ebenfalls als Touristen und hätten die gleiche Frage gehabt. Auf jeden Fall war es durchaus spannend mitanzusehen und etwas viel weniger steif als ich meinen RS-Besuchstag in Erinnerung habe.

Am Strand dann nochmals der spektakuläre Sonnenuntergang. Dieses mal setzte mich eine Schweizerin nach detaillierten Anweisungen von mir mit offenbar vorhandenen Fotographie-Kenntnissen ohne weiteres Zutun von mir so ins Bild, dass ich nun frustriert feststellen muss, dass mein bisher bester Insta-Shot („die Mutter aller Aufnahmen“) leider nicht von mir ist. Natürlich war mein Beitrag, mit optimalem Einsatz der Filter das Maximum herauszuholen. Ich finde das Bild so gut, dass ich es sogar in der Kategorie #nofiltersneeded starten lasse.

So, das war Darwin. Blog geschrieben im gemütlichsten Kaffee der Stadt, geführt von Aboriginees. Man wartet rund 10 Minuten auf den Cappucino, aber das Warten lohnt sich.

Cheers, Mates.

5 Kommentare zu „Darwin oder wie der FC Aarau doch noch aufstieg

  1. Zu viel Boarder Control. Gutes Stichwort. Wir hatten fast alle Serien gesehen und letztes Jahr Blut geschwitzt am Zoll, da wir auf keiner Einreisekarte eine Adresse notiert hatte . Geduldig bei 6 Personen die gleiche Adresse nachgetragen und das Gate öffnete sich. Uff.

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