Mein Weg nach Perth oder I don’t wanna miss a thing

Nach dem lustigen Abendessen mit der lustigen Reisegruppe nahm ich also die Strecke von Coral Bay nach Perth in Angriff. Dabei hatte ich eine Übernachtung in Geraldton eingeplant. Geraldton ist weder spektakulär noch hässlich sondern eher unscheinbar, aber hätte ich den gleichen Weg noch einmal vor mir, würde ich wohl eher in Carnarvon nächtigen, da man dann auch den Kalbarri National Park und den Pink Lake ganz sicher nicht verpasst. Warum das wichtig ist? Weil ich es nämlich tatsächlich schaffte, eine Abbiegung zu verpassen und so in Geraldton ankam, ohne den Pink Lake passiert zu haben. Ob das nun ein grosser Verlust ist, mag ich gar nicht beurteilen (denn ich habe ihn ja wie gerade geschrieben gar nicht gesehen). Den Berichten anderer Reisender Glauben schenkend, wäre es aber ein potentieller Höhepunkt gewesen. Aus vorbei, nicht mehr veränderbar.

Lernen kann man ja nur für die Zukunft und so zog ich meine Konsequenzen und hielt am Folgetag bei jeder sich bietenden Gelegenheit an. Und so sah ich Teiche in der Grösse des Eigi-Weihers von ganz nah, Aussichtspunkte so spektakulär wie das Steienbühl und Bäume so alt wie die Pappeln im Garten meines Vaters (ok, die sind alt und als Kind fand ich die recht spektakulär aber ein Schild für einen Aussichtspunkt hat es trotzdem nicht). Aber natürlich auch Spektakuläres, wie die Pinnacles Desert, welche ich rein optisch als Höhepunkt der bisherigen Reise bezeichnen würde (und ich mag dem Park Management sogar verzeihen, dass man den Ort auch per Auto besichtigen kann und es so fast unmöglich ist, ein Bild ohne Auto drauf zu bekommen). Für ein Hoodie-Pic (ohne Auto drauf; also auf dem Bild, ich habe keine Hoodies mit Autos drauf) reichte es dann auch noch. Am anderen Ende der Punkt-Skala (so müsste die Skalierung von Tiefpunkt zu Höhepunkt wohl heissen) dann die Sanddünen in Lancelin. Ich hatte mir da so eine Art kleiner Big Daddy aus Namibia vorgestellt, etwas spazieren, die Ruhe der Wüste geniessen….es hatte sehr viele, sehr laute Leute, teilweise auf Sandboards (bis hier hin alles gut), aber eher auf Moto-Cross-Motorrädern, noch eher auf Quads und noch eher auf einer Art vergittertem Quad für 4 Personen. Alles sehr laut und alles vor allem sehr gefährlich, da wild durcheinander. Empfehlung: never ever go there.

Angekommen in Perth bezog ich mein Zimmer. Dieses hatte ich gebucht über Priceline als „hidden buy“, sprich ich wusste ungefähr, wo das Hotel war, ich wusste, was es es zu bieten hatte und ich kannte die Anzahl Sterne. Für die Ungewissheit erhielt ich einen „unbeatable price“. Hotel und Preis ok aber auf Hotels hätte ich es zum genau gleichen Preis bekommen. Also wurde die Unsicherheit (das Risiko, kann ja nach oben wie unten ausschlagen), welches Hotel es war, nicht wirklich entschädigt. Egal, vielleicht war dieser Thrill ja ein „added value“ und so wichtig ist es dann auch nicht.

Am Abend durfte ich am Abschlussessen der lustigen Gruppe aus Coral Bay teilnehmen. Ich wusste dies erst im Nachhinein richtig zu schätzen, denn tatsächlich war eine Teilnehmerin des Abschnitts von Perth bis Broome (welche auch grad in Perth war) nicht eingeladen (auch die lustige Gruppe hatte also die Outsiderin, welche offenbar alle nervte). Aber welche Ehre für mich. Ein lustiger Abend.

Folgetag in Perth eher „hang out“ und „hang up“ (die Wäsche). Am Abend der Besuch einer mir empfohlenen Hinterhof-Bar. Auf meine Frage „do you have any IPAs“ räumte der Kellner etwa 5 Minuten den Kühlschrank aus und präsentierte mir rund 12 verschiedene. Aufgrund des hohen Alkoholgehalts der Biere musste ich mich nach zweien verabschieden mit den Worten „come back tommorow“.

Rottnest Island am folgenden Tag: ein must go. Bei der Fährenüberfahrt würde ich künftig einen Platz auf dem Unterdeck suchen, es schüttelt weniger, folglich wird weniger gekotzt (sinngemässe Übersetzung aus dem Englischen). Die Insel fast ein wenig Irisch oder ein perfekter Schauplatz für alle Filme von Rosamunde Pilcher. Aber bei aller landschaftlichen Schönheit sind die Quokkas, welche sich bereitwillig für Selfies zur Verfügung stellen, die Touristenattraktion schlechthin. Und noch „glätter“ ist es, die Selfies von Dritten zu „crashen“. Ok, sie kannte mich, sie hat mich aufgefordert, mit aufs Selfie zu kommen, aber das wäre ja keine gute Insta-Story geworden, oder?

Am Abend dann eine sehr nette Einladung zum Nachtessen bei einem Australischen Ehepaar. Sie hatten schon ganz spontan „der auf dem Selfie gecrashten“ (sie führt übrigens auch einen Blog) eine Bleibe für 3 Nächte angeboten. Und da ich sie am Morgen im Zug kennenlernte, luden sie mich spontan auch grad noch zum Essen ein, wahrscheinlich zum bisher besten Essen in Australien (you do not come for the food), da es offenbar auch in Australien mehr als Pub Food gibt. So in Bezug auf Gastfreundschaft könnten wir uns wohl noch die eine oder andere Scheibe abschneiden.

Und heute nun die weitere Reise ein wenig geplant. So fliege ich morgen nach Airlie Beach und erkunde von dort die Whitsundays. Von dort dann der Ostküste entlang Richtung Süden. Mal sehen, was es dort zu erleben und erkunden gibt.

Cheers, mates.

3 Kommentare zu „Mein Weg nach Perth oder I don’t wanna miss a thing

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