Unsere Reise mit der Aida Prima – die Hardware

Wir waren Ende Juni mit der Aida ab Hamburg in Norwegen, über die nicht ganz reibungslose Direktbuchung habe ich hier berichtet, über die missglückte Anreise mit dem Nachtzug hier.

Ich unterteile die Beurteilung meiner Aufenthalte in Hotels oder generell touristische Leistungen stets in die Hardware (buchhalterisch wären das die Immobilien und das Mobiliar) und die Software (einfach gesagt die Mitarbeitenden und die Prozesse). Heute soll es um die Hardware der Aida gehen.

Wir fuhren auf der Aida Prima ab Hamburg zu den Fjorden Norwegens.

Die Aida Prima ist durchaus beieindruckend (die erfahrenen Adia-Experten mögen diesen rein beschreibenden Abschnitt allenfalls auslassen): Sie bietet Platz für 3300 Passagiere (und dabei zählt man bei einer ‚normalen‘ Kabine offenbar nur zwei Gäste, Kinder auf Zusatzbetten kommen da noch dazu), hat fast schon unzählige Restaurants, ein Aussenbad, ein Innenbad, eine Wasserrutsche, ein sehr grosszügiges und mit sehr modernen Geräten eingerichtetes Gym, ein Theater, welches sich über drei Decks erstreckt, diverse Innen- und Aussenbars, eine eigene Schiffsbrauerei mit zugehörigem Brauhaus, eine kleine Filiale von Starbucks, ein Hospital und sogar eine Currywurst-Bude. Verpflegen kann man sich an den Buffets, wer es etwas exklusiver mag, geht (teilweise gegen Aufpreis) in eines der bedienten Restaurants. Was ich sehr mochte an der Aida, war das Lockere und Ungezwungene: hier gibt es weder feste Essenszeiten noch Kleidervorschriften (ok, eine lange Hose zum Abendessen hätte ich mir so oder so angezogen) noch ein Captains Dinner mit grossen Ansprachen.

Wir hatten eine Balkon-Kabine gebucht, welche neben einer tollen (ja sogar fantastischten, teilweise atemberaubenden) Aussicht auch Zugang zum exklusiven-Patio-Deck bot.

Ja, ok über Qualität von Videos Marke Eigenbau lässt sich immer streiten…

So weit so gut, ich fand dieses Schiff echt beindruckend, erlaube mir aber vier Kritikpunkte (einer individuell und wohl etwas Pech, drei generell, welche aus meiner Sicht mit relativ wenig Aufwand Hebel auf eine noch bessere Gästeerfahrung hätten):

1. Die Beschriftung auf dem Schiff mag für Aida-Profis absolut ausreichen. Für blutige Anfänger wie uns war nicht alles total intuitiv und klar oder immer leicht zu finden. Allenfalls könnte auch kleine Führungen am ersten Tag (allenfalls zusammen mit erfahrenen Gästen) helfen. Wobei man mit orientierungslosem Suchen das Schiff irgendwie früher oder später auch kennenlernt.

2. die Lifte waren zu Stosszeiten chronisch überlastet. Das Schiff ist keine zehn Jahre alt. Also frage ich mich, warum nicht ‚intelligente‘ Lifte (welche viel weniger oft anhalten, weil man am Abfahrtsstockwerk (und nicht im Lift) das Zielstockwerk wählt) verbaut wurden.

3. die Gästekarte rsp. das Bordportal liessen aus meiner Sicht zu, dass die Gäste (die, die wollen) die Getränke selber wählen und bestellen (seit Corona gibt es das auch in vielen Restaurants) könnten. Die Barkeeper rsp. Kellner könnten sich dann mehr auf Zubereitung und Service konzentrieren, was (wieder primär zu Stosszeiten) Wartezeiten reduzieren könnte.

4. die Lüftung unserer Kabine war defekt. Eigentlich egal in Bezug auf die Kabine (es war herrlich mit offenem Fenster zu schlafen), etwas weniger cool in Bezug auf das nicht mehr trocken zu kriegende Bad. Insgesamt vier Mal erschienen Techniker. Beim vierten Mal erst nach einem Augenschein einer Vertreterin der Rezeption (man hatte mir schlicht nicht geglaubt, dass die Lüftung immer noch nicht ging). Auf das von ihr netterweise gleich mitgebrachte und von mir ausgefüllte und persönlich wie auch via E-Mail eingereichte Reklamationsformular habe ich bis heute (vier Wochen später) keine Rückmeldung erhalten. Aber das wäre ja dann schon eher Software. Dazu beim nächsten Beitrag mehr.

Fazit: ein fantastisches Schiff, welches in jedem Hafen von aussen beeindruckt und auch als Gast ein tolles Erlebnis bietet. Da es unserer erste (aber wohl nicht letzte) Kreuzfahrt war (die Vergleichsmöglichkeiten also noch fehlen) und es ja immer (und wie oben beschrieben) ein wenig Luft nach oben gibt, gebe ich mal faire und wohlverdiente 8 von 10 Punkten.

5 Kommentare zu „Unsere Reise mit der Aida Prima – die Hardware

  1. …und wie steht es mit dem ökologischen Fussabdruck den man bei einer solchen Reise hinterlässt? Diese grossen Schiffe sind doch, nebst den Frachtschiffen, sogenannte gigantische Umweltverschmutzer! Also kein schlechtes Gewissen?

    Gefällt mir

    1. Doch, eigentlich schon. Darum haben wir CO2 neutralisiert und sind mit dem Zug angereist. Bleibt Feinstaub und der ist bei neuen Schiffen ziemlich gut gefiltert. Aber ja, voll neutral wird es nicht.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s