Meine Erfahrungen mit der Aida – Folge 4 (von 3)

Wer hier einen schönen Reisebericht erwartet, soll bitte nicht weiterlesen. Dieser Beitrag handelt von Customer Experience und konkret Beschwerdemanagement. Und ja, die Aida hat versagt, eigentlich sogar richtig abgekackt.

Regelmässige LeserInnen erinnern sich allenfalls noch an die Folgen 1-3, Folge eins über die Direktbuchung bei Aida (welche zur Empfehlung führte, nie direkt sondern immer über ein Reisebüro zu buchen), Folge zwei über das Schiff an sich (welches ich mit ein wenig Mäkeln auf hohem Niveau echt gut bewertete), Folge drei über die Software (sprich Organisation, Prozesse und Mitarbeite, welche nicht schlecht aber weniger gut als die Hardware bewertet wurde). Und eigentlich war diese Kleinserie nach drei Folgen auch abgeschlossen.

Aber zuerst mal Bild, denn landschatlich war Norwegen echt Weltklasse!

Da ich auf meine Kundenrückmeldung von anfangs Juli noch nichts gehört hatte, schrieb ich am 2. August einen kurzen Brief, legte eine Kopie der Lüftungs-Rückmeldung sowie die drei Folgen meiner Beiträge in gedruckter Form bei. Ich adressierte das Schreiben an Herrn Felix Eichhorn, welcher im Internet als als President Aida Cruises vorgestellt wird. Briefe an CEOs und ähnliche funktionieren normalerweise sehr gut. Natürlich antwortet nie ein CEO persönlich, aber die Briefe gehen an darauf spezialisierte Abteilungen und die geben dann eine mehr oder weniger gute Antwort. Ich mache dies übrigens nur, wenn ich keine Antwort vom Kundendienst erhalte (hier geschehen) und sich auf der Website keine entsprechende Abteilung findet (oder zumindest nicht innert nützlicher Frist).

Und dann hörte ich lange nichts mehr. Was mich auch nicht überraschte, denn ich hatte keine Forderung gestellt und grundsätzlich auch klargestellt, dass ich mich wohl als ehemaligen Kunden betrachte.

Heute erreichte mich nun ein Anruf von einem Herrn Meier (nein, er hiess nicht Meier, es war eine Frau, ihr Name tut nichts zur Sache, sie war auch nur Ueberbringerin der Botschaft und hatte den Zonk, mich anrufen zu müssen, wohl als Hauptpreis beim Zonk-Bingo gewonnen). Den Anruf gestern hatte ich nicht entgegennehmen können, heute erfolgte der zweite Versuch, somit Pluspunkte fürs Dranbleiben. Herr Meier ist Angestellter einer Fachabteilung, den genauen Namen habe ich vergessen, aber sicher irgendas gescheites und fantasievolles wie „Customer Feedback and Complaint Improvement Management schiessmichtot“. Er identifizierte mich anhand Vorname und Geburtsdatum, was ich aus Datenschutzgründen schätze und stieg ein mit dem Satz, dass er mich anrufe, weil er den Prozess beschleunigen wolle. Ok, kein Hitparadenstürmer für die Rangliste der besten Einstiegssätze, wurde mir doch klar signalisiert, dass man mich so rasch als möglich los haben möchte. Nun, Ziel erreicht, die Aida hat mich für immer los.

Herr Meier hatte mit den Kollegen auf dem Schiff meine Rückmeldung betreffend nicht funktionierender Lüftung geprüft und entschuldigte sich für die nie erhaltene Antwort in Sachen Covid-Zertifikat. Dann erklärte er mir, dass gemäss den Aufzeichnungen auf dem Schiff die Lüftung einwandfrei funktioniert hätte, die Aida mir also rechtlich nichts schuldig sei. Aida schätze meine ehrlichen Feedbacks aber sehr und die Hinweise würden dazu beitragen, dass Aida noch bessere Urlaubserlebnisse bieten könne. Er fuhr fort damit, dass Aida mich als Kunden sehr wertschätze und trotz meiner Unzufriedenheit in Sachen Lüftung zum Stammkunden machen möchte, deshalb offeriere mir Aida auf eine nächste Buchung einer Premium Balkonkabine bei Direktbuchung einen Rabatt von 200 Euro oder 4 % (was beides übrigens klar unter den 6 % im Affiliate Programm oder 10 % -14 % Provisionszahlungen an Reisebüros liegt). Und ja, es gäbe jetzt drei Möglichkeiten: Ich sei weiterhin unzufrieden und würde Aida fern bleiben (würde die nette Geste aber allenfalls anerkennen und aus dieser entstünden Aida ja auch keine Kosten), ich würde aufgrund der netten Geste wieder Aida buchen, aber halt in einem Reisebüro (auch dann wäre der Gutschein für Aida ja kostenlos und nur eine nette Geste) oder ich würde bei Aida direkt buchen, womit Aida zu bedeutend tieferen Kosten als bei einer Buchung im Reisebüro die Chance hätte mich zu einem der vielen Fans zu machen (und Geld mit mir zu verdienen), welche Aida ja zum Marktführen machten.

Aber nein, so war es nicht: Darauf, dass dieser Anruf zwei Monate nach Eingang der Rückmeldung erfolgte, ging Herr Meier nicht ein. Herr Meier erklärte, dass die Lüftung gemäss seinen Abklärungen einwandfrei funktioniert hätte und dass er den Fall jetzt abschliesen wolle, schnell, jetzt, eigentlich sofort. Auf meine Rückfrage, ob er mich der Lüge bezichtigte, verneinte er. Er wollte den Sachverhalt aber nochmals mit den Schiff klären, mir aber keine weitere Rückmeldung geben, weil er die Sache als mit diesem Telefonat erledigt betrachte. Meine Frage nach schriftlicher Bestätigung dieser Lüftungssache beantwortete er erst im zweiten Anlauf mit ja. Er wollte sich nicht festlegen, bis wann ich eine solche Bestätigung erhalten würde. Als ich darum bat, als nun definitiv und unwiderbringlich verlorener Ex-Kunde gemäss der Deutschen Datenschutz-Grundverordnung aus sämtlichen Datenbanken gestrichen werden (weil ich auch keine Werbe-E-Mails mehr brauche) entgegnete Herr Meier, dass er dies schriftlich brauche. Worauf ich echt nur noch lachen konnte und das Gespräch mit den besten Wünschen zum Wochenende beeneden musste. Liebe Aida, ich werde diesen Beitrag öffentlich posten und @Aida taggen, ich betrachte die Schriftlichkeit somit als erfüllt. Es ist Herr Meier sehr zu Gute zu halten, dass er während des gesamten Gespräches sehr professionell und freundlich blieb. Dass er aber offenbar keinerlei Kompetenz für ein Entgegenkommen hatte und Aida die Sache zu einer juristischen Auseinandersetzung mit Aussage und Gegenaussage verkommen lässt, zeugt von extrem wenig Kundenorientierung. Wie oben geschrieben: ich habe keinerlei Forderung gestellt und gedenke es auch weiterhin nicht zu tun. Aida scheint schlicht genügend Kunden zu haben und muss darum nicht auf Kundenrückmeldungen eingehen, ein Fakt den es allenfalls bei einem nächsten Antrag auf Staatshilfe zu berücksichtigen gilt.

Weniger als zwei Stunden später erhielt ich tatsächlich eine E-Mail, allerdings nicht mit der gewünchten Bestätigung in Sachen #Lüftungsgate (also dass Aida die Lüftung als voll funktionsfähig betrachtete (irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie bei mir einen Beweis für die Nicht-Funktionsfähigkeit vermuten und grad so beim total offensichtlichen Lügen wollen sie sich dann doch nicht erwischen lassen, weil vor Gericht, wo wir ja nie enden werden….sorry, einer der selten gewordenen Abschweifer)), sondern mit Standardfloskeln, welche im Baukastensystem zusammengesetzt waren. Immerhin erfolgte hier eine Entschuldigung für die verspätete Antwort.

Ja, liebe Aida, somit endet hier unsere gemeinsame Reise für immer, ein klassischer Fall von aufNimmerAIDAsehen und wirklich sehr schlechtem Beschwerdemanagement, denn bis vor wenigen Stunden hattet ihr immer noch die Chance, mich zum regelmässig buchenden Fan zu machen. Ihr hattet mehrere Chancen aber alle fahrlässig vertan. Wir haben für Neujahr eine erneute Kreuzfahrt in einem Reisebüro gebucht. Es wurde uns Mein Schiff empfohlen, wir sind der Empfehlung gefolgt und freuen uns sehr auf die Reise.

Fazit: ich gönne es allen herzlich, welche sich als Fans der Aida betrachten und bezeichnen, ich will auch niemandem die Freude verderben. Ich bleibe bei meiner Empfehlung, Aida nur über ein Reisebüro zu buchen und rate von Direktbuchungen dringend ab.

Ich bin übrigens auch kein frustrierter Stänkerer, ich freue mich sehr ob gutem Service (gestern im Volkshaus Bern, vor kurzem bei Visilab in Baden oder immer wieder am Achensee) und noch mehr über gutes Complaint Management (wobei der Oskar dafür an die Spago in Aarau geht, die waren bei #ColaGate so rasch und gut in der Behebung, dass ich immer noch verblüfft bin –> sorry, das ist jetzt nur ein Teaser auf die nächste Folge, ich würde diesen Cliffhanger ganz unbescheiden als genial bezeichnen).

Die Aida erhält leider keinen Oskar, ihr kann ich für ihr Beschwerdemanagement leider nun den soeben geschaffenen blauen Kussmund für die totale Fehlleistung feierlich aber virtuell überreichen.

Next stop: Mein Schiff.

Meine erste Reise mit dem Flixbus – kurze Review mit kurzen Abschweifern

So, es stand also ein kleiner Ausflug nach München an, dieses Mal ganz ohne Knipser Knuser und auch ohne seinen Vater (womit auch die Gefahr von Ohnmachtsanfällen schon mal massiv reduziert wurde, später mehr dazu, das war grad ein ganz klassischer Teaser).

Zum allerersten Mal buchte ich mir eine Reise mit einem Flixbus. Und ich erwartete ja insbesondere nach dem aufregenden Bericht im Kassensturz (und die müssen es ja wissen und sind vor allem immer total neutral und auch nie tendenziös, frage mich gerade, warum ich Büchsenravioli nicht mehr mag) das Schlimmste – und dann noch eins schlimmer dazu. Nun, ich buchte also die Fahrt hin und zurück und für schlappe 6 Euro obendrauf die erste Reihe im Oberdeck dazu, welche fantastische Aussicht versprach (und auch hielt). Für Euro 0.52 neutralisierte ich die Fahrt in Bezug auf die Klimagase (und spürte dabei den Schulterklopfer Gretas) wie das gemäss Homepage schon über 5000 FlixBus-Passagiere getan haben. Bitte wie? Flixbus hat 2019 gemäss eigenen Angaben 62 Millionen Passagiere transportiert und gerade mal 0.1 Promille waren bereit, den kleinen Aufpreis der Klimaneutralisierung zu bezahlen! Ich würde mal sagen: schämt Euch Ihr restlichen 99.99 Prozent.

Lustig oder eher ärgerlich, dass mir Flixbus seit der Buchung in allen sozialen Medien 10 % auf ‚Deine erste Buchung mit Flixbus‘ anbietet. Ach, jetzt habt ihr ganz offenbar gemerkt, dass ich eine Fahrt suchte und habt nicht bemerkt, dass ich diese Fahrt dann auch gleich buchte (yeah, ein Reim der Reise ins Dichter- und Denker-Land würdig)? Ärgerlich, wenn ihr Geld ausgebt, um mich mit einem Angebot zu ärgern, von dem ich ärgerlicherweise gar nicht mehr profitieren kann! Aber irgendwie auch beruhigend, wenn das Internet offenbar doch nicht ganz alles weiss (für Verschwörungstheoretiker: vielleicht weiss das Internet doch alles, tut aber so, als ob es nicht alles weiss, um mich hinters Licht zu führen).

Egal, am Freitag um 15 Uhr, sollte es losgehen, um 18.45 sollten wir in München sein. Mir graute ja echt, da Freitag Nachmittag zwischen 3 und 7 ja tendenziell Staugefahr (vor allem an der Grenze, wenn die Schweizer ihre harten Franken als weiche Euro ausgeben wollen) besteht. Nun, der Bus stand pünktlich da, ich stieg um 10 vor 3 ein und mein Platz war zu meiner Freude auch noch nicht besetzt. So hatte ich bereits beste Aussicht auf die mehrsprachigen Versuche einer Frau mit reserviertem Platz einen keine der mehreren Sprachen verstehenden Mann ohne Reservation von diesem eben von ihr reservierten Platz zu verscheuchen. Ganz grosses Kino – fast wie damals, als wir vor Jahren Atze Schröder als Vater des den Hebel nicht ziehenden in München sahen (und sich der Mann vom schicken Möbelladen aus nicht näher erläuterten Gründen ein Auge zuhalten musste).

Und dann das: ich wollte ja eine vernichtende Review schreiben und dann gibt es nichts zu meckern. Wir fuhren um 15.02 Uhr los, womit der Bus auch nach Standards der Schweizerischen Bundesbahnen als Zug dieser Bahnen rein statistisch noch zu pünktlich gezählt hätte (aber es war ja eben eh ein Bus und damit für diese viel diskutierte Statistik nicht relevant) und erreichten den Busbahnhof in München um 18.38 und damit sogar 7 Minuten zu früh (womit meine Review auch nicht schlechter sondern sogar noch besser wird). Es ging als echt schnell (fast schon rassig, fast so rassig wie damals Knipser Knusers Vaters (man achte auf den doppelten Genitiv) Currywurst der Schärfestufe 7, welche zu oben erwähnten Ohnmachtsanfällen führte, welche Ihr bitte für Euch behält, denn seine Frau darf davon unter keinen Umständen erfahren) aber noch schneller wäre es mit dem Zeitraffer gegangen (ja, das war jetzt grad ein wenig holprig aber ich wollte doch mein Filmli ankünden):

Wifi nicht gerade zum Gucken von ganzen Filmen (ist auf 150 MB limitiert und nicht ganz störungsfrei) aber für ein paar Whatsapp- (oder eher Signal oder Threema, ich wende mich da gerade mehr oder weniger engagiert vom weltbeherrschenden Marktführer ab) Nachrichten reicht es allemal.

Auf dem Heimweg nicht viel Neues: Wieder mit 2 Minuten Verspätung losgefahren und dann mit 4 Minuten Vorsprung in Zürich amgekommen. Dazwischen zwei Tage in München. Total knapp 20 Kilometer für #Projekt3660 (primär im Englischen Garten und im Olympiapark), dazu ein Besuch bei Hirmer und den Laden liebe ich, seit sich ein Verkäufer als echter Berater entpuppte, weil er sich faktisch weigerte, mir einen Anzug zu verkaufen, mit der simplen Begründung, dass er mir schlicht nicht sass – und mir dann zwei viel besser sitzende Anzüge verkaufte. Und auch Spass hatte ich da drin schon, nämlich als sich Noosa-Hasser Fausto (er mag es übrigens total, wenn Ihr ihn Faustolino nennt) für gefühlt 700 Euro (und das war damals noch richtig Geld) Poschettli (für Deutsche LeserInnen: Einstecktücher) kaufte und Mele (herzliche Gratulation zum Gastauftritt) ein T-Shirt in 7XL anprobierte (frage mich gerade, warum zum Teufel Du das getan hast aber es war sehr glatt).

So, next step noch unbekannt.

Cheers, mates

Meine Reise mit den Fröschen – oder wieder mal über beloved Arosa – mit vielen Abschweifern (unter anderem zum EHC Arosa)

Zuerst mal für alle, die Arosa nicht kennen, ein schönes Bild (ok, ist zwar Lenzerheide aber die Skigebiete gehören ja zusammen und so detailverliebt war ich jetzt ja noch nie):

In der dritten Januarwoche hatte ich auf Anweisung meines Vorgesetzten Thomas Wechsler (endlich der wohlverdiente Gastauftritt, um den Du gar nie gebeten hast) noch Resturlaub (unter diesem Namen hat Tommy Jaud ein sehr lustiges Buch publiziert, nicht ganz so legendär wie das legendäre Hummeldumm, aber immer noch sehr lustig) zu beziehen. Ja, hört sich seltsam an, wenn ich als gefühlter Dauerurlauber noch Resturlaub habe, aber ausser meinen drei wundervollen unbezahlten Tagen Wochen Monaten in Australien (für alle, die es verpasst haben: die Zusammenfassung mit allen links hier) hatte ich 2019 keine eigentlichen Ferien bezogen.

Als Destination kam natürlich nur Arosa in Frage, da ich alleine verreiste und erst knapp zwei Wochen davor dort ausgecheckt hatte, war für einmal das heissgeliebte Astoria (darüber habe ich hier berichtet) nicht die erste Wahl. Dank etwas Recherche fand ich heraus, dass das altehrwürdige Hotel Hohenfels ab dieser Saison vom Deutschen Sportreiseanbieter Frosch geführt wird (die strategische Absicht dahinter findet sich hier). Genau in meiner Ferienwoche sollte eine Alleinreisendenwoche (welche gewisse TeilnehmerInnen dann als Single-Woche missinterpretierten – Toni, das wäre Dein Gastauftritt, gern geschehen) stattfinden: also Gruppenbespassung ohne das Risiko, alleine essen zu müssen (die ganz grosse und völlig unbegründete Panik vieler Alleinreisender). Mein Gedanke dazu: wenn die alle nerven, dann ist es ein günstiges Zimmer mit Halbpension – sie sollten nicht nerven.

Mit leicht unsicherem Gefühl reiste ich nach Arosa. Erster Erfolg: ich konnte mir den letzten verfügbaren Gratisparkplatz schnappen – zwei Minuten später wäre er weg gewesen. Die Begrüssung freundlich, das Zimmer sauber und geräumig. Dann der erste Kontaktangriff in der Bar und wie sich herausstellen sollte, war ich tatsächlich der einzige Schweizer unter 60 Deutschen. Diese konnten es auch kaum fassen und fragten immer wieder: warum genau (also in Englisch: why the hell) verreist ein Schweizer mit Frosch in die Schweiz? Nun, ich integrierte mich recht rasch (zumindest nach meinem Gefühl, vielleicht sahen das die Deutschen ja anders), obwohl es ja schon kulturelle Unterschiede gibt: Oder wie viele Schweizerinnen, welche vor dem Abendessen mal rasch zwei grosse Bier weghauen, kennt ihr?

Das Essen nicht grad auf Gault Millau-Niveau, aber reichlich, wobei man dem Koch sicher keine Verliebtheit unterstellen konnte, was zu einer fast schon übermässigen Beanspruchung des Salzstreuers führte (aber lieber nachsalzen als entsalzen, weil das irgendwie ja gar nicht geht). Der Speisesaal mit akustischem Potential, aber genau der fast schon nervtötende Lärm kreierte eine Skilager-Atmosphäre, welche an längst vergessene Zeiten in der Lenzerheide erinnerten, als ich zusammen mit dem Mann vom schicken Möbelladen die Party des Nachbarskilagers besuchte, wir vom Lehrer dort freundlich gebeten wurden, wieder zu gehen hinausgeschmissen wurden und dafür dann am nächsten Abend sein Bier übernahmen, was ihm (und allen an unserem Tisch) unendlich peinlich war (wow, das war jetzt grad ein sehr langer Satz, danke fürs Durchhalten).

Nach dem Essen am ersten Abend konnte ich drei der neuen Freunde sogar zu einem Besuch des Spiels des EHC Arosa (also zuerst fanden sie ja die dritthöchste Schweizer Spielklasse nicht grad prickelnd, aber als ich dann mit angelesenem Fachwissen zum ehemaligen Serienmeister auftrumpfte, waren sie rasch überzeugt) gegen den EHC Basel (als die noch in der obersten Liga spielten, begleiteten wir regelmässig Ambrí nach Basel und einmal fuhr Knipser Knuser mit dem Taxi vor (es weiss bis heute niemand genau warum, aber irgendwie wurde er spätestens da zur Legende) und ein ander Mal verliess sein Vater wegen eines 0-4- Rückstandes das Spiel nach zwei Dritteln (weil er rechtzeitig für ,10 vor 10‘ zu Hause sein wollte) und verpasste die vielleicht legendärste und spektakulärste Aufholjagd ever) überreden (überreden bezieht sich immer noch auf meine Deutschen Begleiter – sorry not sorry für den Abschweifer). Wir waren etwa zur Mitte des Spiels da, Arosa führte 5-1 und es schien ein gemütlicher Abend zu werden. Nun, am Ende war es ein grosser Kampf mit ein wenig Krampf, vielen Emotionen, diversen (auch unnötigen) Strafen, Nettigkeiten zwischen Spielern, Nettigkeiten zwischen Fans, Nettigkeiten zwischen Fans und Spielern und einem sehr engagiertem Präsidenten (er kommt hier zu seinem Gastauftritt, weil er mich dann vielleicht teilt, was wichtig wäre, weil er echt was von social media versteht (ok, das war jetzt grad sehr schleimig)). Alles egal, der EHC Arosa gewann zum Schluss heroisch 6-5, die Halle kochte (eine der Deutschen war überrascht, dass es eine Halle hatte, sie erwartete tatsächlich Freiluft-Hockey in der rückständigen Schweiz) und der EHC hat jetzt drei neue Fans in Deutschland.

Gruppenskifahren war am Sonntag auf 09.15 Uhr angesagt, als ich um 08.30 zum Frühstück kam, waren alle schon fertig und als ich fragte, warum (ja genau: why the hell) man um acht frühstückt, wenn man erst um viertel nach neun bereit stehen muss, wurde mir trocken mit ‚das ist eben Deutsch‘ geantwortet. Nun, wir fuhren gemeisam mit dem Lift hoch (nein zuerst marschierten wir als 60er-Gruppe durchs Dorf und ich hoffte einfach, dass mich niemand erkannte) und dort war erst mal Einturnen angesagt (habe ich nicht mehr gemacht, seit mich mein Bruder (er damals zehn, ich sieben) in seiner korrekten sehr korrekten überkorrekten unausstehlich korrekten Art dazu genötigt hatte). Es beschlich mich die leichte Panik, dass gerade als ich mit 60 Deutschen den Hampelmann zu machen hatte, mich jemand erkennen könnte, aber zum Glück war diese unbegründet – oder wenigstens hat jemand, der mich erkannt hat, diskret und leicht beschämt weggeschaut oder es zumindest nicht in den sozialen Medien verbreitet.

Selbstbewusst schloss ich mich der Gruppe ‚schnell‘ an, welche dann aber gar nicht so schnell war, weil am ersten Tag ja zuerst einmal das Skigebiet gezeigt werden sollte. Als dann aber nach der gefühlt ersten zweiten dritten Liftfahrt bereits erste TeilnehmerInnen Druck auf der Blase verspürten, schlug ein neuer Freund (ja, Jan, auch Dir Dein Gastauftritt) die Abspaltung der Gruppe ‚Sport‘ vor, womit ich quasi zum Guide befördert wurde. Allenfalls als leichte Arroganz konnte man es dieser Gruppe Sport auslegen, dass Neuaufnahmen für den Rest der Woche nur noch nach einem streng benoteten Vorfahren möglich waren.

Nun, die Woche verging bei tollstem Wetter, leeren Pisten (die dritte Januarwoche bleibt die beste Woche des Jahres für Skiferien) und gutem Schnee wie im Fluge, alles verlief sehr geordnet und trotz den günstigen Barpreisen (die Bar auch mit akustischem Potential, vor allem fehlte aber Schantall hinter der Bar, sie gibt es halt wirklich nur im Astoria) gab es keine nennenswerten Eskalationen. Meine drei Niederlagen bei drei Spielen (im letzten Spiel hielten wir das 0-0 immerhin bis kurz vor Schluss) im Töggeliturnier verkraftete ich ohne Folgeschaden. Alle Deuschen waren sehr nett und extrem stolz drauf, dass sie mein Schweizerdeutsch so gut verstanden, wobei ich mir ja auch wirklich alle erdenkliche Mühe gab und alles in bestem Schwiizerhochdütsch (Emil hätte es nicht besser gekonnt) von mir gab. Nur am Donnerstag beim Hüttenabend (wir würden es Fondueplausch in der Tschuggenhütte nennen) mit vorgängigem Après-Ski im Kuhstall (und dort ist es wirklich bis zum ersten Bier kaum auszuhalten (mir fallen dann auch all die organisatorischen Mängel auf, welche zu unnötigen Wartezeiten führen) – nach zwei Bier kocht die Stimmung dann aber über und plötzlich haben die auch die Abläufe toll im Griff) und anschliessendem Après-Fondue in der Brüggli-Bar gab es Tendenzen von Unkontrollierheit. Auch bei mir. Weshalb ich den auf 08.50 Uhr vorverlegten Start der Gruppe Sport auch locker verpasste, mich aber blendend amüsieren konnte, dass Harald um 08.52 Uhr nachfragte, ob 08.50 Uhr noch gelten würde.

Harald war in der Gruppe Sport übrigens für die B-Note für den künstlerischen Eindruck verantwortlich, weshalb er regelmässig wie eine leichte Schneeflocke über die Piste tanzte. Und Harald (Flöckli): dies ist gerade der erste Video-Gastauftritt in der zweihundert jährigen tägigen Geschichte dieses Blogs, sei stolz drauf.

Fazit: tolle Woche zu einem für Schweizer Verhältnisse günstigen Preis, gutes Essen, lustiges Rahmenprogramm (an welchem man ja teilnehmen kann aber nicht muss), nette Teilnehmende und daher alles in allem viel Spass.

Nachteil: Beim #projekt3660 konnten keine grossen Fortschritte erzielt werden. Aber trotz beträchtlichem Rückstand auf die Marschtabelle sind Gegenwetten weiterhin herzlich willkommen.

Next stop: Untersiggenthal.

Cheers, mates.

Ein kleiner Rückblick

Genau heute vor drei Monaten landete ich auf dem Weg nach Australien in Singapur. Und naiv wie ich war, bildete ich mir ein, diese drei Monate Auszeit würden ewig dauern und nie zu Ende gehen. Nun, wie eigentlich absehbar, kam es anders. Morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens mit #backtowork und somit habe ich heute die finale Gelegenheit für einen kleinen Rückblick. Und damit ich Euch nicht jedes Mal mit einem Hinweis auf den ausführlichen Bericht nerven muss, ist immer gleich Beginn des Abschnittes der Link. Dies erleichtert auch das diagonale Lesen ganz stark.

Singapur: ich hatte mich im Marina Bay Sands eingemietet, mein Fazit: irgendwie ganz massiv überzahlt (und Food bei weitem nicht auf 5-Sterne-Niveau) aber sein Geld halt doch wert wegen diesem gigantischen Pool mit der gigantischen Aussicht. Weiter berichtenswehrtes aus Singapur: eigentlich nichts.

Darwin: Mein Timing wohl perfekt, im August ist Darwin warm aber nicht heiss und eben trocken (im Vergleich zu schwül oder regnerisch). Die Stadt besteht aus Esplanade (zum Spazieren oder Joggen (nicht persönlich getestet aber andere dabei beobachtet)), Waterfront zum Baden und Essen und Mitchell Street zum Leute treffen, Live-Musik hören und Bier trinken. Für mich war die Gemächlichkeit Darwins auch wunderbar, um herunterzufahren und mich an den Akzent der Australier zu gewöhnen.

Meine Rundreise als Altenbetreuer: Kathrine Gorge, Kakadu und Litchfield sind absolute must-sees und landschaftliche Highlights. Ich würde diese einfach nicht mehr auf einer Hotelrundreise mit primär pensionierten Mitreisenden besuchen. Wäre die Gruppe jünger, könnte man mehr zu Fuss erkunden und so noch viel mehr sehen. Und der Spassfaktor wäre mit jüngeren Teilnehmern vielleicht tendenziell ganz sicher auch höher.

Broome: Dies die einzige Station, welche eine Vorausbuchung des Tagesausfluges in die Kimberleys bedingt hätte, die waren nämlich rest- und ausnahmslos ausgebucht. Aber auch so bot Broome den wohl besten Beach, mit die beste Brauerei, das spannendste Openair-Kino (ok, ich war nur genau in diesem, aber ich masse mir das jetzt mal an) und das wohl schlechteste Hotel (ganz sicher in Bezug auf Preis/Leistung) meiner Reise. Ganz generell ist Broome teuer aber (wie ich finde) den Eintritt wert.

Exmouth: der Weg ab Broome ist runde 1300 Kilometer weit, würde ich ein nächstes Mal auf drei Tage verteilen. Nicht beinflussen konnte ich den lautesten und mühsamsten Hotelnachbar in Karratha. Exmouth selber ist süss und klein, verfügt über einen eigenen Nationalpark, tolle Exkursionen auf das Meer (Chance auf eine Sunsets-Cruise mit ganz viel Gossip…), einen schönen Strand und (ganz wichtig) zwei tolle, lokale Brauereien (etwa eine pro Tausend Einwohner).

Coral Bay: alle, die schon mal da waren, lieben dieses Dörfchen bestehend aus genau einer Strasse. Tolles Reef unmittelbar vor dem Strand, schöne Ausflugsmöglichkeiten mit der guten Chance, Manta Rays und Reef Sharks zu sehen und ganz einfach ein wunderbar ruhiger Ort.

Monkey Mia: die eigentliche Haupattraktion, nämlich die tägliche Fütterung der Delfine, fand ich sehr touristisch und die Reise nicht wert. Aber: wunderschön gelegenes Resort rsp. Camping Platz, feinsandiger Strand, gutes Essen und motivierte Mitarbeitende. Und der Weg dahin bietet schon gefühlte 27 Gründe irgendwo anzuhalten, etwas anzuschauen oder einen kleinen Walk zu machen.

Auf dem Weg nach Perth habe ich es tatsächlich geschafft, den Pink Lake (welcher auch wirklich gerade sehr pink gewesen wäre) zu verpassen. Das hat mich geärgert. Pinnacles Desert dafür aus meiner Sicht der landschaftliche Höhepunkt meiner Reise. Perth selber fand ich nicht so aufregend (ausser dass sich die Möglichkeit ergab, gewisse Reiseutensilien zu kaufen). Rottnest Island ist sicher mindestens einen Tagesausflug wert, Freemantle ebenso (dort hat es eine grosse und eine kleine Brauerei).

Einfach mal nichts tun: mein Reisetempo war ja sehr entspannt, dies liess ganz viel Zeit zum Lesen, Musik hören und vor allem zum ganz ausgiebigen Nichts-Tun. Erst nach Publikation dieses Beitrags für mich entdeckt: irgendwo sitzen und Menschen beobachten.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands: mein absoluter Lieblingsort, deshalb bin ich ganz zum Schluss meiner Reise gleich nochmal hingeflogen. Das Städtchen herzig (einmal Schwiizerhochdütsch ist auch im Rückblick zwingend), die Lagoon ‚best place to hang out’, gutes kulinarisches Angebot (keine Selbstverständlichkeit in Australien), viele Orte mit guter Live-Musik und perfekt auf Alleinreisende ausgerichtet (praktisch jedes Restaurant hat grosse Tische zum Dazusitzen). Fast schon unzählige Ausflugsmöglichkeiten auf dem Wasser, wobei ein Besuch von Whitehaven Beach wohl zwingend ist.

Fraser Island: nächster absolut zwingender Stopp bei einer Ostküstenreise, ich war zwei Tage dort, was ich als Minimum bezichnen würde. Zu meinem Glück waren auf meiner Tour zehn Frauen auf Polterwochenende (das verstehen jetzt halt die Deutschen leider nicht), so hatte ich neben landschaftlichen Schönheiten auch viel Spass. Auch der Ort, wo mich eine Deutsche Mitteisende siezte und so mein gefühltes Alter massiv erhöhte.

Noosa bietet einen tollen Strand (also sogar mehrere), einen eigenen Nationalpark ‚within walking distance’ und mediterranes Flair sowie auch eine gute Auswahl wirklich guter Restaurants. In Noosa hatte ich wohl das beste Essen meiner Reise und gleichzeitig den einzigen (kurzen) unangenehmen Moment als Alleinreisender (lustigerweise beides im gleichen Lokal).

Surfers Paradise und Byron Bay: Surfers ist nicht zwingend, es ist quasi das Mallorca der Australischen Ostküste. Sehenswert ist es trotzdem und ‚good fun for one weekend‘. Byron Bay ist dann doch schon eher ein Klassiker, wobei diese Destination schon primär aus dem wunderschönen Städtchen mit den vielen netten Cafés und Restaurants (und dem Strand mit den guten Surfmöglichkeiten) besteht, sonst ist da nicht so viel.

Ausflüge habe ich im Dutzend gemacht, Dauer von zwei Stunden bis zu sechs Tagen, den wohl absurdesten beschreibt dieser Beitrag. Tendenziell lohnt es sich, die Preise ein wenig zu vergleichen, vor allem in der Nebensaison bietet eine kurzfristige Buchung gute Chancen auf Rabatte. Und häufig ist das gebuchte Datum eher eine Indikation, bei zu wenigen Buchungen werden zwei Tage zusammengelegt, darum lohnt sich das langsame Reisen, dann verpasst man auch bei Verschiebungen nichts.

Fiji war quasi eine holiday from the holiday. Fiji ist wunderbar, sehr entspannt, bietet viele naturnahe Erlebnisse und vor allem herrlich warmes Wasser zum stundenlangen Schnorcheln. Ich würde Island Hopping empfehlen, ich hatte jeweils ein eigenes Zimmer, aber immer in Resorts, welche auch Mehrbettzimmer haben (sorgt für junge, unterhaltsame Mitreisende).

Menschen: eigentlich handelt dieser Bericht vor allem von meiner Reise nach Adelaide oder meinem Aufenthalt dort. Aber eigentlich geht es vor allem um die vielen wunderbaren Menschen, welche ich auf meiner Reise getroffen habe, hier am Beispiel der Walfamilie (welche ja regelmässige Leser schon bestens kennen).

Das Abenteuer Outback wird hier beschrieben, Abenteuer im Sinne von viel roter Erde, beindruckenden Felsformationen, grosser Hitze und vielen Fliegen. Aber auch Abenteuer im Sinne von Camping in einem Swag, gemeinsamem Kochen und viel Spass haben. Und ja irgendwie wurde ich wieder massiv älter, als mir zwei Töchter angedichtet wurden.

Von meiner Reise zurück nach Airlie Beach handelt dieser Post – eigentlich. Denn er handelt auch vom ganz grossen Zufall, dass ich in Australien insgesamt vielleicht eine Stunde TV schaute und mich dabei um ein Haar selber gesehen hätte. Und dann geht es auch noch um einen weiteren tollen Schnorchelausflug ab Airlie Beach.

Leider bereits mein letzter Ausflug, nochmals ein richtig toller, zwei Tage und zwei Nächte auf einer paradiesischen Insel. Und dann gehts noch darum, dass die Parties vor 17 Jahren irgendwie grösser waren (vielleicht nicht besser aber ganz sicher grösser).

Ums alleine reisen und was gewisse Menschen davon abhält gehts hier. Und alle, welche sich diesen Bericht antun diesem Bericht lesen, erhalten ein kostenloses Frühstück auf dem Gotthardpass (also eigentlich überall auf der Welt).

Ganz zum Schluss war ich noch zwei Tage in Sydney, als sehr typischer Tourist, welcher möglichst zügig die Hot Spots Opera House, Harbour Bridge, Watson’s Bay, Bondi Beach und Darling Harbour abgearbeitet hat. Und dann genoss ich noch mein last beer und zuletzt noch mein very last beer.

#verylastbeerwithaview

Und das wars dann auch schon. Wer genau mitgelesen hat (und Australien ein wenig kennt) wird feststellen, dass ich diverse sehenswerte Orte nicht gesehen habe. Ich habe mich bewusst für eine sehr gemächliche Gangart entschieden, so war ich nicht überall. Dort wo ich war, hatte ich aber wunderbar viel Zeit und auch die Flexibilität, etwas länger zu bleiben. Und da meine Bucket List somit auch noch nicht komplett abgearbeitet ist, kann ich ja mit gutem Gewissen meine nächste Australien-Reise planen.

So, next Stopp, Neue Aargauer Bank in Brugg.

Cheers, mates

Über Sydney und über die flying doctors oder Männergrippen

Dies wäre oder vielmehr ist dann wohl der letzte Bericht über meine Australien-Reise. Nachdem mein Hotelzimmer in Sydney über eine Personenwaage verfügt, muss ich auch zugeben, dass dies vielleicht gar nicht nur schlecht ist. Die Ausdehnung meiner erotischen Nutzfläche (Danke, Laura, dass Du mich mit diesem Begriff bekannt gemacht hast, er hat es von Null in die Top 5 meiner Lieblingsbegriffe geschafft) nimmt langsam epische Züge an. Somit ein guter Zeitpunkt, um mal wieder Diät zu halten. Aber davor noch mein Aufenthalt in Sydney. Von Airlie Beach flog ich mit Tiger Air (das ist so quasi die Easy Jet Australiens, einfach teurer) nach Sydney. Dort hatte ich für drei Nächte einen room with a view (die Waage war nicht erwähnt, allenfalls hätte ich es mir anders überlegt). Aber neben dieser Waage bekam ich wirklich eine tolle Aussicht.

Meine Pläne für die zwei vollen Tage bescheiden: ein wenig Shoppen bei Uniqlo (das trägt jetzt ja King Roger, also muss es gut sein) und Kathmandu (meine neue liebste Outdoormarke), Darling Harbour und Opernhaus (von aussen) besuchen und allenfalls den rund zwei stündigen Walk von der Watsons Bay an den Bondi Beach machen.

Geplant zusammen mit Jessi, rund 20jährige Schweizerin aus dem schönen Solothurn. Sie war eine derjenigen, welche in Airlie Beach zusammen mit mir für Sekunden auf den Tischen getanzt hatte (bevor wir ziemlich barsch der Unterlassung gemahnt wurden, nachzulesen hier). Und da sich unsere Tage in Sydney überschnitten und wir ähnliche Pläne hatten (vor allem aber, da wir beide keine Lust hatten, uns für ein paar wenige Tage nochmals neue Freunde zu suchen, in den grossen Städten ist es zwar auch nicht schwierig, aber allenfalls ein wenig schwieriger). Und als ausgebildete Kinderbetreuerin (in Deutschland heisst der genau gleiche Beruf übrigens Erzieherin (ich muss dann immer an Fräulein Rottenmeier aus Heidi denken), ob das nur eine sprachliche oder doch eher eine kulturelle Unterscheidung ist, bleibe mal dahin gestellt) ist sie doch bestens als Aufsichtsperson für mich geeignet. Und allenfalls verbloggt sie ihre Erlebnisse mit mir dann auch in einem Post, in welchem sie ihre Erfahrungen als Altenbetreuerin beschreibt. Wer sich vielleicht schon die ganze Zeit fragt, warum ich immer von Frauen begleitet werde und fast nie von Männern: Es sind praktisch nur Frauen unterwegs. Die einzigen Männer sind die Pensionierten, welche von ihren Frauen zum Reisen genötigt werden. Bei den jungen (und teilweise sehr jungen) Reisenden bekomme ich echt das Gefühl, dass die jungen Männer ihrer Karriere nachrennen und möglichst rasch ihre Ausbildungen hinter sich bringen wollen, während die Frauen ihre Sprachkenntnisse verbessern und ihren Horizont erweitern. Womit ich zum doppelten Exoten werde, denn Reisende in meinem Alter sind etwa so selten wie Männer. Lustig war noch, dass Jessi in der Millionentadt Sydney auf der Strasse drei Schweizer Kolleginnen aus der Sprachschule in Noosa (dort war ich auch, hatte aber primär über Cannes und Erinnerungen berichtet) antraf. Irgendwie bei zwei sich bewegenden Punkten ja fast nicht möglich, aber ich liebe ja solch statistische Wahnsinne (ist das die Mehrzahl von Wahnsinn?). Sprachschulen in Noosa haben teilweise fast reine Schweizer Klassen, da unsere Nation dort so übermässig vertreten sind. Mag zwar den Spassfaktor erhöhen, wird aber tendenziell die Verbesserung der Englischkenntnisse bremsen (habe ich jetzt einfach noch geschrieben, damit auch dieser Post einen added value hat, wenn es dieses Mal schon kein kostenloses Frühstück gibt).

Also, der Darling Harbour ist immer noch so schön wie 2003, mein damaliger Lieblings-Starbucks existiert nicht mehr, vielleicht wurden die Mieten sogar für den teuren Kaffeeröster zu hoch. Aber es hat Dutzende andere Restaurants, alle in Anbetracht der Lage preislich ok (vor allem während der Happy Hour und von Mittag bis acht Uhr abends hat immer irgendwer Happy Hour und diese gilt für Drinks und für Food), daher dort ein Abendessen. Ums Opernhaus die genau gleiche Szenerie, in der Opera House Bar zu meiner Freude noch mein Lieblingsbier (Gatherer) von meiner Lieblingsbrauerei (Stonewood in Byron Bay). In der Happy Hour fast schon ein Schnäppchen (umgerechnet 6 Franken für einen Pint, im Piwi in Baden bezahlt man für einen stinknormalen halben Liter Lagerbier mehr und das Piwi punktet jetzt ja nicht gerade mit schöner Einrichtung oder aufregender Aussicht), deshalb nach dem last beer with a view noch das very last beer with a view. Und anschliessend das zweite Abendessen, immer noch mit spektakulärer view.

Bei Kathmandu hatte ich ein weiteres Hoodie gekauft, bei Uniqlo primär günstige Kinderkleider für die Nichten und Neffen. Und wer jetzt denkt, dass dieser Aufenthalt so weit so langweilig ist, dann war er das eigentlich auch, aber wäre es eben doch nur gewesen (seltsamer Satz – wer es nicht verstanden hat: einfach weiterlesen). Ich habe natürlich mit dem neuen Hoodie auch noch ein Hoodie-Pic (und auch das war halt leider very last one, langsam werde ich leicht melancholisch und hoffe auf Euer Mitgefühl) gemacht, gebe aber zu, dass damit das Spannungsmoment nur unwesentlich steigt.

Aber der Aufenthalt in Sydney wurde doch noch ein wenig aufregend (ohne, dass ich auf Tischen getanzt oder im falschen Moment ein Wifi gesucht hätte wie bei der Einreise in Darwin), denn in meiner zweitletzten Nacht (nachdem ich drei Monate lang nie auch nur das geringste Wehwehchen gehabt hatte) in Australien überfiel mich sehr fieses Halsweh. Ja, und als Mann sind ja nur schon Anzeichen einer möglichen Männergrippe Signale von aktuer Todesgefahr, aber dieser Schmerz war dann verbunden mit dem Husten doch mehr als nur ein Grippchen. Trotzdem hätte ich das zu Hause heldenhaft durchgestanden (auch wenn mir meine ehemalige Lieblingsmitarbeiterin Christina stets eine leichte Wehleidigkeit unterstellt hat, sorry, Christina, genau jetzt isch dis Whatsapp cho, Du häsch Dich indirekt ufdrängt für dä Uftritt und gibs zue, wärsch enttüscht gsi, wännd nie erwähnt worde wärsch), mir graute aber vor den sehr bald anstehenden 20 Stunden Flugzeit nach Hause. Und so fragte ich im Hotel der Möglichkeit eines Arztbesuches. Und tatsächlich gibt es in Sydney flying hotel doctors, die fliegen zwar nicht, aber springen von Hotel zu Hotel. Und so hatte ich zwar keinen kulinarischen aber einen medizinischen Room Service und Medikamente wurden direkt aus dem mitgebrachten Rucksack abgegeben.

Und so brachte ich dann in leicht geschwächt aber dafür im gedopten Zustand auch noch die Wanderung an den Bondi Beach hinter mich. Geschwitzt wie noch selten (obwohl es gar nicht sooo heiss war), aber das soll ja nicht ungesund sein.

Sehr nett (und von guter Organisation und Ausbildung zeugend) dann die handgeschriebene Nachricht, welche mir das Zimmermädchen hinterliess: „Dear Thomas, I hope you feel better. I have left you some extra tea bags“. Ja, und hätte ich es fotografiert, könnte ich es hier zeigen, aber wieder einmal muss die Nacherzählung genügen, sorry not sorry.

So, und das wars dann also aus Sydney und damit auch aus Australien. Next stop und dort bleibe ich ja dann eine Weile: Untersiggenthal.

Cheers, mates.

Vom alleine Essen und von Roger und von Kinobesuchen

Wie bereits mehrfach berichtet, hält ja die Aussicht, alleine in einem Restaurant essen zu müssen, gewisse Menschen vom Reisen, ja sogar von Ausflügen ab. Diese Geschichte soll alle Mitglieder dieser Gruppe ermutigen, es mal zu versuchen.

Zuerst aber ein Abschweifer, der handelt auch vom alleine essen. Und enthält eine freie Mahlzeit auf dem Gotthard-Pass für alle Leser (also nicht etwa einen Gutschein oder so, aber eine ziemlich brauchbare Anleitung). Die Geschichte handelt von Roger Keller. Es ist wohl der Chef, dem ich am meisten zu verdanken habe (das gäbe einen eigenen Beitrag), andere würden es wohl mit ein paar Kisten Wein tun, ich mit einem Gastauftritt, um den er fast schon flehentlich gebettelt hat (und Roger, falls Christiane (Paar-Gastauftritt) die Geschichte noch nicht kennt: Jetzt wäre ein guter Moment, sie mal zu erzählen). Die Geschichte geht so: Roger lud einmal alle seine Direktunterstellten zu einer Wanderung auf den Gotthardpass ein (also eigentlich zwang er uns). Das Bild stammt von meinem Instagram-Profil, einfach falls jemand noch nicht weiss, dass ich auf Instagram bin:

Die Einladung von Roger grosszügig, denn in Andermatt (von Andermatt handelt übrigens einer meiner ersten Blogposts (ja genau der, in dem ich ganz nah am Olympiasieg Olympiasieger in der Herrenabfahrt dran war und Reto (der einfach nie ins Bett wollte) und Lars (der hätte bei einer Tanzeinlage noch fast einen Unfall gehabt) hatten tragende Nebenrollen)) stellte sich Roger im Coop an die Kasse und wir durften uns alle unseren Proviant (ein sogenannter Zwipf (militärische Kurzform von Zwischenverpflegung) in Rogers Sprache) zusammenstellen. Der Unverschämteste (nicht ich) deckte sich gleich noch mit einer Kurpackung der teuren Gilette-Rasierklingen ein. Nun, die Wanderung war für die einen wunderschön, für andere eher anstrengend, mir mich beides. Oben angekommen bezogen wir die schönen Zimmer im Hospiz und dann gab es wohlverdient was zu Essen und ein paar Bier oder Gläser Wein. Um Mitternacht wollte die Wirtin schliessen, unter grossen persönlichen Einsatz erkämpfte Roger fünf weitere Runden für seine festfreudigen Mitarbeitenden, die zweitletzte durch Androhung des Anstimmens von „einer geht noch, einer geht noch rein“, die allerletzte durch tatsächliches Absingen dieses Partykrachers (so zumindest meine Erinnerung).

Aber eigentlich handelt die Geschichte ja vom alleine Essen und ihr alle wollt ja vor allem kostenlos speisen auf dem Gotthard. Und das war so: Alle sassen beim Frühstück, nur Roger fehlte. Als die Abfahrt des Buses nur noch 20 Minuten entfernt war, versuchten wir in grösser werdender Panik, Roger zu erreichen. Als er endlich den Anruf entgegennahm, fragte er sogleich leicht genervt: „wo sind ihr?“. Auch Roger war beim Frühstück (allein oder einfach mit sich selber) und fragte sich, wo wir waren. Er war über die Strasse ins Selbstbedienungsrestaurant gegangen, hatte sich reichlich mit Kaffee, Obst, Müesli, Käse, Wurstwaren und Brot mit Butter (und sicher auch noch Honig und Konfitüre, womöglich hat er noch nach seiner persönlichen Lieblingssorte gefragt) eingedeckt und die Kasse selbstbewusst mit „bin Hotelgast“ passiert. Und das wäre jetzt die Anleitung zur Gratisverpflegung gewesen: Einfach selbstbewusst (am besten hart an der Grenze zur Arroganz) an der Kasse vorbeischreiten und mit Bestimmtheit etwas halbwegs plausibles sagen, Variationen könnten sein: „gehöre zur Bustour“, „bitte auf Rechnung Meier“ oder „Skiclub Gontenschwil“ – die gewagteste Variante (hier für den Gastauftritt von Pippo und Lukas (er der mutigste Lernende, dem ich je begegnet bin)) wäre sicher #TeamSchletzBier. Und so was funktioniert alleine tendenziell besser als in der Gruppe.

Damit haben wir diesen Abschweifer endlich hinter uns. Er leitet mich aber zu einem zweiten, sehr kurzen (versproche, im Fall). Rogers Auftritt erinnert ja stark an Leonardo di Caprio und seine Rolle in Catch me if you can. Über Leo (für Freunde) habe ich bereits In meinem Beitrag über Broome geschrieben. Catch me if you can sah ich 2003 in Sydney, an einem regnerischen Nachmittag in einem fast leeren Kino. Und weil mir der Film so gut gefiel und ich fand, dass man bei einer zweiten Betrachtung sicher weitere amüsante Details entdecken würde (und vor allem auch, weil es immer noch regnete), war Vorstellungsende plus zehn Minuten für mich auch grad nochmals Vorstellungsbeginn. Habe ich vorher nie gemacht, habe ich danach nie mehr gemacht. Aber genau darum ist Reisen so wunderbar, weil man (leicht absurde) Dinge tun kann, die man sonst nie tut (und wenn man alleine reist, muss man sich nicht mal rechtfertigen).

So, aber jetzt genug der Abschweifer, jetzt gehts ums alleine Essen: Am Abend nach der nicht ganz so wilden Return-Party (nachzulesen hier) sass ich gemütlich in der Breeze Bar in Airlie Beach. Natürlich alleine, also mit meinem I-Pad, auf dem ich ein Buch las. Und obwohl es gar nicht so war, können wir uns ja vorstellen, dass sowohl die Pärchen an den Nebentischen wie auch die grosse Männergruppe am grossen Tisch immer wieder mitleidig zu mir schauten. Allenfalls machten sie noch Aussagen wie „poor guy“, „lonely“, „lonesome“ oder „no wonder he has no friends, just look at him“. Vielleicht lachten sie dazu und zeigten mit dem Finger auf mich und vielleicht fragte mich noch einer direkt „why are you alone?“. Machten sie alles nicht, in Airlie Beach sind viele Alleinreisende unterwegs und alle Restaurants haben grosse Tische und man kann sich überall dazusetzen (also vielleicht nicht grad bei den Frischverliebten, welche die Finger keine Sekunde von einander lassen können, aber bei allen anderen schon).

Aber stellen wir uns vor, es wäre so gewesen oder zumindest gefühlt so gewesen. Denn genau in jenem Moment als ich mich unter meinem Tisch vergraben wollte, erschien Esther, regelmässige Leser kennen sie schon als weiblichen Teil aus dem Schweizerischen-Holländischen Doppel von der Return-Party. Und ab hier hat es sich zu 100 % genau so zugetragen (ich schwörs, im Fall). Nun, Esther ist so die Person, die tendenziell auffällt, ein Bild mag es schon zum Teil erklären:

Wer mehr von ihr sehen möchte, der folge ihr auf Instagram, wenig überraschend hat sie ein leicht besseres Likes/Follower-Verhältnis als ich. Aber auch sie hat ihre bad-hair-moments, zum Beispiel, wenn sie grad aus einem Flugzeug springt (Foto offiziell autorisiert von der Protagonistin):

Nun hat sie auch einen Gang, der gewisse Männerköpfe (und auch die der Frauen) drehen lässt, vor allem aber ist sie tendenziell manchman eher wahnsinnig laut und extrovertiert im Vergleich zu anderen Menschen. Und sie lacht immer. Und so rief schrie sie meinen Namen durch die ganze Bar und da ich in mein Buch vertieft war sogar mehr als einmal und darum schauten auch all die Pärchen (sogar die Frischverliebten) auf. Zweite auffällige Eigenschaft an Esther ist, dass Begrüssung ohne Umarmung nicht geht, so richtig fest mit drücken und auf den Rücken klopfen, dazu laut lachen. Erste neidische Blicke von der grossen Männergruppe trafen mich, erste giftige Blicke des weiblichen Teils der Frischverliebten trafen Esther. In diesem Moment wurde mein Essen serviert, was Esther mit ‚oh, I have already had my dinner, so I cannot join you‘. Leichte Schadenfreude vom Männertisch, gewisse Erleichterung bei der Frischverliebten. Aber ohne Aufforderung meinerseits fuhr Esther fort mit „but you know what, I will just join you for a drink“ und führte damit zu einer leichten Gesichtsentgleisung bei der Frischverliebten, weil ihr Frischverliebter darob erfreut zu sein schien. Hart an der Grenze von Selbstbewusstsein zu Arroganz (habe trainiert für den Gotthard) antwortete ich „well, you know, I actually would have preferred to keep going with my book (kurzes Aufflackern von Hoffnung am Nebentisch) – but if you do not have any other plans, why not?“

Und so setzte sich Esther nieder, erzählte lustige Geschichten (laut und extrovertiert mit vielen Lachern). Zwischenzeitlich verliess sie mich mal kurz wortlos (kurze Hoffnung oder Schadenfreude an den Nebentischen), aber nur um eine zu rauchen (und das ist in Australien schon so was von rebellisch, die Raucher müssen sich ihre Zonen richtiggehend suchen). Sie kam wieder. Als ich fertig gespiesen und wir beide fertig getrunken hatten, forderte sie mich auf (wieder nahe 100 Dezibel), noch in ein anderes Lokal auf ein Bier zu kommen. Und so verliessen wir den Tatort (ganz kurz: der letzte Schweizer Tatort war ja so was von unterirdisch schlecht, ich fühle mich fast genötigt, mich bei allen Deutschen und Österreichern dafür zu entschuldigen) gemeinsam. Ich spürte die Blicke in unseren Rücken (schaute aber nicht zurück) und als wäre mein Triumpf nicht schon umfassend genug gewesen, fragte ich Esther (ja und genau da könnte man mal auf die Schnauze fliegen, weil man übertreibt), ob sie sich nicht bei mir einhängen wolle, was sie mit lautem Lachen freudig tat.

Und was Lernen wir draus: Alleine Essen kann gratis sein, alleine Essen muss überhaupt nicht einsam sein, falls man mit einem Auftritt Esthers rechnet, empfiehlt sich allenfalls ein Pamir und zum Glück bekommt der Tatort ein neues Schweizer Ermittlerduo.

Next Stop: immer noch Sydney.

Cheers, mates.

Vom Aufräumen und Abschweifen – also eigentlich wieder mal über Airlie Beach – und über den Kronzeugen

Ich muss zuerst ein wenig Aufräumen (weiter unten räumt dann noch jemand auf) respektive zum allerersten Mal in der 100-jährigen tägigen Geschichte dieses Blogs offiziell eine Falschaussage korrigieren. Alle, die gerade um Ihre Gastauftritte fürchten: Nein, keine Angst, Claudio Beffa, ich finde Mooris weiterhin einen stylishen Möbelladen und nein, liebe Walfamilie, ihr bleibt meine liebste Walfamilie. Nein, es geht darum, dass ich ja darüber berichtet habe, dass wir den Quarterpounder nicht kennen, da wir diesen ja Royal with Cheese nennen würden. Natürlich nennen wir ihn nicht so, in Pulp Fiction (der Film, den ich nicht verstehe – aber Töbi hat versprochen, ihn mir nach meiner Rückkehr zu erklären und seine Frau Claudia ist jetzt sicher wahnsinnig stolz, dass ihr Tobiässli hier im Internet so prominent erwähnt wird und sie gleich noch dazu) wird nur erzählt, dass er in Paris „Royale with Cheese“ (und weil es in Paris ist, schreibe ich anstelle von Royal Royale) heisst. Bei uns wird er vermarktet als „Cheeseburger Royal“. Ich finde es bemerkenswert, dass nur bei uns der Burger im Namen erwähnt wird, wahrscheinlich unterstellt McDonalds uns damit, dass wir ohne explizite Erwähnung eine Pizza oder einen Auflauf erwarten würden. Ich entschuldige mich auf jeden Fall in aller Form für diesen gravierenden Faux Pax.

So, haben wir das also hinter uns gebracht. Zu berichten habe ich noch von meinem letzten (und zwar leider wirklich last und nicht latest) Ausflug. Die Whitsunday Islands kann man ab Airlie wohl auf drei Arten erkunden. Mit Tagesausflügen, welche aber ziemlich viel schnelle und laute Fahrt enthalten, wenn man Whitehaven Beach besuchen will. Oder ein Zweitagesausflug mit Uebernachtung auf einem Boot (irgendwie ein wenig Abenteuer, ein wenig romantisch (je nach Anbieter auch ziemlich partylastig), aber halt mässig komfortabel – hatte ich bei meinem letzten Besuch gemacht und hier darüber berichtet). Oder man kann auch einen Mehrtagesausflug machen, bei welchen man die Tage zwar auf See verbringt, in der Nacht aber in einem Resort auf einer Insel untergebracht ist. Diese Option wählte ich dieses Mal, wiederum in der für mich stimmigen Version mit meinem Einzelzimmer (und es war ein richtig geiles, eigentlich war es eher eine Beach Villa) in einem Resort, welches aber vor allem Backpackers in Dorms beherbergt. Und trotzdem war ich nicht der älteste Teilnehmer, war auch mal wieder schön.

Wir waren bestellt auf 14.00 Uhr, das Boot sollte um 14.30 Uhr loslegen. Als vorbildlicher Schweizer war ich natürlich kurz vor halb zwei da, ich war zu meiner Beruhigung aber nicht mal der Erste. Insgesamt hatten sich um 14.00 Uhr rund 30 Leute eingefunden. Nur einfach niemand, um uns abzuholen. Kurz vor 14.30 Uhr erschien unser Guide dann doch noch, eine Begründung oder gar Entschuldigung für die Verspätung fand er nicht so wichtig. Es war ein schlechter Start und leider sollte das Schema ‚Gäste da – Crew noch nicht‘ so etwas wie der rote Faden oder Running Gag der Tour werden. Und alle die schon mal mit mir zusammengearbeitet haben, wissen, dass ich bei Unpünktlichkeit tendenziell spassreduziert bin.

Wir wurden überschifft auf Paradise Cove, eine kleine Insel mit tollem Resort. Dort konnten wir uns eher aktiv (so seltsame Dinge wie Kanufahren) oder passiv (so wunderbares Zeugs wie in der Hängematte hängen) beschäftigen, was wir auch ausgiebig taten. Nachtessen gut (aber doch recht Convenience-lastig), anschliessend wurde das Campfire gezündet und man konnte Marshmallows (bitte nicht versehentlich Marshmello übers Feuer halten) darüber grillen. Und da dieser Ort als „best place to have a glass of wine“ einzustufen ist (und ich habe da jetzt ein wenig Expertise), wurde es zwar überhaupt keine wilde Partynacht aber trotzdem ein „quite remarkable evening“. Am nächsten Tag dann der Hauptausflug zum Whitehaven Beach. Nun war es insgesamt schon mein dritter Besuch da, aber man könnte auch 10 Mal gehen, der Ausblick ist jedes Mal wieder fantastisch und infolge von Ebbe und Flut auch jedes Mal ein wenig anders. Und natürlich gab es auch eine Gelegenheit für ein Hoodie-Pic.

Auf der Rückfahrt dann leider Regen, starker Wind und recht hoher Wellengang, so dass wir immer wieder nassgespritzt wurden. Und so entstehen dann so lustige Instagram-Stories wie „come to Australia they said – it will be fun they said – it will always be sunny and warm they said“ (ja, wäre als Original sicher noch viel lustiger gewesen, aber habe leider vergessen, einen Screen Shot zu machen, weshalb hier die Nacherzählung reichen muss). Auf dieser Rückfahrt noch ein wenig Schnorcheln am besten Spot meiner Reise (und leider entfällt hier das „bisher“, denn leider ist das Schnorcheln in Australien nun Geschichte – also für mich, ich gehe schon davon aus, dass diese Ausflüge weiterhin angeboten werden). Wirklich unzählige Fische in fast unzähligen Arten und unterschiedlichsten Grössen. Und mittlerweile hat das Wasser auch eine Temperatur erreicht, welche sogar Menschen mit Kaltwasserphobie nicht mehr vom Reinspringen abhält. Am Abend dann nochmals die gleiche Routine, also Wein am Campfire, beim zweiten Mal zwar immer noch super aber das Überraschungsmoment fehlt halt ein wenig (ist wie bei Filmen, die zweite Ausgabe ist nie besser als die Erste. Wobei es katastrophale Ausreisser nach unten gibt wie „dumb an dumber“ aber auch löbliche Ausnahme wie „Terminator“, wo Nummer zwei massiv besser war als die schon sehr gute Erstausgabe). Am nächsten Morgen ein wirklich letztes Mal Schnorcheln (gut aber halt nicht so überragend wie am Vortag aber niemals so stark abfallend wie „dumb and dumber“) und dann war die Sause auch schon wieder zu Ende.

Am Abend war noch die grosse grossartige gross angekündigte Return-Party angesagt. Nun, diese Parties haben im Vergleich zu 2003 massiv abgegeben. Ein Teil der Gruppe war schon weitergereist, andere hatten schlicht keine Lust. Eine Kanadierin war wahnsinnig enttäuscht, da der Guide sich um eine Stunde verspätete (ich war irgendwie nicht so überrascht) und ihr Interesse auch nicht erwiderte (auch das war mit etwas Lebenserfahrung eigentlich recht absehbar). Ein Engländer verschwand bald mit einer Engländerin (sie wollten den Brexit wohl ungestört diskutieren). Und so war unsere Gruppe recht früh auf ein gemischtes Schweizerisch-Holländisches Doppel reduziert, welches dann mit anderen Restgruppen fusionierte und doch noch einen sauglatten Abend hatte.

Damit endet heute meine short holiday from the long holiday. Und genau hier kommt nun Morena zu ihrem lange ersehnten und erkämpften Gastauftritt (Dein Feedback – war fast schon ein Coaching hart an der Grenze zum Todescoaching – betreffend Länge und Häufigkeit meiner Abschweifer habe ich mir sehr zu Herzen genommen und diese stark reduziert, leider wirst jetzt genau Du zum Hauptabschweifer). Morena hat eine sehr eigene Definition von holiday oder Ferien wie wir das nennen. So fuhr sie einmal (nach gängiger Sprachregelung) in die Skiferien, nach ihrer Definition waren das aber nur Skitage, da weniger als eine Woche. Es war aber auch kein verlängertes Wochenende, denn das müsste gemäss ihr an einem Freitag beginnen und dann am Montag oder Dienstag enden, was es aber nicht tat, denn sie fuhren ja erst am Samstag. Darum Skitage. Wenn ich „sie“ schreibe, dann beinhaltet das unter anderem Morenas Mann Franco. Von dem erzählte sie mir, er sei 1978 geboren und in Wettingen aufgewachsen. Nun kannte ich ihn aber nicht und ich kannte auch niemanden, der ihn als Kind oder Jugendlichen gekannt hätte oder nur schon jemanden gekannt hätte, der jemanden gekannt hätte, der ihn allenfalls hätte kennen können. Somit kam ich irgendwann zur festen Überzeugung, diese Legende sei im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes (Franco = Italien = Sizilien = Mafia = der musste Kronzeuge gewesen sein (und der erste Mensch, der es zu einem Gastauftritt im Titel schafft)) entstanden. Aber so war es nicht. Denn tatsächlich fand Morena beim Aufräumen (und hier schliesst sich jetzt der Kreis, kurzer Szenenapplaus für den Autor) den Juniorenkalender des FC Wettingen selig in der Ausgabe von 1990. Und tatsächlich hatten Franco und ich eine Saison in der gleichen Mannschaft gespielt. Wobei gespielt eher übertrieben wäre, denn er hat meist gespielt und ich war maximal Ersatzspieler (ich positionierte mich konsequent als Edelreservist oder Joker). Und Morena: Falls Du das Bild noch hast, poste es doch. Ich kann nicht nur über andere sondern auch über mich selber herzhaft lachen. Und Morena: Wie würdest 90 Tage Ferien am Stück nennen? Und Morena: Wir wollten seit über einen Jahr mal zusammen lunchen gehen (diese letzten drei Einschübe wirklich nur, um diesen Abschweifer zum längsten ever zu machen).

So, das wars nun mit Australien. All good things come to an end, das wusste schon Nelly Furtado. Wobei noch nicht ganz: next und very last stop: Sydney.

Cheers, mates.

Wie ich beinahe zum TV-Star wurde, über Emil und über die lustigste Autofahrt meines Lebens

Kurz zurück zum Preisausschreiben aus dem Beitrag über kurze Nächte (und wer jetzt auf diesen Link geklickt hat, hat eine klar unterdurchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne). Gewonnen mit der schnellsten aller richtigen Einsendungen hat Marco Ferrara (der sieht nicht nur seriös aus, der ist es auch, begnadeter Fussballer war er ebenfalls, darum auch er mit dem heiss begehrten Profil auf Transfermarkt.de). Er gewinnt damit neben diesem Gastauftritt ein Mittagessen auf meine Kosten, nur halt leider ganz ohne Begleitung und nur mit sich alleine.

Eigentlich war die Reise von Adelaide nach Alice Springs ja schon zu Ende erzählt. Nicht erwähnt hatte ich dabei, dass am Uluru ein TV-Team ein wenig filmte und in unserer Nähe Aufnahmen des Sundowners machte. Es war mir als nicht genügend wichtig erschienen, obwohl es durchaus lustig war, denn wir waren nahe dran, mittels Photobombing ein wenig zu stören oder zumindest Spass zu haben. Es wäre wichtig gewesen, wie sich gleich zeigen wird (hervorragender Spannungsbogen, ich feiere mich gerade überkopfklatschend dafür). Zuerst aber mal noch ein Bild (WordPress nimmt immer das erste Bild als Titelbild und das nächste ist nicht schön genug dafür):

Ich flog also von Alice Springs nach Brisbane, dort hatte ich eine Nacht Aufenthalt, bevor ich dann weiterfliegen sollte nach Airlie Beach. Einquartiert hatte ich mich in einem der Flughafenhotels, einzige Auswahlkriterien waren Pool und Gym gewesen, da sich die Flughafenumgebung nicht so recht für Spaziergänge aufdrängte. Also überbrückte ich die Zeit zwischen Aufwachen und Weiterflug auf dem Laufband im Gym, sogar richtig ausgerüstet mit meinem zweiten Paar Sneakers (sollte je jemand nach Australien verreisen: ein Paar genügt vollauf, man trägt sowieso immer Flip Flops – und da Australien kein Drittweltland ist, könnte man im Notfall auch noch welche kaufen), denn ich wollte ja verhindern, wie damals in Andermatt des Fitnessraums verwiesen zu werden. Und als ich da recht gemütlich auf diesem Laufband spazierte (einfach falls jemand gedacht haben sollte, ich wäre gejoggt), da wurde im TV ein Bericht über Uluru gezeigt….und irgendwie ahnte ich, dass es der Bericht sein musste, der unmittelbar neben uns gedreht worden war. Und darum filmte ich also diesen TV-Bericht (und dabei fühlte ich mich wie ein Idiot, aber schliesslich musste ich ja den potentiellen Start meiner grossen TV-Karriere in Australien festhalten). Nun, ich war nicht zu sehen (wenn die gewusst hätten, welch grossartige Nachwuchshoffnung ich hätte werden können…), aber unser legendärer Guide Dan (Diesel Dan für Freunde) sowie meine zwei Töchter aus der letzten Folge waren klar zu erkennen.

Am Nachmittag flog ich dann nach Proserpine, wo ich dieses Mal ohne Komplikationen einen Shuttle nach Airlie fand, beim letzten Mal war dies wie beschrieben nur bedingt der Fall gewesen. Ja, genau, ich bin spontan nochmals nach Airlie geflogen für meine letzte Woche. Airlie gefällt mir wahnsinnig gut und wenn man sich gerne am, auf dem oder im Wasser aufhält, gibt es fast keine bessere Destination für eine short holiday from the long holiday.

Spontan buchte ich für den Sonntag einen Schnorchelausflug zum Outer Reef. Eigentlich nicht der Typ Ausflug, der mir sonderlich gefällt: ein grosses Boot mit sehr vielen (und lauten) Menschen drauf wird mittels 4-stündiger Fahrt (diese wird dann für recht aufdringliches Cross Selling verwendet, aber nein, ich wollte trotzdem keine Unterwasserkamera für 68 Australische Dollar mieten – gibt es eigentlich Cross Selling für Mietwaren oder wäre das dann eher Cross Renting?) zu einer Plattform gebracht. Dort kann man sich vier Stunden selber bespassen, also primär Schnorcheln oder Tauchen oder auch einfach in der Sonne liegen (aber das könnte man in Airlie selber ja schöner und günstiger), dazwischen gibt es noch etwas Kalorien (viel mehr war es leider nicht), um neue Energie zum Schnorcheln zu tanken. Aber ja, das Reef ist sehr schön und die Anzahl und Vielfalt der farbenfrohen Fische faszinierend und eine Meeresschildkröte sah ich aus vielleicht drei Metern – insofern den Eintritt allemal wert. Und vor allem fand ich auf der Rückfahrt (wieder vier Stunden, jetzt konnte man Fotos bestellen) auch wieder neue Freunde (und sogar noch eine alte Bekannte, nämlich die Spanierin, welche ich zu Beginn meiner Reise in Exmouth und im September in Airlie und somit jeden Monat mindestens einmal getroffen habe), so dass sich weiterhin niemand Sorgen machen muss, ich würde hier in Australien doch noch einsam werden. Mit diesen neuen Freunden überbrückte ich mit Essen, Trinken und Live-Musik (und für ein paar wenige Sekunden tanzten wir sogar noch auf den Tischen, wurden dann aber recht zügig zurecht gewiesen) die Zeit bis zur Schlafenszeit.

Und als diese Schlafenszeit schon lange überfällig war, assen wir noch bei McDonalds (und das habe ich wohl fast 10 Jahre nicht mehr gemacht: so nach einem lustigen Abend noch so richtig fett einen fetten Quarterpounder (kann man bei uns ja auch nicht, weil wir nennen ihn ja Royal with Cheese) geniessen essen verspeisen verschlingen. Und als ich dann wirklich müde war, kam mir in den Sinn, dass ja die Wahlresulate (hat nichts mit Walen zu tun, sorry liebe Walfamilie) aus der Schweiz vorliegen müssten. Und es war sogar schon so spät, dass gerade zur Elefantenrunde (und die hat auch nichts mit den Tieren in Afrika zu tun) geladen wurde. Und als dann da Albert Rösti (eigentlich finde ihn ja noch einen ganz gmögigen Kerli, seine Ansichten und Argumente erscheinen mir manchmal einfach ein wenig abstrus) die Niederlage seiner Sonnenscheinpartei als etwas reduzierten aber immer noch grossartigen Sieg zu verkaufen versuchte, musste ich (ehrlich gesagt mit kleiner Schadenfreude) an Emil als Wahlverlierer denken. Für mich in etwa das Beste, was die Schweizer Kleinkunstszene (für die jüngeren LeserInnen: heute heisst das eher (stand up) Comedian) herausgebracht hat, so in einer Liga mit Ces Kaiser, der als Kunz aus Bünzen (oder war es doch Boswil?) telefoniert. Weniger bekannt dafür umso lustiger (man könnte es legendär oder gar epic nennen) ist Dr schnäuscht Wäg nach Worb von Ernst Mischler. Diese grossartige Nummer habe ich wohl zum letzten Mal auf einer der vielen langen Rückfahrten aus Ambri gehört zusammen mit Claudio Beffa (ja genau, wieder der vom schicken Möbelladen). Die grosse Heiterkeit tröstete uns damals sogar ein wenig darüber hinweg, dass keiner ein Schoggelädli mitgebracht hatte. Die wirklich beste Rückfahrt war aber die, als man beim staatlichen Rundfunksender (so quasi der ältere Bruder des Schweizer Farbfernsehens) anrufen konnte, das Thema war relativ weit umschrieben mit ‚Essen‘. Der erste Anrufer hatte sich ein tolles Mahl gegönnt, da er gerade aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen worden war, so weit so tragischkomisch. Nummer zwei gönnte sich ebenfalls ein tolles und sogar opulentes Mahl, weil es ihr letztes werden sollte, da ihr zwei Tage später ein Magenband installiert wurde. Wir waren aufgrund der Ausführlichkeit der Umschreibungen schon sehr nahe dran an der Realsatire. Nummer drei war sturzbetrunken und hatte gerade ein tolles Fondue gegessen, zubereitet aber nicht von seiner Frau (die kann das nämlich nicht, zumindest damals nicht, vielleicht hat sie zwischenzeitlich ja Fortschritte gemacht), sondern von einer thailändischen Freundin. Ja, wir mussten einfach hoffen, dass seine Frau nicht mithörte, denn es war recht klar, dass er nicht nur das Fondue genossen hatte. Nummer vier war dann irgendwie noch der ultimative Höhepunkt, aber den habe ich leider vergessen (Beffa, falls Du Dich erinnern kannst, würde ich es das nächste Mal noch ergänzen – so, und das ist jetzt ein sehr geiler Cliffhanger). Und ich bewundere die Moderatorin immer noch, denn die konnte tatsächlich ernst bleiben. Und noch ein kleiner Tip für alle (gratis und inbegriffen): nie betrunken beim Radio anrufen.

Aber eigentlich war ich ja bei Albert Rösti (sorry, not sorry für den sehr ausführlichen Abschweifer, aber er war mir den Umweg wert). Seine Niederlage relativierte sich ein wenig, als dann Martin Landolt von der BDP ins Bild kam. Sollte je in einem Film die Rolle des geschlagenen Hundes zu besetzen sein, dann würde er wohl das Casting locker gewinnen. Ja, und irgendwie tat er mir nicht nur ein wenig sondern sogar richtig fest leid. Teil seines Schmerzes war ja der Verlust des Aargauer BDP-Sitzes, welchen sich Lilian Studer geschnappt hat. Über ihre Wahl habe ich mich trotz des BDP-Schmerzes sehr gefreut (die 1977 geborenen Wettinger verdienen endlich mal eine Vertretung, wir sind jetzt schon 42 und Wettingen ist das grösste Dorf des Landes) und darum kommt sie hier zu einem wohlverdienten Gastauftritt (und ich finde ja vor allem auch, dass meinen Blog mal so wenig Prominenz gut ansteht, auf die Dauer wird sogar der lustigste Möbelhändler langweilig).

So, nächste Station – immer noch Airlie Beach.

Cheers, mates.

Über Fiji, Fiji Time und Wilson selig

Fiji (die zweite Schreibweise Fidschi hört sich zwar ganz wahnsinnig stark nach Schwiizerhochdütsch an, ist aber nicht minder korrekt als die erste) ist bei uns wohl unter anderem bekannt wegen Fiji Water. Dieses wird ähnlich gehyped wie Voss Water, einen gesundheitlichen Nutzen können wohl beide nicht nachweisen und gerade in der Schweiz ist der Konsum von Flaschenwasser, herangeschifft vom anderen Ende der Welt, wohl doch eher fragwürdig fragwürdig nicht erklärbar eigentlich unentschuldbar. Etwas weniger bekannt ist, dass Fiji eine der grossen Rugby-Nationen dieser Welt ist und vor allem im 7-er Rugby fast schon dominiert. So wurde Fiji 2016 sogar Olympiasieger und damit zum ersten pazifischen Inselstadt mit einer olympischen Goldmedaille. Die Leute aus Fiji (heissen die wohl Fijianer?) waren darob so aus dem Häuschen, dass seither im Land eine 7-Dollar-Note zirkuliert. Fiji hat übrigens nichts mit Fuji zu tun (der eigentlich Ralph heisst, aber so nennt ihn niemand). Aber er verdient seinen Gastauftritt als grosser Fan meiner Beachwalk-Videos (er produziert mittlerweile schon Imitate, muss aber noch an der Verhinderung des Schattenwurfs arbeiten).

Mein Entschluss für meine kleine holiday from the holiday entstand relativ spontan, dabei standen drei Reisevarianten zur Auswahl: Flug nach Nadi mit Unterkunft in einem Resort und der Zubuchung von Tagesausflügen wurde rasch verworfen, da Nadi an sich nicht gerade überragend schön ist und man bei Tagesausflügen viel Zeit mit Warten am Hafen verliert. Variante 2 wäre der Kauf eines Bula Pass (Quasi das GA für den Schiffsverkehr zwischen den kleinen Inseln) mit spontaner Buchung von Unterkünften gewesen. Birgt aber die Gefahr, dass gewisse Inseln dann halt schon ausgebucht sind und hätte auch ein wenig vorgängige Auseinandersetzung mit der Reise benötigt. Variante 3 ist die Buchung einer Pauschalreise, sprich man hat alle Transporte, Unterkünfte und Verpflegungen sowie zum Teil auch Aktivitäten im Voraus gebucht und lehnt sich entspannt zurück. Gebucht habe ich bei Jemma bei Peter Pans in Airlie Beach. Sie hatte recht rasch mein Bedürfnis erkannt: ein eigenes Zimmer (mit eigenem Bad) in einem Resort, das daneben auch über Mehrbettzimmer verfügt. Denn wenn es nur Doppelzimmer gibt, dann werde ich entweder zum Honeymoon-Zuschauer oder zum Altenbetreuer, wie beschrieben in meinem Beitrag über Darwin. Und aus dem „dorm with shared facilities“-Alter bin ich irgendwie hinausgewachsen. Faszinierend an Jemma fand ich aber vor allem, wie sie telefonisch mit einer Person auf Fiji meine Unterkünfte zusammenstellte (das läuft noch recht analog), mir dazu einen Flug buchte (das dann schon online), ihre zwei jungen (und nicht gerade übermotivierten) „holiday workers“ instruierte (wieder analog) und mit einem geduldigen Lächeln auch noch einer Nicht-Kundin den Wunsch nach einer wunderschönen gelben Peter Pans-Stofftüte erfüllte. Meine Bestätigung erhielt ich dann via e-mail mit der Aufforderung, diese doch am Standort Noosa (da ich schon weitergereist war, auch darüber kann man lesen, nämlich hier) bei einer Kollegin ausdrucken zu lassen. So aus Verkäufer-Optik mässig attraktiv, den Verkauf eines Dritten administrativ abzuschliessen. Aber auch hier wurde ich von Hanna positiv überrascht, sie erklärte mir alles noch einmal ganz geduldig und dies obwohl ich vor der offiziellen Öffnungszeit dafür aber schön nassgeschwitzt von meinem ausgedehnten morning walk eintraf. Und als sie meine Nationalität sah, hatte sie sogar noch den umwerfenden Charme zu sagen, ich würde aber ganz wunderbar englisch sprechen und man höre gar keinen Akzent. Ihr merkts, ich bin ein bisschen Fan von Peter Pans geworden und habe darum auch schon eine Weiterempfehlung ausgesprochen gegenüber Marc Sarasin (vielleicht solltest Du dich wieder mal um deinen Auftritt in den sozialen Medien kümmern, auf Xing findet man Dich als Mitarbeitenden der AKB, ich wusste nicht mal, dass Du mal dort warst, aber wenn Du es wirklich mal warst, dann muss das lange her sein). Das war jetzt nur eine kleine Überleitung, um kurz zum legendären Ausflug in den Europa-Park mit Marc abzuschweifen. Das muss 2001 gewesen sein und die Credit Suisse hatte rasch für ein Wochenende den ganzen Park für das damals noch herzlich geschätzte Personal gemietet. So richtig mit Abendunterhaltung, DJ Bobo trat sogar noch auf. Und alle waren ganz aus dem Häuschen und kriegten sich fast nicht mehr ein oder kurz zusammengefasst: Mann, waren das noch Zeiten. Wenn ich mich richtig erinnere, war Markus Grimm (der hat gar keinen Auftritt auf Social Media, der braucht das offenbar nicht) auch am Start. Und Markus, falls Du dies liest, wollte ich nachfragen, ob das traditionelle Weihnachtsessen eigentlich wieder stattfindet?

So, aber eigentlich wollte ich ja von Fiji erzählen. Hingeflogen ab Brisbane, mit dem Nachtflug, welcher um 00.30 abfliegt und am Morgen um 05.00 in Nadi landet. Man verliert keinen Reisetag und spart erst noch eine Nacht. So die Theorie. Der Flug hatte leider mehr als zwei Stunden Verspätung und so eine Nacht auf einem Flughafen mit ausschliesslich geschlossenen Läden und Restaurants bei sich zu Ende neigenden Akkus aller elektronischer Geräte (das war das wahre Drama) ist dann doch nicht so geil. Egal, kurz vor 08.00 landeten wir auf Fiji. Dort erhielt ich dann für jeden Transport, jede Mahlzeit, jede Übernachtung und jede Aktivität tatsächlichen einen papiereren Voucher in die Hand gedrückt. Ja, Fiji ist noch sehr traditionell oder eben anlog. Aber obwohl alles immer ein wenig chaotisch und unorganisiert wirkt (so auf Zuruf) hat immer alles ausnahmslos geklappt und obwohl immer auf die Fiji-Time verwiesen wird (in der Schweiz würde man sagen: chumi hüt nöd, chumi morn) war auch immer alles überraschend pünktlich. Vielleicht ist das mit der Fiji Time auch einfach sehr durchdachtes Expectation Management.

Den ersten Tag verbrachte ich auf der Seaspray Adventure, toller Tagesausflug zur Insel, auf der Cast Away mit Tom Hanks (und dem verschollenen Wilson, er ruhe in Frieden) gedreht wurde. Und auch wenn wir alle ganz sentimental waren (weil der arme Tom doch sieben Jahre darum kämpft, seine grosse Liebe wiederzusehen und dann hat die dummerweise in der Zwischeinzeit mit einem anderen angebandelt), so ist diese Insel doch einfach wahnsinnig sehenswert. Und das Wasser kristallklar und so wunderbar warm, dass sogar Menschen mit Kaltwasserphobie einfach reinspringen können. Der Ausflug ist nicht ganz billig, dafür „all inclusive“, wobei zwei durchaus trinkfreudige Paare aus Kanada dafür sorgten, dass der Weissweinvorrat irgendwann zur Neige ging. Wir wurden dann damit entschädigt, dass uns beim Schwimmen am Nachmittag Bier direkt ins Meer zugeworfen wurde. Und „all inclusive“ beinhaltet vor allem auch ein hervorragendes Barbecue zum Lunch.

Die erste Nacht verbrachte ich auf Beachcomber Island, so gross oder klein, dass man in 5 Minuten um die ganze Insel spazieren kann. Eigentlich wäre ich auf South Sea (noch ein wenig kleiner) gebucht gewesen, aber ich wurde dann kurzfristig auf dem Boot (improvisiert, auf Zuruf) umgebucht. Beachcomber ist ein wenig als Partyplace verschrien. Da wir aber nur rund ein Dutzend Gäste waren, hielten sich die Feierlichkeiten in engen Grenzen. Immerhin holten wir im Beer Drinking Contest bei drei startenden Teams sehr ehrenvoll und nach hartem, aufopfernden Kampf die wohlverdiente Bronzemedaille.

Tag zwei war der Verschiebung nach Wayalailai gewidmet, ein sehr süsses, sehr liebevoll gestaltetes kleines Resort. Direkt vor der Insel liegt ein zum Resort passendes (also kleines und süsses) Reef, an dem man wunderbar schnorcheln kann. Höhepunkt ist aber der Ausflug zu den Reef Sharks, welche so zahm sind, dass sie sich auf touch distance nähern. Und während man in Australien nie irgendetwas anfassen soll, sind die Fijianer wesentlich entspannter, sprich man wird aufgefordert, die süssen kleinen Haie zu streicheln. Und auch sehr wichtig: Sehr gutes Essen.

Nach zwei Nächten dann die Weiterreise zur Nabua Lodge. Auch dort eine sehr familiäre Atmosphäre. Eine der Aktivitäten ist Fischen und wenn ein Gast etwas fängt, wird dieser Fang auch gleich für die nächste Mahlzeit gekonnt verwertet. Ein Franzose war ganz angefressen vom Fischen und seine Frau ging immer mit, um ihm beim Fischen zuzuschauen und weil sie das so toll fand wird „watching somebody else fishing“ nun versuchsweise ins Aktivtätenprogramm aufgenommen. Also ich würde ja Fischen an sich schon langweilig genug finden, aber in einem Dritten dabei zuzuschauen, könnte dann doch eine tödliche Dosis an Langeweile sein. Darum ging auch auf den sehr kostengünstigen Snorkling Trip, welcher einen zu drei verschiedenen Reefs bringt. Und bei einem hat so viele Fische, dass man sich fast schon durchkämpfen muss. Am Abend spielten wir 5 Stunden UNO. Es war nie geplant, so lange zu spielen aber ein armer Engländer schaffte es sicher 20 Mal auf eine Karte runter aber nie zum Sieg und weil er uns so leid tat, spielten wir solange weiter, bis er dann doch mal noch gewann. Sehr spannend auch die länderspezifischen Regelinterpretationen, wobei wir uns irgendwann auf Demokratie einigten und bei Unsicherheiten einfach abstimmten. Was dann zu kleinen Unstimmigkeiten bei einem Paar führte, weil er einfach konsequent gegen die Interessen seiner Frau stimmte und dies auch noch lustig fand. Wir auch.

Letzte Station war das Manta Ray Island Resort. Etwas grösser, daher etwas lauter, dafür mit sehr gutem Essen und tollen Mitarbeitenden, welche sich die Goldmedaille in der Kategorie „farewell songs“ holten. Schade, dass keine Mantas gesichtet wurden (wie intensiv sie gesucht wurden, kann ich nicht beurteilen), womit die entsprechende Aktivität ins Wasser fiel. Aber die Mantas hatte ich ja schon in Coral Bay gesehen und darüber berichtet. Und so ein Tag in der Hängematte kann auch sehr attraktiv sein.

Ja, und so verbringe ich nun noch einen letzten Tag zurück in Nadi. Der erste wirkliche Regentag auf meiner bisherigen Reise, somit leider keine wirkliche Chance auf Tan Improvement. Was schade ist, denn ich habe mir extra noch eine Sonnencreme mit Schutzfaktor 30 gekauft, denn von diesem 50-Zeugs wird man einfach nicht braun (und ein bisschen rot muss es eh werden, damit es richtig braun werden kann – ein absoluter Evergreen dieser Reise, wobei immer alle Männer zustimmen und alle Frauen vehement widersprechen). Heute reisen noch zwei Schwestern aus der Walfamilie an, womit auch diese bereits zum dritten Gastauftritt kommt. Sie haben keine Unterkunft gebucht und wollen gemäss Ankündigung „durchmachen“ (habe ich zum letzten Mal wohl im Skilager in der Lenzerheide ca. 1993 gemacht), mal schauen, ob und was ich darüber berichten werde.

Next stop Adelaide.

Cheers mates.

Wenn es total absurd und darum so lustig ist…

Bevor ich über Fiji berichte (wo es also wirklich sehr geil ist, das mal als kleine Vorschau auf die nächste Ausgabe) muss ich erst noch den letzten Tag in Byron Bay aufarbeiten….da war ich nämlich auf der Grasshopper Nimbin Tour, gebucht über getyourguide.ch und ja genau, seither beschallen sie mich mit Remarketing zu eben diesem Ausflug und haben es jetzt mit dieser erneuten Erwähnung in den Status des Running Gags geschafft (was die dicken Kinder von Landau bei Harald Schmidt mal waren). Nimbin ist das, was Byron wohl auch mal war: eine kleine verträumte Hippie- oder Kiffer-Stadt. Der Ausflug besteht aus der Fahrt nach Nimbin (in einem 1978 gebauten Bus, jüngere Teilnehmer bezeichneten diese 41 Jahre als uralt…), 2 Stunden Aufenthalt in Nimbin sowie einem Barbecue-Lunch, welcher die Rückfahrt unterbricht. Zwei Dinge sind an diesem Ausflug aussergewöhnlich, ja absurd aber eben auch lustig und darum erzählenswert:

erster Akt: Der Tankstop

Normalerweise ist bei der Buchung schon deklariert, ob ein Ausflug ‚licenced‘ (also man kann Alkohol kaufen) oder ‚bring your own‘ (man bringt die Getränke selber mit, was ja z.B. auf den Whitsunday Islands nicht alle Mitglieder der Walfamilie getan hatten). Nun, da dieser Ausflug ja eigentlich nur aus Hin- und Rückfahrt bestand, machte ich mir diesbezüglich überhaupt keine Gedanken, denn ausser in ganz extremen Notfällen wie bei Busfahrten nach Paris mit Claudio Beffa (der mit dem Möbelladen) und Dubi (der hat eine Privatschule, ist fast noch hipper als so überteuerte Designersachen) – und Nick, Nick war ja auch dabei und konnte den ganzen Rückweg nicht schlafen und hat alle zwei Minuten zur Uhr geschaut und war immer ganz enttäuscht, weil wieder nur zwei Minuten vergangen waren, aber das tut grad herzlich wenig zur Sache – trinke ich auf Busfahrten eigentlich kein Bier. Leicht anders kann es sich auf Zugfahrten verhalten wie beschrieben in Das Wunder von Neuenburg – ja genau, der Beitrag über den gar nicht mehr veryoungboysbaren Aufstieg des FC Aarau, welchen sie dann doch noch veraarauert haben….sorry not sorry für die vielen Abschweifer. Nun, auf dieser Tour wurde einem vom Busfahrer richtiggehend eingehämmert, dass man so viel trinken könne wie man wolle, dies sei eben eine Fun-Tour und man könne sich also richtig hart wegschiessen und einzig kotzen dürfe man nicht….dummerweise hatte ja aber gar niemand was dabei, um sich so richtig heftig wegzuknallen (das wäre auch mal ein glattes (Schwiizerhochdütsch) Spiel: Begriffe für sich betrinken aufzählen…ich wäre wohl nicht mal so schlecht…) – aber auch dafür hatte unser Fahrer eine Lösung: auf dem Höhepunkt seiner Heissmacherei hielten wir ganz zufällig bei einem Pub in the middle of nowhere (da wo weder jemand wohnt noch hält), wo man zu total überhöhten Preisen Bier über die Gasse kaufen konnte. Nicht nur war es Zufall, dass wir diesen Pub genau dann entdeckten, sondern der Pubbesitzer war auch noch ein guter Freund des Fahrers und ich bin wohl nicht allzu bösartig, wenn ich vermute, dass in diesem Fall verdeckte Kickbacks noch nicht verpönt sind. Einige vergassen in diesem provozierten Kaufrausch glatt, dass es in Nimbin rund eine Stunde später einen ganz normalen bottle shop mit ganz normalen Preisen gibt….darum tankten sie gleich mal für den Rest des Tages.

zweiter Akt: Das Laientheater

Mit stark unterschiedlichem Alkoholpegel aber alle wohlbehalten und amüsiert kamen wir in Nimbin an. Dort wurde uns vom Busfahrer sehr eindringlich erklärt, dass alle berauschenden Marihuana-Produkte in Australien verboten seien….aber auch wo man entsprechende Cookies kaufen könne….natürlich nicht offiziell, nur unter dem Ladentisch und unter der Hand und nur ganz leise und geheim. Nun, wir fragten in einem Café, das nach solchen Produkten ausschaute (man kann die Merkmale nicht genau beschreiben, aber wir wussten, dass wir am richtigen Ort waren). Der Besitzer schaute uns fast ein wenig schockiert an und erklärte, er führe ein seriöses Business und würde bestimmt nicht mit illegalen Produkten handeln. Und auf meine Nachfrage verneinte er auch die unter dem Tisch-Möglichkeit, er wurde dabei sogar ein wenig lauter und bestimmter. Also fragte ich ihn, ob er allenfalls denn jemanden wüsste, der so was, was er nie tun würde, eben doch tun würde. Worauf er mir sagte, allenfalls würde mir einer seiner Gäste so was besorgen können, wobei er mir natürlich nicht sagen könne welcher, denn dies wäre aus seiner Sicht schon hart an der Grenze zur Illegalität. Nun fragten wir uns also durch, worauf uns ein älterer Herr mit diskretem Handzeichen bedeutete, ihm (natürlich ganz unauffällig, vor allem nie zurückblicken, das erweckt sofort Aufsehen) zu folgen. Er war der gewünschte Dealer, sprach aber nur ganz leise mit uns (und so fast ohne die Lippen zu bewegen) und verbat sich Wörter, welche in irgendeiner Form auf ein illegales Geschäft hätten hinweisen können. Dann ging er mit konspirativem Blick zu seinem Wagen und kam mit einer Papiertüte zurück. Diese wurde dann ganz unauffällig unter dem Tisch gegen Geld getauscht, zusammen mit der Mahnung zum ganz vorsichtigen Umgang mit solch toxischen Substanzen. Hier könnte ich einen Mitarbeiter von mir nennen, der Gerüchten zufolge in jungen Jahren einmal ganz seltsame Erfahrungen gemacht haben soll beim nicht sachgemässen Umgang mit solcher Art Gebäck. Sein Name sei nicht genannt, aber im Nebenamt soll er noch Redaktor bei Netz Natur beim Schweizer Farbfernsehen sein.

Ob diese Cookies irgendetwas Berauschendes enthielten, fanden wir nicht heraus, aber die nächste Stunde war sehr lustig (richtig sauglatt war sie sogar). Ob das an den Cookies, dem Bier dazu oder einfach daran lag, dass wir das eben erlebte Theaterspektakel noch mindestens 12mal und immer ausufernder nachspielten, lässt sich leider oder zum Glück nicht mehr rekonstruieren. Wobei der Videobeweis durch den neu eingeführten VAR tendenziell auf eine leicht berauschende Wirkung schliessen lässt

Ja, und mit diesem Video wäre auch der zweite Gastauftritt meines namentlich höchstens aus Versehen genannten Mitarbeiters perfekt, denn diese junge Frau fasst all seine Ängste vor unbegleiteten Restaurantbesuchen perfekt zusammen. Und falls sich jetzt mein Mami Sorgen macht, weil ich doch auch so alleine und ganz sicher einsam bin: kann sie jemand anrufen und ihr sagen, dass es mir gut geht und mir die Alleinreiserei immer noch super gefällt? Die Telefonnummer findet sich hier.

Next stop Fiji 🇫🇯.

Cheers, mates.