Eine Ode an perfekte Tage und Abende

Nachdem wir in Andermatt den Hotelausgang und damit den Bahnhof gefunden hatten (siehe Letzter Blog von gestern) fuhren wir mit dem Postauto über den Gotthardpass. Immer wieder eine beeindruckende Kulisse und wenn man sieht, wie lange das Postauto da aufwärts fährt, steigt der Stolz auf die entsprechenden Bezwingungen zu Fuss mit jeder Minute weiter an.

Ab Airolo direkt nach Locarno, wo wir im La Palma au Lac eincheckten. Das Zimmer war noch nicht fertig (wir auch zu früh dran), es wurden uns aber Tücher für dem Badeplausch im direkt davor liegenden See angeboten. Den Plausch wollten wir mit der Anmietung eines Pedalos erhöhen, steigerten ihn dann mit einem Motorboot fast schon ins Unermessliche. Ja bei Motorboot denke ich an eine Jacht mit mindestens 212 PS, 3 Kabinen und 4 Butlern, aber manchmal kommt es anders. Auch wenn die 8 PS dem Bötchen wohl kaum mehr als 10 km/h entlockten, sich einmal im Leben als El Capitano zu fühlen, war den Eintritt allemal wert.

Danach genossen wir den #roomwithaview und nützten diesen, um ein wenig vorzuglühen.

Der eigentliche Höhepunkt sollte aber ja noch folgen. Wir hatten uns preiswerte eher teure absolut wahnsinnig teure VIP-Tickets für das Moon and Stars genauer für das grande Finale mit Patent Ochsner und Stephan Eicher erworben. In der Kurzfassung für Schnellleser: Es war ganz grosses Kino:

Die Infrastruktur und das Catering wirklich auf VIP-Niveau. So Häppchen und Drinks bis zum Abwinken. Tolle Plattform, welche zu keinem Zeitpunkt irgendwie ‚crowded‘ war. Wie Geberit sein Dusch-WC an einem Open Air vermarktet, ist so übertrieben, dass man es direkt übertrieben finden könnte – vielleicht ist es einfach nur gut saumässsig gut.

Aber primär waren wir ja der Konzerte wegen dort. Und das war ja das Geile: es waren nicht zwei Konzerte unterteilt in eine Vorband, die keiner hören will und nur das Warten auf den Mainact verkürzt bis dieser Mainact dann endlich mit grosser Verspätung anfängt. Nein, die zwei grossen alten (sorry) Männer der Schweizer Musik gaben hier eben zusammen ein Konzert mit dem absolut besten aus den zwei doch recht unterschiedlichen Welten. Die absolut epische 11-minütige Version von Scharlachrot inkl. dem wohl geilsten Saxophonsolo der Musikgeschichte (sorry das immer noch vorhandene Adrenalin lässt mich schwärmen) war nur ein Höhepunkt des höhepunktreichen Abends…dass sich die zwei Protagonisten des Abends einen kurzen Moment nicht ganz einig waren in Bezug auf den Text gab dem ganzen einen zusätzlichen leicht improvisierten Touch (wäre ich böse, würde ich unterstellen, sie hätten das absichtlich gemacht ich bin ja mal nicht böse).

Die Bühne rsp. die Ausrichtung der Tribüne sowie die Farbe der Getränke waren eine faktisch perfekte Inszenierung für die Generation Instagram – interessiert wohl nicht so viele aber für so gefühlte Influencer wie mich natürlich Teil des Spasses.

Und weil ja schöne Geschichten ein Happy End brauchen: Dass ich dann am nächsten Morgen einen Schulkollegen an der Hotelrezeption antraf, den ich zuletzt wohl ca 1995 mit 18 Jahren vor über 20 Jahren ziemlich sicher 1995 getroffen hatte, rundete das nette Reislein noch wunderbar ab.

So, next Stop Singapur 🇸🇬.

Andermatt – 10 Jahre später

Wie doch so einige habe auch ich paar Wochen meines Lebens im grünen Kampfdress der besten Armee der Welt in Andermatt verbracht. Als unsere Truppe das erste Mal in Andermatt stationiert war, hiess uns der Präsident des damals dahinsiechenden Bergdorfes persönlich mit einem Apéro willkommen. Sein wichtigstes Argument für Andermatt war die fehlende Polizeistunde und damit die Möglichkeit zum masslosen militärischen Abfeiern. Wir nützten diese rege. Ein Jahr später war der reiche Onkel aus Ägypten mit seinem Projekt www.andermatt-swissalps.ch aufgetaucht und weil man diesen wohl nicht verschrecken wollte, wurde eine militärische Polizeistunde um Mitternacht erlassen. Bussenandrohung 100 Franken, Kontrolle durch die Militärpolizei. Nun, da gestohlene Äpfel ja am besten schmecken, erhöhte das auf Umwegen zu spät nach Hause schleichen den Spass des nächtlichen Tuns noch mehr. Ein Jahr später fand dann der Spatenstich für das Luxushotel The Chedi statt (www.thechediandermatt.com) und die ganze Bevölkerung (wir zählten uns dazu) wurde zu Brot und Spiele Wurst und Brot eingeladen. Später in einer Bar sahen wir den reichen Onkel dann noch mit der für sein Projekt werbenden Skilegende. Ja und so entstehen lustige Militärgeschichten, in denen ich mal ganz nah am Olympiasieg Olympiasieger in der Herrenabfahrt war.

Soweit mal mein Bezug zu Andermatt.

Jetzt, ziemlich genau 8 Jahre nachdem ich mein seit der RS liebevoll gehütetes und mehrfach gezügeltes Armeematerial in einer grauen Turnhalle zu entsorgen hatte, kehrte ich auf dem Weg ans Moon and Stars in Locarno für eine Nacht nach Andermatt zurück.

Gebucht hatten wir ein Zimmer im neuen Radisson Blu. Zwei sehr chice Holzchalets am Dorfeingang, leider auch sehr nahe an der Gotthardstrasse. Offenbar ist das Hotel nicht primär überhaupt nicht auf mit dem Zug reisende ausgerichtet, der Weg vom Bahnhof ist nicht wirklich beschriftet…und als Mann ist es ja sowieso ausgeschlossen, jemanden nach dem Weg zu fragen…und so sahen wir das Hotel zwar schon von weitem, mussten aber irgendwie noch über die stark befahrene Hauptstrasse und die Bahngeleise kommen…irgendwie haben wir es dann geschafft und später den direkten Weg auch noch gefunden.

Check in freundlich und schnell und schon um 13 Uhr möglich. Das Zimmer chic und stylish, mit Kaffeemaschine und fast schon spektakulärem Bad. Und riesigem Fernseher, den ich aber irgendwie nicht brauchte.

Nach dem Spaziergang wollte ich eigentlich ins Hallenbad. Da die Beschriftung auch innerhalb des Hotels mehr als dürftig ist (die Badtücher suchen wir immer noch haben wir nicht gefunden), bin ich zuerst im Fitness gelandet. Und da im TV gerade die Schlusssteigung der Tour de France lief, entschied ich mich für ein wenig gemütliches Spazieren auf dem Laufband (4.5 km/h). Ich wurde dann von einer Angestellten in englisch und eher sehr barsch darauf aufmerksam gemacht, dass ich für ein ‚excercise‘ gefälligst vernünftige Schuhe tragen solle. Auch meine Erwiderung, dass 4.5 km/h nicht Training sondern maximal aktive Erholung sei, konnte ihre offensichtlichen Sicherheitsbedenken nicht aus der Welt schaffen. Nun, auf dem Weg ins Bad bin ich dann in einer Pfütze beinahe zu Fall gekommen…soviel zu Sicherheit. Das Bad toll, geräumig mit riesigen Liegen…die Aussicht leider direkt auf die Hauptstrasse. Den Rest des Spas hätte ich auch noch besichtigt, leider mangels Beschriftung nicht gefunden…und ich hätte sogar gefragt, hätte ich irgendeine Badeaufsicht gesehen…

Die Bar: toll eingerichtet – bequeme Sitze und Sofas – gute Getränkeauswahl – freundliche Bedienung.

Das Restaurant konnten wir leider erst um 20.30 Uhr betreten, da es vorher ‚ausgebucht‘ war. Allerdings war es dann um halb 9 leer und irgendwie hatten wir nicht gerade viele Leute rauskommen sehen. Aber egal: die Einrichtung überzeugt, die Speisen sogar sehr, die Weinkarte ist umfassend und aus meiner Sicht fairpreisig, das Essen sehr gut!

Am nächsten Morgen eines der besten Frühstücksbuffets, welches ich je gesehen habe. Der selbst geräucherte Lachs (unten zu sehen im Bild welchen ich leider nicht fotografiert habe) war der Höhepunkt. Mäkeln auf ganz hohem Niveau: der Käseauswahl würde etwas Regionalität mit einem Urner Alpkäse oder so nicht schaden.

Check out anschliessend wieder bei Etienne, bei dem wir schon eingecheckt hatten: schnell, freundlich und zuvorkommend. Er hat uns sogar den schnellsten Weg zum Ausgang im zweiten UG erklärt…welchen wir mangels Beschriftung dann doch noch ein wenig suchen mussten…

Fazit zum Hotel: supertolle Hardware – Software noch mit einigen Bugs und daher Luft nach oben.

So, das wars, machen und jetzt auf den Weg zum Bahnhof…es regnet…darum auf direktem Weg…

Eine lange Zugfahrt hin, das Wunder von Neuenburg und eine sehr lange Zugfahrt zurück

Als in Wettingen aufgewachsener jugendlicher Fan des FC Wettingen (in Konkurs gegangen 1993, er möge in Frieden ruhen) konnte ich mich über den Meistertitel des FC Aarau 1993 nicht wirklich freuen. Nicht, dass er mich geärgert hätte, aber auch nicht wirklich gefreut. 2007 in der Barrage gegen Bellinzona entwickelte ich erstmals so etwas wie Gefühle für den FC Aarau. Dass die die Fans der AC Bellinzona die gleichen Lieder sangen wie diejenigen des HC Ambrí-Piotta störte meine junge Liebe zum FCA aber doch noch erheblich.

Erstmals echtes Feuer entfachte ich 2013, beim grandiosen Aufstieg. Als die Spieler schon am Abklatschen waren, als Wohlen plötzlich noch ein Tor in Bellinzona gelang und Aarau völlig überraschend schon an diesem Abend uneinholbar wurde. Als alle auf den Platz rannten, gefolgt von einem Platzregen und ‚Sweet Caroline‘ in die Welt hinausposaunten.

Also wurde ich halbwegs regelmässiger Matchbesucher, lieber bei Sonne als bei Regen, lieber im Mai als im November, lieber gegen Basel als gegen Chiasso, aber doch halbwegs regelmässig.

Was der FC Aarau dieses Jahr aber geboten hat, übersteigt alles. Mit tollem Kader und vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet, dann grandios fehlgestartet und dann die geilste Aufholjagd, die der Schweizer Fussball je gesehen hat. 6 Spiele, 0 Punkte, dann 11 Spiele, 4 Punkte und am Schluss in der Barrage. Ich gönne dem ganzen Verein, dass er für den Mut belohnt wurde, am Trainer und Sportchef festzuhalten. Und der Major wird nur schon dafür eine Legende, dass er sich eine Aufstiegsprämie in den Vertrag schreiben liess.

Die Barrage war quasi das Dessert, welches man sich nicht entgehen lässt, obwohl man doch schon satt ist. Und so entschloss auch ich mich zur Reise nach Neuenburg im Extrazug. Auch wenn meine resultatmässigen Erwartungen bescheiden waren, so freute ich mich auf ein unterhaltsames Spiel in einem tollen Stadion an toller Lage mit ein paar Bier dazu.

Die Zugfahrt lang, aber kurzweilig, versüsst mit einem offerierten Bier. Mit lustiger Kondukteuse, welche sich einen Aarau-Schal zu einer Krawatte binden liess. Welche Verständnis dafür hatte, dass mein Ticket der mit meinem Ticket gerade am Bier holen war. Mit ewigen Lobgesängen auf die Saison, den Trainer, die Mannschaft. Mit Hoffnung. Mit nicht endenden Gesängen von in Aarau bis und Neuenburg.

Dann ein Fanmarsch mit toller Aussicht, welche niemand offenbar nur ich wahr nahm. Ok, irgendwie war der Fanmarsch auch wirklich toller als die Aussicht!

Und dann ein Spiel, welches allen den Atem nahm. 0-3 zur Pause – 0-4 zum Schluss. Das Stadion ein Aarauer Tollhaus. Wildfremde Menschen, die sich umarmen. Die den Namen des offenbar abgangsgefährdeten Sportchefs skandieren. Die sich zwingen müssen, den Aufstieg nicht zu verschreien und die es dann doch ein wenig tun. Die sich nicht mehr erholen. Die fast zu ein wenig Mitleid mit Xamax und seinen Fans fähig sind. Toll der Xamax-Fan nehmen mir: nach dem 0-4 hat er mir anerkennend zugenickt und dann dem FC Aarau ehrfurchtsvoll zugeklatscht.

Einziger Wehrmutstropfen: Das Catering von Xamax. Eine Katastrophe. Zu keinem Zeitpunkt war dir Wartezeit kürzer als eine Viertelstunde. Die Organisation irgendwo zwischen 2. Liga regional und 1. Liga Promotion. Und das in diesem Stadion. Schade. Aber allenfalls mit Rücksicht auf den Folgetag eine durchaus erwünschte Bierzuflussbeschränkung.

Die Rückfahrt: ewig! Lang! Undendlich! Irgendwann untersuche ich wissenschaftlich, warum sich ein Hinweg meistens immer viel kürzer anfühlt als der Rückweg. Egal, irgendwann schlief ich ein, sonst würde die Rückfahrt wohl immer noch andauern.

Das einzige doofe an diesem Resultat? Aarau hatte nichts, aber auch gar nichts zu verlieren in dieser Barrage. Xamax hatte nur zu verlieren und nach Spiel 1 auch schon alles verloren. Somit umgekehrte Vorzeichen vor dem Rückspiel: jetzt kann Aarau eigentlich nur noch verlieren. Werden sie aber nicht, dieses kleine Fussballmärchen verdient sein Happy End.

#zämeförAarau

Eine lange Zugfahrt (also zwei), kulinarische Höhenflüge und die üblichen sinnstiftenden sinnlosen Gespräche – das war Bologna

Claudio wurde 2017 40, ist seither also näher an 50 als an 30. Genau aus diesem Grund hat er diesen Umstand wohl ignoriert und den runden Geburtstag nie gefeiert. Irgendwann im Frühjahr 2019 ist er dem wachsenden Druck aber unterlegen und hat das Bubenreislein des Jahres organisiert. Infolge der knappen Planung war sein Bruder leider verhindert (sorry, Bruder), dafür waren am Start: Claudio der Jubilar, bekannt von (oder eher zu finden auf) beffa.ch – dann Thomas Mezera, der Hockeygott, der seine Karriere in der legendären Keba ausklingen lässt – dann Mic, die Gourmetlegende aus TschechoSlowenien (sorry, Insidergag) – gefolgt von Sam (niemand weiss warum, aber auf Instragram schmückt er seinen Namen mit dem Zusatz ‚official‘) – dann Simon, der seinem früheren Übernamen Bier nicht mehr ganz gerecht werden mag sowie Gollo, der Oesterreicher, der alleine 17 Blogs füllen könnte – gefolgt von Benj (der mit dem Insektenburger vom vorletzten Blog) – und zu guter letzt ich, bekannt aus Film, Funk und Instagram.

Mitten in der Nacht (also am Freitag um 7) trafen wir uns am HB in Zürich. Alle, ausser Gollo, der vorausschauend ein Hotelzimmer in Erstfeld gebucht hatte und sich um diese Uhrzeit gemütlich aufmachte zum Frühstück. Und ausser Claudio, ja, genau, der Claudio, der die Tickets für den Zug hatte. Es brauchte viel Charme, Ueberredungskunst und Drohungen mit sozialen Medien, um zu verhindern, dass wir den Zug in Zug wieder verlassen mussten. Anstelle von Tickets hatten wir dafür Früchte, Gemüse, Schwarzbrot und- Tee sowie etwas Bier, Wein und Chips. Eine lustige Fahrt mit erstaunlich pünktlichen Anschlüssen. In Bologna angekommen assen wir Pasta mit der heimischen Sauce (ab jetzt bei jeder Mahlzeit, daher keine weitere Erwähnung) sowie ein zu einer Tagliata kredenztes T-Bone-Steak. Ich flippe jetzt noch aus nur schon beim Gedanken daran. Und dazu tranken wir den (leichter taktischer Fehler) besten Wein des Wochenendes.

Die Unterkunft war perfekt, sehr geräumige Doppelzimmer und ein gemeinsamer Innenhof mit Lounge. Umgeben von Anwohnern eines typisch italienischen Hinterhofs – unser Lärm störte niemanden. Speziell der Zugang: durch vier verschlossene Türen zu öffnen mit vier nicht beschrifteten unterschiedlichen Schlüsseln, welche mit Bart nach oben oder unten eingeführt werden mussten und teilweise klemmten…wir nannten es Rätsel…zufällig zuschauende Passanten schwankten zwischen lachen und die Polizei rufen…

Am Freitagabend vor dem Essen ein ausführlicher Apéro mit der angeblich besten Mortadella der Welt, danach ausnahmsweise mal ein Essen, ausnahmsweise: also es gab eine Karte und als wir alle gewählt hatten, erklärte uns der Wirt, dass die Karte nicht relevant sei, er uns aber schon das Richtige zu bringen wisse. Beim Wein gab es nicht mal eine Karte…er brachte das Richtige. Es war erneut Weltklasse. Leicht getrübt war der Gaumenschmaus nur von der auf gefühlte 48 Grad steigenden Raumtemperatur…

So, da die Müdigkeit noch ein wenig zehrt, hier der Cliffhanger: es folgen Kaffee, ein Ausflug nach Rimini, mehr Wein, mehr Essen und nochmals mehr Wein und nochmals mehr Essen…sobald ich dazu komme…versprochen….wird allenfalls in Gedenken an den Organisator 2021…

Ueber Marketing und Online-Shops am Beispiel Globus

Ich bin wohl für jeden Online Shop so was wie der wahr gewordene Kundentraum: Ich neige zu spontanen (unüberlegten, wahllosen) Käufen, vergleiche Preise nicht wirklich (sondern reagiere einfach mal emotional auf ein Rabatt-Versprechen), schicke nie etwas zurück und bezahle brav im Voraus.

Also nur logisch, dass sich der Globus http://www.globus.ch mit seinem neuen Online-Shop um mich bemüht und mich darum mit einem Gutschein im Wert von CHF 50.00 beglückt. Ok, meine Euphorie bezüglich der Datenselektion der Marketeers von Globus ist ein wenig eingeschränkt, nachdem ich herausgefunden habe, wie viele meiner Freunde und Kollegen den genau gleichen Gutschein auch erhalten haben.

Aber egal, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Zumal der Gutschein wirklich reale CHF 50.00 wert ist, ohne Einschränkungen wie Mindestbestellmenge oder Beschränkung auf gewisse Marken.

Also gleich mal in diesen Shop gestürmt rsp. da ich ja fest vorhatte dort gleich Stammkunde zu werden, sofort die entsprechende App heruntergeladen. Dort dann die erste Ernüchterung: Bevor ich auch nur einen klitzekleinen Blick in den Shop werfen konnte (rsp. hätte werfen können, denn ab hier blieb es leider beim Konjunktiv), hätte ich mich registrieren müssen. Aber eben, ich bin unüberlegter Spontanshopper, ich will Geld ausgeben (zum Fenster rauswerfen) ohne künstliche Hürden, welche mich zur Vernunft bringen könnten. Also rasch die App wieder gelöscht und mich doch auf der mobilen Seite versucht.

Nun, die Suchfunktion eher enttäuschend: ich konnte z.B. T-Shirts wählen und dann alle T-Shirts (gefühlt Millionen) anschauen oder ich konnte Tommy Hilfiger https://ch.tommy.com/ wählen und dann alle Artikel meines Namensvetters anschauen. Einen Kombifilter habe ich aber nicht gefunden (also alle T-Shirts von Hilfiger)… allenfalls gibt es den ja, einfach für ungeduldige Spontankäufer wie mich nicht zu finden.

Gut, ich habe dann für CHF 49.90 ein T-Shirt von Napapijri https://www.napapijri.ch gefunden, ich wollte ja meinen Gutschein möglichst optimal ausnützen. Und tatsächlich, ich musste dafür nur faire CHF 4.90 Versandgebühren bezahlen. Sehr mühsam, dass der sehr lange, eher klein gedruckte, nicht in 4er-Gruppen strukturierte Gutscheincode abgetippt werden musste. Besonders mühsam, wenn dieser 5mal die Ziffer 5 in Folge enthält (versucht als halbblinder Maulwurf einmal herauszufinden, ob das jetzt 4, 5 oder gar 7 Fünfen sind, fast hätte ich die Geduld verloren…) Ebenfalls mühsam, dass ich die Globus-Stammkunden-Nummer tatsächlich auf meiner Globus-Karte suchen musste. Leute, wenn ihr mir schon einen persönlichen Brief schreibt, dann druckt diese Nummer doch bitte an (und falls sie irgendwo war: bitte so gross, dass ungeduldige Spontankäufer wie ich sie finden…).

Zu Testzwecken habe ich eine abweichende Lieferadresse erfasst (nein, nicht zu Testzwecken, aber damit meine Frau nicht merkt, wie viel ich bestelle…). Dort eher mühsam, dass bei Erfassung einer Firmenadresse die Firma erst ganz zum Schluss erfasst werden kann, man hat also die gesamte Erfassung das ungute Gefühl, dass das nicht zum Klappen kommt. Bei den Zahlungsmöglichkeiten eher mühsam, dass Twint http://www.twint.ch (für mich im mobile payment die Mutter aller Zahlungslösungen) nicht gewählt werden kann und man mühsam die Kreditkarte abtippen muss.

Nach zwei Tagen: die positive Ueberraschung. Der gewünschte Artikel in eleganter schwarzer Schachtel in der Post. Das Shirt edel in Seidenpapier gewickelt. Vorne drauf eine handgeschriebene Karte vom Leiter online Handel. Naja eine in Handschrift gedruckte Karte. Damit leider nur eine billige Kopie der Amys und Nataschas von Outfittery. Aber immerhin besser als nichts.

Sehr positiv erwähnen möchte ich, dass Globus im Anschluss an die Bestellung ein Freitextfeld für ein Feedback bereithält. Sehr negativ, dass mein Feedback vom 14.04. bis am 22.04. absolut unbeantwortet blieb. Am 23.04. erhielt ich nun die Mitteilung, dass meine Rückmeldung an den Entwickler (also ihr habt echt nur einen?) weitergeleitet worden sei. Da frage ich mich, wo der Nutzen einer 9tägigen Zwischenlagerung liegt (ok, Ostern dazwischen, aber trotzdem).

Fazit:

Toller Shop mit tollen Produkten aufwendig mit schönem Gutschein inszeniert. Der Shop-Aufbau für mich eher dürftig, vor allem für eine Firma mit der gleichen Mutter wie Digitec / Galaxus https://www.digitec.ch/. Das mit der zu suchenden Kundennummer doch eher (sehr) überraschend für die 20jährige Erfahrung mit Cumulus http://www.cumulus.ch (rsp. den entsprechenden personalisierten Mailings) bei den Daten-Kraken der Migros http://www.migros.ch. Und Umgang mit Feedback: guter Ansatz, schlechte Ausführung.

Ergänzung: Auf Twitter findet sich Globus nicht. Auf Instagram hingegen schon: 25000 Follower und dann pro Bild grosszügig gezählte 200 Likes. Ich will nichts unterstellen aber das riecht nach gekauften Followern. Eher wenig vertrauenserweckend.

Auslöser für diese Review war ein Gutschein im Wert von 50 Franken. Ich bin sonst weder engagiert noch bezahlt von Globus. Ich bin nicht beteiligt (und auch nicht verwandt oder verschwägert) an einer der erwähnten Firmen.

Ueber Gebläse und Rasenmäher und das Ausmisten von alten T-Shirts

Über Gebläse und Rasenmäher sowie das Ausmisten von T-Shirts

Öffentliche Präsentation der Diplomarbeiten an der HFW Aarau vom Montag, 08.04.2019. Zwei Gruppen präsentierten ihre Arbeiten vor rund 100 Interessierten in der Aula, die restlichen Gruppen anschliessend während des Apéros an Ständen.

Die erste Gruppe, welche präsentierte, hatte einen Händler von Gartengeräten untersucht. Dieser bietet z.B. Gebläse oder Rasenmäher (ja, genau, solche zum Draufsitzen, der Bubentraum eines jeden Mannes) sowie die passenden Serviceleistungen dazu an. Wie bei vielen KMU war nicht näher bekannt, mit welchen Produkten oder Dienstleistungen Geld verdient und mit welchen Geld verloren wird. Eine eher gefährliche wenn nicht existenzbedrohende Situation in einem Umfeld knapper Margen. Nun, dem Auftraggeber konnte eine konkrete und korrekte Kalkulation vorgelegt werden, es wurde eine Sortimentserweiterung erarbeitet und ein neues Preissystem für den Rasenmäherservice  entworfen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Mut gewünscht: weniger kostenbasierte Kalkulation sondern eher ein Pricing (totales Unwort, aber es gibt halt doch kein besseres) mit klarem „ugly brother“ (welcher den ein wenig hübscheren Bruder richtig schön hätte erscheinen lassen) hätte mir gefallen.

Die zweite Gruppe untersuchte für einen Produzenten und Händler im Sanitärbereich die Lagerhaltung. Dabei wurde festgestellt, dass dieser stark abhängig ist von langjährigen Mitarbeitenden, welche auch ohne klare Ordnung im Lager und ohne logische Artikelnummerierung alles jederzeit problemlos sofort finden. Zur Behebung dieses Zustandes wurde ein neues, logisch aufgebautes Artikelnummerierungssystem (auch ein tolles Wort, die Autoren hatten ein Gescheiteres, dieses ist mir leider entfallen) entworfen und gleichzeitig die Empfehlung erarbeitet, das Sortiment um wenig Umsatz generierende C-Artikel zu bereinigen. Nun, zu Hause werde ich meine Kleider wohl nicht nach einem aufwändigen System nummerieren, ein paar alte T-Shirts aus der Kategorie C (praktisch nie getragen) könnte ich aber aussortieren.

Der guten Ordnung halber deklariere ich, dass ich Dozent für Organisation und Projektmanagement an der HFW Aarau http://www.hkvaarau.ch bin, bei der zweiten erwähnten Arbeit amtete ich als sogenannter Organisationsdozent. Zu diesem Artikel wurde ich nicht aufgefordert und werde für diesen auch nicht bezahlt (ein Glas Wein am Apéro habe aber schon konsumiert). Die HFW Aarau als Teil der Handelsschule KV Aarau bietet eine dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung in Betriebswirtschaft. „Master Piece“ oder „Gesellenstück“ dieser Arbeit ist die in Gruppen absolvierte Diplomarbeit mit dem Ziel der Erweiterung rsp. Anwendung der erlernten Fach-, Methoden und Sozialkompetenzen. Auftraggeber für diese Arbeiten sind Unternehmungen aus der Region, welche gegen bescheidenes Entgelt eine konkrete Problemstellung untersuchen lassen.

Avec X und Avec Box

Natürlich wollte ich einer der ersten sein, welche das neue Ladenformat ohne Kassen und Personal testet. Leicht enttäuscht musste ich feststellen, dass sich vor der Avec Box in der Bahnhofhalle eine kleine Schlange gebildet hatte….allerdings wohl nur, weil der Laden gerade für einen Fotografen freigehalten wurde.

Also zuerst zum Avec X im Untergeschoss. Der Zugang erfolgt, in dem man mit der Avec App einen QR-Code scannt. Die Registrierung auf der App ist einfach, einfach ID scannen und Kreditkarte hinterlegen. Etwas erstaunlich für mich, dass meine ID offenbar sehr schwer lesbar ist (so heisst ich jetzt unkorrigierbar Waefliger) und dass die Angaben zur Kreditkarte manuell erfasst werden müssen. Das ginge einfacher!

Ich war der einzige Kunde im Laden, anderen Interessierten erklärten motivierte Mitarbeitende das Konzept, dieses geht so: Man nimmt die gewünschten Artikel, scannt einen Strichcode (kontrolliert sinnvollerweise, ob man den richtigen erwischt hat) und wählt bezahlen, bevor man den Laden verlässt. Soweit so einfach. Die Avec Box ist genau gleich nur etwas grösser und mit daher grösserer Auswahl. Hier werden auch Zigartten in einem Automaten angeboten, dieser erfordert ein separates Check-In. Offenbar versucht man auch mit dem Sortiment urbane Hipster (😄) wie mich anzusprechen: ich konnte mir ein Kaffeegetränk mit Cannabis-Zugabe (nicht berauschend) und Insektenburger erwerben (das Gesicht meiner Frau beim Nachtessen dann in einem separaten Beitrag).

Nun, ich weiss nicht, ob dieses Konzept nun so viel einfacher und schneller als die bekannten Self Checkout Konzepte von Migros und Coop sind. Und ob sich wirklich so viel Personal sparen lässt, bezweifle ich bei Kleinformaten an Hochfrequenzlagen auch. Um attraktiv zu sein, sollte die App nicht nur auf eine Bezahlfunktion reduziert sein. Man könnte mit personalisierten Angeboten (wenn ich wieder mal Lust auf Insekten habe…) oder Stati (werde mit dem 10. Schoggigipfel zum Schoggigipfel-König von Zürich) à la tripadvisor attraktiver werden. Insgesamt sehe ich den Vorteil aber eher beim Laden als grossem Automaten, welcher unabhängig von Arbeitsgesetzen und Lohnkosten 7×24 offen bleiben kann. Somit also eher etwas für Tieffrequenz-Standorte.

Fazit: spannendes, innovatives Format, welches aber wohl nicht mal als einen Zwischenschritt darstellt und bald von weiterführenden Modellen wie jenem von Amazon (wo der Laden quasi selber merkt, was ich aus dem Regal nehme) abgelöst werden wird.

Meine Biottasaft-Woche

Dienstagabend. Damit mehr als die Hälfte geschafft. Ein kurzes Zwischenfazit

Am Freitagabend noch ‚gross‘ im Restaurant zu Abend gespiesen. Dazu getrunken. Dazu leichte Panik vor dem Start meiner Fastenwoche am Samstag.

Am Samstag dann ein leicht verkürzter Abbautag. Also am Mittag noch ein Müsli….und das wars dann an fester Nahrung. Auf die reinigende Salzkur mit Rücksicht auf meinen Besuch in Ambrí (und vor allem mit Blick auf die sanitären Anlagen dort…) verzichtet. Dafür am Eishockeymatch ein Bier….ist ja keine feste Nahrung. Ok, Alkohol wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders….

Am Sonntag dann zum Mittagessen einen lecker Saft aus dem Hause Biotta (Superfrucht, war ganz ok). Und am Abend Rüebli-Fenchel-Suppe….also das Gemüse aufgekocht und am Schluss wieder rausgenommen. Und obwohl ich leicht gesalzen habe, musste ich feststellen, an Sonntagabenden schon besser gegessen zu haben.

Gestern dann ein Meeting über Mittag, Sandwich offeriert vom Chef…mit Brownies zum Dessert….mein Cocktail aus pasteurisierten Gemüsen war um Welten besser. Am Abend Rüeblisaft à la Provence (also mit Salz, Pfeffer und Herbes des Provence). Ja wieder etwas betrogen, aber so ist diese Woche massiv besser auszuhalten als mit ausschliesslich ungewürzten süsslich schmeckenden Säften.

Und heute am Morgen ein Löffel Honig (love it), zum Lunch ein toller Preiselbeersaft und am Abend ein mit etwas Molke, Zitronensaft und Gewürzen aufgemotzter Tomatensaft.

Zwischenfazit: nicht alles ganz nach der Originalvorgabe…aber doch ziemlich konsequent….kein Hunger mehr….fühle mich fit…war Samstag, Sonntag und heute im Fitness und täglich mit dem Hund draussen: Energielevel also ganz offenbar ganz ok.

Härtetest am Donnerstag: Businesslunch…für mich einfach ohne Lunch.

Und ja, alle machen so eine Saftwoche ausschliesslich zum Entschlacken. Gewichtsreduktion ist total nebensächlich. Logischerweise auch für mich. Trotzdem steht man dann täglich auf die Waage. Und aus den 89.4 kg am Samstag sind 86.3 heute morgen geworden. Geil. Morgen dann wohl nicht mehr weniger, das ist dann jeweils der kleine Frust…

…more to come…

Vorbereitung

So, Flug gebucht, loney planet bestellt, Blog eingerichtet….soweit mal alles so gut. Ich hoffe, dass ich so mutig bleibe, ausschliesslich einen Flug und und die ersten 2,3 Nächte zu buchen, bevor ich losfliege nach Australien. Tendenziell neige ich wohl eher dazu, meine Reise durchzuplanen und durchzubuchen, um eine möglichst effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit sicherzustellen.

Egal, ich werde es sehen, wenn es soweit ist…more to come