Wenn ich heute auf meine berufliche Reise von 1997 bis 2025 zurückblicke, fühlt es sich an wie eine Mischung aus Zeitreise, Digitalisierungsexperiment und Charakterbildung, wer den Auftakt verpasst hat, findet die Zusammenfassung hier. Mein Start war jedenfalls unvergesslich — nicht weil ich irgendwie brillierte, sondern weil ich gleich am ersten Tag zu spät zum Welcome Day kam. Der Grund war nicht Müdigkeit oder Nervosität, sondern ein schlichter logistischer Denkfehler: Ich wartete geduldig auf einen Zug, den es gar nicht gab. 1997 war eben noch die Zeit, in der Fahrpläne noch im Kopf hatte (oder es zumindest meinte) und niemand ein Smartphone bei sich hatte, um die Realität zu überprüfen.

Trotz diesem charmanten Fehlstart ging es dann erstaunlich gut weiter. Mein Einsatz im Autoleasing der Credit Suisse fühlte sich an wie die erste grosse „Berufsmission“. Ich durfte mitarbeiten — richtig mitarbeiten, nicht nur Ordner sortieren oder Kaffee holen. Leasinganträge kamen damals in allen Varianten ins Haus: per Fax (mal gestochen scharf, mal in kreativer Graustufeninterpretation), per Post, wurden uns telefonisch diktiert (wobei wir schnelle Handnotizen nahmen, um die Informationen später ins System zu übertragen) oder per Aussendienstmitarbeiter persönlich überbracht — gerne verbunden mit „Du, das ist dringend“ rsp. nein, das war alles vor der grossen Du-Kultur-Revolution, somit eher „Sie, das ist dringend“.
Und dann gab es noch die Königsdisziplin: Der Kunde oder zur grossen Aufregung des jungen männlichen Teams die Kundin brachte sein Formular selbst vorbei — quasi die 90er-Version von „Same-day-Delivery“.
Ich war motiviert, neugierig und offenbar auch nützlich — denn im Januar 1998 wurde ich zum Mitarbeiter des Monats gewählt. Für mich war das riesig. Da stand ich nun, ein junger Praktikant, stolz wie ein frisch polierter Neuwagen. Ich hätte mir fast überlegt, Autogrammkarten drucken zu lassen.
Während ich langsam verstand, wie die Arbeitswelt funktionierte, veränderte sie sich rund um mich — und zwar mit zwei technischen Innovationen (innerhalb meines Praktiumseinsatzen von 4 Monaten), die für uns fast wie Science-Fiction waren.
Die erste war unser neues Call Center. Modernstes Europas! Mit einem grossen Apéro gesponsert vom Lieferanten Siemens aus Deutschland eingeführt. Man konnte plötzlich Anrufe priorisieren, Warteschlangen anzeigen und genau messen, wie lange jemand telefonierte. Heute Standard. Damals fast cyber. Wir waren überzeugt: Wenn wir noch ein blinkendes Bedienpult und Laserlichter bekommen, sind wir offiziell NASA.
Die zweite Revolution hiess POS — wobei niemand so genau wusste, was die Buchstaben bedeuteten. Für uns war es einfach „das Terminal“. Erst später fand ich heraus, dass es wohl „Point of Sale“ hiess — und nicht „Please Obviously Sign“. Mit diesem Gerät konnten Autoverkäufer direkt mit dem Kunden prüfen, ob ein Leasing machbar grundsätzlich machbar war. Und wenn alles passte, wurde der Antrag elektronisch übermittelt und bei uns — wie von Zauberhand — ausgedruckt. Und dann nahmen wir es aus dem Drucker und übertrugen die Daten ins System. Damals fühlte es sich aber an, als hätten wir gerade die digitale Zukunft erfunden.
Neben Fax, Formularen und futuristischen Terminals lernte ich vor allem eines: wirtschaftlich zu denken. Zu jedem Geschäft konnten wir berechnen, wie hoch der Bruttogewinn war und welche Rendite wir auf das eingesetzte Kapital erzielten. Ein Leasing war nicht einfach ein Leasing — es war ein kleiner Business Case. Und so wurde mir früh klar: Ein genehmigtes Geschäft ist gut, ein rentables ist besser.
In naher Zukunft werde ich alle Stationen meiner Karriere in Blogform verarbeiten, reflektieren oder – ehrlich gesagt – einfach hobbyliterarisch verwursten. Abonniere diesen Blog, um keine Folge zu verpassen.
Daneben wage ich den Schritt in die Selbständigkeit. Wenn Du mehr darüber erfahren willst:
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