digitaler Unterricht – durch einen „digital idiot“ – ja, genau ich meine mich

Nun, ich bin ja nicht gerade bekannt als der digitale Ober-Nerd. Die Installation des ersten (damals noch analogen) Internet-Anschlusses kostete mich einiges an Schweiss (allenfalls waren es sogar Tränen). Der Wechsel zur damaligen Cablecom (welche dann später zur absoluten Hass-Firma der Schweiz wurde und sich darum (weiss nicht, ob es darum war, aber es hört sich irgendwie logisch an) später in UPC umbenennen musste) war so komplex, dass ich den Mann vom schicken Möbelhändler aufbieten musste zwecks Hilfestellung. Er schaltete meinen Laptop einmal aus und wieder ein und schon waren wir „drin“. Ja, irgendwie hat wohl alles im Leben mit dieser viel zitierten Aura zu tun.

Das erste elektronische Gerät, welches ich wirklich gerne mochte, war mein Iphone 4. Und so habe ich mich zwischenzeitlich bis zur 10 (sorry X) hochgearbeitet, ein wenig frustiert davon, dass meine Mutter sich nun mal locker das Nachfolgemodell angeschafft hat. Nun kann ich also ein superintuitives Produkt wie ein IPhone (IPad kann ich übrigens auch) bedienen, bleibe aber tendenziell immer noch überfordert davon, das Telefon bei meinem Lieblingsarbeitgeber auf meine Lieblingsstellvertreterin umzuleiten.

Insofern war der totale Shutdown und damit die Instruktion meines zweiten Lieblingsarbeitgebers zum virtuellen Unterrichten ein ziemlicher Schock. Hätte ich gewusst, wie einfach das geht, hätte ich mir die schlaflosen Nächte (ja, ok, grad ganz so schlimm wars nicht, aber ein wenig übertrieben habe ich ja schon immer) mit gutem Gewissen sparen können. Da zu Beginn noch keine Lösung seitens der Schule bereit stand, hielt ich meine ersten Schulstunden via zoom ab (ja genau, das zoom, bei dem ja zwischenzeitlich offenbar jede amerikanische Regierungsbehörde mitgehört hat – macht aber nichts, solange der #AmericanIdiot dort an der Macht ist, habe ich eh nicht vor einzureisen). Nach zehn Minuten hatte ich es mehr oder weniger begriffen und bereits eine tollen virtuellen Hintergrund installiert.

Und nach weiteren zehn Minuten war mein erster Testlauf mit dem immer nach Gastauftritten lechzenden Marco absolviert.

Marco: tief beeindruckt!

Auch die erste Schulstunde funktionierte sehr gut und dies obwohl ich mit der technischen Minimalvariante ab IPhone antrat. Terminaufsetzung sehr einfach, Ton- und Bildqualität gut, sharen (sharing is caring) von Inhalten selbsterklärend. Später setzte die HKV Aarau eine Lösung mit Microsoft Teams auf. Und obwohl der böse Bill Gates gewisse Funktionalitäten Benützern von Geräten seines Erzfeindes Steve Jobs (may he rest in peace) verwehrt, ist auch Teams einfach und gut anzuwenden. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, Dateien abzulegen, also quasi ein integriertes Share Point oder eine Drop Box. Was ich bei Teams vermisse (und was zoom bietet), ist die Möglichkeit, sich mittels „Hand hochhalten“ zu melden oder mittels Applaus einen Beitrag zu wertschätzen.

Nun, ich musste mich ein wenig an den virtuellen Unterricht an sich gewöhnen. Wenn man als Dozent etwas vorstellt, muss man erst einmal damit umgehen können, dass man nur sich selber reden hört (ja, normalerweise höre ich mich ja schon am liebsten selber reden, aber nicht grad stundenlang) ohne jegliche Möglichkeit des Feedbacks. Könnte man etwas reduzieren, wenn man die Studenten zwingen würde, ihre Kameras einzuschalten. Aber die Studenten sind ja Kunden, daher ist ihre Privatsphäre zu respektieren. Das klassische Lehrgespräch ist auch ein wenig anders: Normalerweise stellt man ja einfach eine Frage in den Raum und schaut dann, wer es kaum erwarten kann, seine Meinung zu äussern – oder wer grad intensiv mit seinem Smart Phone beschäftigt ist und daher einen wake up call benötigen könnte. Im virtuellen Unterricht muss man konkret jemanden aufrufen – hat aber auch den Vorteil, dass ja alle (immer und jederzeit und ohne jegliche Vorankündigung) aufgerufen werden können und daher aufmerksam bleiben müssen. Und damit ich mich möglichst nicht dem Verdacht aussetze, immer die gleichen (oder die einen gar nie) aufzurufen, lasse ich jeweils den sprechenden Studenten gleich den nächsten aufrufen.

Auch Gruppenarbeiten funktionieren wunderbar. Und obwohl Teams mir als Konkurrenz-Nutzer die Funktion von Sub-Teams nicht bietet (vielleicht habe ich sie auch einfach noch nicht gefunden), löse ich das mit whatsapp. Sprich ich formiere Gruppen und diese connecten sich ausserhalb des Calls über die whatsapp-conference-Funktion. Technisch einwandfrei. Allerdings entfällt nach Start der Gruppenarbeit die Interaktion, sprich es können keine Fragen mehr gestellt werden. So musste ich gestern feststellen, dass meine äusserst liebevolle Instruktion für die praktische Anwendung meiner liebsten Kreativitätstechnik 6-3-5 (über die habe ich übrigens damals im SVEB I bei der Lernwerkstatt Olten meine Minilektion gehalten – und bestanden – bin immer noch schaurig und schampar stolz drauf) wohl nicht liebevoll genug gewesen war und von drei Gruppen genau 0 (in Worten: null) den Ablauf verstanden hatten. So konnte ich der Klasse halt nur die Erkenntnis anbieten, dass eine gute Instruktion Grundbedingung für jeden Auftrag ist (ok, hätten sie wohl auch ohne dieses Erlebnis verstanden, aber sie waren so höflich, richtige Begeisterung für diese Erkenntnis zu zeigen (ich glaube, dass sie nahe an einem virtuellen Ueberkopfklatscher waren)).

Wunderbar am virutellen Unterricht ist, dass Unterrichtsende + 10 Sekunden = Bieröffnung. Die gesparte Zeit kann ich einsetzen, um meinen Studenten die Möglichkeit zu geben, mir Aufgaben via mail oder als Foto via whatsapp zu schicken und direkt ein Feedback zu erhalten. So können wir die nicht vorhandene Möglichkeit von „Du, häsch gschnäll e Minute?“ mehr oder weniger kompensieren. Und etwas, was ich auch nach Corona beibehalten werde: eine whatsapp-Chatgruppe mit jeder Klasse. Sehr einfache und praktische Möglichkeit, um Unklarheiten zu klären, an Hausaufgaben zu erinnern oder um mal etwas Vergessenes zu erinnern.

Fazit: Wenn ich das kann, kann es nicht so schwierig sein. Grad Kurse in virtuellem Unterricht werde ich wohl nicht anbieten, aber ich schlage mich (persönliche Einschätzung hart an der Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz) so weit so erfolgreich durch.

Hoffentlich next stop ab 08.06.: real class room. Cheers, mates.

Damals 2020 – als sich Ambrì im letzten Spiel der Ligaquali heroisch gerettet hätte

Nun, wir alle wissen ja, dass die Eishockey-Saison 2019 / 2020 wegen Corona nicht zu Ende gespielt werden konnte. Dass es also keinen Meister, keinen Absteiger und damit auch keinen Aufsteiger aus der Swiss League gab. Dass sich die Kolummnen von Eismeister Zaugg auf Watson irgendwie noch inhaltsleerer und damit länger als sonst anfühlten und dass man im Blick tatsächlich einmal zuerst Politik und Wirtschaft las – mangels spannender Sportnews (vom selbsternannten pensionierten Radiopionier Roger Schawinski immer noch „Nuus“ ausgesprochen).

Nun, leider wissen wir ja, dass es so war. Aber angenommen, wir wüssten es nicht. Dann könnten wir uns vorstellen, wie abartig spannend diese Saison ausgegangen wäre. Hätte ausgehen können.

Ambrì hatte ja eigentlich schon eine sehr ansprechende und aufregende Saison hinter sich. Der Herbst war geprägt von legendären Nächten in der Champions Hockey League, welche ich nur aus der Ferne mitbekam, weil ich ja ein wenig durch Australien reiste. Nicht mitbekommen? Der Bericht dazu hier. Zwischen Weihnachten und Neujahr spielte sich der Verein mit beherzten Auftritten am Spengler-Cup in die Herzen der ganzen Hockeyschweiz (ach was, der gesamten Hockeywelt). Über diesen Höhepunkt berichtete ich hier. Und es ist wohl nicht total vermessen zu behaupten, dass die Playoffs zumindest nicht unrealistisch gewesen wären ohne diese zwei doch sehr viele Ressourcen fressenden Saisonhöhepunkte. Nun, immerhin reichte es dank einem kleinem Schlussspurt und einem grossen und grossartigen Sieg gegen die bösen Bianconeri aus Lugano zum Abschluss der Qualifikation noch zu Rang 10 und damit zum Heimrecht in der ersten Playoutrunde. Ja ich weiss, diese Playout-Halbfinals gibt es seit Jahren nicht mehr, aber damals, als es sie noch gab, war alles noch viel lustiger (weil früher eh alles besser war) und darum gibt es sie in der imaginären Ausgabe 2020 wieder. Nur einmal, nur der Geschichte wegen.

Der legendäre Sieg am Spengler-Cup in Davos

Ich bin sicher: Ambrì hätte die ersten zwei Spiele gewonnen, ja regelrecht an die Wand gespielt hätten sie den zweiten Dorfklub in der National League aus Langnau. Nach diesen zwei grandiosen Siegen hätte sich ein wenig der Schlendrian eingestellt, wären die Spiele drei und vier knapp (eines nach Verlängerung und auch nur weil der Schiedsrichter total unnötigerweise eine völlig übertriebene Strafe für gar nicht vorhandene übertriebene Härte (wir sind ja nicht beim Kindervolleyball) zu einem mental ungünstigen Zeitpunkt gepfiffen hätte. Nun, die Spiele fünf und sechs wären dann eher langweilig gewesen, zu sehr surfte Langnau auf einer perfekten Welle und zu tief unten im Tal waren die Leventiner.

Finanziell ja gar nicht so unattraktiv: Da die Lakers aus Rapperswil den überheblichen Meister in einem zähen, nervenaufreibenden Kampf (und Krampf) niedergerungen hatten, ging es im Playout-Final tatsächlich gegen die Millionarios aus der Bundeshauptstadt. Hier umgekehrte Vorzeichen: Spiel eins und zwei gewannen die Berner überlegen, einmal fünf zu eins und einmal gleich mit neun zu zwei. Innerlich bereiteten sich die Fans aus dem Tessin bereits auf die Spiele gegen Kloten und damit gegen den Abstieg vor. Doch Ambrì zeigte das gewohnte und erwartete ja viel beschworene Kämpferherz und siegte in Spiel drei nach heroischem Kampf in der 19. Minute der Verlängerung, dies sensationellerweise mit einem wunderschönen Konter in Unterzahl. Spiel vier dann fast schon unaufgeregt: Ein diskussionsloser Sieg nach 60 Minuten. Leider verwendeten die angezählten Berner die letzten Spielminuten primär darauf, den ersten Block von Ambrì zu provozieren rsp. mit unzähligen Unsportlichkeiten verletzungsbedingt zu dezimieren. So sollte der gesamte erste Sturm von Ambrì wegen Sperren oder Verletzungen den Rest der Serie verpassen. Bern im Gegenzug mobilisierte die unerschöpflichen finanziellen Ressourcen und engagierte gleich einen gesamten Block an Verstärkungsspielern, auch das Gentleman’s Agreement in Bezug auf die maximale Anzahl Ausländer wurde gebrochen. Marc Lüthy liess sich im Blick zitieren, er würde sich nicht an solche Vereinbarungen halten, wenn sich Ambrì nicht an die alte Regel hielte, am Schluss zu verlieren. Die verstärkte Juniorenauswahl aus dem Tessin kämpfte heroisch, konnte die Niederlagen gegen die übermächtigen Berner aber nicht abwenden. So sicherte sich Bern den Ligaerhalt, allerdings unter wüsten Schmährufen der enttäuschten Fans aus dem Tessin. Knipser Knuser wollte ein Bier aufs Eis werfen, traf sich aber selber, der Mann vom schicken Möbelladen kam mit seinem Gerstensaft ein wenig weiter und schoss den vor ihm stehenden Vater von Knipser Knuser ab.

Kloten war im Verlaufe der Swiss League Playoffs immer besser in Form gekommen und hatte das Finale locker mit vier Siegen zu null Niederlagen gewonnen. Der B-Meister ging somit erholt und als Favorit in die Serie gegen Ambrì. Beide Mannschaften gewannen ihre jeweiligen Heimspiele, mal ein wenig knapper, mal ein wenig klarer. So stand es nach sechs Spielen unentschieden und es stand die erwartete und befürchtete Belle in der Valascia an. Und von diesem Spiel sollten die Anwesenden noch lange erzählen, ihren Kindern, Enkeln, Schwiegermüttern und auch sonst allen, die es eigentlich gar nicht interessierte. Kloten führte nach vier Minuten mit drei zu null, alle drei Tore waren äusserst knapp und jedes mal studierten die Schiedsrichter das Video mindestens (gefühlte) sieben Minuten. Jedes Mal entschieden die Schiedsrichter auf Tor, wütende Proteste konnten sie nicht davon abhalten. Darauf beruhigte sich das Geschehen ein wenig bis zur neunzehnten Minute, als gleich zwei Leventiner gleichzeitig auf die Strafbank geschickt wurden. Kloten suchte mit aller Vehemenz die frühzeitige Entscheidung (Chris McSorley hätte vermutlich den Torhüter rausgenommen aber so weit gingen die Flughafenstädter dann doch nicht), stand dabei sehr offensiv und lief gleich zweimal fast schon fahrlässig in Konter, welche zu einem doppelten Shorthander in doppelter Unterzahl führten. Zwei zu drei nach dem ersten Drittel. In Drittel zwei spielte Ambrì gross auf und kam zu drei Toren, wobei einmal Torhüter Conz den Assist gab und die erstmalige Führung gleich selber mit einem verunglückten Befreiungsschlag erzielte. Somit fünf zu drei vor dem Schlussdrittel. In diesem erhöhte Ambrì auf sieben zu drei, worauf Kloten den Torhüter zwölf Minuten vor Schluss durch einen weiteren Feldspieler ersetzte und so drei Minuten vor Schluss ausgleichen konnte. Den Torhüter liessen sie gleich draussen (es lief ja so gut oder sie hatten den Ausgleich in der Euphorie nicht realisiert), worauf Luca Cereda (er hatte sich wegen der vielen Verletzungen selbst aufgestellt) wenige Sekunden vor Schluss mit einem Konter auf das leere Tor zusteuerte. Er wurde unmittelbar vor Schussabgabe von hinten niedergemäht (nicht mal Tobiässli (der das Stadion einmal hoch oben in Altanca vergeblich gesucht hatte) von Claudia hätte eine bessere Blutgrätsche hingekriegt), worauf der Puck am Tor vorbeikullerte. Wieder lange Diskussionen, welche dann kurz vor Mitternacht aber im Entscheid „technisches Tor“ mündeten und womit sich Ambrì zwei Sekunden vor Schluss rettete. Und auch wenn es zum Spiel gepasst hätte, konnte Kloten diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Ambrì war einmal mehr nicht abgestiegen, noch legendärer als 2009 in Biel und viel legendärer als gegen Visp 2012 und vor allem viel legendärer als 2013 in Langenthal. Stundenlang lagen sich Spieler und Fans in den Armen, dankten dem Hockeygott, feierten den Präsidenten, Trainer, Materialwart und Stadionbeizer. Genau erinnern kann sich niemand mehr, kurz nach Mitternacht war das Bier alle und ab dann wurde wahlweise Wein oder Nussschnaps in Bierbechern ausgeschenkt.

Ja, es war nicht so, aber es hätte so sein können und es wäre grandios gewesen. Und wir hätten noch lange darüber geredet. Und uns noch viel länger daran erinnert.

Und ja, irgendwann über Ostern war mir ein wenig langweilig.

Ich freue mich auf die nächste Saison.

100 Tage 2020 – über Corona, Arbeitswege, eine abgebrochene Skisaison und einkaufende Rentner

Nun, das Jahr 2020 begann so weit ja so normal: alle stiessen im Astoria zu Arosa (mein Lieblingshotel, dem ich seinen ganz eigenen Beitrag gewidmet habe) mit von Jasmin (welche ja eigentlich Chantal heisst, aber immer böse wird, wenn man es Schantall ausspricht) servierten gekühlten, kohlesäurehaltigen Getränken auf das neue Jahr an und Oli gab den ‚Highway to hell‘ zum Besten (ja, wenn wir damals schon gewusst hätten, dass wir gerade auf die Schnellstrasse in Richtung Hölle einbogen, zum Glück wussten wir es nicht). Das Wetter war wunderbar, die Pisten in Arosa voll. Dummerweise stürzte ich am zweitletzten Tag saudumm (und ein zu Hause im Schrank vor sich hin mottender Rückenpanzer entfaltet eben nur begrenzte wenig keine Wirkung). Weil der Schmerz nicht besser sondern schlimmer wurde (irgendwann fühlte es sich an, als hätte mir jemand ein Messer in den Rücken gerammt (schlimmer als jede Männergrippe)), suchte ich mit einer Woche Verspätung sogar die Notfallaufnahme im Kantonsspital Baden (für Insider: ja, genau, Knipser Knuser umschrieb es der Einfachheit halber mal als das grosse Haus, wo man hingeht, wenn man krank ist) auf (damals, als man das noch ohne Voranmeldung zur Notaufnahme durfte). Wartezeit schlappe 3 Stunden, denn immer als ich fast dran gewesen wäre, wurde wieder ein (offenbar anderweitig schwer gestürztes) schreiendes Kind mit blutendem Kinn hereingetragen…oder so ähnlich.

Nun, die muskelentspannenden Medikamente entfalteten Wirkung (und man schläft wahnsinnig gut, so gut, dass ich nach acht Jahren tatsächlich erstmals an einem Samstag meinen Unterricht (als Dozent und nicht Student wohlverstanden) verpennte) und so fuhr ich schon bald in die nächsten Skiferien, dieses Mal mit den Fröschen, natürlich wieder nach Arosa (darüber berichtet habe ich hier). Ich steuerte direkt auf einen neuen Rekord an Schneetagen pro Saison hin. Dachte ich.

Das nächste Skiwochenende in Arosa war dann ein wenig überschattet von fast schon unzähligen Telefonkonferenzen infolge dieses Corona (und von einem weiteren, noch dämlicheren Sturz, bei welchem ich mir die Rippen auf der noch unversehrten Seite quetschte). Ehrlich gesagt fand ich die Massnahme meines Lieblingsarbeitgebers leicht übertrieben, Teams auf verschiedene Standorte aufzuteilen und ein Kontaktverbot zwischen den Standorten zu erlassen. Naja, im Nachhinein war es sogar untertrieben, bald verschoben wir so viele Mitarbeitende wie irgendwie möglich ins Home Office. Mit dem angenehmen Nebeneffekt massiv verkürzter Arbeitswege.

Das traditionelle Männerskiweekend Mitte März war dann kein Skiweekend mehr. Gleich am Freitag beendete der Bundesrat die Skisaison (was ein paar Schlaumeier im Kanton Bern leider so sehr missverstanden, dass sie erst am Samstag schlossen), die Restaurants wurden auf 50 Gäste begrenzt und am Montag dann ganz geschlossen. Alles soweit erträglich, irgendwie einfach doof, dass ich am folgenden Dienstag den dringend notwendigen Termin bei meiner Lieblingscoiffeuse gehabt hätte (und hier braucht jetzt wohl niemand eine Erklärung des Konjunktivs).

heutiger Zwischenstand in der Corona Hair Style Trophy

Ich habe jetzt dafür mehr Zeit, Social Media zu pflegen und bin tatsächlich wieder einmal von Watson zitiert worden (und zwar in der Rangliste der 30 lustigsten Corona-Tweets, ok, nur Rang 29, aber hätte es einen zweiten Lauf gegeben, hätte ich Stile eines Ingemar Stenmark angegriffen und das Feld von hinten aufgerollt, aber es gab ja keinen zweiten Lauf). Dies erwähne ich hier übrigens nur, damit ich Watson taggen kann und so meine Chancen erhöhe in der Liste der 30 besten Corona-Blogger zu erscheinen.

Der (ein wenig) Ruhm und Ehre bringende Tweet

Aber Corona hat ja auch schöne Seiten: Ich kaufe nun für zwei Personen aus der Risikogruppe ein und mittlerweile haben wir das Übergabeprozedere so weit perfektioniert, dass sogar ein Bier unter Einhaltung von maximalen Distanzregeln möglich ist. Einfach nur eins, damit ich wieder zu Hause bin, bevor das Bier auf die Blase drückt und ich das Haus der Risikoperson nicht betreten muss. Virtuelle Feierabendbiere finden fast schon regelmässig statt und sogar an einer ersten virtuellen Geburtstagsparty war ich dabei. Ich habe gelernt, virtuell zu unterrichten und zwar ganz alleine (was quasi eine Sensation ist, denn bei der Erstinstallation meines Internet-Anschlusses benötigte ich noch die Hilfe des schicken Möbelhändlers (aber das war so um die Jahrtausendwende).

Und das frühzeitige Ende der Skisaison wirkt sich sehr positiv auf mein #Projekt3660 aus (die zwei Gratis-Essen sind übrigens schon lange weg, ich freue mich trotzdem über weitere Spendenzusagen), mein Rückstand auf die Marschtabelle per Ostermontag wird eher bei 100 Kilometern als bei 200 liegen, was die Chancen auf eine erfolgreichen Abschluss massiv erhöht.

Was mich immer noch nervt (auch wenn die Disziplin massiv zugenommen hat): die einkaufenden Alten. Wenn ihr schon einkaufen müsst, warum nicht im Volg mit vielleicht drei Kunden? Warum zum Teufel müsst ihr in einen grossen Coop und warum zur Hölle müsst ihr beim Gemüse noch ein Schwätzchen halten? Und vor allem: Warum (why the hell) am Samstagnachmittag, wenn der Laden auch ohne Euch voll wäre? Damit ihr mal heldenhaft erzählen könnt, ihr hättet den höchsten ‚möglichst viele Viren pro Altersjahr-Quotienten‘ überlebt? Und an Grossfamilien mit vielen Kindern: Ist es sinnvoll (ratsam, schlau, intelligent) mit allen Kinder möglichst lang in diesem grossen Coop zu sein? Etwa so sinnvoll (ratsam, schlau, intelligent) wie der Rentner, der über Ostern ins Tessin fahren musste, um den Rasen seines Ferienhauses zu wässern (sorry, aber bitte what the fuck?).

Was ich sagen will? Die Kurve scheint abzuflachen, die Spitäler können aktuell die Last tragen, eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft scheint möglich. Also haltet jetzt doch einfach diese zwei Wochen noch durch. Geht an die Frische Luft und geniesst den Frühling. Aber reduziert Eure sozialen physischen Kontakte auf das absolute Minimum. Und wenn sie absolut notwendig sind, dann bleibt auf Distanz. Und für diejenigen, welche nicht auf 5 zählen oder 2 Meter abschätzen können: bleibt einfach alleine zu Hause oder #staythefuckhome (it could save lifes).

Frohe Ostern allerseits!

2 Wochen Lockdown

Vor einer Woche habe ich ja alle, also wirklich alle, aber noch viel mehr alle Personen aus Risikogruppen, und da vor allem die teils sehr uneinsichtigen Rentner, ultimativ aufgefordert, jetzt einfach zu Hause zu bleiben. Zu Neudeutsch #staythefuckhome (ja, ok, es ginge theoretisch auch ohne fuck, aber das ist jetzt wirklich sehr theoretisch) oder auf Schweizerdeutsch wohl am ehesten „bliebed jetzt eifach mal dihei, gopfertelli!“.

Nun, eigentlich würde ich ja jetzt gerne beurteilen, ob sich nun alle brav daran halten. Aber irgendwie kann ich das nicht wirklich. Denn ich selber bin ja kaum noch unterwegs. Eingekauft habe ich diese Woche am Samstag zum ersten Mal, für mich und meine Mutter, die ich nach langem Kampf, unter anderem ausgetragen in den sozialen Medien, dazu bringen konnte, sich einkaufen zu lassen. Sogar online bestellt hat sie Lebensmittel zwischenzeitlich, leider erfolgt aber jene Lieferung erst Mitte April. Offenbar ist sie nicht die Einzige, welche jetzt die Vorteile des Online-Shopping entdeckt. Aber bei diesem Samstagseinkauf stellte ich grosse Disziplin fest: fast schon peinlich genau bemühten sich alle um Abstand, vor der Gemüsewaage wurde brav gewartet, an der Kasse Abstand genommen. Und meine Mutter wäre echt aufgefallen: ich sah genau einen Mann, den man eindeutig der Risikogruppe Rentner zuordnen konnte. Und ihm hätte ich am liebsten direkt gesagt, dass es in praktisch jeder Gemeinde nun doch freiwillige Helfer gibt, welche das erledigen.

Was weiter auffällt, dass Bahnhöfe und Züge wirklich leer sind. Wenn man sich den Wagen (nicht das Abteil) mit einer zweiten Person teilen muss, dann ist es fast schon eng. Nicht nur zu Randzeiten, auch mitten in der (ehemaligen, in Englisch: formerly known as) Stosszeit. Auf den Bänken draussen (also wir würden das ja Bänkli nennen, aber das verstehen dann meine Lieblingsmenschen von der Walfamilie wieder genau so nicht wie sie schon Polterabend nicht verstanden haben oder zumindest nicht verstehen wollten) hat es auch praktisch keine Leute mehr, teilweise sind sie aber auch abgesperrt (ja, und dann hat es halt offensichtlich keine Leute mehr, weil es keine Leute mehr haben kann). Gewisse Menschen gehen wirklich auf Distanz. Ich absolviere den Arbeitsweg jetzt teilweise zu Fuss. Und es gibt also Menschen, die die Strassenseite wechseln, damit wir uns nicht kreuzen müssen. Normalerweise nähme ich dies ja persönlich. Also jetzt auch, aber irgendwie dankbar. Mein Arbeitsweg führt zu einem guten Teil entlang der Limmat (Fluss in der Schweiz, für die nicht Ortskundigen), an manchen Stellen ist der Weg recht schmal. Und wenn man sich dort kreuzt, dann sind 2 Meter Abstand gar nicht möglich. Aber meine äusserst vernünftigen „Wegkreuzer“ (und ich auch, also ich halte mich auch für sehr vernünftig, war ich schon immer) nicken uns nur noch zu, um uns nicht versehentlich beim freundlichen „guete Morge“ virenbefallen anzuspucken.

Ja, das sind die Vernünftigen. Es gibt aber auch immer noch die Anderen. Kleine Gruppen von Jugendlichen, welche sich trotz aller Warnungen ganz nah zueinander setzen müssen auf dem Schulhausplatz. Bei denen läuft wohl zu Hause irgendetwas schief, wenn sie auch bei 5 Grad lieber draussen rumhängen und von ihren Eltern offenbar auch in keiner Art und Weise daran gehindert werden (können). Oder Frauen mit spielenden Hunden, welche ihren Sidetalk nicht aus 2 Metern Distanz führen können. Und welche mich verständlos anschauen, wenn ich sie frage, ob sie im gleichen Haushalt wohnen würden (ja, klar, es geht mich nichts an und eigentlich ist es mir frei nach Rüdiger Hofmann auch so was von egal). Und wäre ich nicht so höflich, würde ich ihnen am Liebsten #staythefuckhome ins Gesicht brüllen.

Insgesamt würde ich sagen, dass die nicht-Ausgangssperre gut funktioniert. Auch vermeldet nicht-Linguistiker Daniel Koch vom BAG (seine Erklärung, warum er den Konjunktiv nicht erklären könne, ist wohl der humoristische Höhepunk der gesamten Corona-Krise, der link zum kurzen Video hier) zwar noch keine sinkenden aber immerhin weniger steil steigende Neu-Infizierten-Zahlen, obwohl die Tests offenbar massiv ausgeweitet wurden. Wobei die grosse Bewährungsprobe noch kommt: eine leicht abflachende Ansteckungskurve könnte dazu anregen, die Disziplin ein wenig zu reduzieren. Und ein schöner sonniger Frühlingssonntag (heute wohl eher weniger) wird die Leute nach draussen treiben und ob sie dann noch Abstand halten, bleibt abzuwarten. Und sinkende Disziplin würde die Chance auf eine totale Ausgangssperre wieder massiv erhöhen und ja, ehrlich, die möchte ich auf keinen Fall.

Was wird von Corona bleiben, wenn der Virus dann mal überstanden ist? Ich denke, dass Bund und Kantone ihre Notbestände an medizinischem Material aufstocken werden (irgendwie fast schon peinlich, wie uns die Blockierung einer einzigen Lieferung an Schutzmasken durch den grossen Nachbarskanton im Norden in Nöte bringt). Alle Berufe im Gesundheitswesen werden hoffentlich (auch finanziell) mehr Wertschätzung erfahren. Home Office wird etabliert sein (auch für all die Chefs, welche vor 4 Wochen noch dachten und behaupteten, dass dies bei ihnen total unmöglich ja gar undenkbar sei). Wir alle werden bei unseren digitalen Fähigkeiten einen grossen Quantensprung gemacht haben (ich bin jetzt ja nicht grad der Ober-Techie, aber ich unterrichte jetzt virtuell ab I-Phone mit zoom (und ich kann dabei sogar #staythefuckhome als virtuellen Hintergrund einblenden, dies im Klassenzimmer jedes Mal aufzuhängen wäre massiv mühsamer) und auch wenn es noch ungewohnt und eher hölzern ist: die Technik ist dabei nicht das Problem).

Als Entschädigung für den grossen und grossartigen Einsatz in der vergangenen Arbeitswoche bekommt Teststudent Marco Ferrara einen bebilderten Gastauftritt

Und weil ja dann alle die Videotechnik begriffen haben, könnte sich die Geschäftsreisetätigkeit massiv reduzieren. Die für Ferien wohl nicht, Strandurlaub ab Video ist wohl nicht das Gleiche, aber ein dröges, internes Meeting braucht wohl wirklich keine physische Anwesenheit mehr. Und weil wir uns gerade an aus der Form gewachsene Frisuren gewöhnen (müssen), sind wir vielleicht alle ein wenig weniger eitel.

Ja, und dann frage ich mich noch, ob wir uns inskünftig noch bei jeder Gelegenheit die Hände schütteln werden (so zur Begrüssung beim Lunch, war ja eigentlich schon immer eklig). Und ob sich das ‚blieb gsund‘ als das neue ‚en Schöne‘ (habe ich nie besonders gemocht) etablieren wird.

Wir werden sehen. Bis dann gilt weiterhin: #staythefuckhome (so betitelter Beitrag von letzter Woche hier) oder bliebed jetzt eifach dihei, gopfertelli! Und dann erweist sich vielleicht sogar der neue most popular Hashtag #alleswirdgut nicht nur als zweckoptimistische Hoffnung sondern als echte Prognose.

#staythefuckhome – fast ganz ohne Abschweifer

Normalerweise beschreibe ich hier ja mehr oder weniger lustige (oder was ich lustig finde) Geschichten. Und diese Geschichten handeln meist von glatten, geselligen, manchmal lauten Zusammenkünften mit Menschen.

Dieses Wochenende wäre ich zum Beispiel mit ein paar netten Menschen nach Davos zum Skifahren gefahren. Ursprünglich waren wir eine Gruppe von 21 Personen, welche sich dann aufgrund der Split-Organisation unseres gemeinsamen Lieblingsarbeitgebers auf 12 reduzierte. Nun, mit den bundesrätlichen Beschlüssen vom 13. März wurden alle Planungen leider hinfällig, das Hotel schloss seine Saison bereits am Folgetag ab.

Es wäre lustig gewesen, da bin ich sicher. Vielleicht wäre ein Teil der Gruppe zum Ärger des Kellners wieder zu spät zum Nachtessen erschienen, vielleicht hätte gleicher Kellner mir zu erklären versucht, dass dieser penetrante Korkgeschmack genau das tolle Bouquet des bestellten Weins sei, vielleicht hätte Oli (hey, quasi ein erdachter Gastauftritt) zuerst scheu abgklärt, was eigentlich so eine Insta-Story sei und dann gleich seine erste (zum Beispiel ein Schnappschuss des gemusterten Teppichs) produziert, vielleicht hätten wir mit der Mutter von Nikki Lauda (ja, genau, Mama Lauda) getanzt, vielleicht hätten wir mit den berollten Barstühlen cool runnings gespielt, vielleicht hätte ich beim Auschecken wie jedes Jahr ein wenig Angst vor einem Hausverbot gehabt und vielleicht wäre am Sonntag bei bestem Wetter dann trotz aller Vorsätze niemand mehr Ski gefahren. Vielleicht, wäre, könnte, hätte (hätte, Fahrradkette).

Nun, wir sind nicht gefahren. Was zwar schade, aber ganz sicher nicht das grösste Problem unseres gemeinsamen Lieblingsarbeitgebers, unseres Landes oder der Welt ist. Täglich sterben mehr Menschen an Corona, täglich breitet sich Corona schneller aus, wöchentlich werden Massnahmen verschärft, die totale Ausgangssperre droht.

Mich nerven dabei zwei Gruppen von Menschen (und zwar sehr!):

1. die Besserwisser, welche vor kurzem über die Absage von Fussballspielen heulten und jetzt den Bundesrat dafür kritisieren, dass er entweder den Coiffeur zugemacht oder noch keine absolute Ausgangssperre verhängt hat. Und wenn sie ihren Unmut grad nicht kund tun, dann kaufen sie die Regale mit (bitte wählen) WC-Papier, Fiebersenkern und Tiefkühlpizzas (ausser Hawaii, dass dann doch nicht) leer. Ich richte mich direkt an Euch: mit Euren Kommentaren ruft ihr mehr oder weniger direkt dazu auf, sich nicht an die bundesrätlichen Regeln zu halten, ihr bestätigt all diejenigen, welche auch dieses Wochenende wieder lustige Grillparties feiern wollen und so direkt auf die Ausgangssperre hinarbeiten – und die Ausbreitung des Virus weiter beschleunigen. Also bitte, zwei Regeln für Euch:

#shutthefuckup and #staythefuckhome

2. die Alten (sorry, so wollt ihr über 65jährigen nicht genannt werden, also: die Reifen oder Lebenserfahrenen) welche jetzt eben doch noch selber einkaufen müssen oder doch noch Enkel hüten oder sich gegenseitig einladen. Wenn ich es direkt sagen darf: Ihr nervt mich sehr gewaltig, ich bin echt sauer auf Euch! Ihr seid Risikogruppe, ihr müsst mit grösserer Wahrscheinlichkeit in Spitalpflege oder sogar auf die Intensivstation, ihr nehmt dort (bitte selber wählen) einem Familienvater nach einem Unfall, einem kleinen Kind mit Krebs oder einer fitten Mit-Fünfzigerin mit Corona den Platz weg. Wenn es Euch egal ist zu sterben, dann tragt bitte Eure Patentienverfügung mit Verzicht auf jegliche Intensivpflege immer gut sichtbar auf Euch. Und bleibt trotzdem zu Hause, denn nur weil ihr unbedingt lebensmüde sein müsst, müsst ihr ja das Virus nicht weiterverbreiten. Wenn ihr jetzt endlich zu Hause bleibt, dann können wir vielleicht erstens die totale Ausgangssperre und zweitens die totale Überlastung der Spitäler verhindern. Also ist es für Euch einfach, ihr kriegt nur eine Anweisung: #staythefuckhome

Zum Schluss mein herzlicher Dank an alle Angestellten in allen medizinischen Berufen dafür, dass ihr das System am Laufen hält. Danke auch an alle Angestellten im Detailhandel, auch ihr hält ein wichtiges System am Laufen. Meine Gedanken sind aber auch bei allen Wirtinnen, Coiffeuren, Verkäuferinnen oder allen Touristikern, welche von dieser Krise wirtschaftlich brutal hart getroffen werden. Zum Glück leben wir in einem Land, welches die finanziellen Mittel hat, gewissen finanzielle Schäden abzufedern.

Wenn wir also die totale Ausgangssperre und den Zusammenbruch des Gesundheitssystems verhindern wollen, dann gilt (bitte, bitte, bitte):

Bleibt zu Hause, wann immer ihr könnt! Und für alle über 65: bleibt ganz zu Hause! Und falls ihr diese freundliche Aufforderung nicht versteht, dann nochmals in aller Kürze:

just stay the fuck home!

Meine erste Reise mit dem Flixbus – kurze Review mit kurzen Abschweifern

So, es stand also ein kleiner Ausflug nach München an, dieses Mal ganz ohne Knipser Knuser und auch ohne seinen Vater (womit auch die Gefahr von Ohnmachtsanfällen schon mal massiv reduziert wurde, später mehr dazu, das war grad ein ganz klassischer Teaser).

Zum allerersten Mal buchte ich mir eine Reise mit einem Flixbus. Und ich erwartete ja insbesondere nach dem aufregenden Bericht im Kassensturz (und die müssen es ja wissen und sind vor allem immer total neutral und auch nie tendenziös, frage mich gerade, warum ich Büchsenravioli nicht mehr mag) das Schlimmste – und dann noch eins schlimmer dazu. Nun, ich buchte also die Fahrt hin und zurück und für schlappe 6 Euro obendrauf die erste Reihe im Oberdeck dazu, welche fantastische Aussicht versprach (und auch hielt). Für Euro 0.52 neutralisierte ich die Fahrt in Bezug auf die Klimagase (und spürte dabei den Schulterklopfer Gretas) wie das gemäss Homepage schon über 5000 FlixBus-Passagiere getan haben. Bitte wie? Flixbus hat 2019 gemäss eigenen Angaben 62 Millionen Passagiere transportiert und gerade mal 0.1 Promille waren bereit, den kleinen Aufpreis der Klimaneutralisierung zu bezahlen! Ich würde mal sagen: schämt Euch Ihr restlichen 99.99 Prozent.

Lustig oder eher ärgerlich, dass mir Flixbus seit der Buchung in allen sozialen Medien 10 % auf ‚Deine erste Buchung mit Flixbus‘ anbietet. Ach, jetzt habt ihr ganz offenbar gemerkt, dass ich eine Fahrt suchte und habt nicht bemerkt, dass ich diese Fahrt dann auch gleich buchte (yeah, ein Reim der Reise ins Dichter- und Denker-Land würdig)? Ärgerlich, wenn ihr Geld ausgebt, um mich mit einem Angebot zu ärgern, von dem ich ärgerlicherweise gar nicht mehr profitieren kann! Aber irgendwie auch beruhigend, wenn das Internet offenbar doch nicht ganz alles weiss (für Verschwörungstheoretiker: vielleicht weiss das Internet doch alles, tut aber so, als ob es nicht alles weiss, um mich hinters Licht zu führen).

Egal, am Freitag um 15 Uhr, sollte es losgehen, um 18.45 sollten wir in München sein. Mir graute ja echt, da Freitag Nachmittag zwischen 3 und 7 ja tendenziell Staugefahr (vor allem an der Grenze, wenn die Schweizer ihre harten Franken als weiche Euro ausgeben wollen) besteht. Nun, der Bus stand pünktlich da, ich stieg um 10 vor 3 ein und mein Platz war zu meiner Freude auch noch nicht besetzt. So hatte ich bereits beste Aussicht auf die mehrsprachigen Versuche einer Frau mit reserviertem Platz einen keine der mehreren Sprachen verstehenden Mann ohne Reservation von diesem eben von ihr reservierten Platz zu verscheuchen. Ganz grosses Kino – fast wie damals, als wir vor Jahren Atze Schröder als Vater des den Hebel nicht ziehenden in München sahen (und sich der Mann vom schicken Möbelladen aus nicht näher erläuterten Gründen ein Auge zuhalten musste).

Und dann das: ich wollte ja eine vernichtende Review schreiben und dann gibt es nichts zu meckern. Wir fuhren um 15.02 Uhr los, womit der Bus auch nach Standards der Schweizerischen Bundesbahnen als Zug dieser Bahnen rein statistisch noch zu pünktlich gezählt hätte (aber es war ja eben eh ein Bus und damit für diese viel diskutierte Statistik nicht relevant) und erreichten den Busbahnhof in München um 18.38 und damit sogar 7 Minuten zu früh (womit meine Review auch nicht schlechter sondern sogar noch besser wird). Es ging als echt schnell (fast schon rassig, fast so rassig wie damals Knipser Knusers Vaters (man achte auf den doppelten Genitiv) Currywurst der Schärfestufe 7, welche zu oben erwähnten Ohnmachtsanfällen führte, welche Ihr bitte für Euch behält, denn seine Frau darf davon unter keinen Umständen erfahren) aber noch schneller wäre es mit dem Zeitraffer gegangen (ja, das war jetzt grad ein wenig holprig aber ich wollte doch mein Filmli ankünden):

Wifi nicht gerade zum Gucken von ganzen Filmen (ist auf 150 MB limitiert und nicht ganz störungsfrei) aber für ein paar Whatsapp- (oder eher Signal oder Threema, ich wende mich da gerade mehr oder weniger engagiert vom weltbeherrschenden Marktführer ab) Nachrichten reicht es allemal.

Auf dem Heimweg nicht viel Neues: Wieder mit 2 Minuten Verspätung losgefahren und dann mit 4 Minuten Vorsprung in Zürich amgekommen. Dazwischen zwei Tage in München. Total knapp 20 Kilometer für #Projekt3660 (primär im Englischen Garten und im Olympiapark), dazu ein Besuch bei Hirmer und den Laden liebe ich, seit sich ein Verkäufer als echter Berater entpuppte, weil er sich faktisch weigerte, mir einen Anzug zu verkaufen, mit der simplen Begründung, dass er mir schlicht nicht sass – und mir dann zwei viel besser sitzende Anzüge verkaufte. Und auch Spass hatte ich da drin schon, nämlich als sich Noosa-Hasser Fausto (er mag es übrigens total, wenn Ihr ihn Faustolino nennt) für gefühlt 700 Euro (und das war damals noch richtig Geld) Poschettli (für Deutsche LeserInnen: Einstecktücher) kaufte und Mele (herzliche Gratulation zum Gastauftritt) ein T-Shirt in 7XL anprobierte (frage mich gerade, warum zum Teufel Du das getan hast aber es war sehr glatt).

So, next step noch unbekannt.

Cheers, mates

#Projekt3660 – Wasserstandsmeldung mit Abschweifern

Ich habe mir für 2020 ja viel vorgenommen – nämlich pro Tag 10 Kilometer zu Fuss (wobei nur Aktivitäten von mehr als einem Kilometer gezählt werden), also total 3660 km. Und für jeden Kilometer, welchen ich unter den 3660 bleibe, spende ich 4Africa CHF 10, was ein theoretisches finanzielles Risiko von CHF 36600 ergibt. Da ich davon ausgehe, dass ich die 3660 km schaffen werde, suchte und suche ich Gegenwetten von Menschen, welche meine Laufleistung mit einer Spende an 4Africa unterstützen. Alle Details zum #Projekt3660 hier. Und jetzt mal ein nettes Foto von meiner Lieblings-Laufbegleiterin:

Bailey, leicht erschöpft

Nun, unmittelbar nach Publikation des ‚Angebotes‘ gingen ja bereits die ersten Zusagen ein. Die erste und damit Gewinnerin eines Mittagessens mit mir war Nathalie (sie kennen regelmässige Leser schon als Trägerin eines Skihelmes mit integriertem Visier, was ja superpraktisch ist, aber halt leider…ihr wisst schon) und ihre Ansage war nennen wir es mal mutig: pro Kilometer, welchen ich unter oder über die 3660 zu liegen komme, will sie CHF 2 spenden. Einen kurzen Moment überlegte ich, sofort alle Bemühungen einzustellen und ihr eine Rechnung über CHF 7320 zukommen zu lassen. Dann wurde mir bewusst, dass meine Rechnung dann genau 5mal so hoch ausgefallen wäre, worauf ich dem Plan wieder verwarf. Nr. 2 war Yannik, er qualifizierte sich damit für ein Mittagessen auf meine Kosten, einzunehmen alleine. Alleine Essen ist ja quasi mein Lieblingsthema. Und dazu schon wieder eine neue Geschichte, welche grad wunderbar als Abschweifer taugt: Letzte Woche war ich mit Beks zum Lunch. Und für Beks reicht eigentlich ein einziger Abschweifer nicht, er gäbe alleine drei ganze Beiträge her, eine kleine Auswahl: er bestellt locker nach Cordon Bleu mit Pommes anstelle eines Espressos eine heisse Schokolade (Gerüchten zufolge überlegte er sich sogar, diese als Mélange zu bestellen), er sucht Restaurants primär nach der Aussicht aus (obwohl es beim Besuch dann Abend und stockdunkel ist) oder er fragt ernsthaft, ob der Schweizer Film Eine wie iig, dr Dällebach Kari in Deutscher Sprache oder in Englisch mit Untertitel im Kino gezeigt würde. Egal, die zwei Jahre mit Beks waren beruflich meine erfolgreichsten, ob wegen oder trotz Beks sei dahingestellt. Also, ich war mit Beks im Hirschli in Baden (für mich immer noch das beste Lokal der Stadt, die Bistrobestuhlung mag Geschmackssache sein, aber Food und Service haben Klasse. Und Architektur und Einrichtung sind auch nach 20 Jahren noch so zeitlos, dass mich so ein moderner Zürcher (Züricher für Deutsche, Züzis für uns Aargauer) wie Hipster Patrick Tributsch fragte, ob diese Bar neu sei). Wir sassen also gemütlich im Hirschli als Peter (ich nenne ihn ab jetzt den jungen Peter, ihr merkt gleich warum) reinkam, der mit seinem Ex-Chef (ebenfalls Peter, ab jetzt der alte Peter) verabredet war. Der junge Peter blickte schon leicht in Panik um sich, denn er war runde 5 Minuten verspätet, der alte (und pensionierte) Peter hätte also eigentlich schon da sein müssen. Ein Telefongespräch zwischen dem jungen um dem alten Peter brachte Klärung: der alte Peter genoss gerade die Sonne im Tessin und hatte den jungen Peter offenbar vergessen. Der junge Peter war in kurzer Sorge, im Hirschli (wo er als Lokalmatador sogar erkannt werden könnte) alleine speisen zu müssen und deshalb wahnsinnig erleichtert, uns zu sehen (und wir boten ihm sogar Asyl an unserem Tisch an, gemein wäre ja gewesen: ‚du nein, wir haben was wichtiges zu besprechen, vor allem aber schauen wir dir gerne beim alleine essen zu‘), so wahnsinnig erleichtert, dass er sogar Kaffee spendierte (und sogar Beks gönnte sich einem Kaffee und verzichtete auf die heisse Schokolade).

Aber ich war ja eigentlich bei den Spendern: Bisher klar am originellsten die Zusage von Remo: nicht nur hat er das Qualifikationsschema meines Lieblingsarbeitgebers auch Jahre nach seinem Wechsel zur bösen Konkurrenz verinnerlicht, sondern er versteht es auch, Reize zu setzen. Und aus Angst vor diesen Reizen hat Marco seine Zusage um einen Cap bei 4000 km ergänzt und für diese Absicherung sogar eine Prämie von CHF 5 geboten.

Remos Ansage

So und jetzt doch noch die Wasserstandsmeldung zum Projektfortschritt: Nun, nach 40 Tagen stehe ich bei gut 330 km. Dies entspricht einem Durchschnitt von 8.25 km pro Tag, also habe ich mir einen Rückstand von knapp 70 Kilometern auf die Marschtabelle eingehandelt. Nicht weiter beunruhigend: ich war zweimal eine Woche zum Skifahren in Arosa (zuerst im Astoria und dann mit den Fröschen im Hohenfels) und in diesen zwei Wochen war ich nicht grad übermässig läufig. Ausserdem hat mich eine schmerzhafte Rippenprellung (man merke sich: wenn man beim Skifahren auf den Rücken stürzt, dann nützt ein Rückenprotektor sehr wenig, vor allem, wenn er zu Hause im Schrank liegt, mein Besuch in der Notfallaufnahme ist des Abschweifens auch noch wert: immer wenn ich kurz vor der Behandlung stand, wurde wieder ein kleines, schreiendes Kind mit blutendem Kinn hereingetragen, welches dann logischerweise priorisiert wurde, so zumindest meine leicht verzerrte Erinnerung) ein wenig eingeschränkt. Ich wage mal die Prognose: habe ich nach Ostern (und damit nach der Skisaison) runde 200 Kilometer Rückstand, dann sollte das zu schaffen sein. Ist der Rückstand markant kleiner, dann könnte ich wohl die 4000 tatsächlich in Angriff nehmen. Sollte er massiv grösser sein, dann müsste ich wohl Wanderferien einplanen.

Soweit mal der Zwischenstand. Ich freue mich über weitere Wetten, Gegenwetten, Herausforderungen oder auch einfach simple Spendenzusagen (ja, auch die gab es schon und auch die nehme ich gerne) zugunsten von 4 Africa. Und für jene, welche nicht spenden können oder wollen: auch ein in den sozialen Medien geteilter Beitrag ist ein Beitrag!

Next stop: Siggenthaler Feld, die nächsten Kilometer stehen an.

Cheers, mates

 

Meine Reise mit den Fröschen – oder wieder mal über beloved Arosa – mit vielen Abschweifern (unter anderem zum EHC Arosa)

Zuerst mal für alle, die Arosa nicht kennen, ein schönes Bild (ok, ist zwar Lenzerheide aber die Skigebiete gehören ja zusammen und so detailverliebt war ich jetzt ja noch nie):

In der dritten Januarwoche hatte ich auf Anweisung meines Vorgesetzten Thomas Wechsler (endlich der wohlverdiente Gastauftritt, um den Du gar nie gebeten hast) noch Resturlaub (unter diesem Namen hat Tommy Jaud ein sehr lustiges Buch publiziert, nicht ganz so legendär wie das legendäre Hummeldumm, aber immer noch sehr lustig) zu beziehen. Ja, hört sich seltsam an, wenn ich als gefühlter Dauerurlauber noch Resturlaub habe, aber ausser meinen drei wundervollen unbezahlten Tagen Wochen Monaten in Australien (für alle, die es verpasst haben: die Zusammenfassung mit allen links hier) hatte ich 2019 keine eigentlichen Ferien bezogen.

Als Destination kam natürlich nur Arosa in Frage, da ich alleine verreiste und erst knapp zwei Wochen davor dort ausgecheckt hatte, war für einmal das heissgeliebte Astoria (darüber habe ich hier berichtet) nicht die erste Wahl. Dank etwas Recherche fand ich heraus, dass das altehrwürdige Hotel Hohenfels ab dieser Saison vom Deutschen Sportreiseanbieter Frosch geführt wird (die strategische Absicht dahinter findet sich hier). Genau in meiner Ferienwoche sollte eine Alleinreisendenwoche (welche gewisse TeilnehmerInnen dann als Single-Woche missinterpretierten – Toni, das wäre Dein Gastauftritt, gern geschehen) stattfinden: also Gruppenbespassung ohne das Risiko, alleine essen zu müssen (die ganz grosse und völlig unbegründete Panik vieler Alleinreisender). Mein Gedanke dazu: wenn die alle nerven, dann ist es ein günstiges Zimmer mit Halbpension – sie sollten nicht nerven.

Mit leicht unsicherem Gefühl reiste ich nach Arosa. Erster Erfolg: ich konnte mir den letzten verfügbaren Gratisparkplatz schnappen – zwei Minuten später wäre er weg gewesen. Die Begrüssung freundlich, das Zimmer sauber und geräumig. Dann der erste Kontaktangriff in der Bar und wie sich herausstellen sollte, war ich tatsächlich der einzige Schweizer unter 60 Deutschen. Diese konnten es auch kaum fassen und fragten immer wieder: warum genau (also in Englisch: why the hell) verreist ein Schweizer mit Frosch in die Schweiz? Nun, ich integrierte mich recht rasch (zumindest nach meinem Gefühl, vielleicht sahen das die Deutschen ja anders), obwohl es ja schon kulturelle Unterschiede gibt: Oder wie viele Schweizerinnen, welche vor dem Abendessen mal rasch zwei grosse Bier weghauen, kennt ihr?

Das Essen nicht grad auf Gault Millau-Niveau, aber reichlich, wobei man dem Koch sicher keine Verliebtheit unterstellen konnte, was zu einer fast schon übermässigen Beanspruchung des Salzstreuers führte (aber lieber nachsalzen als entsalzen, weil das irgendwie ja gar nicht geht). Der Speisesaal mit akustischem Potential, aber genau der fast schon nervtötende Lärm kreierte eine Skilager-Atmosphäre, welche an längst vergessene Zeiten in der Lenzerheide erinnerten, als ich zusammen mit dem Mann vom schicken Möbelladen die Party des Nachbarskilagers besuchte, wir vom Lehrer dort freundlich gebeten wurden, wieder zu gehen hinausgeschmissen wurden und dafür dann am nächsten Abend sein Bier übernahmen, was ihm (und allen an unserem Tisch) unendlich peinlich war (wow, das war jetzt grad ein sehr langer Satz, danke fürs Durchhalten).

Nach dem Essen am ersten Abend konnte ich drei der neuen Freunde sogar zu einem Besuch des Spiels des EHC Arosa (also zuerst fanden sie ja die dritthöchste Schweizer Spielklasse nicht grad prickelnd, aber als ich dann mit angelesenem Fachwissen zum ehemaligen Serienmeister auftrumpfte, waren sie rasch überzeugt) gegen den EHC Basel (als die noch in der obersten Liga spielten, begleiteten wir regelmässig Ambrí nach Basel und einmal fuhr Knipser Knuser mit dem Taxi vor (es weiss bis heute niemand genau warum, aber irgendwie wurde er spätestens da zur Legende) und ein ander Mal verliess sein Vater wegen eines 0-4- Rückstandes das Spiel nach zwei Dritteln (weil er rechtzeitig für ,10 vor 10‘ zu Hause sein wollte) und verpasste die vielleicht legendärste und spektakulärste Aufholjagd ever) überreden (überreden bezieht sich immer noch auf meine Deutschen Begleiter – sorry not sorry für den Abschweifer). Wir waren etwa zur Mitte des Spiels da, Arosa führte 5-1 und es schien ein gemütlicher Abend zu werden. Nun, am Ende war es ein grosser Kampf mit ein wenig Krampf, vielen Emotionen, diversen (auch unnötigen) Strafen, Nettigkeiten zwischen Spielern, Nettigkeiten zwischen Fans, Nettigkeiten zwischen Fans und Spielern und einem sehr engagiertem Präsidenten (er kommt hier zu seinem Gastauftritt, weil er mich dann vielleicht teilt, was wichtig wäre, weil er echt was von social media versteht (ok, das war jetzt grad sehr schleimig)). Alles egal, der EHC Arosa gewann zum Schluss heroisch 6-5, die Halle kochte (eine der Deutschen war überrascht, dass es eine Halle hatte, sie erwartete tatsächlich Freiluft-Hockey in der rückständigen Schweiz) und der EHC hat jetzt drei neue Fans in Deutschland.

Gruppenskifahren war am Sonntag auf 09.15 Uhr angesagt, als ich um 08.30 zum Frühstück kam, waren alle schon fertig und als ich fragte, warum (ja genau: why the hell) man um acht frühstückt, wenn man erst um viertel nach neun bereit stehen muss, wurde mir trocken mit ‚das ist eben Deutsch‘ geantwortet. Nun, wir fuhren gemeisam mit dem Lift hoch (nein zuerst marschierten wir als 60er-Gruppe durchs Dorf und ich hoffte einfach, dass mich niemand erkannte) und dort war erst mal Einturnen angesagt (habe ich nicht mehr gemacht, seit mich mein Bruder (er damals zehn, ich sieben) in seiner korrekten sehr korrekten überkorrekten unausstehlich korrekten Art dazu genötigt hatte). Es beschlich mich die leichte Panik, dass gerade als ich mit 60 Deutschen den Hampelmann zu machen hatte, mich jemand erkennen könnte, aber zum Glück war diese unbegründet – oder wenigstens hat jemand, der mich erkannt hat, diskret und leicht beschämt weggeschaut oder es zumindest nicht in den sozialen Medien verbreitet.

Selbstbewusst schloss ich mich der Gruppe ‚schnell‘ an, welche dann aber gar nicht so schnell war, weil am ersten Tag ja zuerst einmal das Skigebiet gezeigt werden sollte. Als dann aber nach der gefühlt ersten zweiten dritten Liftfahrt bereits erste TeilnehmerInnen Druck auf der Blase verspürten, schlug ein neuer Freund (ja, Jan, auch Dir Dein Gastauftritt) die Abspaltung der Gruppe ‚Sport‘ vor, womit ich quasi zum Guide befördert wurde. Allenfalls als leichte Arroganz konnte man es dieser Gruppe Sport auslegen, dass Neuaufnahmen für den Rest der Woche nur noch nach einem streng benoteten Vorfahren möglich waren.

Nun, die Woche verging bei tollstem Wetter, leeren Pisten (die dritte Januarwoche bleibt die beste Woche des Jahres für Skiferien) und gutem Schnee wie im Fluge, alles verlief sehr geordnet und trotz den günstigen Barpreisen (die Bar auch mit akustischem Potential, vor allem fehlte aber Schantall hinter der Bar, sie gibt es halt wirklich nur im Astoria) gab es keine nennenswerten Eskalationen. Meine drei Niederlagen bei drei Spielen (im letzten Spiel hielten wir das 0-0 immerhin bis kurz vor Schluss) im Töggeliturnier verkraftete ich ohne Folgeschaden. Alle Deuschen waren sehr nett und extrem stolz drauf, dass sie mein Schweizerdeutsch so gut verstanden, wobei ich mir ja auch wirklich alle erdenkliche Mühe gab und alles in bestem Schwiizerhochdütsch (Emil hätte es nicht besser gekonnt) von mir gab. Nur am Donnerstag beim Hüttenabend (wir würden es Fondueplausch in der Tschuggenhütte nennen) mit vorgängigem Après-Ski im Kuhstall (und dort ist es wirklich bis zum ersten Bier kaum auszuhalten (mir fallen dann auch all die organisatorischen Mängel auf, welche zu unnötigen Wartezeiten führen) – nach zwei Bier kocht die Stimmung dann aber über und plötzlich haben die auch die Abläufe toll im Griff) und anschliessendem Après-Fondue in der Brüggli-Bar gab es Tendenzen von Unkontrollierheit. Auch bei mir. Weshalb ich den auf 08.50 Uhr vorverlegten Start der Gruppe Sport auch locker verpasste, mich aber blendend amüsieren konnte, dass Harald um 08.52 Uhr nachfragte, ob 08.50 Uhr noch gelten würde.

Harald war in der Gruppe Sport übrigens für die B-Note für den künstlerischen Eindruck verantwortlich, weshalb er regelmässig wie eine leichte Schneeflocke über die Piste tanzte. Und Harald (Flöckli): dies ist gerade der erste Video-Gastauftritt in der zweihundert jährigen tägigen Geschichte dieses Blogs, sei stolz drauf.

Fazit: tolle Woche zu einem für Schweizer Verhältnisse günstigen Preis, gutes Essen, lustiges Rahmenprogramm (an welchem man ja teilnehmen kann aber nicht muss), nette Teilnehmende und daher alles in allem viel Spass.

Nachteil: Beim #projekt3660 konnten keine grossen Fortschritte erzielt werden. Aber trotz beträchtlichem Rückstand auf die Marschtabelle sind Gegenwetten weiterhin herzlich willkommen.

Next stop: Untersiggenthal.

Cheers, mates.

Über Arosa und über das Hotel Astoria – ein Erklärungsversuch oder fast schon eine Liebeserklärung mit Abschweifern

Ja, alle, die mir in den sozialen Medien folgen, wissen, dass ich im Winter gerne Zeit in Arosa verbringe. Und oft werde ich gefragt, warum es eigentlich immer Arosa sein müsse.

Einen ersten Erklärungsversuch habe ich ja schon unternommen in meinem Beitrag über das Novemberhoch. Aber meine Geschichte mit Arosa reicht schon viel weiter zurück. Gemäss historischen Dokumenten (so Fotos mit leichten Gelbstich und die Menschen drauf sehen so lustig aus und tragen vor allem so seltsame Kleider und Brillen – und wenn man dann genau hinschaut, stellen sich diese Menschen als meine Eltern und Grosseltern heraus) war ich schon in meinem Geburtsjahr 1977 zum ersten Mal in Arosa. Gemäss Erzählungen waren meine Eltern schon vor der Hochzeit zusammen in Arosa und da sie noch nicht verheiratet waren, fühlte sich meine Grossmutter genötigt, im Hotel zu erklären, sie würden bald heiraten, um die Peinlichkeit des konkubinären Doppelzimmers ein wenig kleiner zu machen – ja, die Zeiten ändern sich.

Erinnern kann ich mich an die Skiferien ca. 1986, später folgten dann einige Jahre Pause, weil es ja so viel cooler war, ins Skilager ins Wirzweli (ja damals, als es sogar im Wirzweli noch Schnee hatte, ich gewann übrigens in der vierten Klasse das Skirennen, es sollte ein einsamer sportlicher Höhepunkt in meiner Karriere (welche ja eben nie stattfand) bleiben) zu verreisen anstatt mit den Eltern nach Arosa. Später während der Kanti war ich dann wieder mit dabei. Gleichzeitig waren auch ein paar aus meiner Klasse da und das einzige, an das ich mich wirklich erinnere ist der knallrote, einteilige Skianzug von Samuel Ischer (welchen er für seinen Vater noch austrug). Und später erfand dann der Mann vom schicken Möbelladen in Arosa die 200-Franken-Abfahrt und die geht so: man miete die teuerste verfügbare Skiausrüstung inkl. Lange-Rennschuh, kaufe eine Tageskarte, fahre einmal hoch und lege sich den ganzen Tag in einen Liegestuhl in der Carmenna-Hütte. Beachten sollte man den Rat der Vermieterin, den Schuh nie auszuziehen, man bringt ihn sonst nie mehr an oder nur, nachdem man ihn auf der Toilette 30 Minuten unter dem Handtrockner vorgewärmt hat (ein Bild für die Ewigkeit). Auch der Vater von Knipser Knuser war schon oft in Arosa, seine Erzählungen reichen gefühlt bis 1853 zurück, auf jeden Fall weit genug, dass sie der sonst so geduldige Tobiässli mit ‚Opa erzählt vom Krieg‘ kommentierte.

Soweit zur Geschichtsschreibung, welche ja eigentlich überhaupt keine Frage beantwortet. Also zurück in die Realität. Zuerst aber ein schönes Bild:

Nun, mit dem Zusammenschluss mit der Lenzerheide hat Arosa ein echt tolles Skigebiet, vorher war es schon ok, aber die Varianten werden massiv mehr und die Urdenbahn ist rein technisch offenbar sehr beeindruckend (verstehe nichts davon, aber wurde mir so erzählt). Gastronomisch bietet Arosa auch auf der Piste mit Alpenblick, Hörnlihütte und neu Alp Arosa (noch nicht persönlich getestet, aber soll sehr cool sein) einiges, auf jeden Fall einiges mehr als den Skihütten-Einheitsbrei mit den immer gleichen Älplermakarani täglich frisch geliefert von Hilcona aus Liechtenstein. In Bezug auf Apres-Ski wurde in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Im Munggaloch war es schon immer lustig (und ist es immer noch), mit der Kuhbar wurde aber eine neue Dimension erreicht. Und auch wenn diese Art Bespassung auf Kommando eigentlich gar nicht meins ist, so muss ich doch zugeben, dass es nach zwei oder drei Bier erträglich und nach vier oder mehr sogar richtig lustig wird. Ausgangstechnisch gibt es sich in Davos sicher hippere Clubs als in Arosa, aber wenn man die 40 mal überschritten hat und einfach gerne gemütlich in einer Bar sitzt und etwas trinkt (und dazu nicht unbedingt „die eine, die immer lacht“ hören und grölen muss (das wird im Halligalli geboten)) ist es sehr ok.

Nun werde ich auch immer gefragt, in welchem Hotel ich den jeweils absteige (also eigentlich wohne ich einfach da, aber absteigen hört sich mondän an). Nun, ich war schon in vielen und eigentlich waren alle mindestens ok, die meisten sogar gut oder richtig gut. Aber an Neujahr 2016 kamen wir zum allerersten Mal im Astoria an. Wir wurden von der Gastgeberin Edith Schmid (damals noch „Frau Schmid“) gefragt, ob wir zum ersten Mal in Arosa seien, was wir verneinten (ich glaube, dass ich das Wort Hotelnomade benützte), worauf sie uns fragte, was denn geschehen müsste, damit wir Stammgäste würden. Worauf ich spontan antwortete, wir würden uns eigentlich sehr wohl fühlen, wenn sich unser Hund (Bailey, sie kennt man als Grund für Spaziergänge oder Wanderungen, mehr dazu hier) wohl fühlt. Und seither fühlt sich unser Hund dort wohl und sogar die fairen CHF 12.00 pro Nacht werden mir jedes Mal geschenkt. Wobei, Edith (mittlerweile darf ich zu ihr „Du“ sagen), früher hast Du das jeweils noch explizit erwähnt, damit ich auch danke sagen konnte…solltest Du vielleicht wieder Mal (und das ist jetzt ein Test, ob Du das liest). Nun, bereits im März 2016 fand zum ersten Mal unser Männerweekend im Astoria statt (und seither immer, wenn ich nicht zu buchen vergesse und sie dann schon voll (also ausgebucht, nicht betrunken) sind). Eigentlich ein rechtes Risiko, denn unsere Gruppe kann manchmal auch etwas gar lustig und gar laut sein. Aber im Astoria wurde unsere Gruppe mit grosser Geduld ertragen und alle fühlten sich so wohl, dass die entsprechende Whatsapp-Gruppe sogar in „Frau Schmid“ umbenannt wurde.

Nun, an Ostern 2016 hatten wir dann eine echte Bewährungsprobe: Wir waren über die Feiertage da und es war so etwas wie eine Seasons-closing-Party angesagt. Auf dem Höhepunkt kündigte Oli (der Gastgeber) an, er würde nun noch ein wenig rocken. Aus Furcht vor einem gewaltigen Fremdscham-Moment (sorry, so ein Wirt, der meint, er könne Musik machen, es aber eigentlich gar nicht kann und weil er der Chef ist, sagt es ihm kein Angestellter und weil alle Gäste so höflich sind, sagen die auch nichts) entschied ich mich für die Flucht und führte den Hund Gassi. Von draussen hörte ich aber, wie gerade der Speisesaal zum Highway to Hell wurde und als ich wieder drinnen war, sagte meine Mutter, dass sie, hätte sie einen BH vörig (Schwiizerhochdütsch) gehabt, diesen nach vorne geworfen hätte (oder so ähnlich, auf jeden Fall war sie wahnsinnig begeistert, wobei nicht ganz so begeistert wie Edith, sie bleibt der grösste Fan ihres Mannes). Der eigentliche Wahnsinn ist aber, dass alle von 6 – 86 Jahren mitrocken und diese Seasons-Closing-Party echt eine geile Party ist. Und auf Wunsch spielt die doppelt engagierte (weil die sind ja gebucht, also engagiert, aber die engagieren sich auch wirklich; ich feiere mein Wortspiel gerade überkopfklatschend) Zwei-Mann-Kapelle sogar noch die eine, die immer lacht.

Ein ähnliches Setting wird jeweils auch zum Silvester aufgefahren. Wobei dort einfach um 12 noch vorher wildfremde Menschen mittels Zuprosten zu besten Freunden werden, bevor die Autobahn zur Hölle dann wieder befahren oder mit ‚T.N.T’ gesprengt wird. Erinnerungswürdig der Silvester 2017. Neue Servicekraft war eine gewisse Jasmin, wobei ich diese Jasmin von Beginn an Chantal nannte (natürlich „Schantall“ (das ist quasi ein running gag, siehe auch unser Reislein nach Berlin mit dem geliebten HCAP) ausgesprochen, ich forderte sie aber nie auf, leise zu heulen). Nun, lustig wurde das eigentlich erst, als ein anderer Gast sie auch so nannte (aber nicht aus Spass, er dachte wirklich, das sei ihr Name) und wirklich glatt war es erst, als sogar einer Arbeitskollegin dieser Fauxpas passierte. Nun, sie scheint es verkraftet zu haben und tut zumindest jedes Mal so, als würde sie sich wahnsinnig freuen, wenn ich wieder komme und sie winkt mir sogar, wenn sie mich im Coop sieht, aber ich sah sie nicht und das tut mir ja echt leid, weil so ins Leere winken ist irgendwie sackpeinlich ist. Und sie hat dafür gesorgt, dass der von mir vorgeschlagene Röteli Spritz auf die Karte kommt (den Edith nun als ihre Erfindung anpreist, dabei wusste sie vor zwei Jahren noch nicht mal, was das sein könnte – oder so ähnlich).

Musikalisch ist das Niveau nicht immer ganz gleich hoch, die Ankündigung des mexikanischen Buffets (auf welchem es dann unter anderem Sushi (und sogar echt gute) hatte weil gemäss Oli die Mexikaner das einst erfunden hätten und erst später von den Japanern kopiert worden sei…er muss es wissen, denn auch sehr lecker Roastbeef und Tatar und Entenbrust: alles ursprünglich aus Mexiko) weist noch Potential (die musikalische Ankündigung, nicht das Essen, man beachte die vielen Klammern) auf, aber ganz ernst gemeint ist der Beitrag auch nicht. Dafür sind die Kostüme umso schöner.

Fazit: Es gibt sicher spektakulärere Skigebiete als Arosa, es gibt sicher noch tollere (das müssten dann aber echt die töllsten sein) Pisten-Restaurants und auch ausgehen kann man anderswo sicher aufregender. Und es gibt sicher beeindruckendere Hotels als das Astoria (zum Beispiel das Marina Bay Sands), aber ich mag Arosa trotzdem mit Abstand am liebsten und das Astoria auch.

Next Stop: Arosa, what else.

Cheers, mates.

#projekt3660 – nur das Reglement – wirklich nur das Reglement, sorry, keine Abschweifer – dafür zwei Gratis-Essen

Für 2020 habe ich mir viel vorgenommen: ich laufe wieder 10 Kilometer pro Tag. Gibt im Total 3660 Kilometer. Hört sich allenfalls nicht so wahnsinnig ambitiös an, denn ich habe ja dieses Jahr schon 10 Kilometer pro Tag gemacht. 2019 hatte ich aber 3 Monate unbezahlten Urlaub, welchen ich wie ausführlich beschrieben in Australien verbracht habe. Auch wenn ich dort nicht grad nur gewandert bin, habe ich mir doch einen schönen Vorsprung auf die Marschtabelle erarbeiten können. Somit also doch anspruchsvoll für 2020.

Vor allem gehe ich im neuen Jahr aber eine Wette ein: Für jeden fehlenden Kilometer spende ich 4Africa 10 Franken. Macht per Neujahr mal eine Schuld von CHF 36’600.00, welche ich dann im Verlaufe des Jahres abzutragen versuche. Und ja, auch 2020 gedenke ich mein Ziel zu erreichen. Nun soll 4Africa ja trotzdem nicht leer ausgehen. Daher suche ich Menschen, welche gegen mich wetten: also einen Betrag für jeden Kilometer über den 3660 km oder einfach einen Betrag für das Erreichen des Ziels oder einen Betrag für jeden Kilometer oder wie auch immer. Wenn jemand 5 Rappen pro Kilometer spendet, dann ist mit einer Wettschuld irgendwo um die CHF 200.00 zu rechnen. Jede Spende ist willkommen, jeder Beitrag, egal wie gross oder klein. Und wer selber nichts spenden kann oder will, der kann meine Beiträge in den sozialen Medien teilen, auch ein geteilter Beitrag ist ein Beitrag.

Hier noch ein paar Formalitäten: Zu meiner Laufleistung zähle ich jede Aktivität ohne zwischenzeitliche Pause von mehr als 1.0 Kilometer. Der Weg von der NAB zum Bahnhof Brugg zählt also nicht. Sollte der Zug Verspätung haben und ich auf dem Bahnhof die Zeit mit Auf- und Abgehen überbrücken und so über einen Kilometer kommen, dann zählt das. Gemessen wird meine Laufleistung mit Runtastic. Sollte Runtastic nicht einwandfrei „tracken“, werde ich pro 12 Minuten einen Kilometer manuell erfassen. Bei Laufleistungen auf dem Laufband meines Lieblings-Fitnessstudios werde ich die effektive Leistung manuell erfassen und mit einem Foto belegen. Bei seltenen Indoor-Aktivitäten (z.B. bei Wartezeit auf einem Flughafen) werde ich mit 15 Minuten pro Kilometer rechnen. Wer mir eine ehrliche Erfassung nicht zutraut, soll nicht weiterlesen.

Bei krankheits- oder verletzungsbedingtem Ausfall von mehr als 30 Tagen, reduziere ich das Ziel um 10 Kilometer pro fehlendem Tag. Ja und damit dieses Reglement wirklich alle Disclaimer enthält: Sollte ich versterben, dann sollen meinen Erben aus dem dann hinfälligen Projekt keine Verpflichtungen entstehen.

Wettangebote können auf allen gängigen Kanälen eingereicht werden (SMS, Whatsapp, e-Mail, Telefon, Messenger von Instagram, Facebook oder Twitter, bitte einfach kein Snapchat, das verstehe ich bis heute nicht).

Für ein Wettangebot (welches ja dann auch eine konditionale Spendenzusage (schlaues Wort, ich weiss) darstellt), bitte ich um folgende Angaben: Name, Vorname, Postadresse, e-Mail-Adresse, Telefonnummer, dass Wettangebot sowie den Wunsch nach einer allfälligen Erwähnung in meinem Blog. Diesen Gastauftritt kann ich nicht garantieren, aber ich werde mich bemühen.

Ich werde die Wettangebote inkl. relevanter Informationen periodisch jedoch spätestens Ende 2020 an 4Africa übermitteln. 4Africa wird direkt Rechnung stellen. Und ja, Spenden an 4Africa sind in der Schweiz vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Da es sich rein rechtlich um eine Wette und damit eine Wettschuld handelt, ist der Spendenbetrag nicht einklagbar und 4Africa wird daher eine ausbleibende Spende nicht mahnen. Aber hallo, Wettschulden sind Ehrenschulden und Wettschulden als Spende für einen guten Zweck sowieso.

Nun fragt ihr euch allenfalls wie ich genau auf 4Africa komme und was die genau machen. Mehr Information findet sich auf der Homepage, ich werde im Verlauf der Zeit aber auch ein wenig mehr erzählen.

Um frühe Spender und Spenderinnen zu motivieren, schreibe ich auch eine Belohnung für die ersten zwei Zusagen (sind Zusagen von Spenderinnen eigentlich Zusaginnen?) aus: Zusage Nummer eins lade ich zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Zusage Nummer zwei lade ich ebenfalls zum Lunch ein, allerdings ist dieser alleine einzunehmen. Wer sich fragt, was das soll, der lese hier weiter (enthält übrigens auch eine ziemlich genaue Anleitung, wie man zu einem kostenlosen Frühstück auf dem Gotthard kommt).

Ich freue mich über Feedback, Lob, Kritik oder was auch immer – und ja klar, auf Spendenzusagen.

Startet gut ins neue Jahr und wenn ihr mal spazieren geht, dann denkt daran, wie viel ich 2020 spazieren muss.

Cheers, mates.