Über meinen Aufenthalt in Fiji habe ich ja bereits ausführlich berichtet, wer es verpasst hat, findet es hier. An meinem letzten Abend in Nadi kamen ja noch Nele und Maike an, die geliebten kleinen Schwestern aus der Walfamilie, welche es somit zum vierten Gastauftritt schafft, was gleichzeitig ein neuer Weltrekord ist (wohl leider aber auch der letzte Auftritt…). Aus Angst vor Ungeziefer wie Bedbugs hatten sie auf die Buchung einer Unterkunft vor der Abreise zum Islandhopping verzichtet und sich fest vorgenommen, irgendwo durchzumachen oder am Flughafen zu nächtigen. Dabei hatten sie sich wohl etwas komfortables wie Zürich oder mindestens Basel vorgestellt. Nun, der Flughafen in Nadi bietet vielleicht 20 unbequeme Stühle und das wärs dann auch schon. Ohne vertieftere Diskussionen liessen wir uns erst mal in eine Pizzeria fahren. Und weil wir alle sehr hungrig waren, wählten wir die zweitgrösste der zur Verfügung stehenden Optionen. Sehr gross aber irgendwie habe ich sie dann doch geschafft. Nele hatte im Duty Free sogar noch eine Flasche Wein gekauft, welche wir als bring your own günstig kredenzen wollten. Es blieb teilweise beim Wollen, da Maike und ich in der Aufregung und Freude über das Wiedersehen unsere Becher teilweise verschütteten. Da weder Durchmachen in dieser doch sehr drittweltigen Stadt noch der Flughafen echte Optionen waren, bot ich grossherzig den reichlich bemessenen Raum in meinem Doppelzimmer an (sharing is caring). Auf dem Weg dahin (wir wurden von einem wiehernden (echt jetzt, wirklich) Taxifahrer gefahren, welcher mehrfach leicht zweideutig nachfragte, ob ich die zwei Mädels am Flughafen „picked up“ hätte) kauften wir noch zwei Flaschen Wein, welche wir ohne weitere Verschütter in erstaunlichem Tempo zu leeren vermochten. Und trotz Weinkonsum blieb Nele bis zirka halb elf wach, was doch fast drei Stunden über ihrer üblichen Schlafenszeit lag und wenn nicht persönlicher Rekord dann wohl doch zumindest persönliche Jahresbestleistung darstellte. Nur eines hinderte die durchaus reiseerfahrenen Frauen an einem ruhigen Schlaf: sie hatten einen Transport vom Flughafen (da sie ja dort durchmachen wollten) zum Seehafen gebucht und mochten mir einfach nicht glauben, dass auch bei meinem Hotel täglich um halb acht ein Shuttle vorfuhr und dass sie diesen auch ohne Voucher benützen dürften….und dass im Notfall ein Taxi zur Verfügung stehen würde. Nun, der Shuttle war da und sie wurden ohne weitere Verzögerung transportiert und ich glaube, dass die zwei jetzt denken, dass ich schon wahnsinnig routiniert und gelassen reise. Aber ich kanns Euch jetzt ja sagen: ganz sicher war ich mir auch nicht und darum wahnsinnig froh, als ihr so problemlos in diesen Bus einsteigen durftet.

Ich brach wenig später selber zum Flughafen auf, wo ich die Wartezeit in der Lounge von Fiji Airways überbrückte. Nein, alle die denken, ich hatte mir den Zugang zu dieser Lounge mit einem Flug in der Business Class erkauft, irren. Zu meiner eigenen Überraschung flog ich Economy (nicht einmal Notausgang, dies aber nur, weil die Plätze schon verkauft waren) und erhielt den Zugang über den Priority Pass, welchen ich ja bei meinem MyNAB Paket (ja, das wussten jetzt schon fast alle, weil ich es ja bei jeder passenden und noch lieber unpassenden Gelegenheit erzähle) inbegriffen habe (und ja, der guten Form halber: ich arbeite für die NAB und ich werde für diese Arbeit (nicht aber für diese Erwähnung) auch bezahlt). Bei dieser Lounge könnten sich Swiss oder Lufthansa noch einiges abschauen: sehr schön eingerichtet und zum Zeitpunkt meines Besuches schwach frequentiert und entsprechend ruhig, das Essen wohl „best at an airport ever“ und die Getränke wurden sogar gebracht. Eher nervig dann, dass ich die letzten Fiji Dollar kurz vor dem Abflug in eine Flasche Wasser investierte, welche mir dann beim Besteigen des Flugzeuges mit Verweis auf einen neue Regelung abgenommen wurde.
Der Flug nach Sydney mit Virgin komfortabel, da ich wohl mit viel Losglück Gang mit freiem Mittelsitz hatte, von Sydney bis Adelaide dann eher beengt, da ich mit dem Mittelsitz vorlieb nehmen musste, aber das waren ja dann nur noch zwei Stunden.
In Adelaide angekommen hatte ich ein wenig Mühe, den Treffpunkt für ein Uber zu finden, weshalb ich zum ersten Mal in Australien ein normales Taxi benützte. Uber hätte 20 AUD gekostet (ja, ich weiss schon: hätte, hätte, Fahrradkette), das Taxi kostete 30 AUD. Für die Zahlung mit Kreditkarte wurden mir noch sagenhafte 5 % Zuschlag verrechnet. Gibt es immer noch Leute, welche sich über den Erfolg von Uber oder die Probleme der herkömmlichen Taxiunternehmen wundern?
Der Tag in Adelaide sehr mässig spekatakulär, eher der Wäsche und dem Ersatz meiner kurzen Hose gewidmet. Die alte hatte auf Fiji beim Einstieg auf ein Schiff Totalschaden erlitten (Schranz (einmal Schwiizerhochdütsch pro Beitrag ist zwingend) von rund 10 Zentimeter – genau im Schritt – da nützt auch das sehr gekonnte Umbinden eines Pullovers nichts mehr). Und einen Haarschnitt gab es auch noch. Der nächste wird frühestens in 10 Wochen fällig sein….

Tag 2 dann auf einer Wein Tour im Barossa Valley mit Groovy Grape Tours. Zuerst beim Grossproduzenten Jacobs Creek, danach bei drei kleineren. Und da drei Teilnehmer Rotwein nicht mochten (irgendwie doof auf einer Weintour – ist wie ein Winterausflug in die Berge, wenn man Schnee nicht mag) waren meine Degustationsproben von äusserst vernünftiger, ja sogar grosszügiger Grösse.
Und seit gestern befinde ich mich nun tatsächlich auf einer Gruppentour von Adelaide nach Alice Springs. Nicht auf einer Hoteltour wie in Darwin, wo ich ja bekanntlich eher zum Altenbetreuer mutierte. Nein, dieses Mal ist es eine Mehrbettzimmer- rsp. Swag-Camping-Tour. Ja, irgendwie hatte ich nach viel Komfort noch Lust auf ein wenig Abenteuer und je tiefer der Komfort desto lustiger die Teilnehmer (das ist echt ein Trade off und ich warte immer noch auf das Unternehmen, welches lustige Gruppen mit Kompfort hinkriegt. Wobei mir meine Co-Autorin (kleiner Teaser) sogar ein solches hat nennen können). Die Gruppe auf dieser Tour setzt sich zusammen aus einer Mutter (sogar etwas älter als ich) mit Kind, dem obligaten jungen Paar aus England (und die kommen entweder getrennt oder verlobt zurück, there is nothing in between), einem Deutschen etwa in meinem Alter sowie zwei 18jährigen Holländerinnen. Und wenn ich mir das ausrechne, dann bin ich nicht nur doppelt so alt, sondern sogar 2.33 Mal so alt wie die…aber man ist ja allerhöchstens so alt, wie man sich fühlt. Der Guide verfügt über zwölf Jahre Erfahrung und hat mir gestern Abend erklärt, dass früher gefragt wurde, ab wann man trinken dürfe und ob man überhaupt ins Bett müsse. Und heute fragen die jungen Reisenden tendenziell, ob man trinken müsse und ab wann man ins Bett dürfe. Vielleicht werden wir nur älter (aber deswegen leider nicht zwingend weiser), aber wenigstens scheinen die heutigen Jungen schon recht weise zu sein. Von dieser Tour berichte in dann in der nächsten Ausgabe.
Zum Schluss kurz zurück zum Teaser mit der Co-Autorin. Also begonnen hat das, dass sie mich via Whatsapp (der Link einfach, falls jemand Whatsapp nicht kennt, man weiss ja nie, der Chef der Swisscom soll es gemäss gut unterrichteten Quellen so ungefähr als Wäzzöpp aussprechen) Rechtschreibe-Fehler aufmerksam gemacht hat, eigentlich recht nervig, wenn ich ehrlich bin, wenn auch sicher gut gemeint. Mittlerweile verfügt sie aber über ein Erstleserecht und interpretiert ihre Rolle dahingehend aktiv, dass sie einzelne Abschweifer massiv ausbaut (die Erläuterungen zur Aussprache von Airlie Beach stammen weitestgehend von ihr) oder teilweise gewisse Fun Facts schon im Voraus recherchiert (zum Beispiel das mit der 7-Dollar-Note auf Fiji). Sie möchte anonym bleiben, weshalb sie hier einen anonymen Gastauftritt erhält. Sollte aber jemand einen „guess“ haben, um wen es sich handeln könnte: Tipps via Wäzzöpp an mich, die erste richtige Nennung (oder eher der Nenner oder die Nennerin) gewinnt ein von mir bezahltes Mittagessen, ganz alleine, nur für sich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und sollten keine richtigen Tipps eingehen, gibt es das nächste Mal einen Hinweis.
So, next stop Coober Pedy, das wäre dann die sehr lange Fahrt.
Cheers, mates.











