Über kurze Nächte, lange Flüge und noch längere Fahrten (Punkt 3 ist nur ein Teaser)

Über meinen Aufenthalt in Fiji habe ich ja bereits ausführlich berichtet, wer es verpasst hat, findet es hier. An meinem letzten Abend in Nadi kamen ja noch Nele und Maike an, die geliebten kleinen Schwestern aus der Walfamilie, welche es somit zum vierten Gastauftritt schafft, was gleichzeitig ein neuer Weltrekord ist (wohl leider aber auch der letzte Auftritt…). Aus Angst vor Ungeziefer wie Bedbugs hatten sie auf die Buchung einer Unterkunft vor der Abreise zum Islandhopping verzichtet und sich fest vorgenommen, irgendwo durchzumachen oder am Flughafen zu nächtigen. Dabei hatten sie sich wohl etwas komfortables wie Zürich oder mindestens Basel vorgestellt. Nun, der Flughafen in Nadi bietet vielleicht 20 unbequeme Stühle und das wärs dann auch schon. Ohne vertieftere Diskussionen liessen wir uns erst mal in eine Pizzeria fahren. Und weil wir alle sehr hungrig waren, wählten wir die zweitgrösste der zur Verfügung stehenden Optionen. Sehr gross aber irgendwie habe ich sie dann doch geschafft. Nele hatte im Duty Free sogar noch eine Flasche Wein gekauft, welche wir als bring your own günstig kredenzen wollten. Es blieb teilweise beim Wollen, da Maike und ich in der Aufregung und Freude über das Wiedersehen unsere Becher teilweise verschütteten. Da weder Durchmachen in dieser doch sehr drittweltigen Stadt noch der Flughafen echte Optionen waren, bot ich grossherzig den reichlich bemessenen Raum in meinem Doppelzimmer an (sharing is caring). Auf dem Weg dahin (wir wurden von einem wiehernden (echt jetzt, wirklich) Taxifahrer gefahren, welcher mehrfach leicht zweideutig nachfragte, ob ich die zwei Mädels am Flughafen „picked up“ hätte) kauften wir noch zwei Flaschen Wein, welche wir ohne weitere Verschütter in erstaunlichem Tempo zu leeren vermochten. Und trotz Weinkonsum blieb Nele bis zirka halb elf wach, was doch fast drei Stunden über ihrer üblichen Schlafenszeit lag und wenn nicht persönlicher Rekord dann wohl doch zumindest persönliche Jahresbestleistung darstellte. Nur eines hinderte die durchaus reiseerfahrenen Frauen an einem ruhigen Schlaf: sie hatten einen Transport vom Flughafen (da sie ja dort durchmachen wollten) zum Seehafen gebucht und mochten mir einfach nicht glauben, dass auch bei meinem Hotel täglich um halb acht ein Shuttle vorfuhr und dass sie diesen auch ohne Voucher benützen dürften….und dass im Notfall ein Taxi zur Verfügung stehen würde. Nun, der Shuttle war da und sie wurden ohne weitere Verzögerung transportiert und ich glaube, dass die zwei jetzt denken, dass ich schon wahnsinnig routiniert und gelassen reise. Aber ich kanns Euch jetzt ja sagen: ganz sicher war ich mir auch nicht und darum wahnsinnig froh, als ihr so problemlos in diesen Bus einsteigen durftet.

Ich brach wenig später selber zum Flughafen auf, wo ich die Wartezeit in der Lounge von Fiji Airways überbrückte. Nein, alle die denken, ich hatte mir den Zugang zu dieser Lounge mit einem Flug in der Business Class erkauft, irren. Zu meiner eigenen Überraschung flog ich Economy (nicht einmal Notausgang, dies aber nur, weil die Plätze schon verkauft waren) und erhielt den Zugang über den Priority Pass, welchen ich ja bei meinem MyNAB Paket (ja, das wussten jetzt schon fast alle, weil ich es ja bei jeder passenden und noch lieber unpassenden Gelegenheit erzähle) inbegriffen habe (und ja, der guten Form halber: ich arbeite für die NAB und ich werde für diese Arbeit (nicht aber für diese Erwähnung) auch bezahlt). Bei dieser Lounge könnten sich Swiss oder Lufthansa noch einiges abschauen: sehr schön eingerichtet und zum Zeitpunkt meines Besuches schwach frequentiert und entsprechend ruhig, das Essen wohl „best at an airport ever“ und die Getränke wurden sogar gebracht. Eher nervig dann, dass ich die letzten Fiji Dollar kurz vor dem Abflug in eine Flasche Wasser investierte, welche mir dann beim Besteigen des Flugzeuges mit Verweis auf einen neue Regelung abgenommen wurde.

Der Flug nach Sydney mit Virgin komfortabel, da ich wohl mit viel Losglück Gang mit freiem Mittelsitz hatte, von Sydney bis Adelaide dann eher beengt, da ich mit dem Mittelsitz vorlieb nehmen musste, aber das waren ja dann nur noch zwei Stunden.

In Adelaide angekommen hatte ich ein wenig Mühe, den Treffpunkt für ein Uber zu finden, weshalb ich zum ersten Mal in Australien ein normales Taxi benützte. Uber hätte 20 AUD gekostet (ja, ich weiss schon: hätte, hätte, Fahrradkette), das Taxi kostete 30 AUD. Für die Zahlung mit Kreditkarte wurden mir noch sagenhafte 5 % Zuschlag verrechnet. Gibt es immer noch Leute, welche sich über den Erfolg von Uber oder die Probleme der herkömmlichen Taxiunternehmen wundern?

Der Tag in Adelaide sehr mässig spekatakulär, eher der Wäsche und dem Ersatz meiner kurzen Hose gewidmet. Die alte hatte auf Fiji beim Einstieg auf ein Schiff Totalschaden erlitten (Schranz (einmal Schwiizerhochdütsch pro Beitrag ist zwingend) von rund 10 Zentimeter – genau im Schritt – da nützt auch das sehr gekonnte Umbinden eines Pullovers nichts mehr). Und einen Haarschnitt gab es auch noch. Der nächste wird frühestens in 10 Wochen fällig sein….

Tag 2 dann auf einer Wein Tour im Barossa Valley mit Groovy Grape Tours. Zuerst beim Grossproduzenten Jacobs Creek, danach bei drei kleineren. Und da drei Teilnehmer Rotwein nicht mochten (irgendwie doof auf einer Weintour – ist wie ein Winterausflug in die Berge, wenn man Schnee nicht mag) waren meine Degustationsproben von äusserst vernünftiger, ja sogar grosszügiger Grösse.

Und seit gestern befinde ich mich nun tatsächlich auf einer Gruppentour von Adelaide nach Alice Springs. Nicht auf einer Hoteltour wie in Darwin, wo ich ja bekanntlich eher zum Altenbetreuer mutierte. Nein, dieses Mal ist es eine Mehrbettzimmer- rsp. Swag-Camping-Tour. Ja, irgendwie hatte ich nach viel Komfort noch Lust auf ein wenig Abenteuer und je tiefer der Komfort desto lustiger die Teilnehmer (das ist echt ein Trade off und ich warte immer noch auf das Unternehmen, welches lustige Gruppen mit Kompfort hinkriegt. Wobei mir meine Co-Autorin (kleiner Teaser) sogar ein solches hat nennen können). Die Gruppe auf dieser Tour setzt sich zusammen aus einer Mutter (sogar etwas älter als ich) mit Kind, dem obligaten jungen Paar aus England (und die kommen entweder getrennt oder verlobt zurück, there is nothing in between), einem Deutschen etwa in meinem Alter sowie zwei 18jährigen Holländerinnen. Und wenn ich mir das ausrechne, dann bin ich nicht nur doppelt so alt, sondern sogar 2.33 Mal so alt wie die…aber man ist ja allerhöchstens so alt, wie man sich fühlt. Der Guide verfügt über zwölf Jahre Erfahrung und hat mir gestern Abend erklärt, dass früher gefragt wurde, ab wann man trinken dürfe und ob man überhaupt ins Bett müsse. Und heute fragen die jungen Reisenden tendenziell, ob man trinken müsse und ab wann man ins Bett dürfe. Vielleicht werden wir nur älter (aber deswegen leider nicht zwingend weiser), aber wenigstens scheinen die heutigen Jungen schon recht weise zu sein. Von dieser Tour berichte in dann in der nächsten Ausgabe.

Zum Schluss kurz zurück zum Teaser mit der Co-Autorin. Also begonnen hat das, dass sie mich via Whatsapp (der Link einfach, falls jemand Whatsapp nicht kennt, man weiss ja nie, der Chef der Swisscom soll es gemäss gut unterrichteten Quellen so ungefähr als Wäzzöpp aussprechen) Rechtschreibe-Fehler aufmerksam gemacht hat, eigentlich recht nervig, wenn ich ehrlich bin, wenn auch sicher gut gemeint. Mittlerweile verfügt sie aber über ein Erstleserecht und interpretiert ihre Rolle dahingehend aktiv, dass sie einzelne Abschweifer massiv ausbaut (die Erläuterungen zur Aussprache von Airlie Beach stammen weitestgehend von ihr) oder teilweise gewisse Fun Facts schon im Voraus recherchiert (zum Beispiel das mit der 7-Dollar-Note auf Fiji). Sie möchte anonym bleiben, weshalb sie hier einen anonymen Gastauftritt erhält. Sollte aber jemand einen „guess“ haben, um wen es sich handeln könnte: Tipps via Wäzzöpp an mich, die erste richtige Nennung (oder eher der Nenner oder die Nennerin) gewinnt ein von mir bezahltes Mittagessen, ganz alleine, nur für sich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und sollten keine richtigen Tipps eingehen, gibt es das nächste Mal einen Hinweis.

So, next stop Coober Pedy, das wäre dann die sehr lange Fahrt.

Cheers, mates.

Wie ich nach Broome fand, Broome nicht fand und Broome am Ende richtig toll fand.

Ab Darwin flog ich mit Air North nach Broome. Kleines, süsses Flugzeug(chen) mit 19 Reihen mit jeweils 4 Plätzen, also total 76 Plätze, zu rund 60 % gefüllt. Zwischenstopp in Kununarra. Wir waren total rund 2 Stunden in der Luft, erhielten aber aufgrund des Zwischenstopps zweimal Getränke und Snacks (und jeweils ein kostenloses Lächeln dazu). Da können sich Swiss und Co. eine Scheibe abschneiden.

In Broome mein Auto (einen Toyota RAV 4, ich hatte ja gedacht, einmal im Leben ein Auto nicht aus dem Hause Toyota fahren zu dürfen, sollte nicht so sein) in Empfang genommen. Dann auf direktem Weg mit nur zwei Umwegen ins Hotel. Ich hatte mich im Mercure Broome einquartiert. Eines der teureren Hotels meiner Reise, eines der günstigeren auf Platz. Nicht, dass Broome nur aus Luxushäusern bestehen würde, Broome ist einfach generell sehr teuer. Das Hotel war irgendwie ein überdimensioniertes Kleinstadt-Motel im Amerika der 1980-er-Jahre. Dort wo sich der Mörder mit der entführten Schülerin unter falschem Namen eincheckt.

Egal, ich war ja nicht wegen des Hotels da, sondern wegen Cable Beach und dem Sonnenuntergang. Und da dieser in einer knappen Stunde bevorstand, entschied ich ich mich für den nach intensivem Kartenstudium auf geschätzt 15-16 Minuten dauernden sicher nicht so langen Fussmarsch. Nun, nach rund 40 Minuten war der ferne Himmel rot, die Sonne offenbar weg, nach 60 Minuten war es dunkel, ich immer noch des Strandes fern. Dann erblickte ich zwei Pubs, in einem trank ich ein Bier und traf sofort neue Freunde. Eines war leer, eines „pumpenvoll“ mit sehr lauten betrunkenen Gästen. Ich entschied mich für den sofortigen Rückmarsch und hatte auf der Karte sogar eine Abkürzung vermeintliche Abklürzung entdeckt. Nun, die Abkürzung erwies sich am Umweg und nach rund einer Stunde Rückweg war ich soweit, sofort wieder aus Broome abzureisen war ich am Ende. Aber dann sah ich entfernt den rettenden Anker, ein gelbes M auf rotem Grund. Nie hatte ich mich so gefreut, einen alten Freund wieder zu sehen. Mit Rücksicht auf meine Figur ass ich nur einen kleinen Gartensalat. Ich bestellte einen Quarter Pounder (den wir ja unverständlicherweise „Royal with Cheese“ nennen). Ich haute rein und ass frass mit schlechtem Gewissen Wollust einen Double Quarter Pounder. War geil.

Am Folgetag war ich auf eine halbtätige Tour in und um Broome gebucht. Zu meiner Überraschung und Freude waren vor allem Leute in meinem jugendlichen Alter dabei Ich war erneut „by far“ der Jüngste. Aber die Tour war ihr Geld wert: Wir besichtigen Das älteste noch betriebene Open Air Kino der Welt, die Bar der sehr coolen lokalen Craft Brewery, einen sehr attraktiven Aussichtspunkt und bekamen am Cable Beach die perfekten Spot für die Mutter aller Sonnneuntergänge. Mehr dazu auf meinem legendären Instagram-Profil. Dazu ein paar Chips und ein Glas Wein und plötzlich waren meine Geriantrie-Forschungen an den Mitreisenden ganz lustig.

Wieder einen Tag später besuchte ich die lokale Perlen-Farm. Erwartet hatte ich primär eine Verkaufsveranstaltung. Ich bekam einen rund zwei stündigen Vortrag über die Produktion von Perlen. Noch zwei weitere Stunden und es wäre wohl als CAS anrechenbar. Aber ich weiss jetzt den Unterschied zwischen Naturperlen, Zucht-Salzwasser-Perlen, Zucht-Süsswasser-Perlen und Plastik-Perlen. Am Schluss dann noch ein bisschen Verkauf.

Am Abend besuchte ich erwähntes Outdoor-Kino und sah mir Once upon a time in Hollywood von Quentin Tarantino an. Von ihm hatte ich bisher zwei Filme gesehen: Pulp Fiction (verstehe ich bis heute nicht, falls also jemand den Film begriffen hat, ich freue mich über Aufklärung) und die aus meiner Sicht abgefahren-genialen Reservoir Dogs. Nun, der neue Film ist irgendwie eine tragische Komödie oder komische Tragödie über Hollywood in den späten 1960ern. Brad Pitt aus meiner Sicht „Weltklasse“, Leo di Caprio doch etwas tiefer (und hoffnungsvoller Newcomer ist er ja auch nicht mehr), der Schluss total verstörend. Und was Quentin gegen Hippies hat, erschliesst sich mir auch nicht. Aber Fazit inklusive der Outdoor-Atmosphäre: sehenswert.

Der Rest von Broome ist rasch erzählt: den Tag an Cable Beach und den Abend mit einem Bier bei der Brauerei. Beides auch keine Nachwuchshoffungen, aber beides Weltklasse. Und vor allem möglichst wenig Zeit im Hotel, wollte ja den flüchtenden Mörder nicht provozieren.

Cheers, mates.

Darwin oder wie der FC Aarau doch noch aufstieg

Ab Singapur nahm ich also den Weg nach Darwin unter die Füsse….naja, genau genommen waren meinen Füsse genau bis zum Taxi und dann wieder bis zum Gate in Charge, aber egal, ich flog also nach Darwin. Mein erster Flug mit Silk Air, von welcher ich gerade gelesen habe, dass die Mutter Singapore sie nun offenbar mehr oder weniger komplett integrieren will. Der Flieger nicht aufregend, das Essen eher bescheiden, dafür die Flight Attendants äusserst aufmerksam, freundlich und zuvorkommen.

In Dawin gelandet, natürlich die zwei Minuten des Anstehens am Zoll genützt, um mir ein Wifi zu suchen. Worauf mich eine Zöllnerin sehr freundlich äusserst aufgebracht aufforderte „put your phone away“. Ich sah mich bereits in Handschellen abgeführt zu werden und dann stundenlang in einem fensterlosen Raum auf die Ausschaffung zu warten. Dabei natürlich gefilmt von den kompetenten Investigativjournalisten reisserischen Boulevard-Bros von „Boarder Patrol“. Ich dachte mir schon alle Argumente aus, welche noch für mich sprachen wie „tourism industry“ oder „Instafame“. Aber Australien gab mir eine weitere Chance und ich durfte einreisen.

Taxis und Uber leider nicht verfügbar. Irgendein netter Australier erklärte mir, warum. Ich dankte ihm freundlich für die informative Auskunft. Ich verstand kein Wort und lächelte ihn an wie ein Idiot. So kam ich zu meinem ersten Gruppentransport im Airport Shuttle. Günstig und rasch kam ich ins Hotel.

Hier dann doch ein zu erwartender leichter Down Grade zum Marina Bay Sands in Singapur. Aber das Kalidonis Village bietet saubere Zimmer mit Klimaanlage, Kühlschrank und Wasserkocher. Es verfügt über einen Pool, welcher zwar unspektakulär ist, aber für eine Abkühlung taugt.

Noch am Abend der Ankunft erkundete ich ein wenig das Nachtleben. Das ging schnell: Auf einer Distanz von vielleicht 200 Metern hat es rund 5 Pubs, alle mit Live Musik und alle mit einer ziemlich guten Bierauwahl. Die Musik ist nicht wie in Irland einheimische Volksmusik, es wird eher Populäres zum Mitsingen gecovered. So spielte der Solokünstler in Pub Nr. 1 nach rund 10 Minuten „Mr. Jones“, welches irgendwie das Lied meiner Australienreise 2003 war und in Pub Nr. 2 liessen sie mit einem lauthals mitgegrölten „Sweet Caroline“ die Barrageschlappe des FC Aarau vergessen.

Am nächsten Tag erkundete ich dann Darwin bei Tage. Die Stadt ist sehr übersichtlich und irgendwie friedlich oder gemütlich. Es verfügt an der Esplanade über einen grossen und sehr schön gepflegten Park und an der Waterfront über einen gigantische Ueberbauung zur Touristenbespassung. Dort hat es fast schon unzählige Restaurants, welche auch mehr als Burger an Fries bieten. Weiter verfügt es auch noch über einen Lagoon, wo man gefahrlos baden kann. Einen vollen Nachmittag habe ich dort mit viel Freude geplanscht. Dies habe ich allerdings aufgrund meiner Kaltwasserphobie noch nicht getan….

Am Abend des ersten vollen Tages habe ich eine Sunset Cruise unternommen. Gebucht über Get your Guide, diese bearbeiten mich seither mit Werbung auf Facebook für genau den Ausflug….offenbar noch Potential beim Datamining. Selten habe ich mich so jung gefühlt, war ich doch der einzige Teilnehmer unter 40 (grad gemerkt, dass ich selber schon 42 bin) unter 50 unter 60. Wieder unterhielt ich mich mit diversen netten Australiern ohne ein Wort zu verstehen. Ich ergänzte mein doofes unwissendes Grinsen aber durch gelegentlich eingefügte Ausdrücke wie „mate“ oder „no worries“ und wäre nach Bier Nummer 3 wohl schon fast als Einheimischer durchgegangen. Ah ja, und einen perfekten Sonnenuntergang sowie das obligate Hoddie-Bild gab es auch noch.

Am Folgetag dann der Ausflug zu einem Billabong (kannte ich vom letzten Mal irgendwie nur noch als Kleidermarke, gem. Wikipedia handelt es sich aber um einen toten rsp. nicht fliessenden Seitenarm eines Flusses). Lustiger Guide, welche seine Jokes routiniert zum richtigen Zeitpunkt vorbrachte („please clap at the end of the tour – just for me to know that you still have both arms“ – harrharrharr). Auch da gab es ein nettes Bild für Instagram.

Auf dem Rückweg entliess er uns am Strand, wo es noch einen Handwerkermarkt geben sollte. Dieser erwies sich allerdings eher als Street Food Festival. Auch Recht. Am Strand dann noch eine recht grosse Militärparade der Marines. Alle die ich fragte, was genau der Inhalt sei, erwiesen sich ebenfalls als Touristen und hätten die gleiche Frage gehabt. Auf jeden Fall war es durchaus spannend mitanzusehen und etwas viel weniger steif als ich meinen RS-Besuchstag in Erinnerung habe.

Am Strand dann nochmals der spektakuläre Sonnenuntergang. Dieses mal setzte mich eine Schweizerin nach detaillierten Anweisungen von mir mit offenbar vorhandenen Fotographie-Kenntnissen ohne weiteres Zutun von mir so ins Bild, dass ich nun frustriert feststellen muss, dass mein bisher bester Insta-Shot („die Mutter aller Aufnahmen“) leider nicht von mir ist. Natürlich war mein Beitrag, mit optimalem Einsatz der Filter das Maximum herauszuholen. Ich finde das Bild so gut, dass ich es sogar in der Kategorie #nofiltersneeded starten lasse.

So, das war Darwin. Blog geschrieben im gemütlichsten Kaffee der Stadt, geführt von Aboriginees. Man wartet rund 10 Minuten auf den Cappucino, aber das Warten lohnt sich.

Cheers, Mates.

Wenn sich alles um den Pool dreht

Auf dem Weg ins ferne Australien machte ich drei Nächte Zwischenstopp in Singapur. Bei der Hotelauswahl tendierte ich zu zentral und mindestens 4 Sterne und stelle erfreut fest, dass in Singapur auch zentrale 5-Sterne-Häuser durchaus erschwinglich sind wären. Wirklich zu teuer war aus meiner Sicht nur das Marina Bay Sands, ja genau das Marina Bay Sands bestehend aus drei Türmen mit einem riesigen Pool auf dem Dach.

Nun erzählte mir dann leider eine nicht namentlich erwähnte Arbeitskollegin, dass ihr Gatte in Singapur faktisch drei Tage (und wohl auch Nächte) „getäubelt“ habe (nein hat er nicht, aber ist so lustig, sich das vorzustellen), da sie zwar das Marina Bay Sands besichtigten, als Nicht-Hotelgäste den Pool aber nicht betreten durften. Und da ich als grossartiger Instagram-Influencer (nein, so bezeichnete sie mich ganz sicher nicht, aber ich habe es so wahrgenommen) ja sicher auf ein paar gute Bilder aus sei, würde sich das für mich schon lohnen. Ihr wisst, wie es weiter geht, ich habe es gebucht.

Nach Singapur bin ich ab Zürich mit der Swiss geflogen (und für die, die mich kennen: ja klar, vornesitzend und mit herrlich gestreckten Beinen).

Wunderbar entspannter Nachtflug, welcher Singapur ca. um 5 Uhr des Nachmittags erreicht. Passkontrolle nach 10 Minuten passiert, Gepäck nach weiteren 10 in Empfang genommen und so Touchdown plus 45 Minuten im Hotel angekommen. Der Taxifahrer entschuldigte sich noch für die Verzögerung in Folge einer gesperrten Srasse. Süss.

Im Hotel wird einem das Gepäck abgenommen und mit einem Srichcode versehen. Die andere Hälfte des Strichcodes gibt man beim Check in ab. So schafft es das Gepäck gut organisiert und rasch ins Zimmer. Check in an sich ein Schockerlebnis: 15 Schalter nebeneinander und trotzdem eine kleine Warteschlange. Ja, das Hotel ist gross. Ich war gebucht im 41. Stock des Tower 3. Ab Stockwerk 40 kostet es 10 % mehr, da Booking offenbar aufgrund meiner Recherchen gemerkt hat, dass ich eine grössere Reise plane aber nicht bei ihnen buche, haben sie mir einen Gutschein von 10 % geschenkt. Und ja klar, ich habe nicht 10 % gespart sondern einfach das besser gelegene Zimmer genommen. Ich wurde mit etwas Aussicht belohnt.

Und weil mein Koffer ja auch rasch im Zimmer war, stand ich als 1 Stunde nach der Landung tatsächlich an der Pforte zu diesem angeblich ach so tollen Pool, welcher einen doppelten Preis rechtfertigt. Ich weiss nicht, ob er ihn rechtfertigt, aber für mich war es den Eintritt wert. Im Pool schwimmen mit dem Handy in der Hand Fotos machen (ok, ein paar Spinner haben doch tatsächlich Bahnen gezogen, dafür würde das Tägi in Wettingen locker reichen) und dabei auf die Marina runter zu blicken, auf die anderen Hotels, das ganze Finanzviertel. Wow.

Dazu ein Bier….muss ich wohl nicht erwähnen. Einzig das Feuerwerk am Abend war wohl fast ein wenig verschenkt, ein grosser Teil der Raketen explodierte eher unter als über uns, wäre vermutlich von unten und damit vor der Skyline spektakulärer gewesen. Aber ich habe dann aus reiner Höflichkeit trotzdem wie ein verrückter bei jedem Knaller oh und ah gerufen.

Mein weiterer Aufenthalt ist rasch erzählt: eine Runde um die Marina, einfach um das Hotel und den Pool mal von unten zu sehen.

Dann eine Runde durch den nahe gelegenen Park, sonst immer am oder im Pool und zweimal im Fitness, dort auch geile Aussicht.

Lunch direkt am Pool und Abendessen in einem der Restaurants der ebenfalls zugehörigen Mall. Auch dort lässt man sich alles aufs Zimmer schreiben, eine Kontrolle fand meines Erachtens nie statt, bevor ich ging. Erstaunlich und erfreulich. Die Mall an sich ebenfalls erstaunlich: fast ausschliesslich Flagship Stores aller grossen Luxusmarken. Kunden in den Läden eher nicht, Umsatz wohl auch nicht, aber offenbar muss man da vertreten sein.

Zwei lustige Ergänzungen:

Ich fragte mich die ganze Zeit, wie viele Mobiltelefone wohl schon in diesem Pool gelandet sind, denn man badet mit Handy (allenfalls in Plastikhülle, allenfalls mit Selfie-Stick), um auch ja keinen Schnappschuss zu verpassen. Einige Gäste (eher weiblich, eher asiatisch) drapieren sich liebevollst vor der Skyline. Nun ich weiss es nicht, aber ein riesiger Fan meiner Bilder auf Instagramm Insta-Follower schrieb mir: Pass einfach auf Dein Handy auf, meines ist im Pool gelandet.

Aufgrund meiner tollen Bilder vom Hoteldach gewann ich eine neue Followerin auf Insta. Sie fand meine Bilder so toll, dass sie mich sofort kontaktierte und mit Komplimenten überhäufte. Nein, eine deutsche Studentin hatte eine Wette geschlossen und wollte als nicht Hotel-Gast in den Pool. Das ist so nicht erlaubt (darum der täubelnde Gatte von oben) und wird auch kontrolliert. Man muss durch eine Schleuse, eine Person pro vorhandene Zimmerkarte. Also kontaktierte sie jeden mit einem entsprechenden Post auf Insta, ob er ihr allenfalls seine Zimmerkarte für 10 Minuten für einen einmaligen Eintritt leihen könnte. Dutzende schrieben ihr zurück, einige wollten sie gleich ins Hotel einladen. Sie erhielt entweder keine Reaktion oder freundlich Absagen. Ausser von mir. Da ich ja ein Doppelzimmer und somit zwei Karten hatte (und so ein wenig Rebel bin ich ja auch noch und ein bisschen „fuck the system“ hält jung), erfüllte ich ihr den Wunsch. Sie hat nun keine Wettschulden, musste mir aber versprechen, für den Rest ihres Lebens jedes Bild von mir zu liken. Ich weiss nicht, was schlimmer ist.

So, das wars aus Singapur. Nächster Halt in Darwin. Also ich bin schon da, aber habe erst jetzt über Singapur geschrieben. Ich sags Euch, so Langzeiturlaub ist streng.

Vorbereitung

So, Flug gebucht, loney planet bestellt, Blog eingerichtet….soweit mal alles so gut. Ich hoffe, dass ich so mutig bleibe, ausschliesslich einen Flug und und die ersten 2,3 Nächte zu buchen, bevor ich losfliege nach Australien. Tendenziell neige ich wohl eher dazu, meine Reise durchzuplanen und durchzubuchen, um eine möglichst effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit sicherzustellen.

Egal, ich werde es sehen, wenn es soweit ist…more to come