Darwin oder wie der FC Aarau doch noch aufstieg

Ab Singapur nahm ich also den Weg nach Darwin unter die Füsse….naja, genau genommen waren meinen Füsse genau bis zum Taxi und dann wieder bis zum Gate in Charge, aber egal, ich flog also nach Darwin. Mein erster Flug mit Silk Air, von welcher ich gerade gelesen habe, dass die Mutter Singapore sie nun offenbar mehr oder weniger komplett integrieren will. Der Flieger nicht aufregend, das Essen eher bescheiden, dafür die Flight Attendants äusserst aufmerksam, freundlich und zuvorkommen.

In Dawin gelandet, natürlich die zwei Minuten des Anstehens am Zoll genützt, um mir ein Wifi zu suchen. Worauf mich eine Zöllnerin sehr freundlich äusserst aufgebracht aufforderte „put your phone away“. Ich sah mich bereits in Handschellen abgeführt zu werden und dann stundenlang in einem fensterlosen Raum auf die Ausschaffung zu warten. Dabei natürlich gefilmt von den kompetenten Investigativjournalisten reisserischen Boulevard-Bros von „Boarder Patrol“. Ich dachte mir schon alle Argumente aus, welche noch für mich sprachen wie „tourism industry“ oder „Instafame“. Aber Australien gab mir eine weitere Chance und ich durfte einreisen.

Taxis und Uber leider nicht verfügbar. Irgendein netter Australier erklärte mir, warum. Ich dankte ihm freundlich für die informative Auskunft. Ich verstand kein Wort und lächelte ihn an wie ein Idiot. So kam ich zu meinem ersten Gruppentransport im Airport Shuttle. Günstig und rasch kam ich ins Hotel.

Hier dann doch ein zu erwartender leichter Down Grade zum Marina Bay Sands in Singapur. Aber das Kalidonis Village bietet saubere Zimmer mit Klimaanlage, Kühlschrank und Wasserkocher. Es verfügt über einen Pool, welcher zwar unspektakulär ist, aber für eine Abkühlung taugt.

Noch am Abend der Ankunft erkundete ich ein wenig das Nachtleben. Das ging schnell: Auf einer Distanz von vielleicht 200 Metern hat es rund 5 Pubs, alle mit Live Musik und alle mit einer ziemlich guten Bierauwahl. Die Musik ist nicht wie in Irland einheimische Volksmusik, es wird eher Populäres zum Mitsingen gecovered. So spielte der Solokünstler in Pub Nr. 1 nach rund 10 Minuten „Mr. Jones“, welches irgendwie das Lied meiner Australienreise 2003 war und in Pub Nr. 2 liessen sie mit einem lauthals mitgegrölten „Sweet Caroline“ die Barrageschlappe des FC Aarau vergessen.

Am nächsten Tag erkundete ich dann Darwin bei Tage. Die Stadt ist sehr übersichtlich und irgendwie friedlich oder gemütlich. Es verfügt an der Esplanade über einen grossen und sehr schön gepflegten Park und an der Waterfront über einen gigantische Ueberbauung zur Touristenbespassung. Dort hat es fast schon unzählige Restaurants, welche auch mehr als Burger an Fries bieten. Weiter verfügt es auch noch über einen Lagoon, wo man gefahrlos baden kann. Einen vollen Nachmittag habe ich dort mit viel Freude geplanscht. Dies habe ich allerdings aufgrund meiner Kaltwasserphobie noch nicht getan….

Am Abend des ersten vollen Tages habe ich eine Sunset Cruise unternommen. Gebucht über Get your Guide, diese bearbeiten mich seither mit Werbung auf Facebook für genau den Ausflug….offenbar noch Potential beim Datamining. Selten habe ich mich so jung gefühlt, war ich doch der einzige Teilnehmer unter 40 (grad gemerkt, dass ich selber schon 42 bin) unter 50 unter 60. Wieder unterhielt ich mich mit diversen netten Australiern ohne ein Wort zu verstehen. Ich ergänzte mein doofes unwissendes Grinsen aber durch gelegentlich eingefügte Ausdrücke wie „mate“ oder „no worries“ und wäre nach Bier Nummer 3 wohl schon fast als Einheimischer durchgegangen. Ah ja, und einen perfekten Sonnenuntergang sowie das obligate Hoddie-Bild gab es auch noch.

Am Folgetag dann der Ausflug zu einem Billabong (kannte ich vom letzten Mal irgendwie nur noch als Kleidermarke, gem. Wikipedia handelt es sich aber um einen toten rsp. nicht fliessenden Seitenarm eines Flusses). Lustiger Guide, welche seine Jokes routiniert zum richtigen Zeitpunkt vorbrachte („please clap at the end of the tour – just for me to know that you still have both arms“ – harrharrharr). Auch da gab es ein nettes Bild für Instagram.

Auf dem Rückweg entliess er uns am Strand, wo es noch einen Handwerkermarkt geben sollte. Dieser erwies sich allerdings eher als Street Food Festival. Auch Recht. Am Strand dann noch eine recht grosse Militärparade der Marines. Alle die ich fragte, was genau der Inhalt sei, erwiesen sich ebenfalls als Touristen und hätten die gleiche Frage gehabt. Auf jeden Fall war es durchaus spannend mitanzusehen und etwas viel weniger steif als ich meinen RS-Besuchstag in Erinnerung habe.

Am Strand dann nochmals der spektakuläre Sonnenuntergang. Dieses mal setzte mich eine Schweizerin nach detaillierten Anweisungen von mir mit offenbar vorhandenen Fotographie-Kenntnissen ohne weiteres Zutun von mir so ins Bild, dass ich nun frustriert feststellen muss, dass mein bisher bester Insta-Shot („die Mutter aller Aufnahmen“) leider nicht von mir ist. Natürlich war mein Beitrag, mit optimalem Einsatz der Filter das Maximum herauszuholen. Ich finde das Bild so gut, dass ich es sogar in der Kategorie #nofiltersneeded starten lasse.

So, das war Darwin. Blog geschrieben im gemütlichsten Kaffee der Stadt, geführt von Aboriginees. Man wartet rund 10 Minuten auf den Cappucino, aber das Warten lohnt sich.

Cheers, Mates.

Wenn sich alles um den Pool dreht

Auf dem Weg ins ferne Australien machte ich drei Nächte Zwischenstopp in Singapur. Bei der Hotelauswahl tendierte ich zu zentral und mindestens 4 Sterne und stelle erfreut fest, dass in Singapur auch zentrale 5-Sterne-Häuser durchaus erschwinglich sind wären. Wirklich zu teuer war aus meiner Sicht nur das Marina Bay Sands, ja genau das Marina Bay Sands bestehend aus drei Türmen mit einem riesigen Pool auf dem Dach.

Nun erzählte mir dann leider eine nicht namentlich erwähnte Arbeitskollegin, dass ihr Gatte in Singapur faktisch drei Tage (und wohl auch Nächte) „getäubelt“ habe (nein hat er nicht, aber ist so lustig, sich das vorzustellen), da sie zwar das Marina Bay Sands besichtigten, als Nicht-Hotelgäste den Pool aber nicht betreten durften. Und da ich als grossartiger Instagram-Influencer (nein, so bezeichnete sie mich ganz sicher nicht, aber ich habe es so wahrgenommen) ja sicher auf ein paar gute Bilder aus sei, würde sich das für mich schon lohnen. Ihr wisst, wie es weiter geht, ich habe es gebucht.

Nach Singapur bin ich ab Zürich mit der Swiss geflogen (und für die, die mich kennen: ja klar, vornesitzend und mit herrlich gestreckten Beinen).

Wunderbar entspannter Nachtflug, welcher Singapur ca. um 5 Uhr des Nachmittags erreicht. Passkontrolle nach 10 Minuten passiert, Gepäck nach weiteren 10 in Empfang genommen und so Touchdown plus 45 Minuten im Hotel angekommen. Der Taxifahrer entschuldigte sich noch für die Verzögerung in Folge einer gesperrten Srasse. Süss.

Im Hotel wird einem das Gepäck abgenommen und mit einem Srichcode versehen. Die andere Hälfte des Strichcodes gibt man beim Check in ab. So schafft es das Gepäck gut organisiert und rasch ins Zimmer. Check in an sich ein Schockerlebnis: 15 Schalter nebeneinander und trotzdem eine kleine Warteschlange. Ja, das Hotel ist gross. Ich war gebucht im 41. Stock des Tower 3. Ab Stockwerk 40 kostet es 10 % mehr, da Booking offenbar aufgrund meiner Recherchen gemerkt hat, dass ich eine grössere Reise plane aber nicht bei ihnen buche, haben sie mir einen Gutschein von 10 % geschenkt. Und ja klar, ich habe nicht 10 % gespart sondern einfach das besser gelegene Zimmer genommen. Ich wurde mit etwas Aussicht belohnt.

Und weil mein Koffer ja auch rasch im Zimmer war, stand ich als 1 Stunde nach der Landung tatsächlich an der Pforte zu diesem angeblich ach so tollen Pool, welcher einen doppelten Preis rechtfertigt. Ich weiss nicht, ob er ihn rechtfertigt, aber für mich war es den Eintritt wert. Im Pool schwimmen mit dem Handy in der Hand Fotos machen (ok, ein paar Spinner haben doch tatsächlich Bahnen gezogen, dafür würde das Tägi in Wettingen locker reichen) und dabei auf die Marina runter zu blicken, auf die anderen Hotels, das ganze Finanzviertel. Wow.

Dazu ein Bier….muss ich wohl nicht erwähnen. Einzig das Feuerwerk am Abend war wohl fast ein wenig verschenkt, ein grosser Teil der Raketen explodierte eher unter als über uns, wäre vermutlich von unten und damit vor der Skyline spektakulärer gewesen. Aber ich habe dann aus reiner Höflichkeit trotzdem wie ein verrückter bei jedem Knaller oh und ah gerufen.

Mein weiterer Aufenthalt ist rasch erzählt: eine Runde um die Marina, einfach um das Hotel und den Pool mal von unten zu sehen.

Dann eine Runde durch den nahe gelegenen Park, sonst immer am oder im Pool und zweimal im Fitness, dort auch geile Aussicht.

Lunch direkt am Pool und Abendessen in einem der Restaurants der ebenfalls zugehörigen Mall. Auch dort lässt man sich alles aufs Zimmer schreiben, eine Kontrolle fand meines Erachtens nie statt, bevor ich ging. Erstaunlich und erfreulich. Die Mall an sich ebenfalls erstaunlich: fast ausschliesslich Flagship Stores aller grossen Luxusmarken. Kunden in den Läden eher nicht, Umsatz wohl auch nicht, aber offenbar muss man da vertreten sein.

Zwei lustige Ergänzungen:

Ich fragte mich die ganze Zeit, wie viele Mobiltelefone wohl schon in diesem Pool gelandet sind, denn man badet mit Handy (allenfalls in Plastikhülle, allenfalls mit Selfie-Stick), um auch ja keinen Schnappschuss zu verpassen. Einige Gäste (eher weiblich, eher asiatisch) drapieren sich liebevollst vor der Skyline. Nun ich weiss es nicht, aber ein riesiger Fan meiner Bilder auf Instagramm Insta-Follower schrieb mir: Pass einfach auf Dein Handy auf, meines ist im Pool gelandet.

Aufgrund meiner tollen Bilder vom Hoteldach gewann ich eine neue Followerin auf Insta. Sie fand meine Bilder so toll, dass sie mich sofort kontaktierte und mit Komplimenten überhäufte. Nein, eine deutsche Studentin hatte eine Wette geschlossen und wollte als nicht Hotel-Gast in den Pool. Das ist so nicht erlaubt (darum der täubelnde Gatte von oben) und wird auch kontrolliert. Man muss durch eine Schleuse, eine Person pro vorhandene Zimmerkarte. Also kontaktierte sie jeden mit einem entsprechenden Post auf Insta, ob er ihr allenfalls seine Zimmerkarte für 10 Minuten für einen einmaligen Eintritt leihen könnte. Dutzende schrieben ihr zurück, einige wollten sie gleich ins Hotel einladen. Sie erhielt entweder keine Reaktion oder freundlich Absagen. Ausser von mir. Da ich ja ein Doppelzimmer und somit zwei Karten hatte (und so ein wenig Rebel bin ich ja auch noch und ein bisschen „fuck the system“ hält jung), erfüllte ich ihr den Wunsch. Sie hat nun keine Wettschulden, musste mir aber versprechen, für den Rest ihres Lebens jedes Bild von mir zu liken. Ich weiss nicht, was schlimmer ist.

So, das wars aus Singapur. Nächster Halt in Darwin. Also ich bin schon da, aber habe erst jetzt über Singapur geschrieben. Ich sags Euch, so Langzeiturlaub ist streng.

Eine Ode an perfekte Tage und Abende

Nachdem wir in Andermatt den Hotelausgang und damit den Bahnhof gefunden hatten (siehe Letzter Blog von gestern) fuhren wir mit dem Postauto über den Gotthardpass. Immer wieder eine beeindruckende Kulisse und wenn man sieht, wie lange das Postauto da aufwärts fährt, steigt der Stolz auf die entsprechenden Bezwingungen zu Fuss mit jeder Minute weiter an.

Ab Airolo direkt nach Locarno, wo wir im La Palma au Lac eincheckten. Das Zimmer war noch nicht fertig (wir auch zu früh dran), es wurden uns aber Tücher für dem Badeplausch im direkt davor liegenden See angeboten. Den Plausch wollten wir mit der Anmietung eines Pedalos erhöhen, steigerten ihn dann mit einem Motorboot fast schon ins Unermessliche. Ja bei Motorboot denke ich an eine Jacht mit mindestens 212 PS, 3 Kabinen und 4 Butlern, aber manchmal kommt es anders. Auch wenn die 8 PS dem Bötchen wohl kaum mehr als 10 km/h entlockten, sich einmal im Leben als El Capitano zu fühlen, war den Eintritt allemal wert.

Danach genossen wir den #roomwithaview und nützten diesen, um ein wenig vorzuglühen.

Der eigentliche Höhepunkt sollte aber ja noch folgen. Wir hatten uns preiswerte eher teure absolut wahnsinnig teure VIP-Tickets für das Moon and Stars genauer für das grande Finale mit Patent Ochsner und Stephan Eicher erworben. In der Kurzfassung für Schnellleser: Es war ganz grosses Kino:

Die Infrastruktur und das Catering wirklich auf VIP-Niveau. So Häppchen und Drinks bis zum Abwinken. Tolle Plattform, welche zu keinem Zeitpunkt irgendwie ‚crowded‘ war. Wie Geberit sein Dusch-WC an einem Open Air vermarktet, ist so übertrieben, dass man es direkt übertrieben finden könnte – vielleicht ist es einfach nur gut saumässsig gut.

Aber primär waren wir ja der Konzerte wegen dort. Und das war ja das Geile: es waren nicht zwei Konzerte unterteilt in eine Vorband, die keiner hören will und nur das Warten auf den Mainact verkürzt bis dieser Mainact dann endlich mit grosser Verspätung anfängt. Nein, die zwei grossen alten (sorry) Männer der Schweizer Musik gaben hier eben zusammen ein Konzert mit dem absolut besten aus den zwei doch recht unterschiedlichen Welten. Die absolut epische 11-minütige Version von Scharlachrot inkl. dem wohl geilsten Saxophonsolo der Musikgeschichte (sorry das immer noch vorhandene Adrenalin lässt mich schwärmen) war nur ein Höhepunkt des höhepunktreichen Abends…dass sich die zwei Protagonisten des Abends einen kurzen Moment nicht ganz einig waren in Bezug auf den Text gab dem ganzen einen zusätzlichen leicht improvisierten Touch (wäre ich böse, würde ich unterstellen, sie hätten das absichtlich gemacht ich bin ja mal nicht böse).

Die Bühne rsp. die Ausrichtung der Tribüne sowie die Farbe der Getränke waren eine faktisch perfekte Inszenierung für die Generation Instagram – interessiert wohl nicht so viele aber für so gefühlte Influencer wie mich natürlich Teil des Spasses.

Und weil ja schöne Geschichten ein Happy End brauchen: Dass ich dann am nächsten Morgen einen Schulkollegen an der Hotelrezeption antraf, den ich zuletzt wohl ca 1995 mit 18 Jahren vor über 20 Jahren ziemlich sicher 1995 getroffen hatte, rundete das nette Reislein noch wunderbar ab.

So, next Stop Singapur 🇸🇬.

Andermatt – 10 Jahre später

Wie doch so einige habe auch ich paar Wochen meines Lebens im grünen Kampfdress der besten Armee der Welt in Andermatt verbracht. Als unsere Truppe das erste Mal in Andermatt stationiert war, hiess uns der Präsident des damals dahinsiechenden Bergdorfes persönlich mit einem Apéro willkommen. Sein wichtigstes Argument für Andermatt war die fehlende Polizeistunde und damit die Möglichkeit zum masslosen militärischen Abfeiern. Wir nützten diese rege. Ein Jahr später war der reiche Onkel aus Ägypten mit seinem Projekt www.andermatt-swissalps.ch aufgetaucht und weil man diesen wohl nicht verschrecken wollte, wurde eine militärische Polizeistunde um Mitternacht erlassen. Bussenandrohung 100 Franken, Kontrolle durch die Militärpolizei. Nun, da gestohlene Äpfel ja am besten schmecken, erhöhte das auf Umwegen zu spät nach Hause schleichen den Spass des nächtlichen Tuns noch mehr. Ein Jahr später fand dann der Spatenstich für das Luxushotel The Chedi statt (www.thechediandermatt.com) und die ganze Bevölkerung (wir zählten uns dazu) wurde zu Brot und Spiele Wurst und Brot eingeladen. Später in einer Bar sahen wir den reichen Onkel dann noch mit der für sein Projekt werbenden Skilegende. Ja und so entstehen lustige Militärgeschichten, in denen ich mal ganz nah am Olympiasieg Olympiasieger in der Herrenabfahrt war.

Soweit mal mein Bezug zu Andermatt.

Jetzt, ziemlich genau 8 Jahre nachdem ich mein seit der RS liebevoll gehütetes und mehrfach gezügeltes Armeematerial in einer grauen Turnhalle zu entsorgen hatte, kehrte ich auf dem Weg ans Moon and Stars in Locarno für eine Nacht nach Andermatt zurück.

Gebucht hatten wir ein Zimmer im neuen Radisson Blu. Zwei sehr chice Holzchalets am Dorfeingang, leider auch sehr nahe an der Gotthardstrasse. Offenbar ist das Hotel nicht primär überhaupt nicht auf mit dem Zug reisende ausgerichtet, der Weg vom Bahnhof ist nicht wirklich beschriftet…und als Mann ist es ja sowieso ausgeschlossen, jemanden nach dem Weg zu fragen…und so sahen wir das Hotel zwar schon von weitem, mussten aber irgendwie noch über die stark befahrene Hauptstrasse und die Bahngeleise kommen…irgendwie haben wir es dann geschafft und später den direkten Weg auch noch gefunden.

Check in freundlich und schnell und schon um 13 Uhr möglich. Das Zimmer chic und stylish, mit Kaffeemaschine und fast schon spektakulärem Bad. Und riesigem Fernseher, den ich aber irgendwie nicht brauchte.

Nach dem Spaziergang wollte ich eigentlich ins Hallenbad. Da die Beschriftung auch innerhalb des Hotels mehr als dürftig ist (die Badtücher suchen wir immer noch haben wir nicht gefunden), bin ich zuerst im Fitness gelandet. Und da im TV gerade die Schlusssteigung der Tour de France lief, entschied ich mich für ein wenig gemütliches Spazieren auf dem Laufband (4.5 km/h). Ich wurde dann von einer Angestellten in englisch und eher sehr barsch darauf aufmerksam gemacht, dass ich für ein ‚excercise‘ gefälligst vernünftige Schuhe tragen solle. Auch meine Erwiderung, dass 4.5 km/h nicht Training sondern maximal aktive Erholung sei, konnte ihre offensichtlichen Sicherheitsbedenken nicht aus der Welt schaffen. Nun, auf dem Weg ins Bad bin ich dann in einer Pfütze beinahe zu Fall gekommen…soviel zu Sicherheit. Das Bad toll, geräumig mit riesigen Liegen…die Aussicht leider direkt auf die Hauptstrasse. Den Rest des Spas hätte ich auch noch besichtigt, leider mangels Beschriftung nicht gefunden…und ich hätte sogar gefragt, hätte ich irgendeine Badeaufsicht gesehen…

Die Bar: toll eingerichtet – bequeme Sitze und Sofas – gute Getränkeauswahl – freundliche Bedienung.

Das Restaurant konnten wir leider erst um 20.30 Uhr betreten, da es vorher ‚ausgebucht‘ war. Allerdings war es dann um halb 9 leer und irgendwie hatten wir nicht gerade viele Leute rauskommen sehen. Aber egal: die Einrichtung überzeugt, die Speisen sogar sehr, die Weinkarte ist umfassend und aus meiner Sicht fairpreisig, das Essen sehr gut!

Am nächsten Morgen eines der besten Frühstücksbuffets, welches ich je gesehen habe. Der selbst geräucherte Lachs (unten zu sehen im Bild welchen ich leider nicht fotografiert habe) war der Höhepunkt. Mäkeln auf ganz hohem Niveau: der Käseauswahl würde etwas Regionalität mit einem Urner Alpkäse oder so nicht schaden.

Check out anschliessend wieder bei Etienne, bei dem wir schon eingecheckt hatten: schnell, freundlich und zuvorkommend. Er hat uns sogar den schnellsten Weg zum Ausgang im zweiten UG erklärt…welchen wir mangels Beschriftung dann doch noch ein wenig suchen mussten…

Fazit zum Hotel: supertolle Hardware – Software noch mit einigen Bugs und daher Luft nach oben.

So, das wars, machen und jetzt auf den Weg zum Bahnhof…es regnet…darum auf direktem Weg…

Eine lange Zugfahrt hin, das Wunder von Neuenburg und eine sehr lange Zugfahrt zurück

Als in Wettingen aufgewachsener jugendlicher Fan des FC Wettingen (in Konkurs gegangen 1993, er möge in Frieden ruhen) konnte ich mich über den Meistertitel des FC Aarau 1993 nicht wirklich freuen. Nicht, dass er mich geärgert hätte, aber auch nicht wirklich gefreut. 2007 in der Barrage gegen Bellinzona entwickelte ich erstmals so etwas wie Gefühle für den FC Aarau. Dass die die Fans der AC Bellinzona die gleichen Lieder sangen wie diejenigen des HC Ambrí-Piotta störte meine junge Liebe zum FCA aber doch noch erheblich.

Erstmals echtes Feuer entfachte ich 2013, beim grandiosen Aufstieg. Als die Spieler schon am Abklatschen waren, als Wohlen plötzlich noch ein Tor in Bellinzona gelang und Aarau völlig überraschend schon an diesem Abend uneinholbar wurde. Als alle auf den Platz rannten, gefolgt von einem Platzregen und ‚Sweet Caroline‘ in die Welt hinausposaunten.

Also wurde ich halbwegs regelmässiger Matchbesucher, lieber bei Sonne als bei Regen, lieber im Mai als im November, lieber gegen Basel als gegen Chiasso, aber doch halbwegs regelmässig.

Was der FC Aarau dieses Jahr aber geboten hat, übersteigt alles. Mit tollem Kader und vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet, dann grandios fehlgestartet und dann die geilste Aufholjagd, die der Schweizer Fussball je gesehen hat. 6 Spiele, 0 Punkte, dann 11 Spiele, 4 Punkte und am Schluss in der Barrage. Ich gönne dem ganzen Verein, dass er für den Mut belohnt wurde, am Trainer und Sportchef festzuhalten. Und der Major wird nur schon dafür eine Legende, dass er sich eine Aufstiegsprämie in den Vertrag schreiben liess.

Die Barrage war quasi das Dessert, welches man sich nicht entgehen lässt, obwohl man doch schon satt ist. Und so entschloss auch ich mich zur Reise nach Neuenburg im Extrazug. Auch wenn meine resultatmässigen Erwartungen bescheiden waren, so freute ich mich auf ein unterhaltsames Spiel in einem tollen Stadion an toller Lage mit ein paar Bier dazu.

Die Zugfahrt lang, aber kurzweilig, versüsst mit einem offerierten Bier. Mit lustiger Kondukteuse, welche sich einen Aarau-Schal zu einer Krawatte binden liess. Welche Verständnis dafür hatte, dass mein Ticket der mit meinem Ticket gerade am Bier holen war. Mit ewigen Lobgesängen auf die Saison, den Trainer, die Mannschaft. Mit Hoffnung. Mit nicht endenden Gesängen von in Aarau bis und Neuenburg.

Dann ein Fanmarsch mit toller Aussicht, welche niemand offenbar nur ich wahr nahm. Ok, irgendwie war der Fanmarsch auch wirklich toller als die Aussicht!

Und dann ein Spiel, welches allen den Atem nahm. 0-3 zur Pause – 0-4 zum Schluss. Das Stadion ein Aarauer Tollhaus. Wildfremde Menschen, die sich umarmen. Die den Namen des offenbar abgangsgefährdeten Sportchefs skandieren. Die sich zwingen müssen, den Aufstieg nicht zu verschreien und die es dann doch ein wenig tun. Die sich nicht mehr erholen. Die fast zu ein wenig Mitleid mit Xamax und seinen Fans fähig sind. Toll der Xamax-Fan nehmen mir: nach dem 0-4 hat er mir anerkennend zugenickt und dann dem FC Aarau ehrfurchtsvoll zugeklatscht.

Einziger Wehrmutstropfen: Das Catering von Xamax. Eine Katastrophe. Zu keinem Zeitpunkt war dir Wartezeit kürzer als eine Viertelstunde. Die Organisation irgendwo zwischen 2. Liga regional und 1. Liga Promotion. Und das in diesem Stadion. Schade. Aber allenfalls mit Rücksicht auf den Folgetag eine durchaus erwünschte Bierzuflussbeschränkung.

Die Rückfahrt: ewig! Lang! Undendlich! Irgendwann untersuche ich wissenschaftlich, warum sich ein Hinweg meistens immer viel kürzer anfühlt als der Rückweg. Egal, irgendwann schlief ich ein, sonst würde die Rückfahrt wohl immer noch andauern.

Das einzige doofe an diesem Resultat? Aarau hatte nichts, aber auch gar nichts zu verlieren in dieser Barrage. Xamax hatte nur zu verlieren und nach Spiel 1 auch schon alles verloren. Somit umgekehrte Vorzeichen vor dem Rückspiel: jetzt kann Aarau eigentlich nur noch verlieren. Werden sie aber nicht, dieses kleine Fussballmärchen verdient sein Happy End.

#zämeförAarau

Eine lange Zugfahrt (also zwei), kulinarische Höhenflüge und die üblichen sinnstiftenden sinnlosen Gespräche – das war Bologna

Claudio wurde 2017 40, ist seither also näher an 50 als an 30. Genau aus diesem Grund hat er diesen Umstand wohl ignoriert und den runden Geburtstag nie gefeiert. Irgendwann im Frühjahr 2019 ist er dem wachsenden Druck aber unterlegen und hat das Bubenreislein des Jahres organisiert. Infolge der knappen Planung war sein Bruder leider verhindert (sorry, Bruder), dafür waren am Start: Claudio der Jubilar, bekannt von (oder eher zu finden auf) beffa.ch – dann Thomas Mezera, der Hockeygott, der seine Karriere in der legendären Keba ausklingen lässt – dann Mic, die Gourmetlegende aus TschechoSlowenien (sorry, Insidergag) – gefolgt von Sam (niemand weiss warum, aber auf Instragram schmückt er seinen Namen mit dem Zusatz ‚official‘) – dann Simon, der seinem früheren Übernamen Bier nicht mehr ganz gerecht werden mag sowie Gollo, der Oesterreicher, der alleine 17 Blogs füllen könnte – gefolgt von Benj (der mit dem Insektenburger vom vorletzten Blog) – und zu guter letzt ich, bekannt aus Film, Funk und Instagram.

Mitten in der Nacht (also am Freitag um 7) trafen wir uns am HB in Zürich. Alle, ausser Gollo, der vorausschauend ein Hotelzimmer in Erstfeld gebucht hatte und sich um diese Uhrzeit gemütlich aufmachte zum Frühstück. Und ausser Claudio, ja, genau, der Claudio, der die Tickets für den Zug hatte. Es brauchte viel Charme, Ueberredungskunst und Drohungen mit sozialen Medien, um zu verhindern, dass wir den Zug in Zug wieder verlassen mussten. Anstelle von Tickets hatten wir dafür Früchte, Gemüse, Schwarzbrot und- Tee sowie etwas Bier, Wein und Chips. Eine lustige Fahrt mit erstaunlich pünktlichen Anschlüssen. In Bologna angekommen assen wir Pasta mit der heimischen Sauce (ab jetzt bei jeder Mahlzeit, daher keine weitere Erwähnung) sowie ein zu einer Tagliata kredenztes T-Bone-Steak. Ich flippe jetzt noch aus nur schon beim Gedanken daran. Und dazu tranken wir den (leichter taktischer Fehler) besten Wein des Wochenendes.

Die Unterkunft war perfekt, sehr geräumige Doppelzimmer und ein gemeinsamer Innenhof mit Lounge. Umgeben von Anwohnern eines typisch italienischen Hinterhofs – unser Lärm störte niemanden. Speziell der Zugang: durch vier verschlossene Türen zu öffnen mit vier nicht beschrifteten unterschiedlichen Schlüsseln, welche mit Bart nach oben oder unten eingeführt werden mussten und teilweise klemmten…wir nannten es Rätsel…zufällig zuschauende Passanten schwankten zwischen lachen und die Polizei rufen…

Am Freitagabend vor dem Essen ein ausführlicher Apéro mit der angeblich besten Mortadella der Welt, danach ausnahmsweise mal ein Essen, ausnahmsweise: also es gab eine Karte und als wir alle gewählt hatten, erklärte uns der Wirt, dass die Karte nicht relevant sei, er uns aber schon das Richtige zu bringen wisse. Beim Wein gab es nicht mal eine Karte…er brachte das Richtige. Es war erneut Weltklasse. Leicht getrübt war der Gaumenschmaus nur von der auf gefühlte 48 Grad steigenden Raumtemperatur…

So, da die Müdigkeit noch ein wenig zehrt, hier der Cliffhanger: es folgen Kaffee, ein Ausflug nach Rimini, mehr Wein, mehr Essen und nochmals mehr Wein und nochmals mehr Essen…sobald ich dazu komme…versprochen….wird allenfalls in Gedenken an den Organisator 2021…

Ueber Marketing und Online-Shops am Beispiel Globus

Ich bin wohl für jeden Online Shop so was wie der wahr gewordene Kundentraum: Ich neige zu spontanen (unüberlegten, wahllosen) Käufen, vergleiche Preise nicht wirklich (sondern reagiere einfach mal emotional auf ein Rabatt-Versprechen), schicke nie etwas zurück und bezahle brav im Voraus.

Also nur logisch, dass sich der Globus http://www.globus.ch mit seinem neuen Online-Shop um mich bemüht und mich darum mit einem Gutschein im Wert von CHF 50.00 beglückt. Ok, meine Euphorie bezüglich der Datenselektion der Marketeers von Globus ist ein wenig eingeschränkt, nachdem ich herausgefunden habe, wie viele meiner Freunde und Kollegen den genau gleichen Gutschein auch erhalten haben.

Aber egal, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Zumal der Gutschein wirklich reale CHF 50.00 wert ist, ohne Einschränkungen wie Mindestbestellmenge oder Beschränkung auf gewisse Marken.

Also gleich mal in diesen Shop gestürmt rsp. da ich ja fest vorhatte dort gleich Stammkunde zu werden, sofort die entsprechende App heruntergeladen. Dort dann die erste Ernüchterung: Bevor ich auch nur einen klitzekleinen Blick in den Shop werfen konnte (rsp. hätte werfen können, denn ab hier blieb es leider beim Konjunktiv), hätte ich mich registrieren müssen. Aber eben, ich bin unüberlegter Spontanshopper, ich will Geld ausgeben (zum Fenster rauswerfen) ohne künstliche Hürden, welche mich zur Vernunft bringen könnten. Also rasch die App wieder gelöscht und mich doch auf der mobilen Seite versucht.

Nun, die Suchfunktion eher enttäuschend: ich konnte z.B. T-Shirts wählen und dann alle T-Shirts (gefühlt Millionen) anschauen oder ich konnte Tommy Hilfiger https://ch.tommy.com/ wählen und dann alle Artikel meines Namensvetters anschauen. Einen Kombifilter habe ich aber nicht gefunden (also alle T-Shirts von Hilfiger)… allenfalls gibt es den ja, einfach für ungeduldige Spontankäufer wie mich nicht zu finden.

Gut, ich habe dann für CHF 49.90 ein T-Shirt von Napapijri https://www.napapijri.ch gefunden, ich wollte ja meinen Gutschein möglichst optimal ausnützen. Und tatsächlich, ich musste dafür nur faire CHF 4.90 Versandgebühren bezahlen. Sehr mühsam, dass der sehr lange, eher klein gedruckte, nicht in 4er-Gruppen strukturierte Gutscheincode abgetippt werden musste. Besonders mühsam, wenn dieser 5mal die Ziffer 5 in Folge enthält (versucht als halbblinder Maulwurf einmal herauszufinden, ob das jetzt 4, 5 oder gar 7 Fünfen sind, fast hätte ich die Geduld verloren…) Ebenfalls mühsam, dass ich die Globus-Stammkunden-Nummer tatsächlich auf meiner Globus-Karte suchen musste. Leute, wenn ihr mir schon einen persönlichen Brief schreibt, dann druckt diese Nummer doch bitte an (und falls sie irgendwo war: bitte so gross, dass ungeduldige Spontankäufer wie ich sie finden…).

Zu Testzwecken habe ich eine abweichende Lieferadresse erfasst (nein, nicht zu Testzwecken, aber damit meine Frau nicht merkt, wie viel ich bestelle…). Dort eher mühsam, dass bei Erfassung einer Firmenadresse die Firma erst ganz zum Schluss erfasst werden kann, man hat also die gesamte Erfassung das ungute Gefühl, dass das nicht zum Klappen kommt. Bei den Zahlungsmöglichkeiten eher mühsam, dass Twint http://www.twint.ch (für mich im mobile payment die Mutter aller Zahlungslösungen) nicht gewählt werden kann und man mühsam die Kreditkarte abtippen muss.

Nach zwei Tagen: die positive Ueberraschung. Der gewünschte Artikel in eleganter schwarzer Schachtel in der Post. Das Shirt edel in Seidenpapier gewickelt. Vorne drauf eine handgeschriebene Karte vom Leiter online Handel. Naja eine in Handschrift gedruckte Karte. Damit leider nur eine billige Kopie der Amys und Nataschas von Outfittery. Aber immerhin besser als nichts.

Sehr positiv erwähnen möchte ich, dass Globus im Anschluss an die Bestellung ein Freitextfeld für ein Feedback bereithält. Sehr negativ, dass mein Feedback vom 14.04. bis am 22.04. absolut unbeantwortet blieb. Am 23.04. erhielt ich nun die Mitteilung, dass meine Rückmeldung an den Entwickler (also ihr habt echt nur einen?) weitergeleitet worden sei. Da frage ich mich, wo der Nutzen einer 9tägigen Zwischenlagerung liegt (ok, Ostern dazwischen, aber trotzdem).

Fazit:

Toller Shop mit tollen Produkten aufwendig mit schönem Gutschein inszeniert. Der Shop-Aufbau für mich eher dürftig, vor allem für eine Firma mit der gleichen Mutter wie Digitec / Galaxus https://www.digitec.ch/. Das mit der zu suchenden Kundennummer doch eher (sehr) überraschend für die 20jährige Erfahrung mit Cumulus http://www.cumulus.ch (rsp. den entsprechenden personalisierten Mailings) bei den Daten-Kraken der Migros http://www.migros.ch. Und Umgang mit Feedback: guter Ansatz, schlechte Ausführung.

Ergänzung: Auf Twitter findet sich Globus nicht. Auf Instagram hingegen schon: 25000 Follower und dann pro Bild grosszügig gezählte 200 Likes. Ich will nichts unterstellen aber das riecht nach gekauften Followern. Eher wenig vertrauenserweckend.

Auslöser für diese Review war ein Gutschein im Wert von 50 Franken. Ich bin sonst weder engagiert noch bezahlt von Globus. Ich bin nicht beteiligt (und auch nicht verwandt oder verschwägert) an einer der erwähnten Firmen.

Ueber Gebläse und Rasenmäher und das Ausmisten von alten T-Shirts

Über Gebläse und Rasenmäher sowie das Ausmisten von T-Shirts

Öffentliche Präsentation der Diplomarbeiten an der HFW Aarau vom Montag, 08.04.2019. Zwei Gruppen präsentierten ihre Arbeiten vor rund 100 Interessierten in der Aula, die restlichen Gruppen anschliessend während des Apéros an Ständen.

Die erste Gruppe, welche präsentierte, hatte einen Händler von Gartengeräten untersucht. Dieser bietet z.B. Gebläse oder Rasenmäher (ja, genau, solche zum Draufsitzen, der Bubentraum eines jeden Mannes) sowie die passenden Serviceleistungen dazu an. Wie bei vielen KMU war nicht näher bekannt, mit welchen Produkten oder Dienstleistungen Geld verdient und mit welchen Geld verloren wird. Eine eher gefährliche wenn nicht existenzbedrohende Situation in einem Umfeld knapper Margen. Nun, dem Auftraggeber konnte eine konkrete und korrekte Kalkulation vorgelegt werden, es wurde eine Sortimentserweiterung erarbeitet und ein neues Preissystem für den Rasenmäherservice  entworfen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Mut gewünscht: weniger kostenbasierte Kalkulation sondern eher ein Pricing (totales Unwort, aber es gibt halt doch kein besseres) mit klarem „ugly brother“ (welcher den ein wenig hübscheren Bruder richtig schön hätte erscheinen lassen) hätte mir gefallen.

Die zweite Gruppe untersuchte für einen Produzenten und Händler im Sanitärbereich die Lagerhaltung. Dabei wurde festgestellt, dass dieser stark abhängig ist von langjährigen Mitarbeitenden, welche auch ohne klare Ordnung im Lager und ohne logische Artikelnummerierung alles jederzeit problemlos sofort finden. Zur Behebung dieses Zustandes wurde ein neues, logisch aufgebautes Artikelnummerierungssystem (auch ein tolles Wort, die Autoren hatten ein Gescheiteres, dieses ist mir leider entfallen) entworfen und gleichzeitig die Empfehlung erarbeitet, das Sortiment um wenig Umsatz generierende C-Artikel zu bereinigen. Nun, zu Hause werde ich meine Kleider wohl nicht nach einem aufwändigen System nummerieren, ein paar alte T-Shirts aus der Kategorie C (praktisch nie getragen) könnte ich aber aussortieren.

Der guten Ordnung halber deklariere ich, dass ich Dozent für Organisation und Projektmanagement an der HFW Aarau http://www.hkvaarau.ch bin, bei der zweiten erwähnten Arbeit amtete ich als sogenannter Organisationsdozent. Zu diesem Artikel wurde ich nicht aufgefordert und werde für diesen auch nicht bezahlt (ein Glas Wein am Apéro habe aber schon konsumiert). Die HFW Aarau als Teil der Handelsschule KV Aarau bietet eine dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung in Betriebswirtschaft. „Master Piece“ oder „Gesellenstück“ dieser Arbeit ist die in Gruppen absolvierte Diplomarbeit mit dem Ziel der Erweiterung rsp. Anwendung der erlernten Fach-, Methoden und Sozialkompetenzen. Auftraggeber für diese Arbeiten sind Unternehmungen aus der Region, welche gegen bescheidenes Entgelt eine konkrete Problemstellung untersuchen lassen.

Avec X und Avec Box

Natürlich wollte ich einer der ersten sein, welche das neue Ladenformat ohne Kassen und Personal testet. Leicht enttäuscht musste ich feststellen, dass sich vor der Avec Box in der Bahnhofhalle eine kleine Schlange gebildet hatte….allerdings wohl nur, weil der Laden gerade für einen Fotografen freigehalten wurde.

Also zuerst zum Avec X im Untergeschoss. Der Zugang erfolgt, in dem man mit der Avec App einen QR-Code scannt. Die Registrierung auf der App ist einfach, einfach ID scannen und Kreditkarte hinterlegen. Etwas erstaunlich für mich, dass meine ID offenbar sehr schwer lesbar ist (so heisst ich jetzt unkorrigierbar Waefliger) und dass die Angaben zur Kreditkarte manuell erfasst werden müssen. Das ginge einfacher!

Ich war der einzige Kunde im Laden, anderen Interessierten erklärten motivierte Mitarbeitende das Konzept, dieses geht so: Man nimmt die gewünschten Artikel, scannt einen Strichcode (kontrolliert sinnvollerweise, ob man den richtigen erwischt hat) und wählt bezahlen, bevor man den Laden verlässt. Soweit so einfach. Die Avec Box ist genau gleich nur etwas grösser und mit daher grösserer Auswahl. Hier werden auch Zigartten in einem Automaten angeboten, dieser erfordert ein separates Check-In. Offenbar versucht man auch mit dem Sortiment urbane Hipster (😄) wie mich anzusprechen: ich konnte mir ein Kaffeegetränk mit Cannabis-Zugabe (nicht berauschend) und Insektenburger erwerben (das Gesicht meiner Frau beim Nachtessen dann in einem separaten Beitrag).

Nun, ich weiss nicht, ob dieses Konzept nun so viel einfacher und schneller als die bekannten Self Checkout Konzepte von Migros und Coop sind. Und ob sich wirklich so viel Personal sparen lässt, bezweifle ich bei Kleinformaten an Hochfrequenzlagen auch. Um attraktiv zu sein, sollte die App nicht nur auf eine Bezahlfunktion reduziert sein. Man könnte mit personalisierten Angeboten (wenn ich wieder mal Lust auf Insekten habe…) oder Stati (werde mit dem 10. Schoggigipfel zum Schoggigipfel-König von Zürich) à la tripadvisor attraktiver werden. Insgesamt sehe ich den Vorteil aber eher beim Laden als grossem Automaten, welcher unabhängig von Arbeitsgesetzen und Lohnkosten 7×24 offen bleiben kann. Somit also eher etwas für Tieffrequenz-Standorte.

Fazit: spannendes, innovatives Format, welches aber wohl nicht mal als einen Zwischenschritt darstellt und bald von weiterführenden Modellen wie jenem von Amazon (wo der Laden quasi selber merkt, was ich aus dem Regal nehme) abgelöst werden wird.

Meine Biottasaft-Woche

Dienstagabend. Damit mehr als die Hälfte geschafft. Ein kurzes Zwischenfazit

Am Freitagabend noch ‚gross‘ im Restaurant zu Abend gespiesen. Dazu getrunken. Dazu leichte Panik vor dem Start meiner Fastenwoche am Samstag.

Am Samstag dann ein leicht verkürzter Abbautag. Also am Mittag noch ein Müsli….und das wars dann an fester Nahrung. Auf die reinigende Salzkur mit Rücksicht auf meinen Besuch in Ambrí (und vor allem mit Blick auf die sanitären Anlagen dort…) verzichtet. Dafür am Eishockeymatch ein Bier….ist ja keine feste Nahrung. Ok, Alkohol wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders….

Am Sonntag dann zum Mittagessen einen lecker Saft aus dem Hause Biotta (Superfrucht, war ganz ok). Und am Abend Rüebli-Fenchel-Suppe….also das Gemüse aufgekocht und am Schluss wieder rausgenommen. Und obwohl ich leicht gesalzen habe, musste ich feststellen, an Sonntagabenden schon besser gegessen zu haben.

Gestern dann ein Meeting über Mittag, Sandwich offeriert vom Chef…mit Brownies zum Dessert….mein Cocktail aus pasteurisierten Gemüsen war um Welten besser. Am Abend Rüeblisaft à la Provence (also mit Salz, Pfeffer und Herbes des Provence). Ja wieder etwas betrogen, aber so ist diese Woche massiv besser auszuhalten als mit ausschliesslich ungewürzten süsslich schmeckenden Säften.

Und heute am Morgen ein Löffel Honig (love it), zum Lunch ein toller Preiselbeersaft und am Abend ein mit etwas Molke, Zitronensaft und Gewürzen aufgemotzter Tomatensaft.

Zwischenfazit: nicht alles ganz nach der Originalvorgabe…aber doch ziemlich konsequent….kein Hunger mehr….fühle mich fit…war Samstag, Sonntag und heute im Fitness und täglich mit dem Hund draussen: Energielevel also ganz offenbar ganz ok.

Härtetest am Donnerstag: Businesslunch…für mich einfach ohne Lunch.

Und ja, alle machen so eine Saftwoche ausschliesslich zum Entschlacken. Gewichtsreduktion ist total nebensächlich. Logischerweise auch für mich. Trotzdem steht man dann täglich auf die Waage. Und aus den 89.4 kg am Samstag sind 86.3 heute morgen geworden. Geil. Morgen dann wohl nicht mehr weniger, das ist dann jeweils der kleine Frust…

…more to come…