Ueber Marketing und Online-Shops am Beispiel Globus

Ich bin wohl für jeden Online Shop so was wie der wahr gewordene Kundentraum: Ich neige zu spontanen (unüberlegten, wahllosen) Käufen, vergleiche Preise nicht wirklich (sondern reagiere einfach mal emotional auf ein Rabatt-Versprechen), schicke nie etwas zurück und bezahle brav im Voraus.

Also nur logisch, dass sich der Globus http://www.globus.ch mit seinem neuen Online-Shop um mich bemüht und mich darum mit einem Gutschein im Wert von CHF 50.00 beglückt. Ok, meine Euphorie bezüglich der Datenselektion der Marketeers von Globus ist ein wenig eingeschränkt, nachdem ich herausgefunden habe, wie viele meiner Freunde und Kollegen den genau gleichen Gutschein auch erhalten haben.

Aber egal, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Zumal der Gutschein wirklich reale CHF 50.00 wert ist, ohne Einschränkungen wie Mindestbestellmenge oder Beschränkung auf gewisse Marken.

Also gleich mal in diesen Shop gestürmt rsp. da ich ja fest vorhatte dort gleich Stammkunde zu werden, sofort die entsprechende App heruntergeladen. Dort dann die erste Ernüchterung: Bevor ich auch nur einen klitzekleinen Blick in den Shop werfen konnte (rsp. hätte werfen können, denn ab hier blieb es leider beim Konjunktiv), hätte ich mich registrieren müssen. Aber eben, ich bin unüberlegter Spontanshopper, ich will Geld ausgeben (zum Fenster rauswerfen) ohne künstliche Hürden, welche mich zur Vernunft bringen könnten. Also rasch die App wieder gelöscht und mich doch auf der mobilen Seite versucht.

Nun, die Suchfunktion eher enttäuschend: ich konnte z.B. T-Shirts wählen und dann alle T-Shirts (gefühlt Millionen) anschauen oder ich konnte Tommy Hilfiger https://ch.tommy.com/ wählen und dann alle Artikel meines Namensvetters anschauen. Einen Kombifilter habe ich aber nicht gefunden (also alle T-Shirts von Hilfiger)… allenfalls gibt es den ja, einfach für ungeduldige Spontankäufer wie mich nicht zu finden.

Gut, ich habe dann für CHF 49.90 ein T-Shirt von Napapijri https://www.napapijri.ch gefunden, ich wollte ja meinen Gutschein möglichst optimal ausnützen. Und tatsächlich, ich musste dafür nur faire CHF 4.90 Versandgebühren bezahlen. Sehr mühsam, dass der sehr lange, eher klein gedruckte, nicht in 4er-Gruppen strukturierte Gutscheincode abgetippt werden musste. Besonders mühsam, wenn dieser 5mal die Ziffer 5 in Folge enthält (versucht als halbblinder Maulwurf einmal herauszufinden, ob das jetzt 4, 5 oder gar 7 Fünfen sind, fast hätte ich die Geduld verloren…) Ebenfalls mühsam, dass ich die Globus-Stammkunden-Nummer tatsächlich auf meiner Globus-Karte suchen musste. Leute, wenn ihr mir schon einen persönlichen Brief schreibt, dann druckt diese Nummer doch bitte an (und falls sie irgendwo war: bitte so gross, dass ungeduldige Spontankäufer wie ich sie finden…).

Zu Testzwecken habe ich eine abweichende Lieferadresse erfasst (nein, nicht zu Testzwecken, aber damit meine Frau nicht merkt, wie viel ich bestelle…). Dort eher mühsam, dass bei Erfassung einer Firmenadresse die Firma erst ganz zum Schluss erfasst werden kann, man hat also die gesamte Erfassung das ungute Gefühl, dass das nicht zum Klappen kommt. Bei den Zahlungsmöglichkeiten eher mühsam, dass Twint http://www.twint.ch (für mich im mobile payment die Mutter aller Zahlungslösungen) nicht gewählt werden kann und man mühsam die Kreditkarte abtippen muss.

Nach zwei Tagen: die positive Ueberraschung. Der gewünschte Artikel in eleganter schwarzer Schachtel in der Post. Das Shirt edel in Seidenpapier gewickelt. Vorne drauf eine handgeschriebene Karte vom Leiter online Handel. Naja eine in Handschrift gedruckte Karte. Damit leider nur eine billige Kopie der Amys und Nataschas von Outfittery. Aber immerhin besser als nichts.

Sehr positiv erwähnen möchte ich, dass Globus im Anschluss an die Bestellung ein Freitextfeld für ein Feedback bereithält. Sehr negativ, dass mein Feedback vom 14.04. bis am 22.04. absolut unbeantwortet blieb. Am 23.04. erhielt ich nun die Mitteilung, dass meine Rückmeldung an den Entwickler (also ihr habt echt nur einen?) weitergeleitet worden sei. Da frage ich mich, wo der Nutzen einer 9tägigen Zwischenlagerung liegt (ok, Ostern dazwischen, aber trotzdem).

Fazit:

Toller Shop mit tollen Produkten aufwendig mit schönem Gutschein inszeniert. Der Shop-Aufbau für mich eher dürftig, vor allem für eine Firma mit der gleichen Mutter wie Digitec / Galaxus https://www.digitec.ch/. Das mit der zu suchenden Kundennummer doch eher (sehr) überraschend für die 20jährige Erfahrung mit Cumulus http://www.cumulus.ch (rsp. den entsprechenden personalisierten Mailings) bei den Daten-Kraken der Migros http://www.migros.ch. Und Umgang mit Feedback: guter Ansatz, schlechte Ausführung.

Ergänzung: Auf Twitter findet sich Globus nicht. Auf Instagram hingegen schon: 25000 Follower und dann pro Bild grosszügig gezählte 200 Likes. Ich will nichts unterstellen aber das riecht nach gekauften Followern. Eher wenig vertrauenserweckend.

Auslöser für diese Review war ein Gutschein im Wert von 50 Franken. Ich bin sonst weder engagiert noch bezahlt von Globus. Ich bin nicht beteiligt (und auch nicht verwandt oder verschwägert) an einer der erwähnten Firmen.

Ueber Gebläse und Rasenmäher und das Ausmisten von alten T-Shirts

Über Gebläse und Rasenmäher sowie das Ausmisten von T-Shirts

Öffentliche Präsentation der Diplomarbeiten an der HFW Aarau vom Montag, 08.04.2019. Zwei Gruppen präsentierten ihre Arbeiten vor rund 100 Interessierten in der Aula, die restlichen Gruppen anschliessend während des Apéros an Ständen.

Die erste Gruppe, welche präsentierte, hatte einen Händler von Gartengeräten untersucht. Dieser bietet z.B. Gebläse oder Rasenmäher (ja, genau, solche zum Draufsitzen, der Bubentraum eines jeden Mannes) sowie die passenden Serviceleistungen dazu an. Wie bei vielen KMU war nicht näher bekannt, mit welchen Produkten oder Dienstleistungen Geld verdient und mit welchen Geld verloren wird. Eine eher gefährliche wenn nicht existenzbedrohende Situation in einem Umfeld knapper Margen. Nun, dem Auftraggeber konnte eine konkrete und korrekte Kalkulation vorgelegt werden, es wurde eine Sortimentserweiterung erarbeitet und ein neues Preissystem für den Rasenmäherservice  entworfen. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Mut gewünscht: weniger kostenbasierte Kalkulation sondern eher ein Pricing (totales Unwort, aber es gibt halt doch kein besseres) mit klarem „ugly brother“ (welcher den ein wenig hübscheren Bruder richtig schön hätte erscheinen lassen) hätte mir gefallen.

Die zweite Gruppe untersuchte für einen Produzenten und Händler im Sanitärbereich die Lagerhaltung. Dabei wurde festgestellt, dass dieser stark abhängig ist von langjährigen Mitarbeitenden, welche auch ohne klare Ordnung im Lager und ohne logische Artikelnummerierung alles jederzeit problemlos sofort finden. Zur Behebung dieses Zustandes wurde ein neues, logisch aufgebautes Artikelnummerierungssystem (auch ein tolles Wort, die Autoren hatten ein Gescheiteres, dieses ist mir leider entfallen) entworfen und gleichzeitig die Empfehlung erarbeitet, das Sortiment um wenig Umsatz generierende C-Artikel zu bereinigen. Nun, zu Hause werde ich meine Kleider wohl nicht nach einem aufwändigen System nummerieren, ein paar alte T-Shirts aus der Kategorie C (praktisch nie getragen) könnte ich aber aussortieren.

Der guten Ordnung halber deklariere ich, dass ich Dozent für Organisation und Projektmanagement an der HFW Aarau http://www.hkvaarau.ch bin, bei der zweiten erwähnten Arbeit amtete ich als sogenannter Organisationsdozent. Zu diesem Artikel wurde ich nicht aufgefordert und werde für diesen auch nicht bezahlt (ein Glas Wein am Apéro habe aber schon konsumiert). Die HFW Aarau als Teil der Handelsschule KV Aarau bietet eine dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung in Betriebswirtschaft. „Master Piece“ oder „Gesellenstück“ dieser Arbeit ist die in Gruppen absolvierte Diplomarbeit mit dem Ziel der Erweiterung rsp. Anwendung der erlernten Fach-, Methoden und Sozialkompetenzen. Auftraggeber für diese Arbeiten sind Unternehmungen aus der Region, welche gegen bescheidenes Entgelt eine konkrete Problemstellung untersuchen lassen.

Avec X und Avec Box

Natürlich wollte ich einer der ersten sein, welche das neue Ladenformat ohne Kassen und Personal testet. Leicht enttäuscht musste ich feststellen, dass sich vor der Avec Box in der Bahnhofhalle eine kleine Schlange gebildet hatte….allerdings wohl nur, weil der Laden gerade für einen Fotografen freigehalten wurde.

Also zuerst zum Avec X im Untergeschoss. Der Zugang erfolgt, in dem man mit der Avec App einen QR-Code scannt. Die Registrierung auf der App ist einfach, einfach ID scannen und Kreditkarte hinterlegen. Etwas erstaunlich für mich, dass meine ID offenbar sehr schwer lesbar ist (so heisst ich jetzt unkorrigierbar Waefliger) und dass die Angaben zur Kreditkarte manuell erfasst werden müssen. Das ginge einfacher!

Ich war der einzige Kunde im Laden, anderen Interessierten erklärten motivierte Mitarbeitende das Konzept, dieses geht so: Man nimmt die gewünschten Artikel, scannt einen Strichcode (kontrolliert sinnvollerweise, ob man den richtigen erwischt hat) und wählt bezahlen, bevor man den Laden verlässt. Soweit so einfach. Die Avec Box ist genau gleich nur etwas grösser und mit daher grösserer Auswahl. Hier werden auch Zigartten in einem Automaten angeboten, dieser erfordert ein separates Check-In. Offenbar versucht man auch mit dem Sortiment urbane Hipster (😄) wie mich anzusprechen: ich konnte mir ein Kaffeegetränk mit Cannabis-Zugabe (nicht berauschend) und Insektenburger erwerben (das Gesicht meiner Frau beim Nachtessen dann in einem separaten Beitrag).

Nun, ich weiss nicht, ob dieses Konzept nun so viel einfacher und schneller als die bekannten Self Checkout Konzepte von Migros und Coop sind. Und ob sich wirklich so viel Personal sparen lässt, bezweifle ich bei Kleinformaten an Hochfrequenzlagen auch. Um attraktiv zu sein, sollte die App nicht nur auf eine Bezahlfunktion reduziert sein. Man könnte mit personalisierten Angeboten (wenn ich wieder mal Lust auf Insekten habe…) oder Stati (werde mit dem 10. Schoggigipfel zum Schoggigipfel-König von Zürich) à la tripadvisor attraktiver werden. Insgesamt sehe ich den Vorteil aber eher beim Laden als grossem Automaten, welcher unabhängig von Arbeitsgesetzen und Lohnkosten 7×24 offen bleiben kann. Somit also eher etwas für Tieffrequenz-Standorte.

Fazit: spannendes, innovatives Format, welches aber wohl nicht mal als einen Zwischenschritt darstellt und bald von weiterführenden Modellen wie jenem von Amazon (wo der Laden quasi selber merkt, was ich aus dem Regal nehme) abgelöst werden wird.

Meine Biottasaft-Woche

Dienstagabend. Damit mehr als die Hälfte geschafft. Ein kurzes Zwischenfazit

Am Freitagabend noch ‚gross‘ im Restaurant zu Abend gespiesen. Dazu getrunken. Dazu leichte Panik vor dem Start meiner Fastenwoche am Samstag.

Am Samstag dann ein leicht verkürzter Abbautag. Also am Mittag noch ein Müsli….und das wars dann an fester Nahrung. Auf die reinigende Salzkur mit Rücksicht auf meinen Besuch in Ambrí (und vor allem mit Blick auf die sanitären Anlagen dort…) verzichtet. Dafür am Eishockeymatch ein Bier….ist ja keine feste Nahrung. Ok, Alkohol wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders….

Am Sonntag dann zum Mittagessen einen lecker Saft aus dem Hause Biotta (Superfrucht, war ganz ok). Und am Abend Rüebli-Fenchel-Suppe….also das Gemüse aufgekocht und am Schluss wieder rausgenommen. Und obwohl ich leicht gesalzen habe, musste ich feststellen, an Sonntagabenden schon besser gegessen zu haben.

Gestern dann ein Meeting über Mittag, Sandwich offeriert vom Chef…mit Brownies zum Dessert….mein Cocktail aus pasteurisierten Gemüsen war um Welten besser. Am Abend Rüeblisaft à la Provence (also mit Salz, Pfeffer und Herbes des Provence). Ja wieder etwas betrogen, aber so ist diese Woche massiv besser auszuhalten als mit ausschliesslich ungewürzten süsslich schmeckenden Säften.

Und heute am Morgen ein Löffel Honig (love it), zum Lunch ein toller Preiselbeersaft und am Abend ein mit etwas Molke, Zitronensaft und Gewürzen aufgemotzter Tomatensaft.

Zwischenfazit: nicht alles ganz nach der Originalvorgabe…aber doch ziemlich konsequent….kein Hunger mehr….fühle mich fit…war Samstag, Sonntag und heute im Fitness und täglich mit dem Hund draussen: Energielevel also ganz offenbar ganz ok.

Härtetest am Donnerstag: Businesslunch…für mich einfach ohne Lunch.

Und ja, alle machen so eine Saftwoche ausschliesslich zum Entschlacken. Gewichtsreduktion ist total nebensächlich. Logischerweise auch für mich. Trotzdem steht man dann täglich auf die Waage. Und aus den 89.4 kg am Samstag sind 86.3 heute morgen geworden. Geil. Morgen dann wohl nicht mehr weniger, das ist dann jeweils der kleine Frust…

…more to come…

Vorbereitung

So, Flug gebucht, loney planet bestellt, Blog eingerichtet….soweit mal alles so gut. Ich hoffe, dass ich so mutig bleibe, ausschliesslich einen Flug und und die ersten 2,3 Nächte zu buchen, bevor ich losfliege nach Australien. Tendenziell neige ich wohl eher dazu, meine Reise durchzuplanen und durchzubuchen, um eine möglichst effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit sicherzustellen.

Egal, ich werde es sehen, wenn es soweit ist…more to come