Um es gleich vorweg zu nehmen: ich mochte Noosa schon 2003 und mag es auch jetzt. Warum Fausto Giardina also wie in der letzten Ausgabe beschrieben schon nach wenigen Stunden abreiste, bleibt mir ein Rätsel.
Warum ich Noosa mag: Nun, es bietet eine schöne, feinsandige Main Beach, dazu aber auch separat eine Sunrise und eine Sunshine Beach. Die zwei letzteren erreicht man per Fahrzeug (wohl 99 % der Besucher) oder via einen Scenic Walk durch den Noosa National Park. Ich habe Variante zwei gewählt und zum allerersten Mal kam ich mir unter all den beturnschuhten Joggern ein wenig deplatziert vor in meinen Flip Flops. Daneben bietet Noosa sehr viele Aktivitäten wie z.B. Lektionen in Surfen, Stand Up Paddeln, einen Fluss zum drauf bööteln oder Kayak fahren oder diverse geführte Touren. Und auf so einer geführten Kayak-Tour ins Meer hinaus war ich dann auch. Delfine in touch-distance (but do not touch them) und ein absolut wahnsinnig grosser Wal, der in 2, 8, 12 (ok es waren wohl) 25 Metern Distanz aus dem Wasser sprang und beim Wiedereintauchen mit der Flosse aufklatschte – ja, das war zwar sehr cool aber auch ein bisschen sehr nah. Und noch cooler: Der Ausflug bot eine Chance für ein neues Hoodie-Pic. Und damit keine Langeweile aufkommt, habe ich in ein neues Hoodie investiert.

Vor allem bietet Noosa aber das, was ich mediteranes Flair nennen würde. Eine schöne Einkaufsstrasse mit vielen Cafés, die Sitze nebeneinander, so dass alle rausschauen können. Und dazu gutes Essen, für australische Verhältnisse sogar sehr gutes. Am ersten Abend war ich beim Italiener, konkret bei 250 Grammi, die servierten mir Insalata Caprese con Burrata (welchen sie auf der Karte fälschlicherweise als Mozzarella-Untersorte darstellten, um nicht als Klugscheisser zu wirken, habe ich nicht auf den Fehler aufmerksam gemacht). Ok, da kann man nicht sooo verrückt viel falsch machen, wenn man die richtigen Zutaten hat, aber die hatten sie. Danach eine Pizza Parma (mit Parmaschinken, nicht Pharma, hat nichts mit Novartis und Konsorten zu tun). Die war schlicht delicious. Ok, ehrlich gesagt, war sie genau gleich gut wie im Roten Haus in Brugg (herzliche Gratulation zum Gastauftritt, Vittorio). Zeigt einfach wie verwöhnt wir wohl sind, wenn ich hier fast ausraste ab dem (Schwiizerhochdütsch!), was ich zu Hause faktisch zweimal die Woche esse. Wirklich gerissen haben sie es aber mit dem Dessert. Das war so ein Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern (ja genau, so ein Ding, das sie im Swissdinner nie hinbekommen und dann findet es Eric Hämmerli immer so furchtbar schade, weil eigentlich hatte diese nennen wir sie mal Damaris wahnsinnig viel Potential für ihr Alter).


Am zweiten Abend landete ich dann bei einem Asiaten (ist ja nicht so total meins, aber die hatten aussen gross „craft beer“ angeschrieben und da war ich so begeistert, dass ich schlicht übersah, dass es ein Asiate war). Der Start verhalten optimal, als der Kellner mit gefühlt 100 Dezibel sagte schrie: „Oh, just for you, you mean you are alone, so go sit at the bar, so we can save the tables for bigger parties“. Ja genau, und alle die den einen bestimmten nicht namentlich genannten Mitarbeiter von mir kennen, die wissen jetzt, dass er genau darum nie alleine reisen würde (nicht mal einen Kaffee trinken gehen), weil er ständig das Gefühl hätte, alle würden ihn mitleidig anschauen, weil er ja allerhöchstens sich selber zum Reden hat. Da er aber nicht namentlich erwähnt werden möchte, wird er hier vertreten von Rossy (sie hat übrigens etwas geschafft, was noch auf meiner bucket list steht, eine ganze Seite in der AZ, siehe link). Erstens weil er dank ihr bei uns arbeitet und weil ich ganz sicher bin, dass Rossy auch diese Challenge meistern würde, weil ich bisher noch nichts gefunden habe, das sie nicht meistern würde. Das mit dem alleine Essen haben wir bisher nicht überprüft, daher würde ich sagen „here is a challenge for you“: Lunch irgendwo in Brugg nur mit Dir selber. (Also Hauptgrund für die Vertretung von Patrik (ups, jetzt ist sein Name doch noch gefallen) ist, dass Rossy nach meinem Aufruf vom letzten Mal um einen Gastauftritt gebeten hat, selber schuld). Aber eigentlich war ich ja beim Asiaten. Und was der servierte, war nun echt „best food of this trip“. Thunfisch und eine Cheese Cake Variante (also Hauptspeise und Dessert, der Cheese Cake war nicht die Beilage zum Fisch). Der Cheese Cake erinnerte mich an Whistler Mountain, wo mir eine (sicher umsatzbeteiligte) Servicefachangestellte (Serviertochter sagt man ja nicht mehr) ein „tiny little dessert“ verkaufte, welches dann Kalorien für zwei Tage hatte.

Womit wir bei den Erinnerungen wären. Und warum es mir in Noosa wohl vor allem gefällt, ist, weil es eben solche weckt. Konkret an Cannes im Sommer 1993 (shit, 26 Jahre her). Da wohnte ich bei einer Madame, ging am Morgen zur Schule und am Nachmittag zum Plage (womit alles erlernte Französisch in einen kurzen Satz gepackt wäre). Und auf dem Rückweg vom Strand stoppten wir jeweils bei Häagen-Dazs (das so heisst, weil der Gründer einen Namen wollte, welcher sich schwedisch anhört, es gibt aber kein Wort auf schwedisch, dass Häagen Dazs heisst, erzählte uns damals Henning. Woher er das wissen sollte, wüsste ich auch nicht, aber er war ein Jahr älter als wir und daher Instanz). Nun, hier in Noosa hat es einen Laden von Ben and Jerry. Und während das Eis 1993 simpel „Belgian Chocolate“ hiess, so heisst es hier halt „double half baked chocolate cookie chrunch red sweet berries creamy sommer love“ – das Konzept ist aber das gleiche: süsse, cremige Masse mit Stücklein drin, kalorienreich, schön drapiert und darum hochpreisig. Auch noch zu erwähnen an Cannes wäre Reto, der bei der gleichen Madame wie ich untergebracht war. Während ich überschüssige Sandwiches (liebevoll von Madame zubereitet, nicht alle eine kulinarische Offenbarung) einem Clochard schenkte, lagerte Reto diese unter seinem Bett für schlechte Zeiten. Und als dann Madame nach zwei Wochen das Bett frisch bezog….ihr wisst schon. Beim Bettbeziehen schleicht sich Eloy (hier nun mit ganz seriösem Business-link, aber der von Transfermakt ist schon irgendwie geiler) wieder rein, denn er hat von seiner Mutter mit auf den Weg bekommen, dass Betten zwingend immer mindestens alle zwei Wochen frisch zu beziehen sind, folglich hätte er das Sandwich-Lager rechtzeitig geräumt. Apropos Mutter von Eloy: Frau van der Sman, finde ich Sie auch irgendwo im Internet (vielleicht bei Spielermutti.de oder so?) dann würde ich Sie auch noch verlinken…).
Aber ich war ja in Cannes, wohin wir 1994 mit Interrail (damals, als Fliegen noch teuer und Zug fahren noch billig war) zurückkehrten. Damit herzliche Gratulation zum Gastauftritt an Claudio Beffa (how about a Mooris-Flagshipstore in Noosa?) und Gollo (ohne Internetpräsenz, er hatte auch ganz lang kein Natel und rief deshalb immer aus Telefonzellen an). In Cannes wurde Gollo (der schlauerweise unsere Reisekasse komplett auf sich trug, also was nach seinem unbedachten Batterienkauf noch übrig war, Insidergeschichte) überfallen und hatte eine krasse Schnittwunde am Hals (die Narbe sieht man immer noch) und musste ins Spital. Und wäre beinahe von Organhändlern entführt worden. Legendär ist aber vor allem der Anruf bei seinen Eltern am Folgetag: „Hoi Mami, Du, ich bin überfalle worde. Sorry, mini Taxcard isch grad leer. Tschüss“. Womit er Mutter Gollonitsch für 72 Stunden (so regelmässig musste der junge Gollo zu Hause anrufen) in grosser Sorge um ihren Filius zurückliess.
Ok, ich gebs zu, so verrückt viel hat dieser Beitrag nun nicht mehr mit Noosa zu tun. Und unterhaltsam war er wohl vor allem für die Insider…wobei nicht mal für die, weil die haben ja alle Geschichten schon 100mal gehört. Sorry, not sorry.
So, next stop Surfers Paradise. Genau, Christian Zimmerli (auch er ein Model des HKV Aarau), freu Dich auf Deinen Gastauftritt.
Cheers, mates.


















