Über Noosa, Cannes und Erinnerungen

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich mochte Noosa schon 2003 und mag es auch jetzt. Warum Fausto Giardina also wie in der letzten Ausgabe beschrieben schon nach wenigen Stunden abreiste, bleibt mir ein Rätsel.

Warum ich Noosa mag: Nun, es bietet eine schöne, feinsandige Main Beach, dazu aber auch separat eine Sunrise und eine Sunshine Beach. Die zwei letzteren erreicht man per Fahrzeug (wohl 99 % der Besucher) oder via einen Scenic Walk durch den Noosa National Park. Ich habe Variante zwei gewählt und zum allerersten Mal kam ich mir unter all den beturnschuhten Joggern ein wenig deplatziert vor in meinen Flip Flops. Daneben bietet Noosa sehr viele Aktivitäten wie z.B. Lektionen in Surfen, Stand Up Paddeln, einen Fluss zum drauf bööteln oder Kayak fahren oder diverse geführte Touren. Und auf so einer geführten Kayak-Tour ins Meer hinaus war ich dann auch. Delfine in touch-distance (but do not touch them) und ein absolut wahnsinnig grosser Wal, der in 2, 8, 12 (ok es waren wohl) 25 Metern Distanz aus dem Wasser sprang und beim Wiedereintauchen mit der Flosse aufklatschte – ja, das war zwar sehr cool aber auch ein bisschen sehr nah. Und noch cooler: Der Ausflug bot eine Chance für ein neues Hoodie-Pic. Und damit keine Langeweile aufkommt, habe ich in ein neues Hoodie investiert.

Vor allem bietet Noosa aber das, was ich mediteranes Flair nennen würde. Eine schöne Einkaufsstrasse mit vielen Cafés, die Sitze nebeneinander, so dass alle rausschauen können. Und dazu gutes Essen, für australische Verhältnisse sogar sehr gutes. Am ersten Abend war ich beim Italiener, konkret bei 250 Grammi, die servierten mir Insalata Caprese con Burrata (welchen sie auf der Karte fälschlicherweise als Mozzarella-Untersorte darstellten, um nicht als Klugscheisser zu wirken, habe ich nicht auf den Fehler aufmerksam gemacht). Ok, da kann man nicht sooo verrückt viel falsch machen, wenn man die richtigen Zutaten hat, aber die hatten sie. Danach eine Pizza Parma (mit Parmaschinken, nicht Pharma, hat nichts mit Novartis und Konsorten zu tun). Die war schlicht delicious. Ok, ehrlich gesagt, war sie genau gleich gut wie im Roten Haus in Brugg (herzliche Gratulation zum Gastauftritt, Vittorio). Zeigt einfach wie verwöhnt wir wohl sind, wenn ich hier fast ausraste ab dem (Schwiizerhochdütsch!), was ich zu Hause faktisch zweimal die Woche esse. Wirklich gerissen haben sie es aber mit dem Dessert. Das war so ein Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern (ja genau, so ein Ding, das sie im Swissdinner nie hinbekommen und dann findet es Eric Hämmerli immer so furchtbar schade, weil eigentlich hatte diese nennen wir sie mal Damaris wahnsinnig viel Potential für ihr Alter).

Am zweiten Abend landete ich dann bei einem Asiaten (ist ja nicht so total meins, aber die hatten aussen gross „craft beer“ angeschrieben und da war ich so begeistert, dass ich schlicht übersah, dass es ein Asiate war). Der Start verhalten optimal, als der Kellner mit gefühlt 100 Dezibel sagte schrie: „Oh, just for you, you mean you are alone, so go sit at the bar, so we can save the tables for bigger parties“. Ja genau, und alle die den einen bestimmten nicht namentlich genannten Mitarbeiter von mir kennen, die wissen jetzt, dass er genau darum nie alleine reisen würde (nicht mal einen Kaffee trinken gehen), weil er ständig das Gefühl hätte, alle würden ihn mitleidig anschauen, weil er ja allerhöchstens sich selber zum Reden hat. Da er aber nicht namentlich erwähnt werden möchte, wird er hier vertreten von Rossy (sie hat übrigens etwas geschafft, was noch auf meiner bucket list steht, eine ganze Seite in der AZ, siehe link). Erstens weil er dank ihr bei uns arbeitet und weil ich ganz sicher bin, dass Rossy auch diese Challenge meistern würde, weil ich bisher noch nichts gefunden habe, das sie nicht meistern würde. Das mit dem alleine Essen haben wir bisher nicht überprüft, daher würde ich sagen „here is a challenge for you“: Lunch irgendwo in Brugg nur mit Dir selber. (Also Hauptgrund für die Vertretung von Patrik (ups, jetzt ist sein Name doch noch gefallen) ist, dass Rossy nach meinem Aufruf vom letzten Mal um einen Gastauftritt gebeten hat, selber schuld). Aber eigentlich war ich ja beim Asiaten. Und was der servierte, war nun echt „best food of this trip“. Thunfisch und eine Cheese Cake Variante (also Hauptspeise und Dessert, der Cheese Cake war nicht die Beilage zum Fisch). Der Cheese Cake erinnerte mich an Whistler Mountain, wo mir eine (sicher umsatzbeteiligte) Servicefachangestellte (Serviertochter sagt man ja nicht mehr) ein „tiny little dessert“ verkaufte, welches dann Kalorien für zwei Tage hatte.

Der Thunfisch (einfach falls es jemand für den Cheese Cake gehalten hätte)

Womit wir bei den Erinnerungen wären. Und warum es mir in Noosa wohl vor allem gefällt, ist, weil es eben solche weckt. Konkret an Cannes im Sommer 1993 (shit, 26 Jahre her). Da wohnte ich bei einer Madame, ging am Morgen zur Schule und am Nachmittag zum Plage (womit alles erlernte Französisch in einen kurzen Satz gepackt wäre). Und auf dem Rückweg vom Strand stoppten wir jeweils bei Häagen-Dazs (das so heisst, weil der Gründer einen Namen wollte, welcher sich schwedisch anhört, es gibt aber kein Wort auf schwedisch, dass Häagen Dazs heisst, erzählte uns damals Henning. Woher er das wissen sollte, wüsste ich auch nicht, aber er war ein Jahr älter als wir und daher Instanz). Nun, hier in Noosa hat es einen Laden von Ben and Jerry. Und während das Eis 1993 simpel „Belgian Chocolate“ hiess, so heisst es hier halt „double half baked chocolate cookie chrunch red sweet berries creamy sommer love“ – das Konzept ist aber das gleiche: süsse, cremige Masse mit Stücklein drin, kalorienreich, schön drapiert und darum hochpreisig. Auch noch zu erwähnen an Cannes wäre Reto, der bei der gleichen Madame wie ich untergebracht war. Während ich überschüssige Sandwiches (liebevoll von Madame zubereitet, nicht alle eine kulinarische Offenbarung) einem Clochard schenkte, lagerte Reto diese unter seinem Bett für schlechte Zeiten. Und als dann Madame nach zwei Wochen das Bett frisch bezog….ihr wisst schon. Beim Bettbeziehen schleicht sich Eloy (hier nun mit ganz seriösem Business-link, aber der von Transfermakt ist schon irgendwie geiler) wieder rein, denn er hat von seiner Mutter mit auf den Weg bekommen, dass Betten zwingend immer mindestens alle zwei Wochen frisch zu beziehen sind, folglich hätte er das Sandwich-Lager rechtzeitig geräumt. Apropos Mutter von Eloy: Frau van der Sman, finde ich Sie auch irgendwo im Internet (vielleicht bei Spielermutti.de oder so?) dann würde ich Sie auch noch verlinken…).

Aber ich war ja in Cannes, wohin wir 1994 mit Interrail (damals, als Fliegen noch teuer und Zug fahren noch billig war) zurückkehrten. Damit herzliche Gratulation zum Gastauftritt an Claudio Beffa (how about a Mooris-Flagshipstore in Noosa?) und Gollo (ohne Internetpräsenz, er hatte auch ganz lang kein Natel und rief deshalb immer aus Telefonzellen an). In Cannes wurde Gollo (der schlauerweise unsere Reisekasse komplett auf sich trug, also was nach seinem unbedachten Batterienkauf noch übrig war, Insidergeschichte) überfallen und hatte eine krasse Schnittwunde am Hals (die Narbe sieht man immer noch) und musste ins Spital. Und wäre beinahe von Organhändlern entführt worden. Legendär ist aber vor allem der Anruf bei seinen Eltern am Folgetag: „Hoi Mami, Du, ich bin überfalle worde. Sorry, mini Taxcard isch grad leer. Tschüss“. Womit er Mutter Gollonitsch für 72 Stunden (so regelmässig musste der junge Gollo zu Hause anrufen) in grosser Sorge um ihren Filius zurückliess.

Ok, ich gebs zu, so verrückt viel hat dieser Beitrag nun nicht mehr mit Noosa zu tun. Und unterhaltsam war er wohl vor allem für die Insider…wobei nicht mal für die, weil die haben ja alle Geschichten schon 100mal gehört. Sorry, not sorry.

So, next stop Surfers Paradise. Genau, Christian Zimmerli (auch er ein Model des HKV Aarau), freu Dich auf Deinen Gastauftritt.

Cheers, mates.

Fraser Island – über den Dingo und über Hennen

Zuerst eine kleine Ergänzung zu meinem letzten Bericht über die Whitsunday Islands rsp. Airlie Beach. Meinem Bruder (ich bin fast versucht zu sagen: wem sonst) ist folgende mathematische Unlogik aufgefallen: Bei zehn Frauen erweisen sich drei als die lauten und laut lachenden, was ich als die eine Hälfte beschreibe. Nun ist drei nicht die Hälfte von zehn und mein Bruder fühlte sich an seine Zeit an der Bezirksschule Wettingen und den Unterricht bei Matthias Steinemann (Mathematiklehrer) erinnert, welcher sich immer mal wieder aufregte: ‚weil ein Drittel der Klasse schwatzte und die andere Hälfte nach hinten schaute‘ (sic.). Also herzliche Entschuldigung für diesen redaktionellen Fehler Vermutlich interessiert sich ausser meinem Bruder niemand wirklich für solche Nebensächlichkeiten, aber sollten sich weitere solche eingeschlichen haben, bitte ich um Rückmeldung. Entschädigung ist natürlich die wertschätzende aufs Korn nehmende persönliche Erwähnung in einem künftigen Beitrag.

So, jetzt aber zu Fraser Island.

Gebucht war ich auf einen 2-Tages-Trip ab Hervey Bay mit Fraser Explorer Tours. Gebucht erneut über Get your guide und seit ich das gebucht habe, ballert mich diese Firma mit Werbung zu für genau die Tour, welche ich ja eben schon gebucht habe. Jungs, ihr habt zu wenig Know How oder zu viel Geld. Oder beides. Irgendwie hatte ich von meiner Australienreise 2003 im Kopf, dass man Fraser fast schon zwingend ab Hervey Bay bereist. Nun, genau so irgendwie stelle ich im Nachhinein fest, dass Rainbow Beach wohl gerade so geeignet gewesen wäre. Dies einerseits, weil der Weg auf die Insel kürzer (schneller) ist, andererseits auch weil Rainbow-Beach etwa zwei Busstunden südlich liegt, was als „Southbounder“ zu um zwei Stunden schlaftauglicheren Fahrzeiten führen würde. Und Hervey Bay ist irgendwie einfach ein riesengrosses Dorf ohne Zentrum (also gewissermassen das Wettingen der Ostküste, sorry not sorry), Rainbow Beach wäre kleiner und kompakter. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Aber eigentlich waren wir (also ja vor allem ich) ja auf Fraser Island: Wirklich sehenswert und aus meiner Sicht mit genügend Sehenswertem für zwei Tage. Lake McKenzie, Lake Wabby, Champagne Pools, Indian Heads oder Eli Creek, um nur einige zu nennen. Und wenn man zwei Tage da ist, kann man die Seen auch wirklich geniessen. Und den jungen Backpackers zuschauen, welche bis zu 20 Mal die Sanddüne runterrennen, um das perfekte Video mit dem Sprung ins kalte Nass zu erhalten (vielleicht auch um den Backpackerinnen zu imponieren). Die letztgenannte Sehenswürdigkeit wird übrigens ähnlich ausgesprochen wie Eloy (einfach, damit ich Dich auch mal erwähnt habe, alter Freund….und dabei habe ich gerade festgestellt, dass Du sogar auf Transfermarkt zu finden bist, Du bist ja schon eine Nummer). Bei Eli Creek zeigt sich aber auch, dass Fraser wohl tendenziell overtourism-gefährdet ist. Klar, es war Sonntag, deshalb auch viele Einheimische in ihren eigenen Fahrzeugen da, aber es sind keine Schulferien hier und es ist immer noch low season….und trotzdem war es doch schon sehr voll und sehr laut (wozu unsere Hennen (die werden erst unten erläutert, was Euch zum Weiterlesen nötigt) auch etwas beitrugen). Dass wir unterwegs drei Dingoes sahen, war mit ein wenig Glück verbunden, was unserer Freude und Aufregung keinen Abbruch tat (und den Hennen die neue Erkenntnis brachte, was ein Überkopfklatscher ist).

Auf Fraser Island gibt es verschiedene Arten von Touren: Selbstfahrer, Selbstfahrer in Kolonne mit Guide-Fahrzeug, 1-Tages-Bustour (eher die älteren Semester), 2-Tages-Bustour für die Jugendlichen (explitzit für 18-35 Jahre, wenn das mal nicht diskriminierend ist für Hobbyjugendliche wie mich) und 2 Tage für eben Leute wie mich. Insgesamt 33 Teilnehmer auf unserer Tour, bunt gemischt. Zum Beispiel drei Deutsche Stundentinnen, wobei mich beim Mittagessen am ersten Tag die eine tatsächlich siezte (oh, mein Gott, entweder ist die so höflich und wohlerzogen oder ich einfach doch so alt, ich tippe auf höflich und wohlerzogen). Dazu 10 Frauen auf „Hen’s Party (wir nennen das Polterabend, Deutsche nennen das explizit Junggesellinnenabschied und wollen Polterabend nicht einmal verstehen). Wieder die Wahl, sich über die (auf Schweizerhochdeutsch, für welches ich immer ausgelacht werde, würde es ab den heissen) lauten und laut lachenden zu nerven oder sich ihnen anzuschliessen. Klar, ich wählte Option 2. Und was die Mädchen boten, war schlicht sensationell: Sie trugen den ganzen Tag Ihre Tu-Tus, waren immer lustig aber nie störend und zum Abendessen kamen sie alle (richtig aufgebretzelt) in Abendkleidern (ich fühlte mich in Shorts, Flip Flops und Hoodie leicht underdressed, wobei Flip Flops in Australien immer gehen und ich das Hoodie immer tragen muss, weil sich daraus Chancen auf Hoodie-Pics ergeben). Und laut (und laut falsch oder vor allem sehr laut und sehr falsch) singen können sie auch (die Hennen, Hoodies können nicht singen…).

Untergebracht waren wir im Eurong Beach Resort, perfekte Lage, Essen ok, die Beach Bar lustig. Aber halt gebaut 1969 und in einem entsprechend eher dürftigen Zustand. Von meinem Onkel Adi (ja, von Dir gibts leider nur den Tel-Search-Eintrag…, dieser Link ist keine Aufforderung für unerwünschte Werbeanrufe oder ähnliches, einfach damit ich nicht falsch verstanden werde) habe ich mal gelernt, dass man auch einen alten Pulli waschen kann, wenn einem z.B. das Geld für einen neuen fehlt. Und ja, genau diese einfache Erkenntnis fehlt wohl den Betreibern des Eurong Beach Resort. Aber völlig ok für eine (kurze) Nacht.

Vorteil der Reise über Hervey Bay ist übrigens, dass man auf der Rückfahrt gratis und inklusive eine perfekte Sunsetcruise erhält. Auf dieser wurde auch ein weiteres absolutes perfektes Hoodie-Pic erstellt. Ich war so fasziniert von dem Sonnenuntergang, dass ich hier das Hoodiepic glatt vergass. Aber ich habe ja ein breites Sortiment an Hoodie-Pics.

Positiv zu erwähnen ist unser Guide Paul (welcher um jeden Preis nicht Paul sondern PT genannt werden wollte, uns aber nie sagte warum). Sehr guter Fahrer (sage ich mit der Erfahrung eines durch die beste Armee der Welt (war sie damals zwar noch nicht, aber ist ja egal) ausgebildeten Fahrers) auch im trockenen, tiefen Sand. Sehr viel Wissen, welches er bereitwillig teilte und sehr hohe Sozialkompetenz. Ich weiss nicht, ob ich es geschafft hätte, der ewig schwatzenden Teilnehmerin (welche es echt erschwerte, den Ausführungen des Guides zu folgen) so höflich zu sagen shut the fuck up „would you mind telling others your interesting stories once I am done so others can listen to me now“, dass die Angesprochene erst laut lachte und dann sogar noch klatschte…und dann wirklich ruhig war. Ich hätte wohl die stfu-Variante gewählt und hätte wenige Monate später unter einer Brücke gewohnt. Auch er nicht ganz sicher vor Guide-Jokes, aber bei „If have not liked me, please call me Steve in your review“ musste sogar ich lachen, weil Steve eben der Guide des anderen Busses und sein ‚best buddy‘ ist.

So, das war Fraser Island. Nach 46 Tagen ist bereits genau die Hälfte meiner Reise vorbei….ich hoffe, dass dies auch einer mathematischen Überprüfung durch meinen Bruder (oder wen auch immer, tendenziell mein Bruder…) standhält.

Next Stop, Noosa (wo es so hässlich sein soll, dass Fausto Giardina nach wenigen Stunden wieder abgereist ist). Der Link führt übrigens zu meinem Lieblings-Zweitarbeitgeber, dem HKV Aarau, wo Fausto einst seine Modelkarriere begann (und meines Wissens auch gleich wieder beendete).

Cheers, Mates.

You always meet twice oder wie Airlie Beach seine zweite Chance nützte

Von Perth flog ich via Brisbane nach Proserpine, runde 30 Kilometer von Airlie entfernt. Und die Ostküste und ich hatten quasi einen Traumstart: ich hatte mir einen Airport Shuttle gebucht. Natürlich hatte ich mir den Namen des Operators nicht gemerkt, ich hatte einfach eine Bestätigungs-SMS einer Linda und wusste, dass ich in der Ankunftshalle auf ein Schild mit meinem Namen drauf achten sollte. Nun, es hatte diverse Anbieter und viele Tafeln mit noch mehr Namen drauf, einfach suchte niemand nach einem Thomas. Also begann ich mich durchzufragen, unter anderem mit Hilfe des Nachweises der Abbuchung auf meiner Kreditkarte. Alle 5 anwesenden Fahrer kümmerten sich liebevoll um mein Anliegen, ohne allerdings herauszufinden, wer für mich verantwortlich sein könnte. Darren (love you, mate) beendete die aufkommende Hektik dann, indem er entschied: „Well, he obviously paid the 20 Dollers to somebody, so let just anybody take him.“ Und so durfte ich mit ihm mitfahren und wir werden nie erfahren, ob ich ihn dafür auch bezahlt habe.

An Airlie (man spricht es übrigens nicht Örli sondern Ärli aus…es schreibt sich ja auch mit einen A…) (noch eine Klammer: ausserdem hat es weder mit dem Flughafen in Paris noch mit einem Berg zu tun und übrigens auch nichts mit zu klein geratenen/besonders süssen Lauschern) habe ich durchaus gemischte Erinnerungen: mein eigentlich supertoller Besuch 2003 mit dem megatollen Segelausflug in die Whitsunday Islands wurde ein wenig ziemlich stark vollkommen spassbeschnitten von einer fiesen Angina. Und wenn man sich ab dem Morgen von Tag zwei nur noch auf das Ende und die Rückkehr am Abend von Tag drei freut (und dann auch noch auf die welcome back Party verzichten muss), dann war es irgendwie einfach nicht so wahnsinnig geil total ungeil.

Nun, Airlie sollte eine zweite Chance bekommen und diese auch nützen. Ich startete am Tag nach der Ankunft mit einem Tagesausflug ans Reef. Tendenziell gehörte ich wieder zu den jüngeren Teilnehmern, aber Rentner, die schnorcheln sind näher bei aktiv als bei scheintot, daher alles im grünen Bereich. Die Tage zwei und drei verbrachte ich auf der Waltzing Mathilda. Nun, eigentlich ein mässig toller Ausflug: die versprochene Tasche (Rücksäcke und ähnliches waren streng verboten) habe ich nie erhalten, bestellt waren wir alle auf 08.00 Uhr und während alle anderen Operators ihre Teilnehmer eincheckten warteten wir bis rund 08.25 (ja, es war wohl eher 10 nach 8, aber wir werden ja schon unruhig, wenn die S-Bahn mehr als 28 Sekunden Verspätung hat) bis dann auch jemand für uns kam. Die Crew wirkte mässig motiviert und das Essen war zwar gut aber nicht gerade reichlich zu wenig. An Teilnehmern hatte es zwei Paare und rund 10 Frauen zwischen 19 und 40 – und mich. Die ältere Hälfte der Frauen (sorry Mädels, nicht persönlich nehmen, ist einfach so) fand sich rasch zu einem Dreiergrüppchen, welches sich fast noch rascher als die laute und laut lachende Gruppe aus dem grossen Nachbarskanton im Norden herausstellte. Und in diesem Moment hat man genau zwei Möglichkeiten: man kann sich über die Deutschen nerven oder man kann sich ihnen anschliessen. Da die Alternative wenig bis gar nicht sprechende 19-23jährige waren, suchte ich den Anschluss – und fand ihn. Mein Eintrittsticket war mein Alkoholvorrat. Die Tour war Bring your own, also kein Alkohol zu kaufen an Board. Nun, da ich davon ausgegangen war, dass sich nicht alle so umfassend und seriös auf einen solchen Ausflug vorbereiten würden wie ich (ich hatte meine Lehren ja gezogen und in einem Beitrag verarbeitet), hatte ich immerhin 4 Bier und einen Liter Weisswein (so der leckere aus der Packung, in der wir zu Hause Apfelsaft kaufen) im Gepäck. Diesen teilte ich ganz brüderlich (oder war es schwesterlich, weil es ja drei Frauen waren, es könnte auch väterlich gewesen sein, da die zwei jüngeren bei einem Frühstart meinerseits durchaus noch knapp als Töchter durchgehen würden, ja, ich weiss, ich schweife ab, sorry not sorry) Auf jeden Fall hatten wir vier sauglatte zwei Tage, die anderen fanden uns nicht ganz so glatt, aber wir konnten ja nichts dafür, dass die es nicht so glatt hatten und nur weil wir es weniger glatt gehabt hätten, hätten die es noch lange nicht glätter gehabt….So waren wir also unsere kleine Familie (und konnten wunderbar darüber tratschen, ob die zwei Paare wohl noch „in love“ seien und warum zwei der 19jährigen den gleichen Bikini trugen, der der einen einfach um einiges besser stand als der anderen) und weil wir uns gewählt hatten, waren wir eine Wahlfamilie. Weil wir aber auch Wale sahen zusammen, nannten wir uns die Walfamilie (wohl nur für direkt Beteiligte das geniale Wortspiel, für das ich es halte). Und so zum allerersten Mal hatte ich ein klein wenig Herzschmerz, als wir uns dann nach der Rückkehr doch irgendwann verabschieden mussten. Zum Glück hat diese Walfamilie keine Kinder, Kinder leiden unter Auflösungen von Familien immer am meisten….und wer zu Walkindern recherchieren will, findet zuerst mal nur das. Der Ausflug selber ist sehr rasch erzählt: Schnorcheln in den Whitsundays (die übrigens nicht white sondern bewaldet sind, sie heissen ja auch whit und nicht white) und der obligate Halt am Whitehaven Beach (der ist weiss, heisst ja auch white und nicht whit, haven hat aber nichts mit heaven und damit auch nichts mit einem Himmel zu tun).

The Waltzing Mathilda – im Gegenlicht – leicht unscharf
Zum Usraschte schön

Der Trennungsschmerz wurde ein wenig gelindert, da ich am Abend der Rückkehr Gaby und Dubi traf. Sie wohnen in Erlinsbach, wäre bei wenig Verkehr eine gute halbe Stunde nach Untersiggenthal. Aber warum sollten wir uns da verabreden, wenn man sich auch am anderen Ende der Welt treffen kann. Haben wir gemacht, war die lange Anreise wert. Guter Abend auch wenn das Essen eher untersalzen war. Aber ja, das wissen wir ja schon: you do not come to Australia for the food.

Just another hoodiepic 🙂

Auf dem Rückweg ins Hotel sah ich in einem Pub eine Frau, welche ich irgendwo schon mal gesehen hatte….ja, in solchen Situationen kann man (vor allem als Mann) ja eigentlich nur verlieren. Aber no risk no fun, so sprach ich sie an (wow, das reimt sogar noch). Und tatsächlich sprach sie die Mutter aller ablehnenden Sätze aus: „sorry, but am I supposed to know you?“. Da ich aber ganz sicher war, insistierte ich mit einem selbstbewussten (hart an der Grenze zur Arroganz) „yes“ und nachdem wir unsere Reiserouten verglichen hatten, fanden wir heraus, dass wir einen Tag gemeinsam schnorchelnd in Exmouth verbracht hatten. Exmouth und Airlie sind wohl runde 4000 km voneinander entfernt….aber ja „you always meet twice“…ach, möge das doch auch für die Walfamilie gelten :-).

Noch eine Bemerkung zum Hotel, in dem ich wohne. Das Heart Hotel and Gallery liegt genau gegenüber von Magnums und Beaches und damit im Zentrum des Nachtlebens, ist aber selber ruhig und still und nett. Irgendwie bin ich wohl das Zentrum ihrer Zielgruppe: schon noch ausgehen, aber trotzdem „decent“ wohnen. Bemerkenswert ist aber vor allem der Receptionist: Sobald man das Hotel betritt, springt er hinter seiner Reception hervor, um den Lift zu bestellen. Es geht nicht um die Sekunde, die man dadurch spart, es ist irgendwie einfach eine süsse Geste.

So, das wars, hänge jetzt bis zur Weiterreise noch ein wenig am Lagoon rum, die wohl am besten gepflegte kostenlose Touristenbespassung des Kontinents, ach was der südlichen Hemnisphäre, ach was der Welt.

Next stop Hervey Bay rsp. Fraser Island.

Cheers, Mates.

Anleitung zum gepflegten Nichts-Tun

Allenfalls fragt sich ja der eine oder andere (natürlich auch die eine oder andere), was ich genau mache, während ich ja eben gerade nichts mache. Nun auch nichts zu tun respektive „no schedule“ will gelernt sein oder zumindest geübt werden. Deshalb ein kurzer Erfahrungsbericht (allenfalls ist der Titel ein wenig hoch gegriffen, aber man braucht ja einen attention getter) über meinen ersten Monat im fernen Australien.

1. Ich lese

Meine Büchersammlung auf meinen Ipad ist nicht nur ein aktiv kommuniziertes Positionierungsinstrument (das schon auch), sondern sie existiert tatsächlich. Und tatsächlich ist es so, dass jedes gelesene Buch auf mindestens zwei weitere lesenswerte referenziert (gescheites Wort, finde ich), womit eben die Sammlung mit jedem gelesenen Buch eher grösser als kleiner wird. Daher während meiner Auszeit die wunderbare Gelegenheit, die Sammlung zumindest mal anzugreifen. Dabei erweise ich drei Autoren kurz die Referenz (und zeige damit auch die relative Erfolgslosigkeit beim Abbau der Sammlung auf):

John Grisham: Habe auf dieser Reise bereits drei Bücher vom Meister des anwaltlichen (oder heisst es anwaltschaftlich?) Krimis hinter mich gebracht. Bei einem habe ich ziemlich nahe am Ende bemerkt, dass ich ihn (den Krimi) vor rund 10 Jahren schon einmal gelesen habe. Vielleicht sind seine Geschichten zu austauschbar oder ich lese zu oberflächlich. Egal, gute und süffige Unterhaltung sind sie immer. Nach Abchecken seiner gesammelten Werke bin ich aber nun ziemlich sicher, jedes seiner je erschienenen Bücher gelesen zu haben, womit die Sammlung tatsächlich ein wenig reduziert ist.

Peter Beutler arbeitet in Form von Kriminalromanen Ereignisse aus der jüngeren Schweizer Geschichte auf. Also unseres Vaterlandes, was dann sofort die Frage nach dem Mutterland (und das Mutterland gibt es, ist aber ganz was anderes und taugt maximal als unnützes aber imponierendes Wissen für ein first date, immerhin das – wirklich kompliziert wird es sowieso erst bei den Russen mit (why the hell ever) Mütterchen Russland) hervorruft (aber das alles diskutiert Peter Beutler zum Glück sowieso nicht, das ist jetzt von mir, als gewohnter Abschweifer, sorry not sorry). Jetzt gelesen habe ich „Morgarten“ über Steuer-CDs und deren Folgen. Leider muss ich sagen, dass dies aus meiner Sicht sein bisher schwächstes Werk ist. Wer Lust auf ein Buch von ihm hat (sonst lese ich ihn wahnsinnig gerne), dem würde ich „Müstersturz“ rund um die Affäre Jeanmaire empfehlen. Sein neustes Buch erscheint noch diesen Monat, ist bereits wieder vorbestellt (also keine Reduktion der Sammlung).

Ja, und dann habe ich gerade noch das Thema der Verdingkinder in der Schweiz wiederentdeckt. Darüber bin ich auf die in der Schweiz durchgeführte Todesstrafe im zweiten Weltkrieg gestossen (gab es) und darüber auf Niklaus Meienberg. Begnadeter linker Reportagenschreiber, leider schon 1993 verstorben. Er hat eine recht grosse Sammlung an Reporten gebündelt in Form von heute elektronisch verfügbaren Büchern hinterlassen…womit meine Sammlung leider bereits wieder wächst….aber ich habe es versucht und ein sinnstiftender Zeitvertreib ist es alleweil.

2. Musik hören

Kann geschehen als Ergänzung zum oben erwähnten Zeitvertreib. Oder natürlich auch als Hauptbeschäftigung. Und Apple Music und Spotifiy machen uns ja fast alles zugänglich. Da kann man ein wenig stöbern und hängen bleiben und wieder auf neues stossen und wieder hängen bleiben. Und wenn man eben Zeit hat, hört man nicht wie auf einer Autofahrt zur Arbeit nur mal so rasch die immer zwei oder drei gleichen Lieder, man kann sich auch mal ein ganzes Konzert oder gar eine ganze Sammlung anhören. Aha, Elton John oder Phil Collins werde ich mir wohl nochmals zu Gemüte führen. Irgendwann ist mir die Badener Band Betterworld in den Sinn gekommen, die hatten in den 1990er-Jahren mal eine Art Hit mit La Luna. Das findet sich nirgends. Wenn das noch jemand irgendwo auf irgendeiner CD hat, dann wäre ich dankbarer Kopierer. Und falls die Band dann Tantiemen dafür einfordert: bezahle ich gerne.

3. Das Land kennenlernen

Meine Reisetaktung ist in etwa die Folgende: Reisetag, Ausflugstag, Rumhäng-Tag, Ausflugstag, Reisetag….und so weiter und so fort. Reisetag kann natürlich Sehenswertes enthalten, sofern man es nicht verpasst, wie ich erst kürzlich. Aber nicht jeder Ausflug dauert ja einen ganzen Tag, hört sich also strenger an als es ist. Und es geht bei Ausflügen nicht nur (aber auch) um das immer sehr wichtige Hoodie-Pic. Man lernt viel über Fauna, Flora, Geschichte und (neben überflüssigen Guide-Jokes) auch lustige Geschichten rund um die Orte, an denen man gerade ist. Und Spass macht es auch! Nicht alle Ausflüge sind top, wirklich schlechte gibt es nur, wenn man schlecht aussucht. Daneben lernt man auf Ausflügen viele Leute kennen, was zu Beschäftigung 4 führt:

4. Die Menschen kennenlernen

Geht auf einem Ausflug quasi nebenbei, aber auch sonst reicht ein „mind if I join you?“ eigentlich aus. Schön an der Westküste ist, dass neben Touristen aus aller Herren Länder (gibt es eigentlich auch aller Damen Länder?) auch sehr viele Australier (häufig im Pensionsalter mit dem Camper) reisen. Nicht alle diese Rentner sind gleich spannend (siehe Ausflug als Altenbetreuer), aber wenn man ein wenig zuhört, bekommt man (also frau bestimmt auch, aber es heisst ja auch nicht mann sondern Mann und deshalb dann auch Frau, Mann! Und Frau!) viele Tips zu Restaurants, Bars, Bieren, Weinen, Ausflügen und zu allen möglichen Don’ts (die sind das Allerwichtigste überhaupt). Nebenbei weiss ich jetzt aber auch, wie das australische Rentensystem funktioniert, was sie von den „Greenies“ halten (von Greta haben sie noch nicht gehört) und warum sie ihre Kinder an Privatschulen schicken.

So, dies ein kleiner Ausschnitt aus dem Nichts-Tun. Also eben eigentlich gar nicht gar nichts tun, nicht einmal ein simples nichts tun. Ich verstehe mittlerweile die Rentner, welche fast nie für irgendetwas Zeit haben. Und ja, es gibt tatsächlich Abende, an denen ich wunderbar gerne ganz alleine für mich esse und dabei ein wenig die Menschen beobachte und eigentlich vor allem hoffe, dass niemand fragt „may I join you?“.

Cheers, mates.

Mein Weg nach Perth oder I don’t wanna miss a thing

Nach dem lustigen Abendessen mit der lustigen Reisegruppe nahm ich also die Strecke von Coral Bay nach Perth in Angriff. Dabei hatte ich eine Übernachtung in Geraldton eingeplant. Geraldton ist weder spektakulär noch hässlich sondern eher unscheinbar, aber hätte ich den gleichen Weg noch einmal vor mir, würde ich wohl eher in Carnarvon nächtigen, da man dann auch den Kalbarri National Park und den Pink Lake ganz sicher nicht verpasst. Warum das wichtig ist? Weil ich es nämlich tatsächlich schaffte, eine Abbiegung zu verpassen und so in Geraldton ankam, ohne den Pink Lake passiert zu haben. Ob das nun ein grosser Verlust ist, mag ich gar nicht beurteilen (denn ich habe ihn ja wie gerade geschrieben gar nicht gesehen). Den Berichten anderer Reisender Glauben schenkend, wäre es aber ein potentieller Höhepunkt gewesen. Aus vorbei, nicht mehr veränderbar.

Lernen kann man ja nur für die Zukunft und so zog ich meine Konsequenzen und hielt am Folgetag bei jeder sich bietenden Gelegenheit an. Und so sah ich Teiche in der Grösse des Eigi-Weihers von ganz nah, Aussichtspunkte so spektakulär wie das Steienbühl und Bäume so alt wie die Pappeln im Garten meines Vaters (ok, die sind alt und als Kind fand ich die recht spektakulär aber ein Schild für einen Aussichtspunkt hat es trotzdem nicht). Aber natürlich auch Spektakuläres, wie die Pinnacles Desert, welche ich rein optisch als Höhepunkt der bisherigen Reise bezeichnen würde (und ich mag dem Park Management sogar verzeihen, dass man den Ort auch per Auto besichtigen kann und es so fast unmöglich ist, ein Bild ohne Auto drauf zu bekommen). Für ein Hoodie-Pic (ohne Auto drauf; also auf dem Bild, ich habe keine Hoodies mit Autos drauf) reichte es dann auch noch. Am anderen Ende der Punkt-Skala (so müsste die Skalierung von Tiefpunkt zu Höhepunkt wohl heissen) dann die Sanddünen in Lancelin. Ich hatte mir da so eine Art kleiner Big Daddy aus Namibia vorgestellt, etwas spazieren, die Ruhe der Wüste geniessen….es hatte sehr viele, sehr laute Leute, teilweise auf Sandboards (bis hier hin alles gut), aber eher auf Moto-Cross-Motorrädern, noch eher auf Quads und noch eher auf einer Art vergittertem Quad für 4 Personen. Alles sehr laut und alles vor allem sehr gefährlich, da wild durcheinander. Empfehlung: never ever go there.

Angekommen in Perth bezog ich mein Zimmer. Dieses hatte ich gebucht über Priceline als „hidden buy“, sprich ich wusste ungefähr, wo das Hotel war, ich wusste, was es es zu bieten hatte und ich kannte die Anzahl Sterne. Für die Ungewissheit erhielt ich einen „unbeatable price“. Hotel und Preis ok aber auf Hotels hätte ich es zum genau gleichen Preis bekommen. Also wurde die Unsicherheit (das Risiko, kann ja nach oben wie unten ausschlagen), welches Hotel es war, nicht wirklich entschädigt. Egal, vielleicht war dieser Thrill ja ein „added value“ und so wichtig ist es dann auch nicht.

Am Abend durfte ich am Abschlussessen der lustigen Gruppe aus Coral Bay teilnehmen. Ich wusste dies erst im Nachhinein richtig zu schätzen, denn tatsächlich war eine Teilnehmerin des Abschnitts von Perth bis Broome (welche auch grad in Perth war) nicht eingeladen (auch die lustige Gruppe hatte also die Outsiderin, welche offenbar alle nervte). Aber welche Ehre für mich. Ein lustiger Abend.

Folgetag in Perth eher „hang out“ und „hang up“ (die Wäsche). Am Abend der Besuch einer mir empfohlenen Hinterhof-Bar. Auf meine Frage „do you have any IPAs“ räumte der Kellner etwa 5 Minuten den Kühlschrank aus und präsentierte mir rund 12 verschiedene. Aufgrund des hohen Alkoholgehalts der Biere musste ich mich nach zweien verabschieden mit den Worten „come back tommorow“.

Rottnest Island am folgenden Tag: ein must go. Bei der Fährenüberfahrt würde ich künftig einen Platz auf dem Unterdeck suchen, es schüttelt weniger, folglich wird weniger gekotzt (sinngemässe Übersetzung aus dem Englischen). Die Insel fast ein wenig Irisch oder ein perfekter Schauplatz für alle Filme von Rosamunde Pilcher. Aber bei aller landschaftlichen Schönheit sind die Quokkas, welche sich bereitwillig für Selfies zur Verfügung stellen, die Touristenattraktion schlechthin. Und noch „glätter“ ist es, die Selfies von Dritten zu „crashen“. Ok, sie kannte mich, sie hat mich aufgefordert, mit aufs Selfie zu kommen, aber das wäre ja keine gute Insta-Story geworden, oder?

Am Abend dann eine sehr nette Einladung zum Nachtessen bei einem Australischen Ehepaar. Sie hatten schon ganz spontan „der auf dem Selfie gecrashten“ (sie führt übrigens auch einen Blog) eine Bleibe für 3 Nächte angeboten. Und da ich sie am Morgen im Zug kennenlernte, luden sie mich spontan auch grad noch zum Essen ein, wahrscheinlich zum bisher besten Essen in Australien (you do not come for the food), da es offenbar auch in Australien mehr als Pub Food gibt. So in Bezug auf Gastfreundschaft könnten wir uns wohl noch die eine oder andere Scheibe abschneiden.

Und heute nun die weitere Reise ein wenig geplant. So fliege ich morgen nach Airlie Beach und erkunde von dort die Whitsundays. Von dort dann der Ostküste entlang Richtung Süden. Mal sehen, was es dort zu erleben und erkunden gibt.

Cheers, mates.

Wenn es nicht mehr kleiner geht, dann geht es eben doch noch kleiner…

Wie in meiner letzten Wortmeldung über Coral Bay beschrieben, war dieser Ort an Kleinheit eigentlich nicht zu unterbieten (oder wäre es rein sprachlich überbieten, wenn wir von Kleinheit ausgehen?). Dachte ich. Denn von Coral Bay fuhr ich runde 5 Stunden an die sogenannte Shark Bay, genau genommen nach nach Monkey Mia. Und dieses Monkey Mia besteht nicht wie Coral Bay aus einer Strasse mit mehreren Unterkünften, es besteht aus ganz genau einem Resort.

Irgendwie schon der Eintritt überzeugend: Man wird gebeten, eine Parkgebühr zu entrichten, entweder in Bar oder durch Angabe der Kreditkartendaten auf einem Formular. Und sollte das nicht möglich sein, so möge man sich bitte an der Rezeption melden. Und kontrolliert wird es aus meiner Sicht nicht. In Bezug auf die Anzahl Personen pro Auto auch gar nicht möglich. Irgendwie sympathisch vertrauend.

Das Resort besteht aus einem recht grossen Campingplatz sowie Mehrbettzimmern, sehr schönen Hotelzimmern und grosszügigen Beach Villas. Und dies führt dazu, dass man zwar ein sehr schönes Zimmer mit Beach View haben kann, trotzdem aber ein wenig Caravan- und Backpacker-Feeling bekommt. Sehr gemischtes Publikum in der Bar und im Restaurant, beide nicht die absolute Topliga ihrer Kategorie, aber beide sehr gemütlich mit freundlichen und motivierten „Holiday Workers“. Kleine, absolut unpolitische, dafür sehr sachliche Information: Allen Bürgern und Bürgerinnen der EU ist es möglich, Australien fast schon unendlich lange im Rahmen einer working holiday zu bereisen. Uns Schweizern nicht. Betrifft mich persönlich nicht (mehr), aber wenn ich alle die jungen, freundlichen, motivierten EngländerInnen, Deutschen und ItalienerInnen sehe, dann denke ich, dass so was auch noch der einen oder anderen jungen Person aus der Schweiz Spass machen könnte. Aber ich war ja beim Restaurant: Das Essen sehr ok für Australische Verhältnis („you do not come to Australia for the food“).

Nach Monkey Mia geht man eigentlich wegen der Dolphin Experience. Jeden Morgen um 8 Uhr (und dann noch zweimal im Verlaufe des Morgens) schwimmen Delfine vor, welche dann mit je einem Fisch gefüttert werden. Da somit jeder Delfin mit maximal 3 Fischen maximal 10 % seines Tagesbedarfes erhält, bleibt er (also die weiblichen Delfine natürlich auch) gezwungen, weiterhin auch selber zu jagen und bleibt so „wild“. Habe ich erfahren, die Informationen zu den Delfinen durchaus hörenswert. Soweit ja so nett, aber wenn namentlich benannte Delfine da vorschwimmen, um dann unter vielen Ohs und Ahs (um ein Haar hätte ich mich zu einem Überkopfklatscher hinreissen lassen) einen Fisch zu erhalten, ist es für mich halt doch ein wenig zu sehr Zirkus und ein wenig zu wenig Natur. Irgendwie hatte ich das ja schon mal bei den mässig motivierten Krokodilen nahe Darwin. Aber egal, gerade störend war es auch nicht.

Was Monkey Mia dafür hat: einen schönen weitläufigen Strand, den man für lange Spaziergänge quasi für sich hat, einen spektakulären Sonnenuntergang, die Möglichkeit von Touren auf einem Katamaran. Und eine grosse Portion Gelassenheit und Gemütlichkeit.

Auf jeden Fall entschied ich mich für eine Zusatznacht. Dies führte dann dazu, dass die Reisegruppe mit der Schweizer Fotografin vom Darwin-Blog (welche bisher immer so 1-2 Tage hinter mir zurücklagen) mich hier einholten. Lustig gemischte Gruppe von 20-74 Jahren. Beste Freunde nach 3 Wochen, viele lustige Geschichten. Irgendwie anders als die Gruppen , die ich bisher getroffen hatte. Ok, auch wenig verschworen gegen den Guide, gemeinsame Feindbilder verbinden immer. Gegen Einbringung einer Flasche Wein wurde ich zum Nachtessen in der Gemeinschaftsküche eingeladen. Also eigentlich wurde ich einfach eingeladen und habe dann absolut freiwillig dafür freundlich eine Flasche Wein gebracht. Sehr gut und reichlich, also das Essen. Am Tisch nebenan versuchten sich vier junge Frauen aus Argentinien am Gesang, begleitet von einer Gitarre. Und ja, genau darum ist Monkey Mia so wunderbar, weil sich so spontane Begegnungen ergeben, ohne dass man sie suchen muss. Und dass solche Begegnungen (ausgesprochen oder nicht) mit „it has been a pleasure, enjoy the rest of your life“ enden, spielt eigentlich keine grosse Rolle.

So, next stop und grand final of Western Australia: Perth.

Cheers, mates.

Was Coral Bay mit Manta-Witzen zu tun hat

Von Exmouth fuhr ich die rund 150km nach Coral Bay. Lustig, wenn dieses Coral Bay bereits am Ortsausgang in Exmouth als nächste „Stadt“ angegeben ist, wenn man doch weiss (im Lonely Planet gelesen hat), dass dort nur rund 150 Menschen leben und das Dorf eigentlich aus genau einer Strasse besteht.

Coral Bay ist wirklich einfach ein Backpacker mit Restaurant, Bar und Bottle Shop, dann ein unendlicher Caravan Park und dann ein kleines Resort (ebenfalls mit Restaurant, Bar und Bottle Shop). Dies alles gruppiert sich um eine süsse kleine Bucht mit wunderschönem Sandstrand und unmittelbar vorgelagertem Korallenriff.

Coral Bay dreht sich also vor allem um Baden, Schnorcheln und Tauchen….und Bier trinken, aber das ist nicht Coral Bay-spezifisch, sondern gilt wohl für ganz Australien. Am ersten Tag unternahm ich einen Gruppenausflug auf einem Glasbodenboot, durchgeführt von Coral Bay Eco Tours. Ich hatte aus Ägypten schreckliche Erinnerungen an ein Glasbodenboot: kleines Fenster, grosse Masse an Touristen und ein Guide, der so kompetente Kommentare wie „here you see a red fish, here you see a colorful coral“ von sich gab (ok, allenfalls war ich ohne es zu merken auf dem Ausflug der Sehbeeinträchtigten…). Meine Erwartungen also sehr tief, diese wurden dann bei weitem übertroffen: Sehr grosses Boot mit sehr grossem Fenster zum Wasser und genau 6 Gäste. Dazu eine Skipperin, welche es echt im Griff hatte, das Boot genau über einer Turtle zum Stehen zu bringen und so perfekte Ansichten bot. Inbegriffen war auch zweimal Schnorcheln im eigentlich recht warmen Wasser. Leider herrschte sehr starker Wind, so dass für einmal nicht das ins Wasser steigen sondern das aus dem Wasser steigen einiges an Überwindung brauchte – verkehrte Welt.

Am Folgetag dann die etwas ausführlichere Tour, wiederum mit Coral Bay Eco Tours. Da gab es neben Schnorcheln die Gelegenheit, mit Manta Rays zu schwimmen. Für alle, die nicht wissen was das ist, hier der Link zu Wikipedia. Bin übrigens sehr dankbar, wenn ihr beim Lesen mal einfach so einen link anklickt, soll scheinbar die Relevanz und damit Auffindbarkeit dieses Blogs erhöhen. Sehr schön, wie sich drei konkurrierende Touranbieter die Suche nach dem Tier aufteilen mit grosser Selbstverständlichkeit auch den Gästen des Konkurrenten den Zugang ermöglichen. Da steht tendenziell das Gästeerlebnis als ganzes im Vordergrund und nicht kleinkariertes Gärtlidenken. Könnte wohl Schweiz Tourismus noch ein wenig dazulernen. Lustig, dass die Guide einem noch sagt „once you see the Manta, do not get too excited und stop swimming“ und man dann dieses schöne Tier erblickt und so aufgeregt ist, dass man glatt den Anschluss verliert, weil man vergisst zu schwimmen. Ihr Kommentar (zu uns allen) war nur: „see, told you“. Und um mit noch ein wenig unnützem (gerade erst recherchiertem) Wissen zu glänzen: Das Kultauto Opel Manta ist (vermutlich in Anlehnung an die schnittige Form) nach diesem Meeresbewohner benannt. Und wenn wir schon dabei sind, hier der Link zu ein paar Manta Witzen. Der Kürzeste: Es steht ein Manta vor der Uni. Ich schweif grad wieder mal ab, sorry not sorry. Anschliessend fanden wir dann noch eine Gruppe von Reef Sharks an einem weiteren Riff. Und für alle die jetzt an den weissen Hai denken: diese Tiere haben bedeutend mehr Angst vor uns als wir vor ihnen und sie werden uns bestimmt nie ausrotten, wir sie aber allenfalls schon. Die folgenden Fotos sind nicht von mir sondern von Daniel Thomas Brown, ich würde mal sagen: he knows what he is doing…

Der Rest ist rasch erzählt: Ein wenig hängen am Strand, ein Hoodie-Pic, zweimal selber kochen, da ich im Coral Bay Resort sogar eine eigene Küche hatte. Danach auch die Entscheidung, inskünftig wieder auswärts zu essen. Dazu ein netter Abend mit einem Renter-Paar aus Perth. Wir hatten rasch ein gemeinsames Thema gefunden, weil „you know we fly on business class, when we go to Europe“…worauf ich antwortete „but once you have started flying on business class, you hate economy even more“…worauf sie nur zustimmend und vielsagend lächelten.

So, next stop Monkey Mia.

Cheers, mates.

Eine lange Fahrt, ein lauter Nachbar und tolle Tage in Exmouth

Der Weg von Broome nach Exmouth lässt sich in zwei oder drei Tagesetappen aufteilen. Logischerweise entschied ich mich für die Variante Sport (wie schon damals an Claudio Beffas und Andrea Kamms Hochzeit, wo man zwischen drei Wanderungen (Sport, Turnschuh und Kinderwagen) wählen konnte und ich für den Todesmarsch angemeldet wurde…..und als erster oben war….und mich hundeelend fühlte….nur weil Ambri am Vortag gewonnen hatte, nein nicht deswegen, ich schweife ab, sorry not sorry), eine Wahl die ich auch hier nicht gerade bereue, die ich aber bei einem nächsten Mal etwas genauer überlegen würde. Somit bestanden meine zwei Tage aus total 14 Stunden rund 15 Stunden (sonst könnte ein Polizist noch ausrechnen, dass es in 14 unter Einhaltung der Geschwindigkeitslimite gar nicht machbar ist) Autofahrt. 8.5 an Tag eins und 5.5 an Tag zwei. Und die Geschichte ist auch rasch erzählt, einziger Spannungshöhepunkt war die Frage, ob mein Benzin bis zur nächsten Tankstelle reicht (natürlich hatte ich mir vorgenommen, an jeder Tankstelle zu tanken, natürlich hatte ich diesen Vorsatz ignoriert). Aber es reichte ja dann.

Die Nacht zwischen den langen Fahrten verbrachte ich im Karratha International Hotel, welches, wie es der Name ja schon sagt, in Karratha liegt. Oder kennt jemand eine Stadt die International heisst? Gem. den einschlägigen Portalen best place in town, aus meiner Sicht irgendwie ein seltsamer Ort: Die Zimmer innen neu und modern und eigentlich sogar chic. Von aussen betrachtet hat das Motel etwa die Bauart dessen, was wir einen „Schopf“ nennen würden. Am Pool hat es keinen einzigen Liegestuhl. Das Essen ok. Die Mitarbeitenden freundlich, aber nicht gerade überschäumend motiviert. Die wohl eher kostengünstige Bauweise bekam ich dann zur Schlafenszeit zu spüren. Mein Zimmernachbar führte offenbar ein sehr wichtiges oder zumindest sehr lautes Telefongespräch. So was kann ja nicht lange dauern, vor allem nicht abends um 10. Nach zwanzig Minuten fühlte ich mich an die SKU 94 2013-Studienreise nach Shanghai erinnert, als irgendein sich wichtig vorkommender Alumni auf jeder Busfahrt mit seinem Sekretär Josef telefonieren musste, der gerade an der Erstellung einer weltbewegenden Offerte war (falls ein Teilnehmer von SKU 94 hier mitliest, ich freue mich über ein Lebenszeichen, bei allen anderen Lesern entschuldige ich mich für das erneute Abschweifen). Nach 30 Minuten brach ich den Versuch einzuschlafen ab, rief die Rezeption an und verlangte den Umzug in ein anderes Zimmer. Ich rechnete mit dem schlimmsten, unter anderem mit einen Hausverbot (bin ja diesbezüglich ein wenig geschädigt), aber wie schon Nena sang: Wunder geschehen: innert 5 Minuten hatte ich ein anderes Zimmer und dann einen herrlich erholsamen Schlaf.

Soweit also der Weg nach Exmouth. In Exmouth war ich gebucht in der Ningaloo Lodge. Nun, Zimmer hatte ich schon schönere, auch Aussicht gab es keine. Aber dafür ist die Lodge sehr zentral gelegen (wirklich alles in walking distance), hat sehr freundliche Mitarbeitende (und Inhaber) und sehr liebevoll gepflegte „shared facilities“ (wie Pool, Küche und living room). Die Gäste nett und auf ihre Art lustig (also die anderen, weiss ja nicht, was die über mich schreiben würden).

Am ersten Abend die obligate Sunset Cruise. Wie immer war ich der Jüngste, by far. Die Cruise war vor allem gebucht von den Teilnehmern einer Gruppenreise. Diese hatten schon mehr als die Hälfte ihrer Reise hinter sich, den stimmungsmässigen Höhepunkt ganz offenbar auch. Wirklich lustig, wie es einige Teilnehmer kaum erwarten konnten, bei den „Fremden“ die anderen Teilnehmer mal so richtig abzudissen. Aktiv zuhören, den Kopf schräg halten, hie und da nicken und verständnisvoll schauen (alles erlernbar in Kursen mit Titeln wie „aktiv zuhören“) machte die Erzählungen noch weit ergiebiger, unterhaltsamer, lustiger. Noch einmal war ich einfach nur froh, nicht bei dieser Gruppe gelandet sondern als Alleinreisender unterwegs zu sein. Wale sahen wir nebenbei auch sowie einen schönen Sonnenuntergang. Und für ein Hoodie-Pic reichte es auch noch.

Weiter machte ich einen rund 6stündigen Schnorchelausflug. War toll. Zweimal schnorcheln (und ja, ich bin jetzt genug alt, um ohne Hemmungen einen Anzug gegen das Kalte Wasser und einen Nudel als Schwimmhilfe zu verlangen, macht vieles einfacher, ich sags Euch), gut gegessen, viel Spass gehabt, ein Hoodie-Pic gemacht. Und vor allem war ich einmal nicht der Jüngste. 6 Schulfreunde im zarten Alter von 23 waren auf gemeinsamem Wochenendausflug (und dafür mal locker 13 Stunden Auto gefahren). Wirklich ein lustiger Tag.

Auch noch erwähnenswert wäre Town Beach. Die hat sogar einen eigenen Food Truck, man kann dort Frühstück und Kaffee kaufen. Wirklich gemütlich, schöner Sandstrand. Dazu Picknicktische, beschattet (also vor der Sonne geschützt, nicht das, was Matula jeweils in ein Fall für zwei macht). Lustig, dass es dort nie mehr als 10 Personen gleichzeitig hatte. Vielleicht war ich zur falschen Zeit da.

Die Abende verbrachte ich in den zwei Brauereien des Ortes. Ja genau, ein Ort mit ein paar Tausend Einwohnern hat mal locker zwei Brauereinen. Und was für welche, wirklich tolle. Die Whale Bone Brewing Company ist auf einem alten Industriegelände untergebracht. Tolle Anlage. Mit Kinderspielplatz, darum auch viele Familien. Mit Live Musik (und zwar richtig guter). Mit tollem Bier. Und noch tollerer Pizza. Die Froth Craft Microbrewery ist eher ein Pub, guter Pub-Food (und guter Salat, die Variante mit Haloumi (schreibt man das so? Also dieser griechische Schafskäse zum Anbraten halt) eher besser als mit Chicken und sogar 1 AUD billiger, wenn das mal kein Argument ist) ebenfalls tolles Bier. Und von Donnerstag bis Samstag ein DJ, sodass das nette Lokal dann eher zum Club wird. Und schön finde ich, dass das Ganze um 7 startet und um halb 11 wieder zu Ende ist. Irgendwie sehr altersgerechte Ausgangszeiten.

So, das war Exmout, next stop Coral Bay..

Cheers, mates.

Wie ich nach Broome fand, Broome nicht fand und Broome am Ende richtig toll fand.

Ab Darwin flog ich mit Air North nach Broome. Kleines, süsses Flugzeug(chen) mit 19 Reihen mit jeweils 4 Plätzen, also total 76 Plätze, zu rund 60 % gefüllt. Zwischenstopp in Kununarra. Wir waren total rund 2 Stunden in der Luft, erhielten aber aufgrund des Zwischenstopps zweimal Getränke und Snacks (und jeweils ein kostenloses Lächeln dazu). Da können sich Swiss und Co. eine Scheibe abschneiden.

In Broome mein Auto (einen Toyota RAV 4, ich hatte ja gedacht, einmal im Leben ein Auto nicht aus dem Hause Toyota fahren zu dürfen, sollte nicht so sein) in Empfang genommen. Dann auf direktem Weg mit nur zwei Umwegen ins Hotel. Ich hatte mich im Mercure Broome einquartiert. Eines der teureren Hotels meiner Reise, eines der günstigeren auf Platz. Nicht, dass Broome nur aus Luxushäusern bestehen würde, Broome ist einfach generell sehr teuer. Das Hotel war irgendwie ein überdimensioniertes Kleinstadt-Motel im Amerika der 1980-er-Jahre. Dort wo sich der Mörder mit der entführten Schülerin unter falschem Namen eincheckt.

Egal, ich war ja nicht wegen des Hotels da, sondern wegen Cable Beach und dem Sonnenuntergang. Und da dieser in einer knappen Stunde bevorstand, entschied ich ich mich für den nach intensivem Kartenstudium auf geschätzt 15-16 Minuten dauernden sicher nicht so langen Fussmarsch. Nun, nach rund 40 Minuten war der ferne Himmel rot, die Sonne offenbar weg, nach 60 Minuten war es dunkel, ich immer noch des Strandes fern. Dann erblickte ich zwei Pubs, in einem trank ich ein Bier und traf sofort neue Freunde. Eines war leer, eines „pumpenvoll“ mit sehr lauten betrunkenen Gästen. Ich entschied mich für den sofortigen Rückmarsch und hatte auf der Karte sogar eine Abkürzung vermeintliche Abklürzung entdeckt. Nun, die Abkürzung erwies sich am Umweg und nach rund einer Stunde Rückweg war ich soweit, sofort wieder aus Broome abzureisen war ich am Ende. Aber dann sah ich entfernt den rettenden Anker, ein gelbes M auf rotem Grund. Nie hatte ich mich so gefreut, einen alten Freund wieder zu sehen. Mit Rücksicht auf meine Figur ass ich nur einen kleinen Gartensalat. Ich bestellte einen Quarter Pounder (den wir ja unverständlicherweise „Royal with Cheese“ nennen). Ich haute rein und ass frass mit schlechtem Gewissen Wollust einen Double Quarter Pounder. War geil.

Am Folgetag war ich auf eine halbtätige Tour in und um Broome gebucht. Zu meiner Überraschung und Freude waren vor allem Leute in meinem jugendlichen Alter dabei Ich war erneut „by far“ der Jüngste. Aber die Tour war ihr Geld wert: Wir besichtigen Das älteste noch betriebene Open Air Kino der Welt, die Bar der sehr coolen lokalen Craft Brewery, einen sehr attraktiven Aussichtspunkt und bekamen am Cable Beach die perfekten Spot für die Mutter aller Sonnneuntergänge. Mehr dazu auf meinem legendären Instagram-Profil. Dazu ein paar Chips und ein Glas Wein und plötzlich waren meine Geriantrie-Forschungen an den Mitreisenden ganz lustig.

Wieder einen Tag später besuchte ich die lokale Perlen-Farm. Erwartet hatte ich primär eine Verkaufsveranstaltung. Ich bekam einen rund zwei stündigen Vortrag über die Produktion von Perlen. Noch zwei weitere Stunden und es wäre wohl als CAS anrechenbar. Aber ich weiss jetzt den Unterschied zwischen Naturperlen, Zucht-Salzwasser-Perlen, Zucht-Süsswasser-Perlen und Plastik-Perlen. Am Schluss dann noch ein bisschen Verkauf.

Am Abend besuchte ich erwähntes Outdoor-Kino und sah mir Once upon a time in Hollywood von Quentin Tarantino an. Von ihm hatte ich bisher zwei Filme gesehen: Pulp Fiction (verstehe ich bis heute nicht, falls also jemand den Film begriffen hat, ich freue mich über Aufklärung) und die aus meiner Sicht abgefahren-genialen Reservoir Dogs. Nun, der neue Film ist irgendwie eine tragische Komödie oder komische Tragödie über Hollywood in den späten 1960ern. Brad Pitt aus meiner Sicht „Weltklasse“, Leo di Caprio doch etwas tiefer (und hoffnungsvoller Newcomer ist er ja auch nicht mehr), der Schluss total verstörend. Und was Quentin gegen Hippies hat, erschliesst sich mir auch nicht. Aber Fazit inklusive der Outdoor-Atmosphäre: sehenswert.

Der Rest von Broome ist rasch erzählt: den Tag an Cable Beach und den Abend mit einem Bier bei der Brauerei. Beides auch keine Nachwuchshoffungen, aber beides Weltklasse. Und vor allem möglichst wenig Zeit im Hotel, wollte ja den flüchtenden Mörder nicht provozieren.

Cheers, mates.

Gruppenreisen oder wie ich zum Altenbetreuer mutierte…

Nun, eigentlich hatte ich ja vorgehabt, die Westküste im Rahmen einer rund dreiwöchigen Gruppenreise zu erkunden. Man muss sich um nichts kümmern, man findet quasi automatisch Anschluss, man wird überall hingebracht, wo man eh nach der Reise gewesen sein muss. Nach reiflicher Ueberlegung kam ich zum Schluss, dass dies nicht das Richtige für mich ist. Die weltbeste Reiseberaterin (welche mich ja ziemlich gut und lange kennt) brauchte genau drei Wörter („bist Du sicher“?) und einen Blick, um mich vom Plan abzubringen.

Um etwas Sicherheit zu haben, entschied ich mich dann für die Buchung einer 4tägigen Kurzgruppenreise durch die Nationalparks des Nordens. Da ich die Alterslimite für Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsbad und für Campingsafaris gefühlt überschritten habe, entschied ich mich für die von AAT Kings angebotene „Northern Top End Tour“.

Der Start soweit so gut: 23 Personen in einem Bus mit 48 Personen Fassungsvermögen, USB-Anschluss an jedem Platz, zwei Fernseher, welche die Perspektive des Fahrers übertrugen, soweit also sehr bequem. Wir fuhren also rund eine Stunde, als wir beim „jumping crodile“ ankamen. Da fährt man auf einem Boot für eine Stunde auf einen Billabong und während dieser Stunde wird (abwechslungsweise für die linke und die rechte Seite des Bootes) einem namentlich genannten Krokodil Fleisch vor die Nase gehalten, in der Hoffnung dieses Krokodil möge aus dem Wasser springen. Also quasi ein Zirkus in freier Natur. Leider waren die Krokodile nicht gerade übermotiviert, sodass keine wirklich beindruckenden Sprünge zu bewundern gewesen wären. Höhepunkt waren damit die tollen Jokes des Guides, welche ich ja leider schon von der letzten Ausfahrt kannte. Für die unregelmässigen Leser meines Blogs: „Please clap your hands, so I know that you still have both hands“…harrharrharr.

Die Busfahrt wurde primär darauf verwendet, einen scenic flight zu verkaufen. Da ich diesen nicht wollte, kriegte ich am Nachmittag zwei Stunden Freizeit am Pool. Danach gingen wir auf einen scenic walk, auf welchem wir durchaus beindruckende Höhlenmalereien besichtigen. Anschliessend bestiegen wir eine Felsformation mit toller Aussicht. Mit „wir“ meine ich den Teil der Gruppe, welcher genügend fit für diese Besteigung war. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Gruppe einiger Teilnehmer war das rund ein Drittel. Bei zwei der Besteiger fragte ich mich während des Aufstieges, wie die es je wieder nach unten schaffen sollten. Oben angekommen beobachtete ich Teilnehmer einer Camping-Safari (alle jung, lustig und in Flip Flops) beim Vertilgen von Bier und Chips. Für uns gab es ebenfalls Bier, dazu auch Wein oder einen G&T, ergänzt von schmackhaften Häppchen. Ja, wäre eine tolle Idee gewesen, hatte bei unserem Veranstalter offenbar noch nie jemand. Wobei wir sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang bleiben konnten, da ja gewisse Teilnehmer länger für den Abstieg brauchten und es in der Dunkelheit zu gefährlich gewesen wäre….

Auf das Buffet im Hotel (und damit auf die Gesellschaft meiner Reisegruppe) verzichtete ich dann, ich genoss dafür kühles Bier, einen guten Hamburger und das Rugby-Derby Australien gegen Neuseeland im Pub. Ich verstehe zwar nichts von dem Spiel, aber Australien erzielte einen heroischen Sieg über Neuseeland.

Das Frühstück am nächsten Morgen wollte ich eigentlich auslassen, da ich mässig Hunger hatte. Allerdings hatte das Hotel eine sehr stylische Maschine von Nespresso, wo ich den Eintritt für das Frühstück nur schon mit dem Konsum von 4 Espresso-Machiato herausholte. Ich würde diese Maschine als mässig sehr ungeeignet betrachten für Hotels mit Gästen, welche 1. Nespresso als System nicht kennen, 2. grösstenteils über 70 sind und 3. grösstenteils nur für eine Nacht bleiben. Da die Gäste dieses Hotels alle drei Kritierien grossmehrheitlich erfüllten, ergab sich eine nette Schlange vor der Maschine, welche ich dann aber quasi als David Hasselhoff aller Kaffeezubereiter mittels geduldigen Instruktionen abzubauen half.

Tag zwei soweit so gut. Ein Bush Walk. Eine weitere Ausfahrt auf einem Billabong, dieses Mal aber landschaftlich durchaus bemerkenswert und der Guide kannte neben den Krokodilen sogar einige Vögel, welche er uns zeigte. Dann quasi als Höhepunkt die Möglichkeit eines Bades an den Edith Falls. Bei 14 Grad Wassertemperatur überwand ich meine diesbezügliche Phobie und sprang todesmutig ins Wasser. Bei 20 Grad Wassertemperatur netzte ich mich vorbildlich an und war als einer der ersten der Gruppe im Wasser. Nein, bei rund 24 Grad Wassertemperatur war ich als rund 5. unserer Gruppe im Wasser. Gleichzeitig auch als letzter, der grösste Teil der Gruppe fand das Umziehen zu aufwändig. Anschliessend spazierten wir auf dem wunderschönen Spazierweg. Es hatte einen Spazierweg, diesen benützten wir aber nicht, wir musste ja zum Nachtessen ins Hotel. Dieses ein Ibis Styles. Der Name war das einzig stylische. Nachtessen liess ich aus und nützte die Zeit für einen Spaziergang.

Tag 3 war wohl so etwas wie der Höhepunkt. Eine wundervolle Ausfahrt auf Katherine Gorge. Wirklich sehenswert. Und zum Glück ein offenbar frischer Guide, welcher all die alten Jokes noch nicht kannte. Dies wäre nun ein Ort, an dem ich als Individualreisender länger geblieben wäre. Aber wenigstens blieb Zeit für ein Hooddie-Pic ;-).

Dann eine sehr lange Rückfahrt nach Darwin. Hier löste sich die Gruppe dann auf, einige hatten 3 Tage gebucht, andere wie ich noch einen vierten Tag.

Tag 4 führt uns in den Litchfield National Park. Heute gab es zwei Gelegenheiten für ein Bad. An zwei wundervollen Orten, darunter die Wangi Falls, wo sogar genügend Zeit blieb für den Loop Walk.

Fazit: ich bin wohl irgendwo in einem alters- und anspruchsmässigen Niemandsland: zu alt und verwöhnt für Camping- oder Mehrbettzimmer-Touren aber eben auch zu jung und abenteuerlustig für die klassischen Hoteltouren. Also würde ich jedem Touroperator raten, Angebote auf die Komfort suchende und durchaus zahlungswillige aber deswegen immer noch coole Hipster-Generation auszurichten…dass ich mich zu den Hipsters zähle, versteht sich wohl von selbst…Erwähnen möchte ich noch Warren, unseren sehr engagierten und motivierten Fahrer. Auch er nicht ganz sicher vor den Guide-Jokes (seinen finde ich aber sogar noch lustig): „Thank you for having chosen AAT Kings, if you had not, I would have had to look for a serious job“.

Cheers, mates.