#Projekt3660 – Wasserstandsmeldung mit Abschweifern

Ich habe mir für 2020 ja viel vorgenommen – nämlich pro Tag 10 Kilometer zu Fuss (wobei nur Aktivitäten von mehr als einem Kilometer gezählt werden), also total 3660 km. Und für jeden Kilometer, welchen ich unter den 3660 bleibe, spende ich 4Africa CHF 10, was ein theoretisches finanzielles Risiko von CHF 36600 ergibt. Da ich davon ausgehe, dass ich die 3660 km schaffen werde, suchte und suche ich Gegenwetten von Menschen, welche meine Laufleistung mit einer Spende an 4Africa unterstützen. Alle Details zum #Projekt3660 hier. Und jetzt mal ein nettes Foto von meiner Lieblings-Laufbegleiterin:

Bailey, leicht erschöpft

Nun, unmittelbar nach Publikation des ‚Angebotes‘ gingen ja bereits die ersten Zusagen ein. Die erste und damit Gewinnerin eines Mittagessens mit mir war Nathalie (sie kennen regelmässige Leser schon als Trägerin eines Skihelmes mit integriertem Visier, was ja superpraktisch ist, aber halt leider…ihr wisst schon) und ihre Ansage war nennen wir es mal mutig: pro Kilometer, welchen ich unter oder über die 3660 zu liegen komme, will sie CHF 2 spenden. Einen kurzen Moment überlegte ich, sofort alle Bemühungen einzustellen und ihr eine Rechnung über CHF 7320 zukommen zu lassen. Dann wurde mir bewusst, dass meine Rechnung dann genau 5mal so hoch ausgefallen wäre, worauf ich dem Plan wieder verwarf. Nr. 2 war Yannik, er qualifizierte sich damit für ein Mittagessen auf meine Kosten, einzunehmen alleine. Alleine Essen ist ja quasi mein Lieblingsthema. Und dazu schon wieder eine neue Geschichte, welche grad wunderbar als Abschweifer taugt: Letzte Woche war ich mit Beks zum Lunch. Und für Beks reicht eigentlich ein einziger Abschweifer nicht, er gäbe alleine drei ganze Beiträge her, eine kleine Auswahl: er bestellt locker nach Cordon Bleu mit Pommes anstelle eines Espressos eine heisse Schokolade (Gerüchten zufolge überlegte er sich sogar, diese als Mélange zu bestellen), er sucht Restaurants primär nach der Aussicht aus (obwohl es beim Besuch dann Abend und stockdunkel ist) oder er fragt ernsthaft, ob der Schweizer Film Eine wie iig, dr Dällebach Kari in Deutscher Sprache oder in Englisch mit Untertitel im Kino gezeigt würde. Egal, die zwei Jahre mit Beks waren beruflich meine erfolgreichsten, ob wegen oder trotz Beks sei dahingestellt. Also, ich war mit Beks im Hirschli in Baden (für mich immer noch das beste Lokal der Stadt, die Bistrobestuhlung mag Geschmackssache sein, aber Food und Service haben Klasse. Und Architektur und Einrichtung sind auch nach 20 Jahren noch so zeitlos, dass mich so ein moderner Zürcher (Züricher für Deutsche, Züzis für uns Aargauer) wie Hipster Patrick Tributsch fragte, ob diese Bar neu sei). Wir sassen also gemütlich im Hirschli als Peter (ich nenne ihn ab jetzt den jungen Peter, ihr merkt gleich warum) reinkam, der mit seinem Ex-Chef (ebenfalls Peter, ab jetzt der alte Peter) verabredet war. Der junge Peter blickte schon leicht in Panik um sich, denn er war runde 5 Minuten verspätet, der alte (und pensionierte) Peter hätte also eigentlich schon da sein müssen. Ein Telefongespräch zwischen dem jungen um dem alten Peter brachte Klärung: der alte Peter genoss gerade die Sonne im Tessin und hatte den jungen Peter offenbar vergessen. Der junge Peter war in kurzer Sorge, im Hirschli (wo er als Lokalmatador sogar erkannt werden könnte) alleine speisen zu müssen und deshalb wahnsinnig erleichtert, uns zu sehen (und wir boten ihm sogar Asyl an unserem Tisch an, gemein wäre ja gewesen: ‚du nein, wir haben was wichtiges zu besprechen, vor allem aber schauen wir dir gerne beim alleine essen zu‘), so wahnsinnig erleichtert, dass er sogar Kaffee spendierte (und sogar Beks gönnte sich einem Kaffee und verzichtete auf die heisse Schokolade).

Aber ich war ja eigentlich bei den Spendern: Bisher klar am originellsten die Zusage von Remo: nicht nur hat er das Qualifikationsschema meines Lieblingsarbeitgebers auch Jahre nach seinem Wechsel zur bösen Konkurrenz verinnerlicht, sondern er versteht es auch, Reize zu setzen. Und aus Angst vor diesen Reizen hat Marco seine Zusage um einen Cap bei 4000 km ergänzt und für diese Absicherung sogar eine Prämie von CHF 5 geboten.

Remos Ansage

So und jetzt doch noch die Wasserstandsmeldung zum Projektfortschritt: Nun, nach 40 Tagen stehe ich bei gut 330 km. Dies entspricht einem Durchschnitt von 8.25 km pro Tag, also habe ich mir einen Rückstand von knapp 70 Kilometern auf die Marschtabelle eingehandelt. Nicht weiter beunruhigend: ich war zweimal eine Woche zum Skifahren in Arosa (zuerst im Astoria und dann mit den Fröschen im Hohenfels) und in diesen zwei Wochen war ich nicht grad übermässig läufig. Ausserdem hat mich eine schmerzhafte Rippenprellung (man merke sich: wenn man beim Skifahren auf den Rücken stürzt, dann nützt ein Rückenprotektor sehr wenig, vor allem, wenn er zu Hause im Schrank liegt, mein Besuch in der Notfallaufnahme ist des Abschweifens auch noch wert: immer wenn ich kurz vor der Behandlung stand, wurde wieder ein kleines, schreiendes Kind mit blutendem Kinn hereingetragen, welches dann logischerweise priorisiert wurde, so zumindest meine leicht verzerrte Erinnerung) ein wenig eingeschränkt. Ich wage mal die Prognose: habe ich nach Ostern (und damit nach der Skisaison) runde 200 Kilometer Rückstand, dann sollte das zu schaffen sein. Ist der Rückstand markant kleiner, dann könnte ich wohl die 4000 tatsächlich in Angriff nehmen. Sollte er massiv grösser sein, dann müsste ich wohl Wanderferien einplanen.

Soweit mal der Zwischenstand. Ich freue mich über weitere Wetten, Gegenwetten, Herausforderungen oder auch einfach simple Spendenzusagen (ja, auch die gab es schon und auch die nehme ich gerne) zugunsten von 4 Africa. Und für jene, welche nicht spenden können oder wollen: auch ein in den sozialen Medien geteilter Beitrag ist ein Beitrag!

Next stop: Siggenthaler Feld, die nächsten Kilometer stehen an.

Cheers, mates

 

Meine Reise mit den Fröschen – oder wieder mal über beloved Arosa – mit vielen Abschweifern (unter anderem zum EHC Arosa)

Zuerst mal für alle, die Arosa nicht kennen, ein schönes Bild (ok, ist zwar Lenzerheide aber die Skigebiete gehören ja zusammen und so detailverliebt war ich jetzt ja noch nie):

In der dritten Januarwoche hatte ich auf Anweisung meines Vorgesetzten Thomas Wechsler (endlich der wohlverdiente Gastauftritt, um den Du gar nie gebeten hast) noch Resturlaub (unter diesem Namen hat Tommy Jaud ein sehr lustiges Buch publiziert, nicht ganz so legendär wie das legendäre Hummeldumm, aber immer noch sehr lustig) zu beziehen. Ja, hört sich seltsam an, wenn ich als gefühlter Dauerurlauber noch Resturlaub habe, aber ausser meinen drei wundervollen unbezahlten Tagen Wochen Monaten in Australien (für alle, die es verpasst haben: die Zusammenfassung mit allen links hier) hatte ich 2019 keine eigentlichen Ferien bezogen.

Als Destination kam natürlich nur Arosa in Frage, da ich alleine verreiste und erst knapp zwei Wochen davor dort ausgecheckt hatte, war für einmal das heissgeliebte Astoria (darüber habe ich hier berichtet) nicht die erste Wahl. Dank etwas Recherche fand ich heraus, dass das altehrwürdige Hotel Hohenfels ab dieser Saison vom Deutschen Sportreiseanbieter Frosch geführt wird (die strategische Absicht dahinter findet sich hier). Genau in meiner Ferienwoche sollte eine Alleinreisendenwoche (welche gewisse TeilnehmerInnen dann als Single-Woche missinterpretierten – Toni, das wäre Dein Gastauftritt, gern geschehen) stattfinden: also Gruppenbespassung ohne das Risiko, alleine essen zu müssen (die ganz grosse und völlig unbegründete Panik vieler Alleinreisender). Mein Gedanke dazu: wenn die alle nerven, dann ist es ein günstiges Zimmer mit Halbpension – sie sollten nicht nerven.

Mit leicht unsicherem Gefühl reiste ich nach Arosa. Erster Erfolg: ich konnte mir den letzten verfügbaren Gratisparkplatz schnappen – zwei Minuten später wäre er weg gewesen. Die Begrüssung freundlich, das Zimmer sauber und geräumig. Dann der erste Kontaktangriff in der Bar und wie sich herausstellen sollte, war ich tatsächlich der einzige Schweizer unter 60 Deutschen. Diese konnten es auch kaum fassen und fragten immer wieder: warum genau (also in Englisch: why the hell) verreist ein Schweizer mit Frosch in die Schweiz? Nun, ich integrierte mich recht rasch (zumindest nach meinem Gefühl, vielleicht sahen das die Deutschen ja anders), obwohl es ja schon kulturelle Unterschiede gibt: Oder wie viele Schweizerinnen, welche vor dem Abendessen mal rasch zwei grosse Bier weghauen, kennt ihr?

Das Essen nicht grad auf Gault Millau-Niveau, aber reichlich, wobei man dem Koch sicher keine Verliebtheit unterstellen konnte, was zu einer fast schon übermässigen Beanspruchung des Salzstreuers führte (aber lieber nachsalzen als entsalzen, weil das irgendwie ja gar nicht geht). Der Speisesaal mit akustischem Potential, aber genau der fast schon nervtötende Lärm kreierte eine Skilager-Atmosphäre, welche an längst vergessene Zeiten in der Lenzerheide erinnerten, als ich zusammen mit dem Mann vom schicken Möbelladen die Party des Nachbarskilagers besuchte, wir vom Lehrer dort freundlich gebeten wurden, wieder zu gehen hinausgeschmissen wurden und dafür dann am nächsten Abend sein Bier übernahmen, was ihm (und allen an unserem Tisch) unendlich peinlich war (wow, das war jetzt grad ein sehr langer Satz, danke fürs Durchhalten).

Nach dem Essen am ersten Abend konnte ich drei der neuen Freunde sogar zu einem Besuch des Spiels des EHC Arosa (also zuerst fanden sie ja die dritthöchste Schweizer Spielklasse nicht grad prickelnd, aber als ich dann mit angelesenem Fachwissen zum ehemaligen Serienmeister auftrumpfte, waren sie rasch überzeugt) gegen den EHC Basel (als die noch in der obersten Liga spielten, begleiteten wir regelmässig Ambrí nach Basel und einmal fuhr Knipser Knuser mit dem Taxi vor (es weiss bis heute niemand genau warum, aber irgendwie wurde er spätestens da zur Legende) und ein ander Mal verliess sein Vater wegen eines 0-4- Rückstandes das Spiel nach zwei Dritteln (weil er rechtzeitig für ,10 vor 10‘ zu Hause sein wollte) und verpasste die vielleicht legendärste und spektakulärste Aufholjagd ever) überreden (überreden bezieht sich immer noch auf meine Deutschen Begleiter – sorry not sorry für den Abschweifer). Wir waren etwa zur Mitte des Spiels da, Arosa führte 5-1 und es schien ein gemütlicher Abend zu werden. Nun, am Ende war es ein grosser Kampf mit ein wenig Krampf, vielen Emotionen, diversen (auch unnötigen) Strafen, Nettigkeiten zwischen Spielern, Nettigkeiten zwischen Fans, Nettigkeiten zwischen Fans und Spielern und einem sehr engagiertem Präsidenten (er kommt hier zu seinem Gastauftritt, weil er mich dann vielleicht teilt, was wichtig wäre, weil er echt was von social media versteht (ok, das war jetzt grad sehr schleimig)). Alles egal, der EHC Arosa gewann zum Schluss heroisch 6-5, die Halle kochte (eine der Deutschen war überrascht, dass es eine Halle hatte, sie erwartete tatsächlich Freiluft-Hockey in der rückständigen Schweiz) und der EHC hat jetzt drei neue Fans in Deutschland.

Gruppenskifahren war am Sonntag auf 09.15 Uhr angesagt, als ich um 08.30 zum Frühstück kam, waren alle schon fertig und als ich fragte, warum (ja genau: why the hell) man um acht frühstückt, wenn man erst um viertel nach neun bereit stehen muss, wurde mir trocken mit ‚das ist eben Deutsch‘ geantwortet. Nun, wir fuhren gemeisam mit dem Lift hoch (nein zuerst marschierten wir als 60er-Gruppe durchs Dorf und ich hoffte einfach, dass mich niemand erkannte) und dort war erst mal Einturnen angesagt (habe ich nicht mehr gemacht, seit mich mein Bruder (er damals zehn, ich sieben) in seiner korrekten sehr korrekten überkorrekten unausstehlich korrekten Art dazu genötigt hatte). Es beschlich mich die leichte Panik, dass gerade als ich mit 60 Deutschen den Hampelmann zu machen hatte, mich jemand erkennen könnte, aber zum Glück war diese unbegründet – oder wenigstens hat jemand, der mich erkannt hat, diskret und leicht beschämt weggeschaut oder es zumindest nicht in den sozialen Medien verbreitet.

Selbstbewusst schloss ich mich der Gruppe ‚schnell‘ an, welche dann aber gar nicht so schnell war, weil am ersten Tag ja zuerst einmal das Skigebiet gezeigt werden sollte. Als dann aber nach der gefühlt ersten zweiten dritten Liftfahrt bereits erste TeilnehmerInnen Druck auf der Blase verspürten, schlug ein neuer Freund (ja, Jan, auch Dir Dein Gastauftritt) die Abspaltung der Gruppe ‚Sport‘ vor, womit ich quasi zum Guide befördert wurde. Allenfalls als leichte Arroganz konnte man es dieser Gruppe Sport auslegen, dass Neuaufnahmen für den Rest der Woche nur noch nach einem streng benoteten Vorfahren möglich waren.

Nun, die Woche verging bei tollstem Wetter, leeren Pisten (die dritte Januarwoche bleibt die beste Woche des Jahres für Skiferien) und gutem Schnee wie im Fluge, alles verlief sehr geordnet und trotz den günstigen Barpreisen (die Bar auch mit akustischem Potential, vor allem fehlte aber Schantall hinter der Bar, sie gibt es halt wirklich nur im Astoria) gab es keine nennenswerten Eskalationen. Meine drei Niederlagen bei drei Spielen (im letzten Spiel hielten wir das 0-0 immerhin bis kurz vor Schluss) im Töggeliturnier verkraftete ich ohne Folgeschaden. Alle Deuschen waren sehr nett und extrem stolz drauf, dass sie mein Schweizerdeutsch so gut verstanden, wobei ich mir ja auch wirklich alle erdenkliche Mühe gab und alles in bestem Schwiizerhochdütsch (Emil hätte es nicht besser gekonnt) von mir gab. Nur am Donnerstag beim Hüttenabend (wir würden es Fondueplausch in der Tschuggenhütte nennen) mit vorgängigem Après-Ski im Kuhstall (und dort ist es wirklich bis zum ersten Bier kaum auszuhalten (mir fallen dann auch all die organisatorischen Mängel auf, welche zu unnötigen Wartezeiten führen) – nach zwei Bier kocht die Stimmung dann aber über und plötzlich haben die auch die Abläufe toll im Griff) und anschliessendem Après-Fondue in der Brüggli-Bar gab es Tendenzen von Unkontrollierheit. Auch bei mir. Weshalb ich den auf 08.50 Uhr vorverlegten Start der Gruppe Sport auch locker verpasste, mich aber blendend amüsieren konnte, dass Harald um 08.52 Uhr nachfragte, ob 08.50 Uhr noch gelten würde.

Harald war in der Gruppe Sport übrigens für die B-Note für den künstlerischen Eindruck verantwortlich, weshalb er regelmässig wie eine leichte Schneeflocke über die Piste tanzte. Und Harald (Flöckli): dies ist gerade der erste Video-Gastauftritt in der zweihundert jährigen tägigen Geschichte dieses Blogs, sei stolz drauf.

Fazit: tolle Woche zu einem für Schweizer Verhältnisse günstigen Preis, gutes Essen, lustiges Rahmenprogramm (an welchem man ja teilnehmen kann aber nicht muss), nette Teilnehmende und daher alles in allem viel Spass.

Nachteil: Beim #projekt3660 konnten keine grossen Fortschritte erzielt werden. Aber trotz beträchtlichem Rückstand auf die Marschtabelle sind Gegenwetten weiterhin herzlich willkommen.

Next stop: Untersiggenthal.

Cheers, mates.

Über Arosa und über das Hotel Astoria – ein Erklärungsversuch oder fast schon eine Liebeserklärung mit Abschweifern

Ja, alle, die mir in den sozialen Medien folgen, wissen, dass ich im Winter gerne Zeit in Arosa verbringe. Und oft werde ich gefragt, warum es eigentlich immer Arosa sein müsse.

Einen ersten Erklärungsversuch habe ich ja schon unternommen in meinem Beitrag über das Novemberhoch. Aber meine Geschichte mit Arosa reicht schon viel weiter zurück. Gemäss historischen Dokumenten (so Fotos mit leichten Gelbstich und die Menschen drauf sehen so lustig aus und tragen vor allem so seltsame Kleider und Brillen – und wenn man dann genau hinschaut, stellen sich diese Menschen als meine Eltern und Grosseltern heraus) war ich schon in meinem Geburtsjahr 1977 zum ersten Mal in Arosa. Gemäss Erzählungen waren meine Eltern schon vor der Hochzeit zusammen in Arosa und da sie noch nicht verheiratet waren, fühlte sich meine Grossmutter genötigt, im Hotel zu erklären, sie würden bald heiraten, um die Peinlichkeit des konkubinären Doppelzimmers ein wenig kleiner zu machen – ja, die Zeiten ändern sich.

Erinnern kann ich mich an die Skiferien ca. 1986, später folgten dann einige Jahre Pause, weil es ja so viel cooler war, ins Skilager ins Wirzweli (ja damals, als es sogar im Wirzweli noch Schnee hatte, ich gewann übrigens in der vierten Klasse das Skirennen, es sollte ein einsamer sportlicher Höhepunkt in meiner Karriere (welche ja eben nie stattfand) bleiben) zu verreisen anstatt mit den Eltern nach Arosa. Später während der Kanti war ich dann wieder mit dabei. Gleichzeitig waren auch ein paar aus meiner Klasse da und das einzige, an das ich mich wirklich erinnere ist der knallrote, einteilige Skianzug von Samuel Ischer (welchen er für seinen Vater noch austrug). Und später erfand dann der Mann vom schicken Möbelladen in Arosa die 200-Franken-Abfahrt und die geht so: man miete die teuerste verfügbare Skiausrüstung inkl. Lange-Rennschuh, kaufe eine Tageskarte, fahre einmal hoch und lege sich den ganzen Tag in einen Liegestuhl in der Carmenna-Hütte. Beachten sollte man den Rat der Vermieterin, den Schuh nie auszuziehen, man bringt ihn sonst nie mehr an oder nur, nachdem man ihn auf der Toilette 30 Minuten unter dem Handtrockner vorgewärmt hat (ein Bild für die Ewigkeit). Auch der Vater von Knipser Knuser war schon oft in Arosa, seine Erzählungen reichen gefühlt bis 1853 zurück, auf jeden Fall weit genug, dass sie der sonst so geduldige Tobiässli mit ‚Opa erzählt vom Krieg‘ kommentierte.

Soweit zur Geschichtsschreibung, welche ja eigentlich überhaupt keine Frage beantwortet. Also zurück in die Realität. Zuerst aber ein schönes Bild:

Nun, mit dem Zusammenschluss mit der Lenzerheide hat Arosa ein echt tolles Skigebiet, vorher war es schon ok, aber die Varianten werden massiv mehr und die Urdenbahn ist rein technisch offenbar sehr beeindruckend (verstehe nichts davon, aber wurde mir so erzählt). Gastronomisch bietet Arosa auch auf der Piste mit Alpenblick, Hörnlihütte und neu Alp Arosa (noch nicht persönlich getestet, aber soll sehr cool sein) einiges, auf jeden Fall einiges mehr als den Skihütten-Einheitsbrei mit den immer gleichen Älplermakarani täglich frisch geliefert von Hilcona aus Liechtenstein. In Bezug auf Apres-Ski wurde in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Im Munggaloch war es schon immer lustig (und ist es immer noch), mit der Kuhbar wurde aber eine neue Dimension erreicht. Und auch wenn diese Art Bespassung auf Kommando eigentlich gar nicht meins ist, so muss ich doch zugeben, dass es nach zwei oder drei Bier erträglich und nach vier oder mehr sogar richtig lustig wird. Ausgangstechnisch gibt es sich in Davos sicher hippere Clubs als in Arosa, aber wenn man die 40 mal überschritten hat und einfach gerne gemütlich in einer Bar sitzt und etwas trinkt (und dazu nicht unbedingt „die eine, die immer lacht“ hören und grölen muss (das wird im Halligalli geboten)) ist es sehr ok.

Nun werde ich auch immer gefragt, in welchem Hotel ich den jeweils absteige (also eigentlich wohne ich einfach da, aber absteigen hört sich mondän an). Nun, ich war schon in vielen und eigentlich waren alle mindestens ok, die meisten sogar gut oder richtig gut. Aber an Neujahr 2016 kamen wir zum allerersten Mal im Astoria an. Wir wurden von der Gastgeberin Edith Schmid (damals noch „Frau Schmid“) gefragt, ob wir zum ersten Mal in Arosa seien, was wir verneinten (ich glaube, dass ich das Wort Hotelnomade benützte), worauf sie uns fragte, was denn geschehen müsste, damit wir Stammgäste würden. Worauf ich spontan antwortete, wir würden uns eigentlich sehr wohl fühlen, wenn sich unser Hund (Bailey, sie kennt man als Grund für Spaziergänge oder Wanderungen, mehr dazu hier) wohl fühlt. Und seither fühlt sich unser Hund dort wohl und sogar die fairen CHF 12.00 pro Nacht werden mir jedes Mal geschenkt. Wobei, Edith (mittlerweile darf ich zu ihr „Du“ sagen), früher hast Du das jeweils noch explizit erwähnt, damit ich auch danke sagen konnte…solltest Du vielleicht wieder Mal (und das ist jetzt ein Test, ob Du das liest). Nun, bereits im März 2016 fand zum ersten Mal unser Männerweekend im Astoria statt (und seither immer, wenn ich nicht zu buchen vergesse und sie dann schon voll (also ausgebucht, nicht betrunken) sind). Eigentlich ein rechtes Risiko, denn unsere Gruppe kann manchmal auch etwas gar lustig und gar laut sein. Aber im Astoria wurde unsere Gruppe mit grosser Geduld ertragen und alle fühlten sich so wohl, dass die entsprechende Whatsapp-Gruppe sogar in „Frau Schmid“ umbenannt wurde.

Nun, an Ostern 2016 hatten wir dann eine echte Bewährungsprobe: Wir waren über die Feiertage da und es war so etwas wie eine Seasons-closing-Party angesagt. Auf dem Höhepunkt kündigte Oli (der Gastgeber) an, er würde nun noch ein wenig rocken. Aus Furcht vor einem gewaltigen Fremdscham-Moment (sorry, so ein Wirt, der meint, er könne Musik machen, es aber eigentlich gar nicht kann und weil er der Chef ist, sagt es ihm kein Angestellter und weil alle Gäste so höflich sind, sagen die auch nichts) entschied ich mich für die Flucht und führte den Hund Gassi. Von draussen hörte ich aber, wie gerade der Speisesaal zum Highway to Hell wurde und als ich wieder drinnen war, sagte meine Mutter, dass sie, hätte sie einen BH vörig (Schwiizerhochdütsch) gehabt, diesen nach vorne geworfen hätte (oder so ähnlich, auf jeden Fall war sie wahnsinnig begeistert, wobei nicht ganz so begeistert wie Edith, sie bleibt der grösste Fan ihres Mannes). Der eigentliche Wahnsinn ist aber, dass alle von 6 – 86 Jahren mitrocken und diese Seasons-Closing-Party echt eine geile Party ist. Und auf Wunsch spielt die doppelt engagierte (weil die sind ja gebucht, also engagiert, aber die engagieren sich auch wirklich; ich feiere mein Wortspiel gerade überkopfklatschend) Zwei-Mann-Kapelle sogar noch die eine, die immer lacht.

Ein ähnliches Setting wird jeweils auch zum Silvester aufgefahren. Wobei dort einfach um 12 noch vorher wildfremde Menschen mittels Zuprosten zu besten Freunden werden, bevor die Autobahn zur Hölle dann wieder befahren oder mit ‚T.N.T’ gesprengt wird. Erinnerungswürdig der Silvester 2017. Neue Servicekraft war eine gewisse Jasmin, wobei ich diese Jasmin von Beginn an Chantal nannte (natürlich „Schantall“ (das ist quasi ein running gag, siehe auch unser Reislein nach Berlin mit dem geliebten HCAP) ausgesprochen, ich forderte sie aber nie auf, leise zu heulen). Nun, lustig wurde das eigentlich erst, als ein anderer Gast sie auch so nannte (aber nicht aus Spass, er dachte wirklich, das sei ihr Name) und wirklich glatt war es erst, als sogar einer Arbeitskollegin dieser Fauxpas passierte. Nun, sie scheint es verkraftet zu haben und tut zumindest jedes Mal so, als würde sie sich wahnsinnig freuen, wenn ich wieder komme und sie winkt mir sogar, wenn sie mich im Coop sieht, aber ich sah sie nicht und das tut mir ja echt leid, weil so ins Leere winken ist irgendwie sackpeinlich ist. Und sie hat dafür gesorgt, dass der von mir vorgeschlagene Röteli Spritz auf die Karte kommt (den Edith nun als ihre Erfindung anpreist, dabei wusste sie vor zwei Jahren noch nicht mal, was das sein könnte – oder so ähnlich).

Musikalisch ist das Niveau nicht immer ganz gleich hoch, die Ankündigung des mexikanischen Buffets (auf welchem es dann unter anderem Sushi (und sogar echt gute) hatte weil gemäss Oli die Mexikaner das einst erfunden hätten und erst später von den Japanern kopiert worden sei…er muss es wissen, denn auch sehr lecker Roastbeef und Tatar und Entenbrust: alles ursprünglich aus Mexiko) weist noch Potential (die musikalische Ankündigung, nicht das Essen, man beachte die vielen Klammern) auf, aber ganz ernst gemeint ist der Beitrag auch nicht. Dafür sind die Kostüme umso schöner.

Fazit: Es gibt sicher spektakulärere Skigebiete als Arosa, es gibt sicher noch tollere (das müssten dann aber echt die töllsten sein) Pisten-Restaurants und auch ausgehen kann man anderswo sicher aufregender. Und es gibt sicher beeindruckendere Hotels als das Astoria (zum Beispiel das Marina Bay Sands), aber ich mag Arosa trotzdem mit Abstand am liebsten und das Astoria auch.

Next Stop: Arosa, what else.

Cheers, mates.

#projekt3660 – nur das Reglement – wirklich nur das Reglement, sorry, keine Abschweifer – dafür zwei Gratis-Essen

Für 2020 habe ich mir viel vorgenommen: ich laufe wieder 10 Kilometer pro Tag. Gibt im Total 3660 Kilometer. Hört sich allenfalls nicht so wahnsinnig ambitiös an, denn ich habe ja dieses Jahr schon 10 Kilometer pro Tag gemacht. 2019 hatte ich aber 3 Monate unbezahlten Urlaub, welchen ich wie ausführlich beschrieben in Australien verbracht habe. Auch wenn ich dort nicht grad nur gewandert bin, habe ich mir doch einen schönen Vorsprung auf die Marschtabelle erarbeiten können. Somit also doch anspruchsvoll für 2020.

Vor allem gehe ich im neuen Jahr aber eine Wette ein: Für jeden fehlenden Kilometer spende ich 4Africa 10 Franken. Macht per Neujahr mal eine Schuld von CHF 36’600.00, welche ich dann im Verlaufe des Jahres abzutragen versuche. Und ja, auch 2020 gedenke ich mein Ziel zu erreichen. Nun soll 4Africa ja trotzdem nicht leer ausgehen. Daher suche ich Menschen, welche gegen mich wetten: also einen Betrag für jeden Kilometer über den 3660 km oder einfach einen Betrag für das Erreichen des Ziels oder einen Betrag für jeden Kilometer oder wie auch immer. Wenn jemand 5 Rappen pro Kilometer spendet, dann ist mit einer Wettschuld irgendwo um die CHF 200.00 zu rechnen. Jede Spende ist willkommen, jeder Beitrag, egal wie gross oder klein. Und wer selber nichts spenden kann oder will, der kann meine Beiträge in den sozialen Medien teilen, auch ein geteilter Beitrag ist ein Beitrag.

Hier noch ein paar Formalitäten: Zu meiner Laufleistung zähle ich jede Aktivität ohne zwischenzeitliche Pause von mehr als 1.0 Kilometer. Der Weg von der NAB zum Bahnhof Brugg zählt also nicht. Sollte der Zug Verspätung haben und ich auf dem Bahnhof die Zeit mit Auf- und Abgehen überbrücken und so über einen Kilometer kommen, dann zählt das. Gemessen wird meine Laufleistung mit Runtastic. Sollte Runtastic nicht einwandfrei „tracken“, werde ich pro 12 Minuten einen Kilometer manuell erfassen. Bei Laufleistungen auf dem Laufband meines Lieblings-Fitnessstudios werde ich die effektive Leistung manuell erfassen und mit einem Foto belegen. Bei seltenen Indoor-Aktivitäten (z.B. bei Wartezeit auf einem Flughafen) werde ich mit 15 Minuten pro Kilometer rechnen. Wer mir eine ehrliche Erfassung nicht zutraut, soll nicht weiterlesen.

Bei krankheits- oder verletzungsbedingtem Ausfall von mehr als 30 Tagen, reduziere ich das Ziel um 10 Kilometer pro fehlendem Tag. Ja und damit dieses Reglement wirklich alle Disclaimer enthält: Sollte ich versterben, dann sollen meinen Erben aus dem dann hinfälligen Projekt keine Verpflichtungen entstehen.

Wettangebote können auf allen gängigen Kanälen eingereicht werden (SMS, Whatsapp, e-Mail, Telefon, Messenger von Instagram, Facebook oder Twitter, bitte einfach kein Snapchat, das verstehe ich bis heute nicht).

Für ein Wettangebot (welches ja dann auch eine konditionale Spendenzusage (schlaues Wort, ich weiss) darstellt), bitte ich um folgende Angaben: Name, Vorname, Postadresse, e-Mail-Adresse, Telefonnummer, dass Wettangebot sowie den Wunsch nach einer allfälligen Erwähnung in meinem Blog. Diesen Gastauftritt kann ich nicht garantieren, aber ich werde mich bemühen.

Ich werde die Wettangebote inkl. relevanter Informationen periodisch jedoch spätestens Ende 2020 an 4Africa übermitteln. 4Africa wird direkt Rechnung stellen. Und ja, Spenden an 4Africa sind in der Schweiz vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Da es sich rein rechtlich um eine Wette und damit eine Wettschuld handelt, ist der Spendenbetrag nicht einklagbar und 4Africa wird daher eine ausbleibende Spende nicht mahnen. Aber hallo, Wettschulden sind Ehrenschulden und Wettschulden als Spende für einen guten Zweck sowieso.

Nun fragt ihr euch allenfalls wie ich genau auf 4Africa komme und was die genau machen. Mehr Information findet sich auf der Homepage, ich werde im Verlauf der Zeit aber auch ein wenig mehr erzählen.

Um frühe Spender und Spenderinnen zu motivieren, schreibe ich auch eine Belohnung für die ersten zwei Zusagen (sind Zusagen von Spenderinnen eigentlich Zusaginnen?) aus: Zusage Nummer eins lade ich zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Zusage Nummer zwei lade ich ebenfalls zum Lunch ein, allerdings ist dieser alleine einzunehmen. Wer sich fragt, was das soll, der lese hier weiter (enthält übrigens auch eine ziemlich genaue Anleitung, wie man zu einem kostenlosen Frühstück auf dem Gotthard kommt).

Ich freue mich über Feedback, Lob, Kritik oder was auch immer – und ja klar, auf Spendenzusagen.

Startet gut ins neue Jahr und wenn ihr mal spazieren geht, dann denkt daran, wie viel ich 2020 spazieren muss.

Cheers, mates.

 

Über Ambrí und wirklich nur über Ambrí – fast ganz ohne Abschweifer

In meinem letzten Beitrag habe ich ja unter anderem geschrieben, wie ich die Schweiz durchwandert habe, nur um erzählen zu können, einmal zu Fuss an ein Spiel meines geliebten HC Ambrì-Piotta gegangen (im wahrsten Sinn des Wortes gegangen) zu sein. Jener Beitrag entstand auf dem Hinweg an den Spengler Cup. Nun hat Ambrì in Davos ja einen fast schon sporthistorischen Sieg gegen die Russen aus Ufa erzielt. Grund genug, die lange Zugfahrt zurück (und wiederum war es so, dass die Rückreise viel länger dauerte als die Hinreise) diesem Beitrag meine Liebe zu Ambrì zu widmen.

Ich werde ja öfters gefragt, warum ich überhaupt Ambrì-Fan sei. Nun, die Geschichte begann 1996, Kloten (die ich damals noch ziemlich cool fand) als dreifacher Meister hatte die ersten zwei Spiele des Playoff-Halbfinale (damals noch best of five) gewonnen, Ambrì lag nach zwei Dritteln des dritten Spiels 0-7 zurück, womit das Saison-Ende unaufhörlich näher kam. Nun, die Klotener Fans nahmen diesen Sieg mit der Arroganz des bald vierfachen Meisters hin, die Fans aus der Leventina feierten ihre Mannschaft aber für eine tolle Saison und skandierten während des gesamten letzten Drittels „siamo sempre con voi“. Ab diesem Tag war mein Herz vergeben.

Nun, Ambrì und ich hatten bessere und schlechtere Zeiten: Ich war in den Playoffs 2006 dabei, als wir (ab jetzt sage ich wir) die ersten drei Spiele gegen Lugano gewannen und im vierten Spiel wenige Sekunden vor Schluss den Todesstoss gegen Lugano verpassten und dann zur ersten Mannschaft wurden, welche in den Playoffs trotz 3-0-Vorsprung ausscheidet. Das Stadion war damals so voll (eingelassen wurde sicher mehr als die offizielle Zuschauerzahl), dass es kein vor und kein zurück gab. Ich war in den Playoffs 2014 dabei, als wir gegen Fribourg sang- und klanglos ausschieden. Ich war dabei, als wir gegen Rapperswil das erste Spiel der Saison trotz 5-2-Führung kurz vor Schluss noch verloren (ok, seit diesem Unihockey-Halbfinale wissen wir, dass auch ein 6-1 keine Garantie für den Sieg ist). Dutzende Male schworen wir uns auf dem Heimweg, nie mehr nach Ambrì zu fahren, nur um uns am folgenden Wochenende dann doch wieder SMS zu schreiben mit Inhalten wie „fahrsch Du?“ (man merke: es ging schon nicht mehr darum, ob wir gehen sondern nur noch darum, wer fährt).

Zwischenzeitlich wurden die Besuche so regelmässig und damit gewohnt, dass wir uns weder darum kümmerten, gegen wen wir spielten noch wann das Spiel starten könnte. So ist der 2. Januar in der Deutschschweiz ein Feiertag, im Tessin aber nicht. Und so waren wir wie für ein Sonntagsspiel um 16.00 Uhr dort und merkten dann, dass das Spiel erst um 20.00 Uhr starten würde. Oder in Langnau mussten wir einmal feststellen, dass das Spiel im neuen Stadion leider ausverkauft war.

Aber ich war dafür auch dabei, als wir 2004 die Playoffs gegen Servette bestritten, das war wohl meine intensivste Zeit. Montag Ambrì, Donnerstag Genf, Samstag wieder Ambrì und da gewannen wir sogar noch, so dass es am Sonntag zu einem Entscheidungsspiel (wieder in Genf) kommen sollte. Auf der Rückfahrt hörten Knipser Knuser und ich im Radio, dass das Spiel im TV übertragen würde und fragten (damals noch via SMS) scheu im Auto des schicken Möbelhändlers nach, ob man nach den Strapazen der Woche das Spiel allenfalls auch bequem auf dem Sofa schauen könnte. Noch nie hat er er uns so rasch angerufen, noch nie war er so entsetzt, noch nie war seine Stimme lauter und er drohte uns für den simplen Gedanken an etwas mehr Komfort das Ende der damals schon 15jährigen Freundschaft an. Nun, die wollten wir nicht riskieren und nahmen deshalb zu viert die lange Reise nach Genf in einem Seat Ibiza unter die Räder. Da auch gerade noch Autosalon war, war Stau auf dem Hin- und Rückweg im Paket mit dabei. Wir verloren zwar und schieden aus, feierten aber die Mannschaft noch ewig für die tolle Saison – und wenn ich mich recht erinnere, feierten ein paar Genfer Fans mit uns.

2006 war ich dann bei der Playoff-Qualifikation live dabei und auch wenn ich das damals noch nicht wusste, war dies der Beginn einer langen Serie. Denn eine Playoffqualifikation ist ja gleichbedeutend mit dem definitiven Nicht-Abstieg (ja und wir sollten über die Jahre lernen, dass es bei Ambrì wohl vor allem um den Nicht-Abstieg geht). Von 2006 bis 2017 war ich 12 Mal in Folge beim definitiven Nicht-Abstieg dabei (und das ist richtig gerechnet… wie bei den Bäumen und der Allee), wobei leider nur 2014 eine weitere Playoffqualifikation dafür stand. Diesbezüglicher Höhepunkt war wohl 2009 in Biel: Es war Spiel 6 des Playout-Finales, ein Sieg hätte Ambrì gerettet. Nun lagen wir nach 30 Minuten leider 3-0 hinten und mit Eric Westrum war unser Bester grad verletzungsbedingt ausgeschieden. Wir stellten uns also auf eine weitere Reise in den Süden ein. Aber (wie auch immer) schafften wir es, auf 3-3 auszugleichen, was eine Verlängerung erzwang. Diese mussten wir aufgrund einer Strafe leider mit einem Mann weniger in Angriff nehmen, was wir schon als so was wie den Nahtod empfanden. Wie auch immer kam Ambrì zu einem Konter, welcher mit einem Foul und damit einem Penalty endete. Wir werden nie wissen, warum Nick Naumenko diesen unbedingt schiessen wollte in seinem letzten Spiel für Ambrì (er hatte vorher nie einen geschossen und daher auch nie einen verwandelt), aber er wusste was er tat, verwandelte und versetzte uns in Ekstase. So eine Ekstase ist, wenn sich wildfremde Menschen 30 Minuten nach dem Spiel immer noch schreiend in den Armen liegen. Ich weiss nicht, ob der Fall der Berliner Mauer emotionaler war. Am nächsten Tag hatte ich übrigens am frühen Morgen mein Vorstellungsgespräch bei King Roger (nein, nicht Federer, dafür beim Gratis-Esser vom Gotthard) und als mich sein Chef fragte, was ich in den letzten 12 Monaten so erlebt hätte, erzählte ich eigentlich nur von Ambrì – und ich weiss auch nicht warum, aber ich bekam dann die Stelle.

Auf dem Weg zu diesem heroischen Sieg hatte Ambrì die ersten zwei Spiele verloren und war in Spiel 3 zu Hause ziemlich unter Druck. Ich leistete gerade Militärdienst in Andermatt (ja genau, über Andermatt habe ich auch schon berichtet) und beantragte zum Besuch des Spiels Ausdehnung des Augangsrayons. Diese wurde von unserem Kommandanten abgelehnt, da er keine „Schlägereien in Uniformen im TV sehen wolle“ (ziemlicher Hockey-Experte der Mann). Nach langen diplomatischen Verhandlungen reichten wir das Gesuch erneut ein, dieses Mal mit der Begründung „Besuch von Freunden („networking“)“. Es wurde stattgegeben und so reisten wir zu viert durch den Gotthard, drei davon zu ihrem ersten Spiel in der Valascia. Nun, Ambrì führte nach wenigen Minuten 3-0 und das Stadion war ein Tollhaus und auch wenn die drei nicht gerade leidenschaftliche Fans geworden sind, so hegen sie zumindest Sympathien. Nur Lars, der SCB-Fan, fiel primär durch nicht jugendfreie Witze auf. Und ich glaube, an diesem gleichen Abend hätte er sich dann in Andermatt noch fast das Genick gebrochen.

Höhepunkt meiner Liebe zu Ambrì war aber wohl die Reise nach Berlin zum Sommerturnier der Eisbären (welche wir schon kannten, als sie noch Dynamo hiessen, Berlin noch eine Mauer hatte und sie noch im Wellblechpalast spielten). Zu diesem Freundschaftsspiel an einem Freitagnachmittag mittem im Sommer erschienen also über 5000 Zuschauer, was eine lange Schlange an der einzigen geöffneten Kasse nach sich zog (irgendwie ein wenig wiederbelebte DDR-Romantik oder Ostalgie). Mit der Sicherheit, gerade über den Tisch gezogen zu werden, kauften wir bei einem fliegenden Händler drei Tickets mit Eintritt am VIP-Eingang. Keiner wollte vorangehen und sich die Peinlichkeit antun, mit einem gefälschten Ticket als VIP anzustehen. Aber nicht nur wurde uns Einlass gewährt, sondern wir bekamen unsere eigene Business-Lounge zugewiesen und liessen uns von der Schantall genannten Servierfachkraft mit lecker Essen verpflegen. Wie das Spiel ausging? Keine Ahnung aber am Ende hatte ich Gänsehaut als die Dynamo-Fans die Ambrì-Spieler feierten und umgekehrt. Und noch toller wäre der Ausflug gewesen, hätte Knipser Knuser uns nicht ein Raucher-Zimmer gebucht, aber so oft waren wir dann ja gar nicht im Hotelzimmer.

So, und nun gewinnen wir 2019 also den Spengler-Cup. Nein, ganz sicher nicht, denn würden wir am Ende gewinnen, wären wir ja dann doch nicht Ambrì. Aber es spielt überhaupt keine Rolle, der Sieg gegen Ufa war heroisch, die Stimmung grandios und der Mythos Ambrì ist noch grösser geworden, sofern das überhaupt noch möglich war. Oder wie es mein Bruder mal umschrieb: Es ist wie eine Droge, man wird süchtig oder nicht. Er ist es nicht geworden, ich zum Glück schon.

Siamo sempre con voi!

Vom Laufen und Wandern – und vom grossen Kampf zum Schluss – aber eigentlich ist dieser Beitrag nur ein Teaser

Ich muss ein wenig ausholen: Meine Wanderkarriere begann schon als Kind, der Sonntagsspaziergang war meinen Eltern quasi heilig, Wanderferien (welche andere Kinder mit „was Ihr gönd go tschumple i dä Ferie?“ kommentierten) machten wir wohl jedes Jahr. Manchmal war es lustig und manchmal nicht. Weniger lustig war zum Beispiel, als mein Bruder Peter bei der Besteigung des Monte Lema eine Abkürzung kannte, welche sich dann als die Variante „Alpin Sport für Fortgeschrittene“ herausstellte. Spannend auch, wie sich beim Wandern Charaktereigenschaften herauskristallisieren: So wollte meine Mutter einmal mit Rücksicht auf uns Kinder den Weg durchs Tal nehmen, weil dieser die gesamte Wanderung um rund 90 Minuten verkürzt hätte. Dies lehnte mein Vater allerdings ab mit der Begründung, dass der schnellste Weg von A nach B wohl tendenziell mit dem Auto zurückgelegt werden könnte, wir ja aber wanderten, weil wir es gerne machten (er vielleicht) und darum der lange Weg zu beschreiten sei.

Nun, irgendwie machte ich dann einen sehr langen Wanderunterbruch. Dieser endete in einem ganz frühen Stadium der Beziehung mit meiner Frau (sie kennt man schon als die beste Reisesachverständige der Welt). Mit ihr machte ich eine grössere Besteigung in Saas Fee (und wenn man so frisch liiert ist, tut man ja auch noch so, als würde es Spass machen) mit der Aussicht, den Rückweg dann auf den zu mietenden Trottinetts zurückzulegen. Nun waren wir leider einen Tag zu früh dran (oder die Lieferung der Trottis zu spät, so genau wird man es nie wissen) und mussten den Rückweg ins Tal wieder zu Fuss machen. Aber eben: zu Beginn einer Beziehung macht ja sogar das (angeblich) Spass.

Richtig berggängig wurde ich erst nach der Anschaffung von Bailey. Diesbezüglicher Höhepunkt war wohl die Wanderung von Reiden nach Ambri. Claudio (damals war er noch nicht so ein schicker Möbelhändler sondern noch ganz gewöhnlicher Informatiker) und ich wollten zum ersten Match der Saison zu Fuss anreisen und planten dafür eine Woche Ferien ein. Wir starteten in Reiden, weil er gerade da wohnte und so erzählte er unterwegs auch allen Leuten, er laufe von zu Hause ins Tessin, ich halt nur ab Reiden. Die erste Etappe führte nach Hildisrieden, die zweite dann nach Hergiswil. Durch die Stadt Luzern holten wir uns die schlimmsten Blatern (Schwizerhochdütsch, wir liefen so himmeltraurig, dass uns die lokale Drogerie sogar Rabatt gewährte auf Blasenpflastern), welche uns bis zum Ende der Woche begleiten sollten. Wir waren so erschöpft und die Füsse schmerzten so sehr, dass wir uns richtig aufraffen mussten, zum Essen nochmals aufzustehen. Sehr frustierend, dass unsere damals noch jungen Hunde herumhüpften, als wären sie seit Wochen nicht mehr draussen gewesen.

Für Tag drei reiste Willi (hoi Willi, hoi; der Vater von Stammgast Knipser Knuser) an, welcher als Proviant eine ganze Flasche Cola Zero dabeihatte, diese aber erst nach Ankunft in Seelisberg wieder in seinem Rucksack fand. Da Willis Tenu mit seinem Petar Aleksandrov-Stirnband sehr sportlich aussah, legten wir ein entsprechendes Tempo vor. Was Willi dann zum Kommentar veranlasste, dies würde er nicht mehr als Wandern bezeichnen. Den Abend in Seelisberg verbrachten wir lustig und lange mit dem lokalen Turnverein, wofür wir dann am nächsten Tag ein wenig ziemlich sehr büssten. Der Weg nach Amsteg war für einen der Hunde sehr beschwerlich, der Tierarzt diagnostizierte dann auch bei ihm Blasen (wusste auch nicht, dass es das gibt, aber offenbar gibt es das). Weiter nach Andermatt, wo die Strecke zwischen Wassen und Göschenen deshalb so tödlich ist, weil man nach 80 Höhenmetern Anstieg (gefühlte) 75 Abstieg macht, so dass die 200 Höhenmeter fast nie enden. Am Abend in Andermatt dann eine lustige Begegnung mit einem älteren Ehepaar, welches sich trotz vieler freier Tische zu uns setzte, weil „sie sich in 64 Jahren Ehe langsam alles gesagt haben“. Der Aufstieg zum Gotthard wunderschön, das Essen oben gut, auch wenn ich damals den Trick mit Rogers Gratisverpflegung noch nicht kannte und deshalb dafür bezahlte. Der Abstieg nach Airolo auch schön, überschattet nur von einem spektakulären Sturz meinerseits, weil Bailey genau im dümmsten Moment unerwartet die Richtung wechselte. Stürze meinerseits haben Tradition auf Wanderungen, dass Beffa darüber lacht auch. Für die letzten 10 Kilometer von Airolo nach Ambri stiess dann Knipser Knuser himself noch zu uns und seither erzählt er allen, er sei auch mal nach Ambri gewandert.

Nun, zwei Jahre später haben wir auch noch die Strecke von Ambri an die italienische Grenze gemeistert (darüber berichte ich dann ein ander Mal) und ich habe zwischenzeitlich auch noch Zurzach-Reiden abgewandert, ich habe die Schweiz also komplett zu Fuss durchquert. Und wenn Du das einem Australier erzählst, dann hat er eine vage Vorstellung davon, wie klein unser Land ist.

Nun, regelmässig zu laufen begann ich eigentlich erst 2013. Mein Gewicht war nach einer Woche in London (es war eine Kurswoche des SKU und Andy wollte das Kursgeld immer bar ins Kässeli der Kursleiterin werfen – übrigens Andy: ich sitze gerade in so einem Schüttelzug Deines Arbeitgebers und es schüttelt als wirklich ein bisschen – sorry not sorry, wollte einfach mal ein wenig SBB-Bashing machen, weil das ja so sehr in Mode ist) und dem Wettiger Fäscht (die Mutter aller Feste) auf gut 99 Kilo (das Gewicht, sorry not sorry, der Satz hat vor rund 3 Minuten begonnen) gestiegen und ich nahm mir vor, dass dieses nie dreistellig werden sollte. Und weil bei allen Diättipps (gar kein Fett, ganz viel Fett, kein Zucker, Friss die Hälfte, Friss gar nichts) wohl einfach die Formel gilt, dass man mehr verbrennen sollte als man zu sich nimmt, begann ich meine morgendlichen Ausmärsche mit Bailey auszudehnen. So hungerte ich mich binnnen 3er Monate auf 86 Kilo runter. Für 2014 ging ich das etwas systematischer an und nahm mir 2000 Kilometer zu Fuss vor, was ich dann mit 2600 locker übertraf. So strebte ich 2015 3000 Kilometer an, was ich knapp schaffte. 2016 fuhr ich sehr intensiv Ski (und hatte neu ein Abo im Basefit), so dass ich die Leistung wieder auf 2600 Kilometer reduzierte. 2017 entdeckte ich, dass es im Basefit auch ein Laufband gibt, so dass ich die 3000 Kilometer wieder schaffte, was ich 2018 wiederholte. Nun, 2019 hatte ich ja 3 Monate unbezahlten Urlaub in Australien (für alle die es verpasst haben, der Rückblick dazu findet sich hier) und so nahm ich mir 3650 Kilometer vor, was genau 10 pro Tag entspricht. Bis zum Ende der Skisaison hatte ich mir einen Rückstand von rund 150 Kilometer eingehandelt, welchen ich bis Ende Juni aufholte. Im Juli erarbeitete ich mir einen kleinen Vorsprung, welchen ich dann in Australien vor allem in Darwin, Noosa und Byron Bay massiv ausbaute. Im Oktober gab ich vor allem auf Fiji etwas von diesem Vorsprung preis, trotzdem hätte es locker reichen müssen. Im November verwaltete ich den Vorsprung geschickt, im Dezember wusste ich, dass es mit dem Start der Skisaison etwas schwieriger werden würde. Aber es wäre locker drin gewesen, hätte mich nicht ein bakterieller Infekt 4 Tage flach gelegt. Und so fehlen mir 5 Tage vor Torschluss noch genau 50 Kilometer, was bedeutet, dass ich wohl am Silvester bis kurz vor Mitternach um den Obersee in Arosa laufen werde. Aber wenn ich mir ein Ziel setze, möchte ich es eigentlich auch erreichen.

Nun, für 2020 habe ich mir etwas mehr vorgenommen. Und darum ist dieser Beitrag eigentlich primär ein Teaser. Nämlich 3660 Kilometer zu Fuss. Das ist nicht mal mehr als 2019, denn 2020 ist zum guten Glück (mit Rücksicht auf die Freitage rund um Weihnachten/Neujahr eher Pech) ein Schaltjahr. Mir aber fehlen 3 Monate zum Nichts-Tun oder eben Laufen, womit ich diese 3660 Kilometer als ambitiös bezeichnen würde. Warum das alles nun ein Teaser ist? Nun, ich verrate nicht zu viel, aber sollte ich es nicht schaffen, kommt 4Africa zu einer grosszügigen Spende – und sollte ich es schaffen, dann hoffentlich auch, denn eigentlich veranstalte ich 2020 einen sehr ausführlichen Sponsorenlauf für einen guten Zweck, welcher mir sehr am Herzen liegt.

More to come, more to read, jeweils zu finden hier oder in allen sozialen Medien unter dem Häschtäg projekt3660 oder eben #projekt3660.

Next Stop: Schuhladen für neue Turnschuhe. Oder mag sich ein netter Produzent als Sponsor hervortun?

Cheers, mates

Der grosse, total unabhängige Test: das Novemberhoch in beloved Arosa

Ja, ich weiss, irgendwie ist dieser Titel ‚Novemberhoch’ eine Provokation für alle Flachländer, welche gefühlt von Mitte Oktober bis Mitte März unter einer Hochnebeldecke verbringen, durch welche die Sonne nur selten durchdrückt (was man dann fast schon abfeiert).

Nun, meine allerliebste Bergdestination Arosa (also bitte null Neutralität bei diesem Test erwarten, er ist nicht unabhängig sondern emotional verblendet durch Erinnerungen, welche bis in die späten 1970er-Jahre zurückreichen…ok, ich kann mich nicht an die späten 1970er erinnern, aber es gibt Fotos von mir in Arosa aus dieser Zeit, ja genau so Fotos mit leichtem orange-Stich und alle Menschen tragen so seltsame Kleidung und die Brillen sind auch so lustig) vermarktet unter dem Titel ‚Novemberhoch’ Kurzurlaube an der Sonne. Man kann da biken, golfen, wandern (so far: who cares?). Vor allem kann man (sofern bereits genug Schnee gefallen ist (er fällt primär aus Schneekanonen, dafür braucht es kalte Nächte)) bereits ab November Ski fahren.

Nun, dieses Jahr mussten sich die Skifahrer (Snowboarder soll es ja auch noch geben, aber genauso wie die männliche Form jeweils auch die weibliche einschliesst (warum eigentlich praktisch nie umgekehrt?) sollen die SkifahrerInnen hier alle SchneesportlerInnen meinen) bis am 16. November gedulden. Dafür hatte es zwischenzeitlich sogar richtig natürlich geschneit und es war gutes Wetter angesagt.

Also entschied ich mich für einen spontanen Tagesausflug nach Arosa. Bisher war ich erst einmal schon im November Ski gefahren, nämlich 2016. Damals hatte ich mit Tom (ihr wisst schon: Knipser Knuser, der Mann von Andrea Mezera) ein Wochenende im Hotel Vetter verbracht. Und weil der Samstag auf der Piste so toll war, reiste Claudio Beffa, ja genau, der mit dem Möbelladen (welcher übrigens auch noch ganz viele Dinge verkauft, welche die Welt eigentlich nicht unbedingt brauchen würde, die aber halt schampar schick aussehen)) am Samstagnachmittag auch grad spontan noch an. Weil es am Sonntag dann aber regnete, reiste er am Morgen schon wieder ab und gehört somit zur exklusiven Sorte Mensch, welche einfach mal rasch nach Arosa in den Ausgang fährt. Dieser Ausgang hatte es aber in sich: wir assen im Hotel, gingen dann zum Eishockey (in Arosa spielt der ehemalige Schweizer Meister EHC Arosa, aber über die schreibe ich dann ein ander Mal, weil sich sonst Töbi (der Mann von der ach so stolzen Claudia) wieder über die Länge meines Beitrages beklagt, aber ganz kurz: Arosa spielte gestern auch und hätte ich das früher realisiert, wäre ich wohl über Nacht geblieben, weil zu einem Besuch in Arosa eigentlich auch der Besuch eines Spiels des EHC gehört. Habe ich aber nicht realisiert, deshalb nur ein Tagesausflug) und landeten dann wieder in der Bar des Hotels Vetter. Dort wurden wir um zirka Mitternacht aufgefordert zu gehen, wogegen wir einen offiziellen Spielfeldprotest einlegten, welcher insofern aufschiebende Wirkung hatte, alsdass uns angeboten wurde, mit dem nur noch auf unseren Abgang wartenden Hotelpersonal weiter auszugehen. Und irgendwie war das dann richtig glatt (ausser für Tom, der wollte irgendwie weder tanzen noch reden noch sonst was und wäre wohl froh gewesen, wenn unser Spielfeldprotest keinen Erfolg gehabt hätte) und dauerte irgendwie auch länger als geplant. Und beim Auschecken fragte uns dann die Wirtin, ob wir eigentlich (und das Wort eigentlich macht in diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen interessierter Frage und leichtem Vorwurf) ein Polterabend (für die Deutschen: Junggesellenabschied) seien und seither ist uns das so peinlich, dass wir nie mehr im Vetter abgestiegen sind.

Also, egal, dieses Mal nur ein kurzer seriöser Sporttag auf den Skiern. Das Wetter etwas schlechter als angesagt, auch etwas kühler als erwartet. Der Parkplatz am Hörnli schon voll. Darum parkierte ich im Brüggli, wo mir der Bus grad vor der Nase wegfuhr (ja ok, ich verpasste ihn um 12 Minuten und der nächste wäre bald gekommen) und ich darum den Weg zur Talstation zu Fuss in Angriff nehmen musste (etwa 400 Meter, aber leicht ansteigend und auf 1800 Metern über Meer – aber vor allem hatte ich ja das grosse Reissen nach den ersten Schwüngen des Winters und in diesem Moment zählt jede Minute). Die Hörnlihütte so voll wie der Parkplatz, diverse Speisen schon ausverkauft, die Wartezeit auf eine der übrig gebliebenen (sie hatten passenderweise noch Hörnli) infolge zu wenig Personal lang. Einzige offene Anlage war (neben der Gondelbahn – die heisst so Europa-Park-mässig Hörnli-Express) der Sessellift am Hörnli und das ist der einzige ohne Windschutzhaube und darum mag ich den nicht, nicht mal im Frühling, wenn es wieder wärmer ist. Die Talabfahrt geschlossen, darum ganz zum Schluss nochmals mit dem zugigen Sessel (und es war wirklich ein wenig windig) hoch, um dann mit der Gondel ins Tal zu fahren. Nur zwei Pisten offen, also zu Beginn, dann leider ein erster Unfall der Saison mit Helikoptereinsatz und darum jene Piste gesperrt. Darum nur noch eine offen und die deshalb gut frequentiert und irgendwann auch eher ausgefahren. Und im Schatten lag die auch ab dem frühen Nachmittag, wobei das Hörnli ohne Bösartigkeit sowieso als Schattenloch bezeichnet werden darf, nicht mal im März scheint dort den ganzen Tag die Sonne, darum hält der Schnee auch ewig und im März interessiert es eh nicht so, weil dann ja die restlichen 200 Pistenkilometer zur Verfügung stehen aber die standen ja gestern eben nicht zur Verfügung.

Das schlechte Wetter am Schattenloch Hörnli 😉

Aber wisst ihr was: es war wunderbar. Weil es kalt war, war der Schnee super (ein richtiger Knaller waren diese Pisten (später: diese Piste)), es war toll, so früh in der Saison die ersten Schwünge zu ziehen und so zu Beginn der Saison sind ja auch die Kanten noch frisch geschliffen und greifen (bei Eis im Februar sind sie dann schon schön abgefahren, darum rutschen dann alle nur noch rum). Und das Wetter war wegen der zwei Wolken zwar etwas schlechter als angesagt aber immer noch lange ausreichend für einen Sonnenbrand (und für alle die grad fragen wollten: klar war ich eingecremt). Und dass der Lift keine Haube hat, wusste ich und die Temperatur hätte ich vorgängig recherchieren können und somit war es rein meine Schuld, dass mir igendwann kalt war (es gibt eh kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung). Und vor allem: wir fuhren auf frischem Naturschnee und rundherum war alles frisch eingeschneit (nicht wie im Winter 2016, als es zu Neujahr überall in den Bergen wie im November aussah und sich gefühlt wanderwegbreite Kunstschneepisten ins Tal schlängelten) und so war dieser Novembertag ein richtig toller, sonniger Wintertag! Und stellt Euch vor, wie geil es erst wird, wenn ich warm angezogen bin, alle Bahnen, Pisten und Restaurants in Betrieb sind und ich sowohl den Busfahr- wie auch dem Spielplan des EHC Arosa im Kopf habe.

Fazit: Ich freue mich auf die kommende Saison wie jedes Jahr wie ein kleines Kind (warum sagt man das eigentlich so? habe ich mich als Kind anders gefreut als jetzt?) und ich bin ja so was von froh, dass ich das ganz grosse Reissen vor der ersten Fahrt bereits ein wenig kurieren konnte (und schon wertvolles Know How zum Beispiel rund um den Bus aufbauen konnte). Und Tom ist sicher auch froh, so können wir bei unserem Ausflug im Dezember allenfalls sogar das Frühstück geniessen, ohne dass ich wegen der ersten Gondel stürme (fast hätte ich es geschafft, aber ganz ohne Schwiizerhochdütsch geht es dann doch nicht). Sorry Tom: Vergiss das mit dem Frühstück – bei gutem Wetter können wir es eh nicht geniessen, dass Reissen ist bis dann zurück.

Next stop – Arosa

Cheers, mates

Über Reiseblogs und Bier und lustige Geschichten

So ein Reiseblog handelt ja vom Reisen (mal ein wenig Logik zum Einstieg), mehr oder weniger ausgeschmückt mit lustigen oder halt auch nicht so lustigen, allenfalls sogar traurigen oder interessanten (ja, ich gebs zu: eher selten) Geschichten. Nachdem meine wunderbare Reise durch Australien (falls jemand nicht gemerkt hat, dass ich weg war, der Reisebericht in Kurzform findet sich hier) ja mit der Landung in Zürich (für Deutsche Leser) rsp. Kloten (für besserwissende Schweizer) ein jähes Ende gefunden hatte, frage ich mich schon ein wenig (also sogar recht fest (Schwiizerhochdütsch)), wie es mit meinen (aus meiner Sicht) lustigen Geschichten weiter gehen soll. Eine Möglichkeit wäre ein Unterbruch bis zur nächsten Reise, aber so gefühlte zehn Jahre wären doch ein wenig zu viel des Wartens. Also einfach lustige Geschichten erzählen? Wäre möglich, aber irgendwie würde wohl doch der Aufhänger oder rote Faden fehlen. Da war dann guter Rat teuer – aber die (mal ganz unbescheiden so bezeichnete) geniale Idee nicht weit.

Ich werde zum Tester von Produkten und Dienstleistungen. Was mir gerade in den Sinn kommt, was mir gerade über den Weg läuft und vor allem was sich gerade eignet, um Geschichten zu erzählen.

Wir beginnen mit dem Anker Bier. Ja, richtig gelesen, Anker aus dem Coop, der grosse Bruder des 1291 aus dem Denner. Eigentlich bin ich ja Migros-Kind aber alkoholfreies Bier ist immer noch nicht so gut wie in der Werbung beschrieben.

Warum gerade Anker Bier? Nun, ich habe ein bisschen Expertise zum Thema Bier (stark ausgebaut in Australien, zum Beispiel in Exmouth), es ist mir am ersten Tag zurück im Büro ins Auge gesprungen und Bier eignet sich hervorragend für Abschweifer.

Warum ist mir das Anker am ersten Tag im Büro ins Auge gesprungen? Nun, kurz vor meiner Abreise nach Australien lud ich meine Mitarbeitenden (zusammen mit Nicolas, der anschliessend grosse Karriere im Private Banking machte) zu einem kleinen Abschiedsumtrunk ein. Und da die meisten Feldschlösschen mögen (und ein Anker ist faktisch ein Feldschlösschen, auch wenn sie das nicht zugeben würden. Aber es wird bei Feldschlösschen in Rheinfelden gebraut und wenn ausreichend kalt könnten ab Dose wohl nur die Allerwenigsten das Orignial mit Sicherheit erkennen) und wir eher in die Menge als in die Marke investieren wollten, wurde Anker aufgetischt (professionell gekühlt in einem mit Eis gefüllten Sandkasten, so das Modell hellblau, muschelförmig, mit Deckel, einfach ohne Sand drin). Nun, gewisse Mitarbeitende empfanden das Aufstellen eines Markenimitats als zu wenig Wertschätzung und boykottierten deshalb das Bier. Irgendwie wurde trotz grosser Hitze weniger als erwartet getrunken und so haben wir immer noch Restbestände.

Anker kann man zum Normalpreis von CHF 1.20 (alle genannten Preise beziehen sich auf einen halben Liter in der Aludose) in jedem Coop kaufen. Faktisch sind die CHF 1.20 ein Mondpreis, denn man kauft es nur, wenn es (wie alle paar Wochen) zum halben Preis angeboten wird. Verlangt Coop den vollen Preis, weicht man aus auf das Tell (welches von Heineken in Chur gebraut wird und damit ein verkapptes Calanda ist. Halt einfach ohne Bündner Feriengefühle dazu), welches CHF 0.75 kostet. Und legt man überhaupt keinen Wert auf Status und Prestige, begnügt man sich mit der Billigabfüllung Prix Garantie auch aus Chur, somit wieder ein Bergbier ohne Berggefühl und eigentlich ist Prix Garantie recht kultig, denn die Kultmarke M-Budget von der Konkurrenz produziert ja kein Bier und so konnte Coop hier in die Bresche springen. Schade ist, dass Coop das Design von Prix Garantie (rein grammantikalisch wäre oder ist es übrigens le prix und darum frage ich mich, was dieses e hinter garanti soll) ein wenig aufgefrischt hat (fast schon edel), die alte Version war bedeutend kult-freundlicher.

All diese Biere sind keine geschmacklichen Offenbarungen wie die in Australien gekosteten Kunstwerke von Little Creatures oder Stone Wood, aber sie löschen den Durst (so zum Beispiel im Sommer nach dem Rasenmähen, ok, es ist jetzt nicht Sommer und den Rasen muss man auch nicht mehr mähen aber trotzdem) hervorragend und (sofern dies das Bedürfnis sein sollte) sie machen gleich schnell betrunken wie andere Lagerbiere.

Prix Garantie hält dazu noch Extra-Spass bereit (welcher bei Anker nur teilweise funktioniert), aber nur wenn man nach Plan vorgeht. Mein Plan war es, zusammen mit Thomas Mezera (Knisper Knuser für Insider und der Mann von Andrea Mezera, welche ich nur erwähne, damit ich den Beitrag auf Facebook taggen kann) ein Eishockeyspiel in Langnau zu besuchen. Vereinbart war die Anreise mit dem Zuge (wenn es Prix Garantie heisst, darf ich auch ein e an den Zug dranhängen), ich ab Turgi, er ab Aarau. Ausgemacht war weiter, dass ich Biere (die Mehrzahl von Bier, vor allem wollte ich aber nochmals ein sinnloses e anhängen) mitbringen würde (da sprechen wir uns immer ab, nicht weil wir sonst kein Bier hätten, sondern ganz sicher zu viel). Da ich von je drei solchen Aludosen pro Nase (also 1.5 pro Auge, das ist jetzt aber mal ein Lacher) plus einer für mich für die Strecke Turgi-Aarau ausging (von welcher ich Tom nicht erzählte, sonst hätte er auch vier gewollt), kaufte ich sieben Dosen. Der Spass besteht darin, mit diesen sieben Dosen ein Abteil der ersten Klasse zu betreten, die Dosen auszupacken (die Mitreisenden wissen ja nicht, dass noch wer zusteigt), kurz zu murmeln „hoffe, dass das reicht bis Olten“ und dann zügig unter lautem Zischen die erste Dose zu öffnen. Blicke so unbezahlbar, dass geeignet für die Mastercard-Werbung. Wobei dies dann auch der einzig lustige Teil dieses Reise war, denn da Langnau damals gerade ein neues Stadion hatte und Ambri völlig ausserplanmässig erfolgreich war, war das Spiel leider (also ich freute mich zusammen mit dem Kassenwart des Heimteams wie verrückt, beinahe hätte ich über dem Kopf geklatscht) ausverkauft, so dass wir unverrichteter Dinge (und ohne Biervorrat) wieder nach Hause reisen mussten.

Meine Mitarbeitenden hatten ein wenig den Status und das Prestige oder von mir aus die gezeigte Wertschätzung vermisst beim Anker Bier. Nun, da ein substantieller Teil von Bier ausgeschüttet wird, spielt das wirklich keine Rolle. Drei Beispiele, alle auch wieder an Hockeyspielen und die waren nicht ausverkauft und wir darum sogar im Stadion. Tom (wieder er) wollte uns die Geschichte erzählen, wie ein Freund beim Torjubel das Bier hochwarf (vermutlich wollte der zu einem Überkopfklatscher ansetzen, Anmerkung der Redaktion) und sich so mit Bier zuschüttete. Eigentlich mässig spektakulär, nur dass Tom die Geschichte real nachspielte und zu Demonstrationszwecken tatsächlich ein Bier in die Höhe warf, was ja noch gegangen wäre, aber leider mangelte es ihm ein wenig an Souveränität beim Versuch es wieder aufzufangen und so schaffte er es, sich in der wie immer frischen Valascia zu bierduschen (gibt es das als Verb?). Anders als meine Mutter, welche zum Spiel in die sehr kalte Valascia ihren neuen todschicken und doppelt gefütterten Mantel vom nicht-Billiglabel Max Mara ausführte. Und nach dem ersten Tor der Heimmannschaft hatte sie dann dank Gollo (der vor der Kesb, der sich dem Internet verweigert, er ist zwar nicht verheiratet aber seit immer zusammen mit Karin (von Gollo, dieses von Gollo versteht nur der very inner circle, sorry not sorry)) einen nicht mehr neuen, immer noch recht schicken dafür mit Bier würdevoll getauften doppelt gefütterten Mantel des immer noch nicht billigen Labels. Wobei sie sehr gelassen reagierte (zumindest äusserlich), ganz im Gegensatz zu den Anzug tragenden Sitzplatz-Modefans in Lausanne. Das war an Toms Polterabend (für Deutsche: Junggesellenabschied, weiss nur dank der Walfamilie, dass ihr Polterabend nicht versteht), also Tom wollte ja keinen Polterabend (falls ihr es grad überlesen habt, liebe Deutsche Leser: Junggesellenabschied, hatte übrigens auch ein entsprechendes Erlebnis in Australien), deshalb bezeichneten wir diesen lustigen Abend einfach als seinen Polterabend (für die Deutschen: ihr wisst schon) und Töbi (der mir dann irgendwann noch Pulp Fiction erklärt und dessen Frau Claudia ja so grausam stolz auf ihren Tobiässli ist) war auch dabei. Bei allen Geschichten war übrigens auch Claudio Beffa (der vom schicken Möbelladen) dabei, aber das wäre auch ohne Erwähnung klar gewesen. Auf jeden Fall wollte Tom im Zug kein Bier (schon gar kein Billigbier) sondern Wein im Speisewagen kredenzen. Und zwar nicht billigen in der 1.875-Deziliter-Flasche (welcher für Töbi und mich absolut ausreichend war, fand Tom), sondern die echte Flaschenqualität, von welcher er uns dann auch bei jedem Schluck vorschwärmte. Auch noch, als er schon lange von der Toilette zurück war und Töbi und ich sein Glas schon lange mit dem billigen Fusel aufgefüllt hatten und an seiner Stelle das genau gleich gut oder schlecht schmeckendes teures Edelgesöff tranken….aber das war ja nur die Anreise, denn das Bier wurde erst am Spiel verschüttet. Weil Lausanne für Gästefans gefühlte 12 (vielleicht waren es 150) Stehplätze zur Verfügung stellte, wichen wir auf die Sitzplätze aus (also wären wir wohl eh, aber war eine gute Ausrede) und da Ambri ja immer noch die überraschend erfolgreiche Saison spielte und mehr Tore also der Gegner schoss und wir bei jedem Tor euphorischer wurden, passierte es, dass wir (ganz versehentlich und ohne jede böse Absicht, ich schwörs, im Fall) den Anzugträgern vor uns ein paar Schlucke (Schluck wäre die korrekte Mehrzahl, aber ich wollte nochmals ein sinnloses e anhängen und ok, es waren allenfalls mehrere Becher) über ihre sicher gar nicht so teueren Anzüge schütteten. Und auch der Verweis auf meine in solchen Situationen so gelassen regierende Mutter half gar nichts mehr, sondern liess die Situation eher noch mehr eskalieren. Egal, wir kamen heil raus und Töbi konnte sich auf den Heimweg noch zwei Bier kaufen. Eigentlich hätte ihm eins genügt, da er aber nicht wusste, ob es eher un oder une bière heissen würde, bestellte er zur Sicherheit grad deux. Wer mit gleicher Unsicherheit wirklich nur eins möchte, der möge ausweichen auf „trois bières et deux retour“. Von diesem Abend gibt es sogar ein Bild (vermutlich aufgenommen von einem der später biergeduschten Anzugträger). Fazit zum Bild: der Mann vom Möbelladen und Tobiässli hatten mehr Haare als heute, ich mehr Kilos, Tom dafür klar weniger graue Haare. Egal, herzliche Gratulation zum ersten bebilderten Gastauftritt.

Was das alles jetzt genau mit dem angekündigen Produkttest zu tun haben mag, weiss ich selbst nicht mehr. Ich würde zusammenfassen: Ein ganz normales (hundskommunes) Lagerbier lässt sich wunderbar in der Billigversion geniessen, selbstverständlich hat dies aber wenig mit dem Genuss eines Spezialbieres zu tun.

So, das war die erste Folge meines Produkttest-Blogs (formerly known as Travelblog, wie Prince, der irgendwann Mr. Symbol formerly known as Prince hiess). Falls jemand gerne ein Produkt getestet haben möchte: jederzeit eine Meldung an mich. Sofern es sich halbwegs sinnvoll mit Geschichten aus dem Leben verknüpfen lässt, bin ich da also sehr offen.

Somit next stop oder next product: your choice.

Cheers, mates.

Ein kleiner Rückblick

Genau heute vor drei Monaten landete ich auf dem Weg nach Australien in Singapur. Und naiv wie ich war, bildete ich mir ein, diese drei Monate Auszeit würden ewig dauern und nie zu Ende gehen. Nun, wie eigentlich absehbar, kam es anders. Morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens mit #backtowork und somit habe ich heute die finale Gelegenheit für einen kleinen Rückblick. Und damit ich Euch nicht jedes Mal mit einem Hinweis auf den ausführlichen Bericht nerven muss, ist immer gleich Beginn des Abschnittes der Link. Dies erleichtert auch das diagonale Lesen ganz stark.

Singapur: ich hatte mich im Marina Bay Sands eingemietet, mein Fazit: irgendwie ganz massiv überzahlt (und Food bei weitem nicht auf 5-Sterne-Niveau) aber sein Geld halt doch wert wegen diesem gigantischen Pool mit der gigantischen Aussicht. Weiter berichtenswehrtes aus Singapur: eigentlich nichts.

Darwin: Mein Timing wohl perfekt, im August ist Darwin warm aber nicht heiss und eben trocken (im Vergleich zu schwül oder regnerisch). Die Stadt besteht aus Esplanade (zum Spazieren oder Joggen (nicht persönlich getestet aber andere dabei beobachtet)), Waterfront zum Baden und Essen und Mitchell Street zum Leute treffen, Live-Musik hören und Bier trinken. Für mich war die Gemächlichkeit Darwins auch wunderbar, um herunterzufahren und mich an den Akzent der Australier zu gewöhnen.

Meine Rundreise als Altenbetreuer: Kathrine Gorge, Kakadu und Litchfield sind absolute must-sees und landschaftliche Highlights. Ich würde diese einfach nicht mehr auf einer Hotelrundreise mit primär pensionierten Mitreisenden besuchen. Wäre die Gruppe jünger, könnte man mehr zu Fuss erkunden und so noch viel mehr sehen. Und der Spassfaktor wäre mit jüngeren Teilnehmern vielleicht tendenziell ganz sicher auch höher.

Broome: Dies die einzige Station, welche eine Vorausbuchung des Tagesausfluges in die Kimberleys bedingt hätte, die waren nämlich rest- und ausnahmslos ausgebucht. Aber auch so bot Broome den wohl besten Beach, mit die beste Brauerei, das spannendste Openair-Kino (ok, ich war nur genau in diesem, aber ich masse mir das jetzt mal an) und das wohl schlechteste Hotel (ganz sicher in Bezug auf Preis/Leistung) meiner Reise. Ganz generell ist Broome teuer aber (wie ich finde) den Eintritt wert.

Exmouth: der Weg ab Broome ist runde 1300 Kilometer weit, würde ich ein nächstes Mal auf drei Tage verteilen. Nicht beinflussen konnte ich den lautesten und mühsamsten Hotelnachbar in Karratha. Exmouth selber ist süss und klein, verfügt über einen eigenen Nationalpark, tolle Exkursionen auf das Meer (Chance auf eine Sunsets-Cruise mit ganz viel Gossip…), einen schönen Strand und (ganz wichtig) zwei tolle, lokale Brauereien (etwa eine pro Tausend Einwohner).

Coral Bay: alle, die schon mal da waren, lieben dieses Dörfchen bestehend aus genau einer Strasse. Tolles Reef unmittelbar vor dem Strand, schöne Ausflugsmöglichkeiten mit der guten Chance, Manta Rays und Reef Sharks zu sehen und ganz einfach ein wunderbar ruhiger Ort.

Monkey Mia: die eigentliche Haupattraktion, nämlich die tägliche Fütterung der Delfine, fand ich sehr touristisch und die Reise nicht wert. Aber: wunderschön gelegenes Resort rsp. Camping Platz, feinsandiger Strand, gutes Essen und motivierte Mitarbeitende. Und der Weg dahin bietet schon gefühlte 27 Gründe irgendwo anzuhalten, etwas anzuschauen oder einen kleinen Walk zu machen.

Auf dem Weg nach Perth habe ich es tatsächlich geschafft, den Pink Lake (welcher auch wirklich gerade sehr pink gewesen wäre) zu verpassen. Das hat mich geärgert. Pinnacles Desert dafür aus meiner Sicht der landschaftliche Höhepunkt meiner Reise. Perth selber fand ich nicht so aufregend (ausser dass sich die Möglichkeit ergab, gewisse Reiseutensilien zu kaufen). Rottnest Island ist sicher mindestens einen Tagesausflug wert, Freemantle ebenso (dort hat es eine grosse und eine kleine Brauerei).

Einfach mal nichts tun: mein Reisetempo war ja sehr entspannt, dies liess ganz viel Zeit zum Lesen, Musik hören und vor allem zum ganz ausgiebigen Nichts-Tun. Erst nach Publikation dieses Beitrags für mich entdeckt: irgendwo sitzen und Menschen beobachten.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands: mein absoluter Lieblingsort, deshalb bin ich ganz zum Schluss meiner Reise gleich nochmal hingeflogen. Das Städtchen herzig (einmal Schwiizerhochdütsch ist auch im Rückblick zwingend), die Lagoon ‚best place to hang out’, gutes kulinarisches Angebot (keine Selbstverständlichkeit in Australien), viele Orte mit guter Live-Musik und perfekt auf Alleinreisende ausgerichtet (praktisch jedes Restaurant hat grosse Tische zum Dazusitzen). Fast schon unzählige Ausflugsmöglichkeiten auf dem Wasser, wobei ein Besuch von Whitehaven Beach wohl zwingend ist.

Fraser Island: nächster absolut zwingender Stopp bei einer Ostküstenreise, ich war zwei Tage dort, was ich als Minimum bezichnen würde. Zu meinem Glück waren auf meiner Tour zehn Frauen auf Polterwochenende (das verstehen jetzt halt die Deutschen leider nicht), so hatte ich neben landschaftlichen Schönheiten auch viel Spass. Auch der Ort, wo mich eine Deutsche Mitteisende siezte und so mein gefühltes Alter massiv erhöhte.

Noosa bietet einen tollen Strand (also sogar mehrere), einen eigenen Nationalpark ‚within walking distance’ und mediterranes Flair sowie auch eine gute Auswahl wirklich guter Restaurants. In Noosa hatte ich wohl das beste Essen meiner Reise und gleichzeitig den einzigen (kurzen) unangenehmen Moment als Alleinreisender (lustigerweise beides im gleichen Lokal).

Surfers Paradise und Byron Bay: Surfers ist nicht zwingend, es ist quasi das Mallorca der Australischen Ostküste. Sehenswert ist es trotzdem und ‚good fun for one weekend‘. Byron Bay ist dann doch schon eher ein Klassiker, wobei diese Destination schon primär aus dem wunderschönen Städtchen mit den vielen netten Cafés und Restaurants (und dem Strand mit den guten Surfmöglichkeiten) besteht, sonst ist da nicht so viel.

Ausflüge habe ich im Dutzend gemacht, Dauer von zwei Stunden bis zu sechs Tagen, den wohl absurdesten beschreibt dieser Beitrag. Tendenziell lohnt es sich, die Preise ein wenig zu vergleichen, vor allem in der Nebensaison bietet eine kurzfristige Buchung gute Chancen auf Rabatte. Und häufig ist das gebuchte Datum eher eine Indikation, bei zu wenigen Buchungen werden zwei Tage zusammengelegt, darum lohnt sich das langsame Reisen, dann verpasst man auch bei Verschiebungen nichts.

Fiji war quasi eine holiday from the holiday. Fiji ist wunderbar, sehr entspannt, bietet viele naturnahe Erlebnisse und vor allem herrlich warmes Wasser zum stundenlangen Schnorcheln. Ich würde Island Hopping empfehlen, ich hatte jeweils ein eigenes Zimmer, aber immer in Resorts, welche auch Mehrbettzimmer haben (sorgt für junge, unterhaltsame Mitreisende).

Menschen: eigentlich handelt dieser Bericht vor allem von meiner Reise nach Adelaide oder meinem Aufenthalt dort. Aber eigentlich geht es vor allem um die vielen wunderbaren Menschen, welche ich auf meiner Reise getroffen habe, hier am Beispiel der Walfamilie (welche ja regelmässige Leser schon bestens kennen).

Das Abenteuer Outback wird hier beschrieben, Abenteuer im Sinne von viel roter Erde, beindruckenden Felsformationen, grosser Hitze und vielen Fliegen. Aber auch Abenteuer im Sinne von Camping in einem Swag, gemeinsamem Kochen und viel Spass haben. Und ja irgendwie wurde ich wieder massiv älter, als mir zwei Töchter angedichtet wurden.

Von meiner Reise zurück nach Airlie Beach handelt dieser Post – eigentlich. Denn er handelt auch vom ganz grossen Zufall, dass ich in Australien insgesamt vielleicht eine Stunde TV schaute und mich dabei um ein Haar selber gesehen hätte. Und dann geht es auch noch um einen weiteren tollen Schnorchelausflug ab Airlie Beach.

Leider bereits mein letzter Ausflug, nochmals ein richtig toller, zwei Tage und zwei Nächte auf einer paradiesischen Insel. Und dann gehts noch darum, dass die Parties vor 17 Jahren irgendwie grösser waren (vielleicht nicht besser aber ganz sicher grösser).

Ums alleine reisen und was gewisse Menschen davon abhält gehts hier. Und alle, welche sich diesen Bericht antun diesem Bericht lesen, erhalten ein kostenloses Frühstück auf dem Gotthardpass (also eigentlich überall auf der Welt).

Ganz zum Schluss war ich noch zwei Tage in Sydney, als sehr typischer Tourist, welcher möglichst zügig die Hot Spots Opera House, Harbour Bridge, Watson’s Bay, Bondi Beach und Darling Harbour abgearbeitet hat. Und dann genoss ich noch mein last beer und zuletzt noch mein very last beer.

#verylastbeerwithaview

Und das wars dann auch schon. Wer genau mitgelesen hat (und Australien ein wenig kennt) wird feststellen, dass ich diverse sehenswerte Orte nicht gesehen habe. Ich habe mich bewusst für eine sehr gemächliche Gangart entschieden, so war ich nicht überall. Dort wo ich war, hatte ich aber wunderbar viel Zeit und auch die Flexibilität, etwas länger zu bleiben. Und da meine Bucket List somit auch noch nicht komplett abgearbeitet ist, kann ich ja mit gutem Gewissen meine nächste Australien-Reise planen.

So, next Stopp, Neue Aargauer Bank in Brugg.

Cheers, mates

Über Sydney und über die flying doctors oder Männergrippen

Dies wäre oder vielmehr ist dann wohl der letzte Bericht über meine Australien-Reise. Nachdem mein Hotelzimmer in Sydney über eine Personenwaage verfügt, muss ich auch zugeben, dass dies vielleicht gar nicht nur schlecht ist. Die Ausdehnung meiner erotischen Nutzfläche (Danke, Laura, dass Du mich mit diesem Begriff bekannt gemacht hast, er hat es von Null in die Top 5 meiner Lieblingsbegriffe geschafft) nimmt langsam epische Züge an. Somit ein guter Zeitpunkt, um mal wieder Diät zu halten. Aber davor noch mein Aufenthalt in Sydney. Von Airlie Beach flog ich mit Tiger Air (das ist so quasi die Easy Jet Australiens, einfach teurer) nach Sydney. Dort hatte ich für drei Nächte einen room with a view (die Waage war nicht erwähnt, allenfalls hätte ich es mir anders überlegt). Aber neben dieser Waage bekam ich wirklich eine tolle Aussicht.

Meine Pläne für die zwei vollen Tage bescheiden: ein wenig Shoppen bei Uniqlo (das trägt jetzt ja King Roger, also muss es gut sein) und Kathmandu (meine neue liebste Outdoormarke), Darling Harbour und Opernhaus (von aussen) besuchen und allenfalls den rund zwei stündigen Walk von der Watsons Bay an den Bondi Beach machen.

Geplant zusammen mit Jessi, rund 20jährige Schweizerin aus dem schönen Solothurn. Sie war eine derjenigen, welche in Airlie Beach zusammen mit mir für Sekunden auf den Tischen getanzt hatte (bevor wir ziemlich barsch der Unterlassung gemahnt wurden, nachzulesen hier). Und da sich unsere Tage in Sydney überschnitten und wir ähnliche Pläne hatten (vor allem aber, da wir beide keine Lust hatten, uns für ein paar wenige Tage nochmals neue Freunde zu suchen, in den grossen Städten ist es zwar auch nicht schwierig, aber allenfalls ein wenig schwieriger). Und als ausgebildete Kinderbetreuerin (in Deutschland heisst der genau gleiche Beruf übrigens Erzieherin (ich muss dann immer an Fräulein Rottenmeier aus Heidi denken), ob das nur eine sprachliche oder doch eher eine kulturelle Unterscheidung ist, bleibe mal dahin gestellt) ist sie doch bestens als Aufsichtsperson für mich geeignet. Und allenfalls verbloggt sie ihre Erlebnisse mit mir dann auch in einem Post, in welchem sie ihre Erfahrungen als Altenbetreuerin beschreibt. Wer sich vielleicht schon die ganze Zeit fragt, warum ich immer von Frauen begleitet werde und fast nie von Männern: Es sind praktisch nur Frauen unterwegs. Die einzigen Männer sind die Pensionierten, welche von ihren Frauen zum Reisen genötigt werden. Bei den jungen (und teilweise sehr jungen) Reisenden bekomme ich echt das Gefühl, dass die jungen Männer ihrer Karriere nachrennen und möglichst rasch ihre Ausbildungen hinter sich bringen wollen, während die Frauen ihre Sprachkenntnisse verbessern und ihren Horizont erweitern. Womit ich zum doppelten Exoten werde, denn Reisende in meinem Alter sind etwa so selten wie Männer. Lustig war noch, dass Jessi in der Millionentadt Sydney auf der Strasse drei Schweizer Kolleginnen aus der Sprachschule in Noosa (dort war ich auch, hatte aber primär über Cannes und Erinnerungen berichtet) antraf. Irgendwie bei zwei sich bewegenden Punkten ja fast nicht möglich, aber ich liebe ja solch statistische Wahnsinne (ist das die Mehrzahl von Wahnsinn?). Sprachschulen in Noosa haben teilweise fast reine Schweizer Klassen, da unsere Nation dort so übermässig vertreten sind. Mag zwar den Spassfaktor erhöhen, wird aber tendenziell die Verbesserung der Englischkenntnisse bremsen (habe ich jetzt einfach noch geschrieben, damit auch dieser Post einen added value hat, wenn es dieses Mal schon kein kostenloses Frühstück gibt).

Also, der Darling Harbour ist immer noch so schön wie 2003, mein damaliger Lieblings-Starbucks existiert nicht mehr, vielleicht wurden die Mieten sogar für den teuren Kaffeeröster zu hoch. Aber es hat Dutzende andere Restaurants, alle in Anbetracht der Lage preislich ok (vor allem während der Happy Hour und von Mittag bis acht Uhr abends hat immer irgendwer Happy Hour und diese gilt für Drinks und für Food), daher dort ein Abendessen. Ums Opernhaus die genau gleiche Szenerie, in der Opera House Bar zu meiner Freude noch mein Lieblingsbier (Gatherer) von meiner Lieblingsbrauerei (Stonewood in Byron Bay). In der Happy Hour fast schon ein Schnäppchen (umgerechnet 6 Franken für einen Pint, im Piwi in Baden bezahlt man für einen stinknormalen halben Liter Lagerbier mehr und das Piwi punktet jetzt ja nicht gerade mit schöner Einrichtung oder aufregender Aussicht), deshalb nach dem last beer with a view noch das very last beer with a view. Und anschliessend das zweite Abendessen, immer noch mit spektakulärer view.

Bei Kathmandu hatte ich ein weiteres Hoodie gekauft, bei Uniqlo primär günstige Kinderkleider für die Nichten und Neffen. Und wer jetzt denkt, dass dieser Aufenthalt so weit so langweilig ist, dann war er das eigentlich auch, aber wäre es eben doch nur gewesen (seltsamer Satz – wer es nicht verstanden hat: einfach weiterlesen). Ich habe natürlich mit dem neuen Hoodie auch noch ein Hoodie-Pic (und auch das war halt leider very last one, langsam werde ich leicht melancholisch und hoffe auf Euer Mitgefühl) gemacht, gebe aber zu, dass damit das Spannungsmoment nur unwesentlich steigt.

Aber der Aufenthalt in Sydney wurde doch noch ein wenig aufregend (ohne, dass ich auf Tischen getanzt oder im falschen Moment ein Wifi gesucht hätte wie bei der Einreise in Darwin), denn in meiner zweitletzten Nacht (nachdem ich drei Monate lang nie auch nur das geringste Wehwehchen gehabt hatte) in Australien überfiel mich sehr fieses Halsweh. Ja, und als Mann sind ja nur schon Anzeichen einer möglichen Männergrippe Signale von aktuer Todesgefahr, aber dieser Schmerz war dann verbunden mit dem Husten doch mehr als nur ein Grippchen. Trotzdem hätte ich das zu Hause heldenhaft durchgestanden (auch wenn mir meine ehemalige Lieblingsmitarbeiterin Christina stets eine leichte Wehleidigkeit unterstellt hat, sorry, Christina, genau jetzt isch dis Whatsapp cho, Du häsch Dich indirekt ufdrängt für dä Uftritt und gibs zue, wärsch enttüscht gsi, wännd nie erwähnt worde wärsch), mir graute aber vor den sehr bald anstehenden 20 Stunden Flugzeit nach Hause. Und so fragte ich im Hotel der Möglichkeit eines Arztbesuches. Und tatsächlich gibt es in Sydney flying hotel doctors, die fliegen zwar nicht, aber springen von Hotel zu Hotel. Und so hatte ich zwar keinen kulinarischen aber einen medizinischen Room Service und Medikamente wurden direkt aus dem mitgebrachten Rucksack abgegeben.

Und so brachte ich dann in leicht geschwächt aber dafür im gedopten Zustand auch noch die Wanderung an den Bondi Beach hinter mich. Geschwitzt wie noch selten (obwohl es gar nicht sooo heiss war), aber das soll ja nicht ungesund sein.

Sehr nett (und von guter Organisation und Ausbildung zeugend) dann die handgeschriebene Nachricht, welche mir das Zimmermädchen hinterliess: „Dear Thomas, I hope you feel better. I have left you some extra tea bags“. Ja, und hätte ich es fotografiert, könnte ich es hier zeigen, aber wieder einmal muss die Nacherzählung genügen, sorry not sorry.

So, und das wars dann also aus Sydney und damit auch aus Australien. Next stop und dort bleibe ich ja dann eine Weile: Untersiggenthal.

Cheers, mates.