Ich habe mir für 2020 ja viel vorgenommen – nämlich pro Tag 10 Kilometer zu Fuss (wobei nur Aktivitäten von mehr als einem Kilometer gezählt werden), also total 3660 km. Und für jeden Kilometer, welchen ich unter den 3660 bleibe, spende ich 4Africa CHF 10, was ein theoretisches finanzielles Risiko von CHF 36600 ergibt. Da ich davon ausgehe, dass ich die 3660 km schaffen werde, suchte und suche ich Gegenwetten von Menschen, welche meine Laufleistung mit einer Spende an 4Africa unterstützen. Alle Details zum #Projekt3660 hier. Und jetzt mal ein nettes Foto von meiner Lieblings-Laufbegleiterin:

Nun, unmittelbar nach Publikation des ‚Angebotes‘ gingen ja bereits die ersten Zusagen ein. Die erste und damit Gewinnerin eines Mittagessens mit mir war Nathalie (sie kennen regelmässige Leser schon als Trägerin eines Skihelmes mit integriertem Visier, was ja superpraktisch ist, aber halt leider…ihr wisst schon) und ihre Ansage war nennen wir es mal mutig: pro Kilometer, welchen ich unter oder über die 3660 zu liegen komme, will sie CHF 2 spenden. Einen kurzen Moment überlegte ich, sofort alle Bemühungen einzustellen und ihr eine Rechnung über CHF 7320 zukommen zu lassen. Dann wurde mir bewusst, dass meine Rechnung dann genau 5mal so hoch ausgefallen wäre, worauf ich dem Plan wieder verwarf. Nr. 2 war Yannik, er qualifizierte sich damit für ein Mittagessen auf meine Kosten, einzunehmen alleine. Alleine Essen ist ja quasi mein Lieblingsthema. Und dazu schon wieder eine neue Geschichte, welche grad wunderbar als Abschweifer taugt: Letzte Woche war ich mit Beks zum Lunch. Und für Beks reicht eigentlich ein einziger Abschweifer nicht, er gäbe alleine drei ganze Beiträge her, eine kleine Auswahl: er bestellt locker nach Cordon Bleu mit Pommes anstelle eines Espressos eine heisse Schokolade (Gerüchten zufolge überlegte er sich sogar, diese als Mélange zu bestellen), er sucht Restaurants primär nach der Aussicht aus (obwohl es beim Besuch dann Abend und stockdunkel ist) oder er fragt ernsthaft, ob der Schweizer Film Eine wie iig, dr Dällebach Kari in Deutscher Sprache oder in Englisch mit Untertitel im Kino gezeigt würde. Egal, die zwei Jahre mit Beks waren beruflich meine erfolgreichsten, ob wegen oder trotz Beks sei dahingestellt. Also, ich war mit Beks im Hirschli in Baden (für mich immer noch das beste Lokal der Stadt, die Bistrobestuhlung mag Geschmackssache sein, aber Food und Service haben Klasse. Und Architektur und Einrichtung sind auch nach 20 Jahren noch so zeitlos, dass mich so ein moderner Zürcher (Züricher für Deutsche, Züzis für uns Aargauer) wie Hipster Patrick Tributsch fragte, ob diese Bar neu sei). Wir sassen also gemütlich im Hirschli als Peter (ich nenne ihn ab jetzt den jungen Peter, ihr merkt gleich warum) reinkam, der mit seinem Ex-Chef (ebenfalls Peter, ab jetzt der alte Peter) verabredet war. Der junge Peter blickte schon leicht in Panik um sich, denn er war runde 5 Minuten verspätet, der alte (und pensionierte) Peter hätte also eigentlich schon da sein müssen. Ein Telefongespräch zwischen dem jungen um dem alten Peter brachte Klärung: der alte Peter genoss gerade die Sonne im Tessin und hatte den jungen Peter offenbar vergessen. Der junge Peter war in kurzer Sorge, im Hirschli (wo er als Lokalmatador sogar erkannt werden könnte) alleine speisen zu müssen und deshalb wahnsinnig erleichtert, uns zu sehen (und wir boten ihm sogar Asyl an unserem Tisch an, gemein wäre ja gewesen: ‚du nein, wir haben was wichtiges zu besprechen, vor allem aber schauen wir dir gerne beim alleine essen zu‘), so wahnsinnig erleichtert, dass er sogar Kaffee spendierte (und sogar Beks gönnte sich einem Kaffee und verzichtete auf die heisse Schokolade).
Aber ich war ja eigentlich bei den Spendern: Bisher klar am originellsten die Zusage von Remo: nicht nur hat er das Qualifikationsschema meines Lieblingsarbeitgebers auch Jahre nach seinem Wechsel zur bösen Konkurrenz verinnerlicht, sondern er versteht es auch, Reize zu setzen. Und aus Angst vor diesen Reizen hat Marco seine Zusage um einen Cap bei 4000 km ergänzt und für diese Absicherung sogar eine Prämie von CHF 5 geboten.

So und jetzt doch noch die Wasserstandsmeldung zum Projektfortschritt: Nun, nach 40 Tagen stehe ich bei gut 330 km. Dies entspricht einem Durchschnitt von 8.25 km pro Tag, also habe ich mir einen Rückstand von knapp 70 Kilometern auf die Marschtabelle eingehandelt. Nicht weiter beunruhigend: ich war zweimal eine Woche zum Skifahren in Arosa (zuerst im Astoria und dann mit den Fröschen im Hohenfels) und in diesen zwei Wochen war ich nicht grad übermässig läufig. Ausserdem hat mich eine schmerzhafte Rippenprellung (man merke sich: wenn man beim Skifahren auf den Rücken stürzt, dann nützt ein Rückenprotektor sehr wenig, vor allem, wenn er zu Hause im Schrank liegt, mein Besuch in der Notfallaufnahme ist des Abschweifens auch noch wert: immer wenn ich kurz vor der Behandlung stand, wurde wieder ein kleines, schreiendes Kind mit blutendem Kinn hereingetragen, welches dann logischerweise priorisiert wurde, so zumindest meine leicht verzerrte Erinnerung) ein wenig eingeschränkt. Ich wage mal die Prognose: habe ich nach Ostern (und damit nach der Skisaison) runde 200 Kilometer Rückstand, dann sollte das zu schaffen sein. Ist der Rückstand markant kleiner, dann könnte ich wohl die 4000 tatsächlich in Angriff nehmen. Sollte er massiv grösser sein, dann müsste ich wohl Wanderferien einplanen.

Soweit mal der Zwischenstand. Ich freue mich über weitere Wetten, Gegenwetten, Herausforderungen oder auch einfach simple Spendenzusagen (ja, auch die gab es schon und auch die nehme ich gerne) zugunsten von 4 Africa. Und für jene, welche nicht spenden können oder wollen: auch ein in den sozialen Medien geteilter Beitrag ist ein Beitrag!
Next stop: Siggenthaler Feld, die nächsten Kilometer stehen an.
Cheers, mates


















