Meine Erfahrungen mit der Aida – Folge 4 (von 3)

Wer hier einen schönen Reisebericht erwartet, soll bitte nicht weiterlesen. Dieser Beitrag handelt von Customer Experience und konkret Beschwerdemanagement. Und ja, die Aida hat versagt, eigentlich sogar richtig abgekackt.

Regelmässige LeserInnen erinnern sich allenfalls noch an die Folgen 1-3, Folge eins über die Direktbuchung bei Aida (welche zur Empfehlung führte, nie direkt sondern immer über ein Reisebüro zu buchen), Folge zwei über das Schiff an sich (welches ich mit ein wenig Mäkeln auf hohem Niveau echt gut bewertete), Folge drei über die Software (sprich Organisation, Prozesse und Mitarbeite, welche nicht schlecht aber weniger gut als die Hardware bewertet wurde). Und eigentlich war diese Kleinserie nach drei Folgen auch abgeschlossen.

Aber zuerst mal Bild, denn landschatlich war Norwegen echt Weltklasse!

Da ich auf meine Kundenrückmeldung von anfangs Juli noch nichts gehört hatte, schrieb ich am 2. August einen kurzen Brief, legte eine Kopie der Lüftungs-Rückmeldung sowie die drei Folgen meiner Beiträge in gedruckter Form bei. Ich adressierte das Schreiben an Herrn Felix Eichhorn, welcher im Internet als als President Aida Cruises vorgestellt wird. Briefe an CEOs und ähnliche funktionieren normalerweise sehr gut. Natürlich antwortet nie ein CEO persönlich, aber die Briefe gehen an darauf spezialisierte Abteilungen und die geben dann eine mehr oder weniger gute Antwort. Ich mache dies übrigens nur, wenn ich keine Antwort vom Kundendienst erhalte (hier geschehen) und sich auf der Website keine entsprechende Abteilung findet (oder zumindest nicht innert nützlicher Frist).

Und dann hörte ich lange nichts mehr. Was mich auch nicht überraschte, denn ich hatte keine Forderung gestellt und grundsätzlich auch klargestellt, dass ich mich wohl als ehemaligen Kunden betrachte.

Heute erreichte mich nun ein Anruf von einem Herrn Meier (nein, er hiess nicht Meier, es war eine Frau, ihr Name tut nichts zur Sache, sie war auch nur Ueberbringerin der Botschaft und hatte den Zonk, mich anrufen zu müssen, wohl als Hauptpreis beim Zonk-Bingo gewonnen). Den Anruf gestern hatte ich nicht entgegennehmen können, heute erfolgte der zweite Versuch, somit Pluspunkte fürs Dranbleiben. Herr Meier ist Angestellter einer Fachabteilung, den genauen Namen habe ich vergessen, aber sicher irgendas gescheites und fantasievolles wie „Customer Feedback and Complaint Improvement Management schiessmichtot“. Er identifizierte mich anhand Vorname und Geburtsdatum, was ich aus Datenschutzgründen schätze und stieg ein mit dem Satz, dass er mich anrufe, weil er den Prozess beschleunigen wolle. Ok, kein Hitparadenstürmer für die Rangliste der besten Einstiegssätze, wurde mir doch klar signalisiert, dass man mich so rasch als möglich los haben möchte. Nun, Ziel erreicht, die Aida hat mich für immer los.

Herr Meier hatte mit den Kollegen auf dem Schiff meine Rückmeldung betreffend nicht funktionierender Lüftung geprüft und entschuldigte sich für die nie erhaltene Antwort in Sachen Covid-Zertifikat. Dann erklärte er mir, dass gemäss den Aufzeichnungen auf dem Schiff die Lüftung einwandfrei funktioniert hätte, die Aida mir also rechtlich nichts schuldig sei. Aida schätze meine ehrlichen Feedbacks aber sehr und die Hinweise würden dazu beitragen, dass Aida noch bessere Urlaubserlebnisse bieten könne. Er fuhr fort damit, dass Aida mich als Kunden sehr wertschätze und trotz meiner Unzufriedenheit in Sachen Lüftung zum Stammkunden machen möchte, deshalb offeriere mir Aida auf eine nächste Buchung einer Premium Balkonkabine bei Direktbuchung einen Rabatt von 200 Euro oder 4 % (was beides übrigens klar unter den 6 % im Affiliate Programm oder 10 % -14 % Provisionszahlungen an Reisebüros liegt). Und ja, es gäbe jetzt drei Möglichkeiten: Ich sei weiterhin unzufrieden und würde Aida fern bleiben (würde die nette Geste aber allenfalls anerkennen und aus dieser entstünden Aida ja auch keine Kosten), ich würde aufgrund der netten Geste wieder Aida buchen, aber halt in einem Reisebüro (auch dann wäre der Gutschein für Aida ja kostenlos und nur eine nette Geste) oder ich würde bei Aida direkt buchen, womit Aida zu bedeutend tieferen Kosten als bei einer Buchung im Reisebüro die Chance hätte mich zu einem der vielen Fans zu machen (und Geld mit mir zu verdienen), welche Aida ja zum Marktführen machten.

Aber nein, so war es nicht: Darauf, dass dieser Anruf zwei Monate nach Eingang der Rückmeldung erfolgte, ging Herr Meier nicht ein. Herr Meier erklärte, dass die Lüftung gemäss seinen Abklärungen einwandfrei funktioniert hätte und dass er den Fall jetzt abschliesen wolle, schnell, jetzt, eigentlich sofort. Auf meine Rückfrage, ob er mich der Lüge bezichtigte, verneinte er. Er wollte den Sachverhalt aber nochmals mit den Schiff klären, mir aber keine weitere Rückmeldung geben, weil er die Sache als mit diesem Telefonat erledigt betrachte. Meine Frage nach schriftlicher Bestätigung dieser Lüftungssache beantwortete er erst im zweiten Anlauf mit ja. Er wollte sich nicht festlegen, bis wann ich eine solche Bestätigung erhalten würde. Als ich darum bat, als nun definitiv und unwiderbringlich verlorener Ex-Kunde gemäss der Deutschen Datenschutz-Grundverordnung aus sämtlichen Datenbanken gestrichen werden (weil ich auch keine Werbe-E-Mails mehr brauche) entgegnete Herr Meier, dass er dies schriftlich brauche. Worauf ich echt nur noch lachen konnte und das Gespräch mit den besten Wünschen zum Wochenende beeneden musste. Liebe Aida, ich werde diesen Beitrag öffentlich posten und @Aida taggen, ich betrachte die Schriftlichkeit somit als erfüllt. Es ist Herr Meier sehr zu Gute zu halten, dass er während des gesamten Gespräches sehr professionell und freundlich blieb. Dass er aber offenbar keinerlei Kompetenz für ein Entgegenkommen hatte und Aida die Sache zu einer juristischen Auseinandersetzung mit Aussage und Gegenaussage verkommen lässt, zeugt von extrem wenig Kundenorientierung. Wie oben geschrieben: ich habe keinerlei Forderung gestellt und gedenke es auch weiterhin nicht zu tun. Aida scheint schlicht genügend Kunden zu haben und muss darum nicht auf Kundenrückmeldungen eingehen, ein Fakt den es allenfalls bei einem nächsten Antrag auf Staatshilfe zu berücksichtigen gilt.

Weniger als zwei Stunden später erhielt ich tatsächlich eine E-Mail, allerdings nicht mit der gewünchten Bestätigung in Sachen #Lüftungsgate (also dass Aida die Lüftung als voll funktionsfähig betrachtete (irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie bei mir einen Beweis für die Nicht-Funktionsfähigkeit vermuten und grad so beim total offensichtlichen Lügen wollen sie sich dann doch nicht erwischen lassen, weil vor Gericht, wo wir ja nie enden werden….sorry, einer der selten gewordenen Abschweifer)), sondern mit Standardfloskeln, welche im Baukastensystem zusammengesetzt waren. Immerhin erfolgte hier eine Entschuldigung für die verspätete Antwort.

Ja, liebe Aida, somit endet hier unsere gemeinsame Reise für immer, ein klassischer Fall von aufNimmerAIDAsehen und wirklich sehr schlechtem Beschwerdemanagement, denn bis vor wenigen Stunden hattet ihr immer noch die Chance, mich zum regelmässig buchenden Fan zu machen. Ihr hattet mehrere Chancen aber alle fahrlässig vertan. Wir haben für Neujahr eine erneute Kreuzfahrt in einem Reisebüro gebucht. Es wurde uns Mein Schiff empfohlen, wir sind der Empfehlung gefolgt und freuen uns sehr auf die Reise.

Fazit: ich gönne es allen herzlich, welche sich als Fans der Aida betrachten und bezeichnen, ich will auch niemandem die Freude verderben. Ich bleibe bei meiner Empfehlung, Aida nur über ein Reisebüro zu buchen und rate von Direktbuchungen dringend ab.

Ich bin übrigens auch kein frustrierter Stänkerer, ich freue mich sehr ob gutem Service (gestern im Volkshaus Bern, vor kurzem bei Visilab in Baden oder immer wieder am Achensee) und noch mehr über gutes Complaint Management (wobei der Oskar dafür an die Spago in Aarau geht, die waren bei #ColaGate so rasch und gut in der Behebung, dass ich immer noch verblüfft bin –> sorry, das ist jetzt nur ein Teaser auf die nächste Folge, ich würde diesen Cliffhanger ganz unbescheiden als genial bezeichnen).

Die Aida erhält leider keinen Oskar, ihr kann ich für ihr Beschwerdemanagement leider nun den soeben geschaffenen blauen Kussmund für die totale Fehlleistung feierlich aber virtuell überreichen.

Next stop: Mein Schiff.

Warum eigentlich immer wieder Pertisau am Achensee? Oder einfach ein kleiner Hotel-Vergleich

Nein, das frage ich mich eigentlich nicht aber ich werde es immer wieder gefragt, auch jetzt wieder, wo ich binnen 2 Jahren zum fünften Mal in Pertisau war.

Nun, die Neue Zürcher Zeitung analysierte schon 2005 in einem Artikel, warum die Region Achensee ein gutes Beispiel für funktionierenden Sommertourismus in den Alpen sein könnte.

Der Achensee im Sommer 2022

Wir kamen im Sommer 2020 eher zufällig zum Achensee. Die Lust aufs Fliegen war grad noch nicht riesengross so kurz nach der ersten Corona-Welle und da Antonia (herzliche Gratulation zum zweiten Gastauftritt nach dem Beitrag zur Frosch-Reise) damals noch in München wohnte, war das Kriterium primär ‚See zwischen Baden und München‘. Mit Booking schauten wir kurz nach Hotels (gebucht haben wir dann natürlich direkt). Wir wussten noch nicht, dass die allermeisten Hotels am Achensee auf den gängigen Buchungsplattformen gar nicht gelistet sind, fanden die Auswahl an guten Hotels aber schon so schwer in Ordnung.

Unsere erste Woche in Pertisau am Achensee verbrachten wir also im August 2020. Man kann da herrlich wandern (im Karwendel-Gebirge oder etwas flacher vom Achenkirch nach Pertisau), man kann auch einfach ein wenig spazieren in Richtung Maurach, man kann im See baden (ich allerdings nur kurz und nur wenn es grad sehr warm ist), man kann Schiff fahren (oder sich ein Boot mieten) und man könnte wunderbar Mountainbiken oder natürlich Golfen. Oder Ausflüge nach Kitzbühl oder Innsbruck machen. Haben wir alles aber gar nicht so wahnsinnig intensiv gemacht, da wir vor allem gewohnt, gegessen und gewellnesst haben und das kann man rund um den Achensee bis zum Exzess machen. Faktisch besteht Pertisau aus lauter 4 – 4.5-Sterne-Hotels. Und hätte man alle durchgetestet, müsste man wieder vorne anfangen, denn alle verändern und verbessern sich baulich laufend. Man kann die verschiedenen baulichen Massnahmen der unterschiedlichen Hotels nur schon im Bereich Wellness durchaus als Wettrüsten bezeichnen.

Unsere Aufzählung also bei weitem nicht abschliessend, aber immerhin vier Hotels haben wir bisher getestet.

Im August 2020 waren wir im Seehotel Einwaller. Es besticht durch perfekte Lage direkt am See, sehr stylisch-moderne (nicht wahnsinnig grosse) Zimmer mit wunderschönem Ausblick, einem exklusivem Liegebereich über den See gebaut und einem modernen und gemütlichen Wellnessbereich im Dachgeschoss. Küche gut (aber nicht überragend), Service sehr freundlich aber nicht unbedingt herzlich. Ja, und wenn man krankheitsbedingt einen Tag das Essen auslässt, sich eine Cola quasi als Medikament aufs Zimmer bringen lässt und diese dann verrechnet wird, dann ist das sicher korrekt aber irgendwie kleinlich. Rang 3 in unserem persönlichen Achensee-Ranking.

Über Pfingsten 2021 und jetzt dieses Wochenende waren wir im Verwöhnhotel Kristall. Von der Lage her weniger attraktiv (kein Blick auf den See), gemütlich eingerichtete und grosse Zimmer, sehr schönes Wellness mit diversen Saunen, ein Innen- und Aussenpool sowie ein Schwimmteich, ausserdem ein schön angelegter Garten und mehrere Ruhebereiche. Vor allem aber vorzügliches Essen, eine einladende Bar, ein engagierter Hotelier und herzliches, freundliches und teilweise sogar lustiges Personal im Service. Wenn man ein Haar in der Suppe suchen will: der Fitnessraum ist in die Jahre gekommen. Rang 1.

Beispiel eines Essens im Kristall

Im Sommer 2021 sowie erneut im Januar 2022 waren wir im ‚Das Rieser‘ (nein, es heisst nicht einfach ‚Rieser‘, es ist ‚das Rieser‘ und jetzt sogar als ‚Das Rieser – Achensee Resort‘ angeschrieben). Der Wellnessbereich war schon riesig, als wir da waren, wird jetzt aber grad massiv vergrössert. Der Schwimmteich mit der umgebenden Liegefläche wohl das Schönste an der ganzen Anlage, das Gym geräumig und modern. Die Zimmer sind gemütlich und gross. Das Essen ist sehr gut (vielleicht einen Tick hinter dem Kristall), die Mitarbeitenden sehr freundlich. Allfälliger Kritikpunkt: die Bar ist nicht aufregend und zeichnet sich durch Wartezeiten aus. Trotzdem Rang 1 zusammen mit den Nachbarn vom Kristall. Noch eine weitere Referenz notwendig? Sogar Knipser Knuser (sorry, liebe Neuleser hier, das ist ein Insiderscherz) war schon da und auch er war begeistert (hat er zumindest gesagt) und seine Holde empfindet die Tennisplätze und den Yogalehrer als grosses Plus (kann ich bei beidem nicht so wirklich mitreden…).

Winter am Achensee

Die andere Hälfte der Sommerferien 2021 verbrachten wir im ‚Das Kronthaler‘ (auch dieses heisst nicht profan einfach ‚Kronthaler‘ sondern natürlich ‚Das Kronthaler‘). Nun, als double income no kids waren wir das Zentrum der Zielgruppe dieser ‚adults only’-Anlage. Dachten wir. Die Anlage ist sehr schön, trohnt quasi über Achenkirch (wobei uns Pertisau viel besser gefällt als das das sehr langgezogene und im Sommer eher leere Achenkirch), der Hanggarten sehr liebevoll gestaltet, Wellness und Gym modern aber nicht riesig. Die angekündigte Gourmet-Küche gut aber nicht so gut wie erwartet oder angekündigt und ‚high protein low carb‘-Waffeln zum Frühstück sind zwar sicher total gesund aber schmecken halt einfach wie ‚high protein low carb‘-Waffeln. Vor allem aber strahlt das Hotel eine Kühle und Arroganz aus, welche uns nicht passte (irgendwie scheinen Porsche-Fahrer willkommener als andere Gäste). Schon damals im Sommer 2021 gab es praktisch keine Corona-Massnahmen, im Winter 2022 kam das Hotel deswegen dann zu unrühmlicher medialer Präsenz. Und ja, bei Hotels, welche sich nicht an Corona-Regeln halten, frage ich mich immer, wie genau sie es mit den Hygiene-Regeln in der Küche nehmen. Insgesamt sehr ok aber trotzdem abgeschlagen auf Rang 4.

Also, Ihr merkt: die Region ist wunderschön, die rund 4stündige Autofahrt auf alle Fälle wert. Wenn aber ein wirklich gutes Hotel wie das Einwaller nicht über Rang 3 von 4 hinauskommt, dann zeigt dies vor allem, dass es rund um den Achensee und konzentriert in Pertisau eine exzellente Hotellerie gibt, welche aus meiner Sicht ihresgleichen sucht. Und diese geniessen wir sehr. Immer wieder. Darum immer wieder Achensee. Oder immer wieder Pertisau.

Falls jemand übrigens Empfehlungen für Hotels hat – jederzeit gerne 😉.

Unsere Reise mit der Aida Prima nach Norwegen – Teil 3: unsere Erfahrung mit der ‚Software‘

Dies ist der letzte Beitrag über unsere wunderschöne Reise mit der Aida Prima nach Norwegen. Über die eher missglückte Anreise habe ich hier berichtet, der eher schwierige Direktbuchungsprozess ist hier umschrieben, über das Schiff (die Hardware) habe ich hier berichtet.

Nun soll es also um die Software gehen, womit ich einfach gesagt alles sammle, was sich um Mitarbeitende, Prozesse, Führung oder Kundenorientierung dreht.

Nach meinen Erfahrungen bei der Buchung war mein Optimismus übersichtlich: unsere Mails (versandt ab 4 Wochen vor der Reise) blieben bis heute (4 Wochen nach der Reise) unbeantwortet und die einzige Mitarbeiterin, welche ich nach vielen Versuchen und mehreren Stunden in der Warteschleife telefonisch erreichen konnte, war zwar sehr freundlich, konnte aber nicht helfen.

Nun, wir wurden positiv überrascht: der Check In hochprofessionell, ein klar strukturierter Prozess, keine Wartezeit. Die (digitale) Sicherheitseinweisung einfach, der ‚Rettungswestentest‘ sauber aufgeteilt und darum ohne Zeitverlust. Das Gepäck zeitnah vor der Kabine deponiert. Auch der Check Out ganz zum Schluss wieder sehr gut organisiert und ohne jegliche Wartezeit.

Regelmässige Leser wissen, dass ich die Masketragdisziplin von Mitarbeitenden quasi zum Indikator für gute Führung erkoren habe. Diesbezüglich grosses Kompliment: alle Mitarbeitenden trugen die vorgeschriebene FFP2 Maske stets vorbildlich.

Nun, leider war nicht alles perfekt: Die Buffetrestaurants teilweise arg überfüllt. Da benutzte Tische erst ‚freigegeben‘ werden mussten, wäre etwas mehr Kapazität zum Abräumen und Desinfizieren wünschenswert gewesen und hätte Wartezeiten reduziert. Bei den Bedienrestaurants war mir als Aida-Einsteiger nicht klar, welches wann zu reservieren ist. Und die im French Kiss (sorry, dass ich mich hingesetzt habe, aber warum wird aufgedeckt für Gäste, die nicht kommen dürfen?) eher barsch vorgetragene Regel dass ‚alle Bedienrestaurants‘ am Abend zu reservieren seien, erwies sich dann bereits wenige Meter später beim Brauhaus als falsch. Insgesamt das Essen aber gut (und reichlich), im Steak House und Rossini sogar sehr gut.

Wartezeiten an den Bars je nach Tageszeit unterschiedlich, am Abend teilweise am obstersten Ende des Akzeptablen, Wartezeit an der Reception teilweise lange. Und ja, sorry, dass wir als Einsteiger nicht wussten, dass sich der Code für das Boardportal in der Buchungsbestätigung fand. Aber man hätte es uns auch höflich sagen können.

Ausflugserfahrungen wechselhaft. Einmal ganz toll mit sehr kompetenter und engagierter Reiseleiterin (allerdings nach halbstündiger Wartezeit im Dunkelraum vor dem Starbucks und endloser Anstehzeit für ein mittelprächtiges Mittagessen). Einmal von einer Französin ohne vertiefte Kenntnisse in gebrochenem Englisch vorgelesen. Einmal nicht über Aida gebucht und echt Klasse. Einmal gesundheitsbedingt abgesagt (nach ‚Stornierungsschluss‘, so ein Beinbruch lässt sich leider nur schwer terminieren) und dann einen leicht vorwurfsvollen Wake Up Call wegen nicht-Erscheinen erhalten.

Tiefpunkt in Bezug auf Kundenerfahrung war leider ‚Lüftungsgate’. Unsere Lüftung ging ab Tag 1 nicht, egal in Bezug auf die Kabine (wir schlafen eh mit offenem Fenster), wenig prickelnd in Bezug auf das nicht mehr trocken zu kriegende Bad, total uncool nach dem Beinbruch. Nun am Sonntag, Dienstag und Donnerstag bemühten sich bis zu drei Techniker und zogen stets mit der frohen (aber leider falschen) Botschaft ab, die Lüftung würde nun laufen. Am Freitag (ich hatte aufgegeben) verlangte ich vorsorglich für allfällige Versicherungszwecke im Falle eines Sturzes eine Bestätigung der nicht-Funktionalität. Und erhielt (und echt, ich konnte es kaum fassen): Eine Bestätigung der einwandfreien Funktionsweise. Nun, ich zitierte die unterzeichnende Person auf die Kabine und wir stellten gemeinsam fest: die Lüftung funktionierte nicht. Was sich tatsächlich nach einem weiteren Besuch der Techniker änderte. Änderte aber nichts daran, dass ich mir irgendwo zwischen nicht Ernst genommen und verarscht vorkam.

Nun, nach der finalen Behebung des Lüftungsproblems erhielt ich das Formular ‚Anmeldung zur Gästemeldung‘ ausgehändigt, welches ich umgehend handschriftlich ausfüllte und einreichte. Es wurde mir dann noch geraten, dieses Formular zu fotografieren und via mail zu schicken (könnte man auch verstehen als ‚negative Rückmeldungen schmeissen wir eh weg‘). Was ich auch tat und nun seit genau 30 Tagen auf irgendeine Reaktion von Aida warte.

Ganz offenbar macht die Aida ganz vieles richtig, davon zeugen die extrem vielen positiven Kommentare auf Facebook, die vielen geposteten Erinnerungen, die Menschen, welche sich als richtige Fans outen. Und ja, auch wir haben ganz viele positive Erinnerungen und auch bei uns hat ‚Sail away’ die Aida irgendwie positiv emotional verankert. Und klar: Norwegen ist eine Reise wert und auch jederzeit wieder. Unsere Erfahrung mit der Aida war aber leider gesamthaft nicht sehr positiv. Mich verärgert vor allem, dass Aida offenbar null Interesse an Rückmeldungen von Gästen hat oder zum zumindest null Interesse zeigt.

Darum im Gesamturteil für die Software knapp genügende 6 von 10 Punkten. Noch einmal: dies bezieht sich nicht auf einzelne Mitarbeitende, welche wir grösstenteils als äusserst engagiert erlebt haben. Aber Personalmangel oder ungenügend geschulte Mitarbeitende sind letzten Endes ein bewusster Management-Entscheid mit entsprechendem Einfluss auf die Gästeerfahrung.

Darum aktuell höchst unsicher, ob es für uns ‚auf Aidasehen‘ heisst.

Unsere Reise mit der Aida Prima – die Hardware

Wir waren Ende Juni mit der Aida ab Hamburg in Norwegen, über die nicht ganz reibungslose Direktbuchung habe ich hier berichtet, über die missglückte Anreise mit dem Nachtzug hier.

Ich unterteile die Beurteilung meiner Aufenthalte in Hotels oder generell touristische Leistungen stets in die Hardware (buchhalterisch wären das die Immobilien und das Mobiliar) und die Software (einfach gesagt die Mitarbeitenden und die Prozesse). Heute soll es um die Hardware der Aida gehen.

Wir fuhren auf der Aida Prima ab Hamburg zu den Fjorden Norwegens.

Die Aida Prima ist durchaus beieindruckend (die erfahrenen Adia-Experten mögen diesen rein beschreibenden Abschnitt allenfalls auslassen): Sie bietet Platz für 3300 Passagiere (und dabei zählt man bei einer ‚normalen‘ Kabine offenbar nur zwei Gäste, Kinder auf Zusatzbetten kommen da noch dazu), hat fast schon unzählige Restaurants, ein Aussenbad, ein Innenbad, eine Wasserrutsche, ein sehr grosszügiges und mit sehr modernen Geräten eingerichtetes Gym, ein Theater, welches sich über drei Decks erstreckt, diverse Innen- und Aussenbars, eine eigene Schiffsbrauerei mit zugehörigem Brauhaus, eine kleine Filiale von Starbucks, ein Hospital und sogar eine Currywurst-Bude. Verpflegen kann man sich an den Buffets, wer es etwas exklusiver mag, geht (teilweise gegen Aufpreis) in eines der bedienten Restaurants. Was ich sehr mochte an der Aida, war das Lockere und Ungezwungene: hier gibt es weder feste Essenszeiten noch Kleidervorschriften (ok, eine lange Hose zum Abendessen hätte ich mir so oder so angezogen) noch ein Captains Dinner mit grossen Ansprachen.

Wir hatten eine Balkon-Kabine gebucht, welche neben einer tollen (ja sogar fantastischten, teilweise atemberaubenden) Aussicht auch Zugang zum exklusiven-Patio-Deck bot.

Ja, ok über Qualität von Videos Marke Eigenbau lässt sich immer streiten…

So weit so gut, ich fand dieses Schiff echt beindruckend, erlaube mir aber vier Kritikpunkte (einer individuell und wohl etwas Pech, drei generell, welche aus meiner Sicht mit relativ wenig Aufwand Hebel auf eine noch bessere Gästeerfahrung hätten):

1. Die Beschriftung auf dem Schiff mag für Aida-Profis absolut ausreichen. Für blutige Anfänger wie uns war nicht alles total intuitiv und klar oder immer leicht zu finden. Allenfalls könnte auch kleine Führungen am ersten Tag (allenfalls zusammen mit erfahrenen Gästen) helfen. Wobei man mit orientierungslosem Suchen das Schiff irgendwie früher oder später auch kennenlernt.

2. die Lifte waren zu Stosszeiten chronisch überlastet. Das Schiff ist keine zehn Jahre alt. Also frage ich mich, warum nicht ‚intelligente‘ Lifte (welche viel weniger oft anhalten, weil man am Abfahrtsstockwerk (und nicht im Lift) das Zielstockwerk wählt) verbaut wurden.

3. die Gästekarte rsp. das Bordportal liessen aus meiner Sicht zu, dass die Gäste (die, die wollen) die Getränke selber wählen und bestellen (seit Corona gibt es das auch in vielen Restaurants) könnten. Die Barkeeper rsp. Kellner könnten sich dann mehr auf Zubereitung und Service konzentrieren, was (wieder primär zu Stosszeiten) Wartezeiten reduzieren könnte.

4. die Lüftung unserer Kabine war defekt. Eigentlich egal in Bezug auf die Kabine (es war herrlich mit offenem Fenster zu schlafen), etwas weniger cool in Bezug auf das nicht mehr trocken zu kriegende Bad. Insgesamt vier Mal erschienen Techniker. Beim vierten Mal erst nach einem Augenschein einer Vertreterin der Rezeption (man hatte mir schlicht nicht geglaubt, dass die Lüftung immer noch nicht ging). Auf das von ihr netterweise gleich mitgebrachte und von mir ausgefüllte und persönlich wie auch via E-Mail eingereichte Reklamationsformular habe ich bis heute (vier Wochen später) keine Rückmeldung erhalten. Aber das wäre ja dann schon eher Software. Dazu beim nächsten Beitrag mehr.

Fazit: ein fantastisches Schiff, welches in jedem Hafen von aussen beeindruckt und auch als Gast ein tolles Erlebnis bietet. Da es unserer erste (aber wohl nicht letzte) Kreuzfahrt war (die Vergleichsmöglichkeiten also noch fehlen) und es ja immer (und wie oben beschrieben) ein wenig Luft nach oben gibt, gebe ich mal faire und wohlverdiente 8 von 10 Punkten.

Damals, 2022, als wir mit dem Nachtzug verreisten – oder nochmals über Customer Experience

Ja, wie schon zu lesen, waren wir 2022 ja auf Kreuzfahrt, über die Buchung und die Irrungen und Wirrungen vor der Reise habe ich hier berichtet. Kreuzfahrten werden in der Tendenz in den Medien als Dreckschleudern dargestellt, daran ändert auch die vorgängig gekaufte CO2-Kompensation durch MyClimate nicht so schampar (Schwiizerhochdütsch is back) viel, denn damit wird zwar der approximative CO2-Ausstoss anderswo wieder ausgeglichen, weitere Umweltbelastungen wie zum Beispiel Feinstaubbelastung bleiben aber bestehen.

Darum entschieden wir uns, an den Abfahrtsort Hamburg mit dem Zug anstelle des Flugzeuges zu reisen. Stellten wir uns sehr entspannt vor und buchten darum den Schlafwagen im komfortablen Doppelzimmer, auf dem Hinweg mangels Verfügbarkeit mit Etagen-WC (heisst das bei einem Zug auch so?), für den Rückweg in der Kabine mit eigenen sanitären Anlagen inkl. Dusche. Weitere Vorteile der Zugsreise: Man entgeht dem Chaos an den Flughäfen und da man das Gepäck ja nicht aufgibt, bleibt Tonas Packsucht (herzliche Gratulation zum erneuten Gastauftritt) ohne Folgen.

Gebucht hatten wir über die Website der SBB, durchgeführt wurde die Fahrt von Nightjet, die gehören zum österreichischen Pendant der SBB, der ÖBB. Vor Abfahrt assen wir in Basel noch etwas und tranken zwei, drei Bier in meinem Lieblingslokal Bierrevier, die Ferien waren also lanciert und wir in der entsprechend prächtigen Stimmung.

Unseren Wagen fanden wir schnell, naja, einen, der mit unserer Nummer beschriftet war. Dort waren aber keine der gesuchten Schlafabteile zu finden sondern die Sechser-Sitzabteile (an welchen mit Post-it-Zetteln handschriftlich notiert unsere Nummern angeheftet waren), welche man in der Schweiz praktisch nie sieht, welche in Deutschland aber durchaus noch üblich sind. Es gibt Varianten davon, welche die Sitze so ausfahren lassen, dass quasi ein flaches Doppelbett entsteht, unser Abteil war keines davon. Was auch absolut egal war, denn wir hatten dieses Abteil nicht für uns sondern teilten es mit einer Mutter, welche mit ihrem Sohn an die Karl May Festspiele fuhr.

Quelle: Wikipedia

Warum wir das Abteil zu teilen hatten, erschloss sich mir nicht, waren doch leere Abteile besetzt von Getränken, welche nie zum Verkauf angeboten geschweige denn als Wiedergutmachung gratis abgegeben wurden. Meine Nachfrage nach einem eigenen Abteil wurde auch nicht beantwortet sondern unwirsch abgetan und da ich mich mangels Platz im Abteil weigerte, auch noch die Koffer in dieses zu nehmen (also doch noch Spätfolgen von Tonas Packsucht…), wurde mir zuerst die unmittelbare Verhaftung in Basel und später ein Verweis aus dem Zug irgendwo im Deutschen Hinterland angedroht. Ja, ich weiss, ich neige zu Übertreibungen, aber genau so wars, ich schwör. Aber grad souverän wirkte der Zugführer der ÖBB nicht. Ich vielleicht auch nicht, aber mir fehlt in solchen Situationen die Ruhe der Frau zwei Abteile weiter, welche die gleiche Geschichte bereits an Pfingsten erlebt hatte…

Noch aus dem Zug kontaktierte ich den Kundendienst der SBB, eine Telefonistin (gut oder wenigstens gut geschult in Complaint Management) nahm sich meines Anliegens an und stellte mir das Formular zur Einreichung meiner Reklamation mit zugehöriger Entschädigungsforderung via mail zu. Sie prognostizierte, dass mein Anliegen binnen zweier Arbeitstage behandelt werden sollte.

Auf eine Nachfrage via mail 4 Arbeitstage später habe ich nie wieder etwas gehört. Eine Nachfrage auf Twitter (auch dem SocialMedia-Team der SBB herzlichen Glückwunsch zum Gastauftritt) wurde mit Verweis auf den Kundendienst mit Angabe von falschen Öffnungszeiten beantwortet. Eine weitere telefonische Nachfrage brachte keine Prognose betreffend der Lösung des Falles und auch ein weiterer Anruf brachte keine neuen Erkenntnisse. Dafür weiss ich dank der Endloswiederholung in der Warteschleife, dass man Tickets auch online kaufen kann. Oh, wow, krass, das sind ja mal News!

Und dann wie aus dem Nichts bekam ich plötzlich eine Antwort von einer Dame, welche den Titel ‚Spezialistin Beschwerdemanagement‘ trägt.

Für mich stellt sich einfach die Frage, warum ich ein Formular einreichen muss, was es zwei Wochen zu überlegen gibt und wofür es überhaupt diese Spezialistin braucht, wenn die Erstattung ja ‚selbstverständlich‘ ist. Also warum in einem offenbar klaren Fall nicht einfach der Mitarbeiterin im Kundendienst die Kompetenz zur Abwicklung geben und so dem Kunden und der Organisation Ärger und Aufwand ersparen?

Zur Ergänzung: Die Rückreise hat im gebuchten Abteil und fast auf die Minute pünktlich geklappt. Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob und mit wie viel Lust ich mich ein nächstes Mal auf das Abenteuer Nachtzug einlassen würde.

Next Stop: Aida.

Aida – Buchung, Fragen, Nachfragen – oder einfach über (bad) Customer Experience.

Nun, die Reise mit der Aida Prima von Hamburg nach Norwegen vom 25.06.-02.07. war unsere erste Kreuzfahrt. Die Buchung der Aida war primär dem Abfahrtsort und der Route geschuldet.

Gebucht hatten wir direkt über die Website von Aida. Geht recht problemlos, die Kabinenauswahl ist soweit übersichtlich, die Anreise konnten wir problemlos selber organisieren. Das Manifest füllten wir vorgängig aus, vielleicht ein wenig übermotiviert buchten wir auch schon Ausflüge. Aber Vorfreude ist ja die schönste Freude.

Regelmässig verfolgten wir auch die Anpassungen im Corona-Regime und stellten Anfang Juni einen Widerspruch fest: Einerseits war angegeben, dass ein EU-Covid-Zertifikat notwendig sei (wozu unser Schweizer Zertifikat nicht zählt), an anderer Stelle war ein EU-anerkanntes Zertifikat gefordert (was das Schweizer Zertifikat ist).

Quelle: aida.de

Nun, wir fragten nach via mail. Und eine Woche später nochmals. Und bis heute haben wir keine Antwort auf unsere mails erhalten, nicht mal eine Eingangsbestätigung. Und werden wohl nie mehr eine erhalten. Via Twitter fragten wir bei @aida_de (ja, liebes SocialMedia-Team von Aida, das wäre ein Gastauftritt, herzliche Gratulation) und erhielten die zwei gleichen widersprüchlichen Aussagen einfach umformuliert und verdichtet noch einmal (eigentlich sogar mehrmals).

Quelle: Twitter

Nun, nicht schlimm, denn dafür gibt es ja das gute alte Telefon. Zweimal hörte ich mir die (sehr nervige, laufend von der gleichen Ansage unterbrochene) Bandmusik für schlappe 50 Minuten an. Beim ersten Mal erhielt ich die Antwort, dass man die Antwort nicht kenne (kein ‚das ist tatsächlich ein Widerspruch, wir klären das gerne ab, geben Ihnen Rückmeldung und korrigieren das. Vielen Dank.‘), beim erbetenen Anruf zu einem späteren Zeitpunkt wurde ich an eine medizinische Hotline der Aida (‚die kann ganz bestimmt helfen’) verwiesen. Diese teilte mir dann auf Band mit, dass infolge der vielen Anfragen keine Anfragen mehr angenommen würden. Und legte auf.

Nun, ich teilte diese und noch zwei, drei weitere Erfahrungen handschriftlich auf dem dafür an Board ausgehändigten Formular sowie via mail, eine Antwort habe ich nach 10 Tagen noch keine und ja, ich weiss, wir kennen den Ausgang schon.

Zurück zum Zertifikat: ich übertrug mein Schweizer Zertifikat auf die Deutsche Corona-App (ging viel einfacher als gedacht). Beim Check-in wies ich mein Schweizer Zertifikat vor, dieses wurde aber nicht etwa gescannt sondern nur mit Augenschein geprüft. Also wäre eine hilfreiche Angabe auf der Website: Bringen Sie etwas mit, was halbwegs nach gültigem Zertifikat ausschaut und gut ist.

Diese kleine Geschichte sagt nichts aus über die Reise an sich, diese beschreibe ich in einem oder zwei noch zu erstellenden Beiträgen. Aber: Aida ist offenbar nicht fähig oder willens, Anfragen von Direktbuchern innert nützlicher Frist und kompetent zu beantworten. Insofern würde ich eine weitere Reise mit Aida ausschliesslich und nur noch über ein Reisebüro buchen. Aus Sicht von Aida mit Blick auf die zu zahlende Provision irgendwo zwischen schade und dumm.

Next stop: was nach dem Check in geschah.

Was für ein Jahr

Also eigentlich dachte ich ja, dass ich dieses Jahr vor allem viel laufen, daneben auch viel Skifahren und natürlich sehr motiviert mein 90%-Pensum bei meinem Lieblingsarbeitgeber abarbeiten würde. Ah, ja, nicht zu vergessen die fehlenden 10% bei meinem zweiten Lieblingsarbeitgeber. Daneben hatte ich noch ein CAS an der HSLU (bei Nils Hafner (der hat einen Wikipedia-Eintrag und hier einen professoralen Gastauftritt) einfach um etwas Abwechslung in die Normalität zu bringen.

Nun, es sollte anders kommen: irgendwann im Januar hörte man von einem neuartigen Virus, irgendwann etwas später von einer abgeriegelten Stadt (mit der Einwohnerzahl der Schweiz) irgendwo in China (und damit ganz weit weg). Ja und dann ging es plötzlich schnell: Ende Februar verbot der Bundesrat Grossveranstaltungen (wow, unglaublich, wie entschlossen der Bundesrat damals handelte), zwei Wochen später wurden Reataurants auf 50 Personen beschränkt und drei Tage später ganz geschlossen. Und wir sollten alle zu Hause bleiben und taten dies auch grossmehrheitlich.

Gegen das Ende eines recht entspannten Sommers beschloss die Mutter meines Lieblingsarbeitgebers diesen zu integrieren, netterweise beschloss diese Mutter dann auch, zu meinem neuen Lieblingsarbeitgeber zu werden. Das bedeutete dann vor allem mal viel Arbeit, so dass ich fast ein wenig verpasste, wie die Fallzahlen mal locker auf ein Mehrfaches des Frühlings explodierten.

Da geriet #Projekt3660 ein wenig in den Hintergrund. Was nichts daran änderte, dass ich nach skibedingt schwachem Start den Lockdown im Frühling zu einer grandiosen Aufholjagd genutzt hatte, im Sommer den Vorsprung leicht ausbaute und es im Herbst eigentlich recht gemütlich hätte nehmen können. Hätte, hätte Fahrradkette. Diverse Spendenzusagen hatten nämlich auf meinen Ehrgeiz abgezielt und spendeten nicht etwa für das Erreichen des Ziels von 3660 KM oder 10 pro Tag oder einen Betrag pro Kilometer sondern für Mehrkilometer. Das ausgeklügeldste System entwickelte Remo, der in Anlehnung an das Qualifikationssystem meines alten und meines neuen Lieblingsarbeitgebers (der alte war auch sein Arbeitgeber, es ist unbekannt, ob auch Lieblingsarbeitgeber) eine gesamtkilometerabhängige Kilometerspende definierte. Lange Rede kurzer Sinn: bis 3842.99 Km hätte er 5 Rp pro Kilometer bezahlt und weil die Schwelle für 10 Rappen unerreichbar war, werde ich heute Abend (und darauf habe ich lange abgezielt) genau 3843 KM erreichen, womit er gemäss seiner Zusage 7 Rappen pro KM spendet. Was er schon getan hat und dabei sogar noch grosszügig aufgerundet. Ja, ich bin käuflich. Habt ihr was anderes erwartet bei meinem Berufsstand?

Sehr gefreut hat mich das persönliche Engagement von Peter. Er hat seine sommerliche Radtour genützt und pro gefahrenen Kilometer einen Franken gespendet. Und weil er sehr weit geradelt ist und dann auch noch aufgerundet hat, sind so weitere CHF 500 zusammengekommen. Und auch schön, dass die Geldübergabe für ein gemeinsames Bier (damals im recht unbeschwerten Sommer 2020) genutzt werden konnte.

Auch gefreut haben mich Spenden von Personen, zu denen ich keinen Kontakt mehr hatte, die ich flüchtig oder im Extremfall gar nicht kenne. Die erste solche Person war Hannes (ja, wow, genau, er ist sogar so was wie ein lokaler Promi mit ganzen vielen Hits bei google) und obwohl ich ihn immer noch nicht kenne, mag ich ihn sehr gut, obwohl er sich früh als Fan des HC Lugano geoutet hat (was total unentschuldbar und ein klar freundschaftsverhindernder Grund ist).

Ja, und heute Abend beschliesse ich nun #Projekt3660 (aus welchem #Projekt3843.01 geworden ist). Und wer jetzt in seinem Hosensack noch eine dank Corona nicht ausgegebene 50er-Note findet, der möge diese doch direkt an 4Africa spenden.

Ja, damals, 2020, als es die NAB noch gab…

Spenden mit dem Vermerk #Projekt3660 kommen direkt dem Projekt Yankho zugute, mit welchem sichergestellt ist, dass 300 Schulkinder (wovon 50 Waisen) unterrichtet werden. Und wenn man liest, dass da in Malawi Geld gebraucht wird für die Ausbildung von Kindern, dann muss man doch zugeben, dass es uns trotz Corona eigentlich immer noch recht gut geht und die Frage, ob wir jetzt Skifahren können oder nicht ein klassisches #firstworldproblem ist. Daher ganz herzlichen Dank an alle, welche sich mit einem grösseren oder kleineren Betrag an der Lösung eines #thirdworldproblem beteiligt haben, beteiligen oder beteiligen werden.

Next stop: 2021

Machet‘s guet und bliebed xund!

Klare Kommunikation – ohne Abschweifer

Dislaimer (um mir Hasskommentare zu ersparen): Dieser Post ist nicht pro „Maskenpflicht im Freien“, er handelt von der Durchsetzung von definierten Regeln. Am Beispiel der Maskenpflicht im Freien. Wer diese Unterscheidung nicht versteht, der möge nicht weiterlesen.

Heute Morgen war ich an der Tankstelle bei Coop Pronto. Vor dem Shop standen drei junge Männer sehr nahe beieinander und schauten sich ein sicher lustiges Video auf einem Smartphone an. Warum ich das erzähle?

Weil ich das Gefühl habe (nein, kein wissenschaftlicher Beweis, ein Gefühl), dass dies mit der eher schwammigen behördlichen Kommunikation (oder sogar mit der Schwammigkeit der Regeln an sich) zu tun hat. Hier mal eine Snapshot der letzten Aenderungen in Bezug auf die Ausdehnung der Maskenpflicht:

Quelle: BAG

Ich würde mal zusammenfassen: Recht kompliziert und vor allem der letzte Satz wird dann irgendwann sehr schwammig. Zumal ja auch hinlänglich bekannt ist, dass zwar grundsätzlich eine Verzeigung bei Nicht-Einhaltung erfolgen kann, die Polizei aber nicht ermächtigt ist, Ordnungsbussen auszustellen.

Vor allem der letzte Satz hat es in sich: „…wo der erforderliche Abstand…nicht eingehalten werden kann“. Warum liebes BAG verwendet ihr eine so unscharfe Formulierung? Wenn ich drei Erfahrungen aus meiner Führungserfahrung (und die ist jetzt doch schon ein paar Jahre gewachsen) mitnehme, dann die, dass

  1. einfache Regeln leichter zu kommunzieren sind als komplizierte.
  2. Regeln, die nicht durchgesesetzt werden (könnnen), wenig Wirkung erzielen.
  3. die Kumulation von Regel 1 und und Regel 2 dazu führt, dass man sich die Aufsetzung einer Regel auch sparen könnte.

Im konkreten Beispiel heisst dies, dass vor Läden oder auf dichter bevölkerten Strassen die MaskenträgerInnen in der Minderheit bleiben werden und im dümmsten Fall von den Nicht-Trägern noch schräg angeschaut werden. Kennen wir doch irgendwie vom öffentlichen Verkehr, wo die Empfehung des Maskentragens wenig Effekt hatte (gefühlt 20 %,), die Vorschrift und die angedrohte Konsequenz (Entfernung aus dem Zuge) aber eine sehr gute Wirkung (gefühlt 95 %).

Also hätte ich da drei Empfehlungen (ich weiss, hört sich jetzt irgendwo zwischen Klugscheisser und Oberlehrer an, ist aber ernst und vor allem wirklich gut gemeint):

  1. Die Formulierung ändern von „wo der Abstand nicht eingehalten werden kann“ hin zu „wo Sie den Abstand nicht einhalten“. Dies würde Klarheit schaffen und gäbe jeder einzelnen Person die Handlungsoption den Abstand einzuhalten (zum Beispiel beim Schwatz mit dem zufällig angetroffenen Kollegen) oder wenn man das nicht will, halt eine Maske anzuziehen. Denn aus meiner Sicht ist „Abstand“ in den meisten Fällen (ausser vielleich im öffentlichen Verkehr zur Stosszeit) selbst aktiv gewählt und kein passiv aufgezwungener Zustand.
  2. Ich bin weder Jurist noch Politologe aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es doch möglich sein müsste, in irgendeiner geeigneten und legalen Form Ordnungsbussen für entsprechendes Fehlverhalten einzuführen. Ich meine, wir haben im März immerhin mal rasch diversen Berufsgruppen ein faktisches Berufsverbot erteilt. Also aus meiner Sicht lieber die Ordnungsbusse allenfalls rechtlich ein wenig durchwürgen als irgendwie superdemokratisch und legal wieder einen Lockdown befehlen zu müssen.
  3. Es macht aus meiner Sicht Sinn, wenn lokale „Hotspots“ (in Bezug auf das Personenaufkommen) mit einer generellen Maskenpflicht versehen werden. Tagesschwankungen im Fussgängeraufkommen kann man problemlos mit einer zeitlichen Befristung Rechnung tragen, wie dies z.B. die Stadt München tut.

Ich respektiere übrigens auch andere Meinungen und finde entsprechende Rückmeldungen spannend. Danke, dass Ihr auch meine Meinung respektiert. Und egal, wie genau Eure Meinung aussieht (und sogar unabhängig davon, was ihr von Donald Trump und seinem aktuellen Verhalten hält): Bliebed xund!

Next Stop: virtual schooling @HSLU

Darf, kann, muss oder soll man im Winter 20/21 Skifahren gehen?

Bevor ich die Fragen beantworte ein schönes Bild aus dem bereits verschneiten Arosa:

Nun, genau die im Titel gestellten Fragen habe ich mir gestellt. Und drei der vier sind recht einfach und schnell beantwortet:

Darf: Ja, man darf. Die Schweiz versucht sich aktuell im Gegensatz zu allen Nachbarländern in einem Slowdown und verzichtet auf einen Lockdown. Sprich die Sportanlagen sind offen, die Restaurants ebenso und auch ein Hotel findet sich. Man darf also.

Kann: Ja, man kann. Die Sportanlagen sind wie gesagt offen, man kann also rein technisch gesehen problemlos Skifahren gehen.

Muss: Nein, ganz sicher nicht, denn „Kein Mensch muss müssen“ (Gotthold Ephraim Lessing. (1729 – 1781).

Soll: Wäre diese Frage so rasch beantwortet wie die anderen drei, dann könnte dieser Blog in die Liste der kürzesten Blogs aller Zeiten aufgenommen werden. Aber genau diese Frage hat es in sich. Insbesondere auch, weil die behördliche Kommunikation in Sachen Corona durchaus widersprüchlich ist.

Warum ich mir diese Fragen überhaupt stelle: Ich war letztes Wochenende Skifahren, genau genommen in Arosa, meiner liebsten Destination. Irgendwie schuldete mir die abgebrochene Saison 2019/2020 noch ein paar Skitage und so wollte ich zwei davon bei erster Gelegenheit nachholen. Durchaus auch mit dem Hintergedanken eines drohenden Lockdowns, welcher dann weitere Schneetage bis auf Weiteres verunmöglichen würde.

Anreise mit dem Zug, ich gönnte mir ein Ticket erster Klasse, somit waren die Abstände auf jeden Fall sehr gut einzuhalten. Auch die Maskenpflicht wurde (bis auf einen weit entfernt sitzenden Nasenpimmler) ernst genommen und umgesetzt. Auch an die Masken am Bahnhof scheinen sich die meisten Menschen bereits gewöhnt zu haben, obwohl die Wirkung ja umstritten ist. Nur vier Jugendliche in der unterirdischen Passage am Bahnhof Zürich mussten eng an eng sitzen und sich dazu laut und lustig Geschichten aus ihrem Leben erzählen – natürlich ohne Maske, obwohl die Pflicht wohl primär wegen solcher Situationen besteht.

Im Hotel von Check-In bis Check-Out Maskenfplicht ausser im eigenen Zimmer und am eigenen Tisch bei Frühstück und Abendessen. Und obwohl ja ganz laut und viel diskutiert wurde, ob man eine Maske tragen kann, um ins Restaurant reinzugehen oder sich am Buffet zu bedienen, fällt das Fazit kurz aus: Es geht und es geht sogar problemlos. Und alle, welche sich über die Maskenpflicht aufregen: In Oesterreich startet heute Abend der zweite Lockdown und ab 20.00 Uhr herrscht Ausgangssperre. Welches ist das kleinere Uebel?

Beim Skifahren ebenfalls Maskenpflicht beim Anstehen und in der Gondel (diese bestand ja schon seit Juli). Nun aber auch Maskenpflicht beim Anstehen am Sessellift und bei der Fahrt auf diesem. Nun, die Beschriftung könnte noch ein wenig grösser und klarer sein, aber eigentlich wussten es ja alle. Zu gewissen Zeiten stand ein „Ranger“ neben den Anstehenden und machte auf (von der Fahrt) noch unter dem Kinn getragene Masken (kann ja mal passieren, dass jemand vergisst, sie hochzuziehen) aufmerksam. Einem „Verweigerer“, welcher die Maske erst genervt aus der Hosentasche hervorziehen musste, drohte er freundlich aber bestimmt den Entzug des Skipasses an. Diese Kontrollen sind aus meiner Sicht sehr angebracht aber noch zu selten. Ob es dafür einen „Ranger“ braucht oder ob nicht der normale Personalbestand eines Sesselliftes dies stemmen könnte, ist aus meiner Sicht fraglich. Ein kurzes Zeichen im Sinne von „zieh bitte die Maske hoch“ und „ich sehe Dich“ würde wohl genügen, um die Maskendisziplin zu erhöhen. Denn eines ist wohl sicher: nur ein perfekt eingehaltenes Schutzkonzept wird es den Skigebieten ermöglichen, offen zu bleiben. Sollte nur schon der Verdacht entstehen, dass nonchalantes Verhalten zu Ansteckungen führt, wird dem Spass wohl ein jähes und schmerzhaftes Ende bereitet.

Maske laufend Hochziehen ist mit Helm und Handschuhen tendenziell etwas mühsam, wobei Einwegmasken eher besser gehen als Stoffmasken. Wirkliche Erleichterung bringen dann wohl die Schläuche, welche letztes Wochenende noch nicht erhältlich waren. Online werden schon an diversen Orten welche angeboten, sofort liefern kann der Schweizer Anbieter Maskenshopping.

Nicht ganz so bequem, dafür sehr chic: die Stoffmaske des EHC Arosa

Womit ich zurück komme zur Frage, ob man soll. Die bundesrätliche Aufforderung bezieht sich darauf, Kontakte zu reduzieren. Dies kann auf zwei grundlegend unterschiedliche Arten geschehen. Ich reduziere effektiv die Kontakte, indem ich zum Beispiel im Home Office arbeite oder mich nicht mehr auf ein Bier verabrede (oder aufs Skifahren verzichte). Oder ich nehme die Kontakte zwar zum Teil noch wahr, halte aber Abstand (z.B. anstatt ins Restaurant zu gehen für eine Pizza, diese ins Büro zu bestellen und dort mit Abstand zu meinen Kollegen essen). Oder adaptiert aufs Skifahren: Ich fahre nicht mit drei Freunden die 360 Kurven ins geliebte Arosa hoch, gehe mit drei anderen zum Essen am Mittag, mit nochmals anderen zum Apéro und mit wieder anderen zum Abendessen, sondern ich gehe mit ein bis drei Freunden ein Wochenende weg und reduziere meine Kontakte auf genau diese eins bis drei. Damit senke ich das Ansteckungsrisiko (und auch wenn alle bis und mit mein Alter wohl nicht an Corona sterben werden, so gibt es doch hässliche Geschichten über Langzeitschäden), ich reduziere aber auch das Risiko, in eine Quarantäne geschickt zu werden infolge eines zu nahen und zu langen Kontakts. Und ganz ehrlich: eine Quarantäne ist bei vielen Kontakten ja grundsätzlich auch mehrfach möglich und ich würde wohl durchdrehen, wenn ich diesen Winter mehrmals faktisch zum Hausarrest verdonnert würde.

Und darum fällt meine Antwort auf die Frage „soll man?“ differenziert aus: Ja, man soll. Der Bundesrat lässt die Bergbahnen, Hotels und Restaurants unter anderem darum offen, weil er aus einem Lockdown zu grossen wirtschaftlichen Schaden fürchtet. Und wenn niemand mehr geht, dann könnte man genausogut einfach zumachen. Aber man soll sich überlegen, wie man Skifahren geht: nämlich unter Einhaltung der Regeln (Abstand und wo das nicht geht Maske) und Beschränkung der Kontakte auf die direkten Reisebegleiter. Und da die Corona-Massnahmen ja offenbar vor allem notwendig sind, um eine Überlastung der Spitäler zu verhindern, macht es wohl Sinn, zwecks Vermeidung von Unfällen ein wenig Tempo rauszunehmen und auf Alkohol auf der Piste zu verzichten.

Dies wäre ein Appell an alle, dies mehr oder weniger so umzusetzen. Denn es wäre schade, wenn die Saison unter- oder gar abgebrochen werden müsste. Und dass dies droht, lässt sich spätestens seit der Wiedereinführung der Geisterspiele in Fussball und Eishockey nicht mehr abstreiten. Auch die Sportclubs hatten gute Schutzkonzepte, diese wurden wohl grösstenteils sehr gut eingehalten, trotzdem identifizierte man genau diese Veranstaltungen irgendwann als Gefahrenherd, wodurch es sie nicht mehr gibt in dieser Form. Also: Kontakte so knapp wie möglich halten und Maske auf wo vorgeschrieben und/oder sinnvoll. Und sich nicht über die Maske aufregen, sondern sich daran freuen, dass wir Skifahren dürfen.

Cheers, mates.

Next stop: Homeoffice!

Eigentlich geht es uns doch immer noch recht gut oder warum ich sammle für Kinder in Malawi

Für die eiligen Leser: Ich würde mich freuen, wenn Du mein #Projekt3360 (ich laufe im Jahr 2020 3660 Kilometer (das sind 10 pro Tag) und sammle damit Geld) mit einer Spende zugunsten eines Schulprojektes in Malawi von 4Africa unterstützen würdest. Kontoangaben findest Du auf dem Link. Wem das zu mühsam ist, der kann auch gerne einen Betrag an mich (078 619 43 57) twinten. Ich leite es gerne weiter. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle, welche mein Projekt rsp. 4Africa bereits mit Spenden oder Spendenzusagen von rund CHF 10’000 unterstützt haben.

Quelle: 4africa.ch (Screenshot)

So, nun aber der Reihe nach: Etwas bestimmt unser aller Leben im Jahre 2020 ja ziemlich umfassend: Corona. Die einen findens etwas schlimm, die anderen schlimm und die dritten ganz extrem schlimm. Natürlich sind auch nicht alle gleich betroffen: Wirtschaftlich die Gastro- und Tourismus-Branche sicher mehr als eine Bank (und trotzdem kommt man nur in der Bankbranche auf die Idee, das süsse, lokale Töchterchen in die grosse Mutter zu integrieren – sorry, diese kleine, persönliche Aufarbeitung musste gerade sein), primär zu Hause-Sitzer (wie ich) sicher weniger als die hippen Tsüri-Clubber, kinderlose sicher weniger als kinderreiche.

Nun sollte man aber bei aller persönlichen Betroffenheit wohl zwei Dinge nicht aus den Augen verlieren:

Die Schweiz hat ein relativ liberales Regime

Die Schweiz hat relativ zu den meisten anderen Ländern (und insbesondere im Vergleich zu unseren direkten Nachbarn) ein insgesamt sehr liberales Regime. Ja, wir haben zwar eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, aber keine generelle in Läden, keine in Restaurants. Wir hatten nie eine Ausgangssperre und es ist auch keine absehbar. Alle die nun von Corona-Diktatur reden, denen wünsche ich, dass sie nie in einer Diktatur leben müssen. Und ja, natürlich sind gewisse Massnahmen nicht leicht nachvollziehbar oder in sich sogar widersprüchlich. Aber bei der Corona-Prävention geht es wohl letzten Endes um eine simple Reduktion der Anzahl ungeschützter Kontakte (also hilft eben jede getroffene Massnahme, auch wenn eine andere nicht getroffene weiter munter vor sich hin schadet) und einfache Regeln (#stay(thefuck)home) sind einfacher zu kommunizieren und umzusetzen als komplizierte.

Uns geht es immer noch gut

Bei allen wirtschaftlichen Hindernissen und Rückschlägen, welche Corona mit sich bringt, geht es uns in der Schweiz immer noch verhältnismässig gut. Die Schweiz ist auf hohem wirtschaftlichem Niveau in die Krise gestartet. Die Schweiz hat sehr rasch ein Hilfspaket zur Verhinderung wirtschaftlicher Schäden geschnürt. Und die Schweiz hat einen gut ausgebauten Sozialstaat, welcher Schäden zumindest wirtschaftlich gut abfedert. Also sollten wir bei allem Aerger, bei aller Ungeduld und bei aller Frustration nicht vergessen, dass es uns unter dem Strich wohl immer noch verhältnismässig gut geht.

Womit ich überleite zu Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns (ok, leicht holprig, ich gebe es zu): Grundsätzlich mal allen Menschen in Entwicklungsländern, denen ging es schon ohne Corona wirtschaftlich massiv schlechter als uns. Und jede wirtschaftliche Einschränkung führt sofort zu einer existentiellen Krise. Und bei der Frage, ob man was essen oder die Kinder zur Schule schicken kann, entscheiden sich viele Eltern dann wohl verständlicherweise für das Essen. Womit sich dann auch eine Schulschliessung als Pandemievorsorge erübrigt.

Und hier setzt nun das Schulprojekt von 4Africa in Malawi an. Wer sich grad fragt, wo Malawi liegt, dem oder der helfe die Karte:

Quelle: google maps (Screenshot)

Wiederum für die eiligen Leser geht das so: Das Projekt läuft seit 2012, mehrere einfache Schulhäuser wurden erstellt, primär mittels Schulpatenschaften wird der Unterricht für rund 300 Kinder (darunter 50 Waisen) finanziert. Im Lauf der Zeit wurde die Ausstattung unter anderem mit einer Bibliothek erweitert. Nun wird das Gelände um einen landwirtschaftlichen Teil zum Anbau von Mais und Gemüse ergänzt. Dies schafft Arbeitsplätze, ermöglicht Ausbildung im Landbau und sichert den Schülern eine Mahlzeit pro Schultag. Nun benötigt das Projekt unter anderem für Wasserleitungen oder ein kleines Wächterhaus noch rund CHF 20’000. Für die nicht ganz so eiligen Leser findet sich die ausführliche Umschreibung inkl. eines Videos hier.

Wer nun also auch zum Schluss kommt, dass dies doch eigentlich eine recht gute Sache (also ja, sie ist sogar wirklich verdammt gut, aber es reicht, wenn Du sie gerade recht gut findest) sei, der finde Spendenmöglichkeiten über #Projekt3360 hier rsp. in der leicht gekürzten Fassung hier. Selbstverständlich sind auch direkte Spenden an 4Africa genauso erwünscht wie geschätzt, die Kontoangaben hier. Und wer kein Geld geben kann oder mag, der verschickt vielleicht diesen Beitrag via whatsapp oder teilt ihn in den sozialen Medien. Denn wie immer gilt: Auch ein in den sozialen Medien geteilter Beitrag ist ein Beitrag.

Next stop: no stop, muss ja weiterlaufen, es fehlen mir Stand heute noch genau 1000 KM.

Cheers, mates